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Mannheim. (MK) Ende! Aus und vorbei! Die noch vor wenigen Wochen von vielen sogenannten Experten als schwächer eingestuften Teams der Nord-Division triumphieren in den... „Unfähig“ – Adler-Coach Pavel Gross übt heftige Kritik an der Liga und wagt einen skeptischen Blick in die Zukunft: „Ich hoffe, dass die schon einen Plan haben“

Mannheims Trainer Pavel Gross – © ISPFD

Mannheim. (MK) Ende! Aus und vorbei! Die noch vor wenigen Wochen von vielen sogenannten Experten als schwächer eingestuften Teams der Nord-Division triumphieren in den Playoffs und stellen mit den Eisbären Berlin und Grizzlys Wolfsburg die Finalisten.

Die Titelanwärter aus dem Süden sind auf der Strecke geblieben. Weder Red Bull München noch die Adler Mannheim konnten ins Finale einziehen. München scheiterte in zwei Spielen der im „best of three“ Modus ausgetragenen Playoffs am Geheimfavoriten ERC Ingolstadt. Ingolstadt schied nach großem Kampf in drei Halbfinalspielen gegen die Eisbären Berlin aus. Mannheim, das noch die Hauptrunde in der Süd-Division mit fetten acht Punkten Vorsprung vor München abschloss, schied nach drei Spielen am Freitagabend gegen Wolfsburg aus. München und Mannheim bieten seit einigen Jahren in der Liga die höchsten Etats auf. Doch in dieser sicherlich besonderen „Corona-Saison“ brachten die hochdekorierten Kader nicht den gewünschten Erfolg.

Spätestens am 7. Mai soll der neue Deutsche Meister feststehen. Die Saison 20/21 wird aufgrund der Pandemie als die kürzeste Saison in die Geschichte der DEL eingehen. Erst im Dezember konnte die Spielzeit nach langen Überlegungen und verschobenen Startterminen beginnen. Christian Winkler, Sportdirektor in der Red Bull Organisation, sprach vor wenigen Tagen bereits rückblickend davon, dass der frühe Start der Vorbereitung in München erst die Tür für einen Saisonstart geöffnet habe.

Noch einen deutlichen Schritt weiter ging Mannheims Trainer Pavel Gross nach dem Ausscheiden gegen Wolfsburg. Sicherlich noch angefasst vom verpassten Finaltraum äußerte er auch heftige Kritik an der DEL. Schon vor dem Beginn der Saison hatte er auf die Gefahren einer „best of three“ Playoff-Serie verwiesen. In „normalen“ Spielzeiten ermittelt die DEL ihren Meister in „best of Seven“ Serien. Das Ausscheiden von München, seinen Adlern und das mühevolle Weiterkommen der ebenfalls finanzkräftigen Eisbären Berlin im Viertelfinale gegen Iserlohn und nun im Halbfinale gegen sicherlich sehr starke Ingolstädter bestätigt, dass der verkürzte Modus den „Großen“ in der Liga weniger entgegengekommen ist. Auf der Pressekonferenz nach dem dritten Halbfinalspiel gegen Wolfsburg polterte ein sicherlich enttäuschter Pavel Gross: „Durch die Unfähigkeit der DEL – als einziger Liga auf der ganzen Welt über alle Sportarten – wurde die Saison immer wieder verschoben.“ Und weiter: „Die Jungs haben geackert. Ein Jahr lang ohne Pause. Das geht nicht.“

Der 52- jährige Meistertrainer von 2019 verwies darauf, dass sich sein Team am 1. Mai seit einem Jahr im Training befinde. „Leider haben wir nicht gewusst, ob wir spielen oder nicht. Heute kann ich auch sagen, dass wir schlauer hätten sein können und drei Monate Pause machen können, wie die anderen das gemacht haben“, so der Deutsch-Tscheche. Ergänzend fügte er an, dass man den MagentaSport-Cup nur aus Solidarität gespielt habe.

Die Liga hatte immer wieder auf die Zulassung von Zuschauern gehofft, den Saisonstart mehrmals verschoben und die Spielzeit erst Mitte Dezember gestartet. Klubs wie Köln, Straubing und Iserlohn konnten erst kurz vor dem Start ihr „Go“ geben. Pavel Gross verwies auf die mentalen Belastungen durch die Corona- Richtlinien. „Die Jungs haben einfach alles gegeben. Die waren ein Jahr unterwegs. Und darauf können wir stolz sein. Ich bin stolz auf die Jungs. Das war keine einfache Zeit, sich an alle Regeln zu halten.“ Den Verantwortlichen der Adler sprach er zudem ein Lob für ihr Krisenmanagement aus: „Wir haben eigentlich einen unglaublichen Job gemacht. Wir haben nicht einen positiven Fall gehabt. Das ist eigentlich unglaublich.“

Sein Blick in die Zukunft war ebenfalls alles andere als optimistisch: „Wir sollten nicht so naiv sein zu denken, dass wir vielleicht am 18. September wieder spielen und Corona dann vorbei ist. Ich hoffe, dass die Liga dann einfach vorbereitet ist. Wenn die denken, wir werden dann hier die Halle voll haben oder 50 Prozent haben, dann ist das ja ein Irrtum. Ich hoffe, dass die schon einen Plan haben.“

Die Sorgen von Gross sind sicherlich nicht unberechtigt. Sie hängen natürlich vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Die Zulassung von Zuschauern, in welcher Anzahl auch immer, dürfte den Geschäftsführern aller Klubs bei der Etatplanung noch eine Zeit lang Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Der DEL droht zudem eine stressige Spielzeit 21/22. Sollten Kassel oder Bietigheim die sportliche Qualifikation schaffen und auch die Lizenz erhalten, dann würde die Liga mit 15 Team zwei Absteiger ausspielen. Die fast einmonatige Olympiapause im Februar wird den Spielplan noch einmal enger gestalten. Die Adler und ihre Ligarivalen müssen den Spagat zwischen wirtschaftlicher Solidität und großer Kadertiefe hinbekommen.

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Sollten die Kontingentstellen in der DEL, wie in "Powerplay26" vorgesehen, nun schrittweise bis 2026 auf sechs Stellen reduziert werden?

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