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Tölzer Löwen nehmen Aufstieg in die 2. Bundesliga nicht wahr

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Bad Tölz. (PM) 82 Tage nach dem Gewinn der Deutschen Oberliga-Meisterschaft sind die Aufstiegsträume der Tölzer Löwen endgültig geplatzt. Seit Donnerstag steht fest: Die Saison 2012/13 in der II. Eishockey-Bundesliga findet ohne die Oberbayern statt. Entgegen anderslautenden Meldungen war den Löwen zwar die Lizenz für die II. Bundesliga erteilt worden. Doch nach Studium der damit verbundenen Auflagen mussten Löwen-Präsident Josef Hintermaier und Geschäftsführer Manfred Gröger die Reißleine ziehen.

Wie geht es nun weiter bei den Tölzer Löwen? Über den Stand der Dinge und die weitere Planung möchten die Löwen-Verantwortlichen im Rahmen eines öffentlichen Pressegesprächs diskutieren. Medienvertreter und Fans sind deshalb am kommenden Mittwoch, 11. Juli, um 20 Uhr in die Stadiongaststätte eingeladen. Den Fragen stellen werden sich Josef Hintermaier, Manfred Gröger, Sportlicher Berater Franz Fritzmeier, Trainer Florian Funk und Löwen-Kapitän Christian Urban.

Am Aufstieg gescheitert sind die Tölzer an den Regularien der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) – und am fehlenden Geld: In dem von Werner Gehrke, dem Aufsichtsratsvorsitzenden, und seiner Stellvertreterin unterzeichneten Papier ist unter anderem nachzulesen, dass die ESBG „gemäß § 17 (7) Lizenzstatut“ eine Bürgschaft in Höhe von 225.000 Euro forderte – zu hinterlegen bis zum kommenden Mittwoch. Es folgt die etwas holprig formulierte Anmerkung: „Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass es sich um vorgenannte Frist um eine Ausschlußfrist handelt.“ Von der Wiedereinführung der von Bad Tölz geforderten Förderlizenz-Regelung war da schon nicht mehr die Rede. Für diese Änderung der Satzung war die Lizenzierungskommission allerdings auch nicht zuständig. Das wäre Sache der ESBG-Mitglieder, also vor allem den Zweitliga-Clubs, gewesen. Heftiger Widerstand der Mehrzahl der Zweitligisten, allen voran vom SC Riessersee, hatte dieses Vorhaben im Keim erstickt.

Florian Funk und die Löwen müssen ihre Teilnahme an der zweiten Liga zu den Akten legen – © by Eishockey-Magazin (NE)

Manfred Gröger bemühte sich nach dem unvermeidlichen Nein zum Aufstieg um Sachlichkeit: „Es ist sehr schade, dass die Zweitligisten bei der Wiedereinführung der Förderlizenz-Regelung nicht über ihren Schatten springen konnten oder wollten. Diese horrende Bürgschafts-Forderung können wir natürlich nicht erfüllen. Damit wurde die wochenlange Arbeit von engagierten Personen zunichte gemacht.“ Allerdings hegt Gröger noch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Es gebe Bestrebungen, die II. Liga mit 14 Vereinen starten zu lassen. Falls kurzfristig ein Umdenken der Zweitligisten erfolge, könne man nach wie vor in einer Blitzaktion am Wochenende den Beschluss des Vorjahres aufheben.

Josef Hintermaier beteiligt sich nicht an solchen Spekulationen und machte aus seiner Enttäuschung kein Hehl: „Es ist sehr, sehr schade, dass man bei der ESBG offenbar nicht begriffen hat, dass es uns bei der Forderung nach einer Förderlizenz-Regelung nicht nur um die Durchsetzung eigener Interessen, sondern auch um die Zukunft des deutschen Eishockey-Nachwuchses gegangen ist. Unser Vertrauen in den Nachwuchs, die Basis unseres Oberliga-Meistertitels, wurde völlig ignoriert. Doch wir wollen auch weiterhin unseren jungen Spielern Perspektiven bieten, anstatt teure Stars durch die Lande zu schicken.“ Josef Hintermaiers ernüchtertes

Fazit: „im deutschen Eishockey regieren also auch weiterhin Egoisten, die nicht in der Lage sind, über ihren Tellerrand hinauszuschauen.“

Die vielleicht undankbarste Rolle in dieser Angelegenheit hatte vermutlich Florian Funk: Der Löwen-Cheftrainer musste seiner Mannschaft die Nachricht vom Nicht-Aufstieg überbringen.

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