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Iserlohn. (SL/EM) Vor fast auf den Tag genau sieben Wochen schieden die Iserlohn Roosters im Playoff-Viertelfinale beim späteren Meister Eisbären Berlin aus. In sieben... „Halbzeit“ in der Sommerpause: Iserlohn Roosters haben schon zehn Neuzugänge unter Vertrag

Roosters schwören sich ein – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn. (SL/EM) Vor fast auf den Tag genau sieben Wochen schieden die Iserlohn Roosters im Playoff-Viertelfinale beim späteren Meister Eisbären Berlin aus.

In sieben Wochen wird das neue Team 21/22 die Vorbereitung am Seilersee aufnehmen. Halbzeit also in der Sommerpause und Zeit für uns die bisher getroffenen Personalentscheidungen aufzuarbeiten.

Vier Tage nach dem Aus in Berlin verkündeten die Roosters die ersten personellen Weichenstellungen. Alex Grenier, Marko Friedrich, Janick Schwendener, Tim Fleischer, Brody Sutter und Jens Baxmann standen damals als Abgänge bereits fest. In den letzten Wochen gesellten sich Steve Whitney, Ex-Kapitän Bobby Raymond und Julian Lautenschlager dazu. Offiziell noch offen ist die Zukunft von Griffin Reinhart, Dieter Orendorz, Joel Lowry und Jake Weidner.

Mittlerweile konnte Sportchef Christian Hommel zehn Neuzugänge unter Vertrag nehmen.

Starkes deutsches Duo im Tor

Neu im Tor: Hannibal Weitzmann – © Sportfoto-Sale (DR)

Auf der Torhüterposition bekommt es „Vielspieler“ und Publikumsliebling Andreas Jenike zukünftig mit dem ehemaligen Kölner Hannibal Weitzmann (25) als Konkurrenten zu tun. Weitzmann zeigte sich vom Gesamtpaket Iserlohn überzeugt. Aus Sicht der Roosters soll er den Konkurrenzkampf beleben, was in der vergangenen Saison zwischen Andreas Jenike und Janick Schwendener (6 Einsätze) wohl nicht ausreichend der Fall war. Dritter im Bunde ist weiterhin Jonas Neffin. Der Rohdiamant sammelte in den letzten beiden Spielzeiten in Weiden und Herne erste Erfahrungen als „Senior“ in der Oberliga. Der fast 21- jährige steht noch bis 2022 in Iserlohn unter Vertrag. Wo genau er den nächsten Schritt in Angriff nehmen wird, ist aktuell noch offen. Gelockerte Corona-Bedingungen könnten dem jungen Goalie auch wieder regelmäßige Trainingseinheiten am Seilersee bescheren, was in der letzten Saison nicht ohne weiteres möglich war. Vierter im Bunde ist Finn Becker (17) aus dem eigenen Nachwuchs. Mit dem Duo Jenike / Weitzmann sind die Roosters im Ligavergleich gut aufgestellt und benötigen keine Ausländerlizenz auf dieser Schlüsselposition. Jenike wäre fast noch zur WM in Riga mitgefahren, schied erst spät aus dem Kader von Bundestrainer Söderholm aus. Weitzmann sammelte in Köln wichtige Erfahrungen in der Liga, verfügt aber auch durchaus über internationale Erfahrung durch die U-Nationalmannschaften. Außerdem bestritt er ein Länderspiel für das „Top Team Peking“ im Februar 2019 gegen die Schweiz.

Ligaerfahrene Sezemsky und Acolatse verteidigen zukünftig in blau-weiß – Labrie gilt als Defensivspezialist

Simon Sezemsky (2..v.re.). – © ISPFD

In der Abwehr bleibt Kapitän und „Blockmonster“ Torsten Ankert ebenso erhalten, wie der gereifte Erik Buschmann, Nachwuchsmann Nils Elten, Allrounder Philip Riefers und der in der letzten Saison vom Verletzungspech zu oft heimgesuchte Ryan O´Connor. Mit Simon Sezemsky konnte Christian Hommel einen schussgewaltigen deutschen Verteidiger in die Waldstadt locken. Der gebürtige Münchner stand auch lange im vorläufigen WM-Aufgebot, verpasste aber wie Jenike ebenfalls den Sprung ins endgültige WM-Aufgebot. Gespannt sein darf man sicherlich auch auf den erst 18 Jahre jungen Maxim Rausch. Der im russischen Miass geborene Verteidiger bringt trotz seines jungen Alters schon 87 Kilogramm Kampfgewicht bei 186 cm Körpergröße mit. Zuletzt machte er in der DEL2 beim EHC Freiburg auf sich aufmerksam. In seiner Jugendzeit wurde er in Weißwasser, Düsseldorf und Mannheim ausgebildet. Ein noch in Europa unbeschriebenes Blatt ist der Kanadier Hubert Labrie. Zuletzt verteidigte der Defensivspezialist in der AHL zwei Spielzeiten für die Belleville Senators, wo er zugleich als Assistenzkapitän fungierte. 2014 gewann er mit den Texas Stars in der AHL den Calder Cup. Joe Whitney kennt er schon aus gemeinsamen AHL-Zeiten. Bestens bekannt ist dagegen der jüngste Defensiv-Neuzugang der Roosters. Sena Acolatse (30) wechselt nach drei Spielzeiten vom Straubinger Pulverturm an den Seilersee. In seiner ersten DEL-Saison 18/19 sammelte der knallharte Verteidiger fette 173 Strafminuten in 46 Hauptrundenspielen. In den beiden folgenden Spielzeiten agierte er dagegen fast „handzahm“ mit 75 (19/20) bzw. 34 Strafminuten in der letzten Saison. Mit den verringerten Strafzeiten ließ Acolatse vermehrt seine defensiven, aber auch spielerischen Qualitäten aufblitzen. Der Vergleich von Sportchef Christian Hommel mit Ex-Verteidiger Colten Teubert ist daher durchaus treffend. In seiner ersten DEL-Spielzeit mutierte er bei seinen Auftritten in Iserlohn bei den Roosters-Anhängern schnell zum roten Tuch. Die Vergangenheit hat aber schon häufiger gezeigt, dass Spieler wie Acolatse im heimischen Trikot durchaus Potenzial zum Publikumsliebling haben. Sollte es mit dem spielstarken Griffin Reinhart und Identifikationsfigur Dieter Orendorz keine Fortsetzung in der kommenden Saison geben, dann gilt es aber auch die Lücken auf dem Eis wie in der Kabine erst einmal zu schließen.

Angriff: Topscorer bleiben, gezielte Verstärkungen in der Spitze und in der Breite

Casey Bailey – © Sportfoto-Sale (JB)

Im Angriff ist es den Roosters gelungen mit Casey Bailey und Joe Whitney die zwei Topscorer der letzten Spielzeit zu halten. Keine Selbstverständlichkeit, wie die letzten Jahre oft schmerzlich gezeigt haben. Ein herber Verlust ist dagegen der Abgang von Spielmacher Alex Grenier, den es zu Ex-Coach Jason O´Leary nach Langnau in die Schweiz und damit an die europäischen Fleischtöpfe zieht. Sportlich dürfte Grenier bei den SCL Tigers eine ähnliche Situation vorfinden, wie zuletzt in Iserlohn. Brent Aubin (fast 35) wird mit deutschem Pass zwei weitere Jahre in Iserlohn bleiben. Ihn nur an seinen Toren zu messen wäre sicherlich zu wenig Wertschätzung, da er auch als Type im Team eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Top-Talent Taro Jentzsch (21) wird in seinem zweiten DEL-Jahr die Riege der jungen Wilden im Sturm anführen. Yannick Proske (18) geht ebenfalls in sein zweites Jahr. Proskes ehemaliger Teamkollege von den Jungadlern Mannheim, John Broda (19), kommt neu an den Seilersee. In der vergangenen Saison unternahm er in Nürnberg unter seinem ehemaligen Förderer in Mannheim, Trainer Frank Fischöder, erste Schritte in der DEL. Auf Brent Raedeke (31), der in der Schlussphase der vergangenen Saison wieder zu alter Stärke fand, können sich die Sauerländer zwei weitere Jahre freuen. Von Meister Berlin wechselt Stürmer Kris Foucault zu den Roosters. Er kommt mit der Empfehlung von 30 Scorerpunkten aus 35 Spielen zu seiner fünften DEL-Station. Mit Torsten Ankert, Philip Riefers und Brent Aubin trifft er frühere Weggefährten wieder. Der Deutsch-Kanadier Travis Ewanyk kommt nach der Zwischenstation DEL2 / Crimmitschau zurück in die DEL. In Krefeld (2018-2020) galt er als unangenehmer Gegenspieler, mit allerdings auch ausbaufähigem Scoringtouch. Wie Verteidiger Sena Acolatse kommt auch Stürmer Sven Ziegler aus Straubing zu den Iserlohn Roosters. Der 26- jährige gebürtige Nürnberger und ehemalige „Talent for Future Spieler“ wechselte 2018 nach seinen Ausbildungsjahren in Berlin an den Pulverturm. Der Umzugswagen von Stürmer Eugen Alanov kommt aus Düsseldorf in die Waldstadt. Der 25- jährige konnte für die DEG und Nürnberg in 146 DEL-Partien bereits Erstligaerfahrungen sammeln. Alanov möchte in Iserlohn den nächste Karriereschritt vollziehen.

Mehr Kadertiefe – Co-Trainer und letzte Mosaiksteinchen noch gesucht

Trainer Brad Tapper (links) und Sportchef Christian Hommel – © Sportfoto-Sale (JB)

Die mittlerweile stattliche Anzahl von aktuell zehn neuen Spielern wirkt auf den ersten Blick relativ hoch, ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass man den Kader der Roosters zukünftig breiter aufstellen möchte. Die Verantwortlichen möchten vermeiden, dass Ausfälle in der entscheidenden Saisonphase nicht aufgefangen werden können und man mit einem Minikader antreten muss. Zudem wartet eine Mammutsaison mit 56 Hauptrundenspielen auf alle DEL-Klubs, wenn Aufsteiger Bietigheim zur DEL zugelassen wird. Immer vorausgesetzt, man kann die Saison in einer abklingenden Pandemie starten.

Abgeschlossen sind die Personalplanungen damit freilich noch nicht. Bislang sind sechs Importlizenzen vergeben. Und auch die Gerüchteküche brodelt weiterhin. In den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram berufen sich aktuell verschiedene Quellen darauf, dass Stürmer Brendan Gaunce (27, Kanada) vom schwedischen Meister Växjö Lakers mit den Roosters in Kontakt stehen soll. Gaunce war Anfang Januar nach Schweden gewechselt und schaffte dort in 30 Partien 19 Scorerpunkte. Er ist 188 cm groß und bringt 95 Kg auf die Waage. In der NHL absolvierte er 118 Spiele für Vancouver und Boston. Von 2014 bis 2017 spielte er drei Spielzeiten gemeinsam mit Alex Grenier für die Utica Comets in der AHL.

Für Headcoach Brad Tapper wird es die erste Saison in Europa als hauptverantwortlicher Coach von Beginn an. Die ihm zuarbeitenden Assistenztrainer werden noch gesucht. Fest steht bereits, dass die Roosters in der Vorbereitung an zwei Turnieren teilnehmen werden. In Bremerhaven (20./21. August) nehmen neben Gastgeber Fischtown Pinguins auch Esbjerg aus Dänemark und die Düsseldorfer EG teil. In Dresden sind die Sauerländer am 04. / 05. September neben der Düsseldorfer EG und den Nürnberg Ice Tigers zu Gast.

Offen kommuniziert wurde in der Vergangenheit von den Verantwortlichen, dass man in der einen oder anderen Personalie auch von vertraglich festgelegten Optionen profitiert hat. Bei nicht allen Verpflichtungen wurde allerdings jüngst die Vertragslaufzeit offiziell bekanntgegeben. Nachfolgend eine Übersicht des aktuellen Kaders.

Die Iserlohn Roosters in der Saison 2021/2022

Tor: Andreas Jenike (GER, 2024), Jonas Neffin (GER, 2022), Finn Becker (GER), Hannibal Weitzmann (GER).
Verteidigung: Torsten Ankert (GER, 2023), Erik Buschmann (GER), Nils Elten (GER), Ryan O´Connor (CAN), Philip Riefers (GER), Simon Sezemsky (GER), Maxim Rausch (GER, 2022 +), Hubert Labrie (CAN), Sena Acolatse (USA/CAN, 2022).
Sturm: Brent Aubin (GER, 2023), Casey Bailey (USA), Taro Jentzsch (GER), Brent Raedeke (GER, 2023), Joe Whitney (USA, 2023), Yannick Proske (GER), John Broda (GER), Kris Foucault (CAN, 2023), Travis Ewanyk (GER), Sven Ziegler (GER). Eugen Alanov (GER/RUS)
Trainer: Brad Tapper (CAN)

Abgänge: Alex Grenier (SCL Tigers), Marko Friedrich (Nürnberg Ice Tigers), Janick Schwendener (Dresdner Eislöwen, Tim Fleischer, Brody Sutter, Jens Baxmann, Steve Whitney (Stavanger Oilers), Bobby Raymond, Julian Lautenschlager
Unbekannt / Offen: Griffin Reinhart, Dieter Orendorz, Joel Lowry und Jake Weidner

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