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New York. (LM) Sechs Monate sind seit dem Saisonbeginn in der National Hockey League vergangen, und endlich beginnt die beste Zeit des Eishockeyjahres.  ... NHL Playoffs 2016 – Runde Eins – Teil Eins

nhl488New York. (LM) Sechs Monate sind seit dem Saisonbeginn in der National Hockey League vergangen, und endlich beginnt die beste Zeit des Eishockeyjahres.

 

Wie im vergangenen Jahr analysieren wir die Matchups der Playoffs und versuchen uns als Wahrsager. Wo liegen die Stärken und Schwächen der 16 Teams, die sich für die Endrunde der NHL qualifiziert haben? Und welcher Verein hat in der ersten Runde in den jeweiligen Paarungen die besten Karten? Teil Eins der Vorschau auf die Viertelfinalserien 2016.

Eastern Conference

 

Washington Capitals vs. Philadelphia Flyers – Nachbarschaftsduell

Knapp 140 Meilen misst die Strecke Washington – Philadelphia. Geografisch sind sich die beiden Vereine also sehr nahe, sportlich war die Distanz in dieser Saison deutlich größer. Während die Capitals das dominierende Team der Liga waren, kämpften die Flyers bis zum Saisonende um den Einzug in die Playoffs. In der regulären Saison gewann Washington zwei Spiele nach 60 Minuten und einmal in der Verlängerung. Die vierte Partie ging nach Penaltyschießen an Philadelphia. In den Playoffs gab es das Duell letztmals im Viertelfinale 2008, als die Flyers Spiel sieben in Washington mit 3:2 nach Verlängerung gewannen.

 

Rekordjäger aus der Hauptstadt

Die mit Abstand meisten Siege und Punkte der Liga; der zweitbeste Angriff  und die  zweitbeste Defensive; dazu den besten Torschützen und drei Spieler in den Top 20 der besten Punktesammler der NHL – die Saison der Washington Capitals war eine Rekordsaison für die Franchise aus der amerikanischen Hauptstadt. Belohnt werden die Capitals mit durchgehendem Heimrecht in den Playoffs. Wenn – und da ist das große Problem von Washington – die Mannschaft denn die nächsten Runden überhaupt erreichen kann. So überragend die Saison war, in den kommenden Wochen und Monaten müssen die Capitals endlich auch in der Endrunde Leistung zeigen. 1998 schaffte es Washington letztmals mehr als die erste Runde der Playoffs zu gewinnen. Auch Trainer Barry Trotz erreichte noch nie ein Conference Finale. Dementsprechend viel steht für die Capitals auf dem Spiel.

 

Stabiler Rückhalt in Washington ist Braden Holtby. Der 26-jährige Kanadier spielte 2015/16 die beste Saison seiner Karriere und ist der Favorit auf den Gewinn der Vezina Trophy für den besten Torwart der Liga. Mit 48 Erfolgen in 66 Begegnungen stellte Holtby den Rekord von Martin Broder für die Anzahl der Siege eines Torhüters in der regulären Saison ein[1]. Die Fangquote von 92,2 % und der Gegentorschnitt von 2,20 liegen ebenfalls in den Top 10 der Liga. Vor Holtby agiert die zweitbeste Verteidigung der Liga. Nur 191 Gegentore kassierten die Capitals in 82 Saisonspielen. Angeführt wird die Verteidigung von Matt Niskanen und John Carlson, die beide im Durchschnitt um die 24 Minuten pro Partie auf dem Eis stehen. Vor allem die Rückkehr von Carlson Ende März, der in dieser Saison wegen einer Verletzung 26 Spiele fehlte, ist für die Capitals von großer Bedeutung. Der Amerikaner gehörte in seiner sechsten Saison zu den sogenannten Führungsspielern in Washington. Vervollständigt wird die Defensive durch Karl Alzner, Matt Niskanen, Nate Schmidt und Brooks Orpik, eine gute Kombination aus Jugend und Erfahrung.

 

Im Angriff gibt weiterhin „The Great Eight“ Alexander Ovechkin den Ton an. Bereits zum sechsten Mal in seiner Karriere sicherte sich der Russe mit 50 Toren die Maurice ‚Rocket‘ Richard Trophy für den besten Torjäger der NHL. In der teaminternen Scoringliste reichen die 71 Punkte von Ovechkin aber nur für Platz zwei. Center Evgeny Kuznetsov ist mit 77 Punkten Topscorer, Nicklas Backstrom folgt direkt hinter „Ovie“ mit 70 Punkten. Auch sonst ist die zweitbeste Offensive der Liga sehr ausgeglichen besetzt.  Insgesamt 6 Spieler erzielten 20 oder mehr Tore.  Selbstverständlich gehören auch die Special Teams der Capitals zu den besten Einheiten der Liga. Das Überzahlspiel von 21,9 % reichte für Platz fünf in dieser Kategorie, und 85,1 % Unterzahlspiel sind immerhin der drittbeste Wert der Liga.

 

Neben den bereits genannten Spielern, haben die Capitals eventuell sogar einen echten „Sleeper“ in ihrer vierten Reihe. Mike Richards, dessen Vertrag von den Los Angeles Kings aufgelöst worden war, verstärkte während der Saison den Kader von Washington. Auch wenn der Center bereits häufig Schlagzeilen außerhalb des Eises produzierte, ist er zumindest ein Spieler bei den Capitals, der bereits zweimal den Stanley Cup gewonnen hat. Zudem spielt er in der ersten Runde gegen seinen ehemaligen Club aus Philadelphia, das könnte zusätzliche Motivation sein.

 

Der Deutsche: Philipp Grubauer

Philipp Grubauer - © by EH-Mag.

Philipp Grubauer – © by EH-Mag.

So schade es für Philipp Grubauer ist, aber wenn der Rosenheimer in den Playoffs vermehrt zum Einsatz kommt, dann nur wenn Stammtorhüter Holtby verletzt ist, oder viel zu schlecht spielt. Grubauer ist ein solider Backup, der seiner Nummer eins in der regulären Saison Erholungspausen geben soll. Diese Aufgabe erfüllte er zufriedenstellend. In den Playoffs soll er nur Bankwärmer sein.

 

Langsam verbessert am Delaware River

Wenn man es hart ausdrücken möchte, dann würde man sagen die Philadelphia Flyers sind in den Playoffs der NHL, weil die anderen Teams ( Hallo Boston Bruins) noch schlechter waren. Speziell im direkten Vergleich mit dem Gegner aus Washington gibt es wenig Argumente für ein Weiterkommen von Philadelphia. Ein Torverhältnis von 211:210, damit offensiv Rang 22 und defensiv Platz zwölf in der NHL. Schaut man sich die Platzierungen der Flyers im Saisonverlauf an, dann ist aber wenigstens ein Aufwärtstrend zu erkennen. Anfang Dezember war Philadelphia noch auf Platz zwölf der Eastern Conference zu finden, Anfang Februar auf elf, Anfang März auf neun und zum Saisonende schließlich auf dem achten Platz.

 

Problem könnte es in Philadelphia erneut im Tor geben, ein Running Gag der NHL. Seit dem Meniskusriss von Michal Neuvirth Mitte März absolvierte Steve Mason die verbleibenden Partien alleine. Vor allem der Gegentorschnitt des 27-jährigen ist mit 2,51 mittelmäßig. Ein Grund dafür ist das Unterzahlspiel von Philadelphia. Die Flyers liegen mit 80,5 % auf Rang 20 der NHL. Gleichzeitig kassierte die Mannschaft aber die zweitmeisten kleinen Strafen  unter den Playoffteilnehmern im Osten. Mit vielen Strafen und schlechtem Penalty Killing kann eine Serie gegen die Capitals sehr schnell beendet sein.

 

Positive Schlagzeilen machte ein Rookie der Flyers. Verteidiger Shayne Gostisbehere erzielte im ersten Jahr 17 Tor und insgesamt 46 Punkte. Der 22-jährige ist ein Kandidat für die Calder Trophy, die an den besten Neuling der Liga verliehen wird. Gostisbehere hat die fünftmeisten Punkte bei den Rookies, und ist bester Verteidiger des Jahrgangs 2015/16.

Zuverlässige Größe im Angriff war erneut Claude Giroux. 67 Punkte sind allerdings der schlechteste Wert für den Center seit 2010. Eine neue persönliche Bestmarke setzte Stürmer Wayne Simmonds. Der 27-jährige Kanadier übertraf mit 32 Treffern erstmals die 30-Tore-Marke.

 

Zusätzliche Motivation könnte den Flyers der Tod von Besitzer Ed Snyder geben. Seit 1967 war der Unternehmer Teilhaber bzw. Besitzer der Philadelphia Flyers, und gehörte zu den einflussreichsten Personen in der NHL. Am vergangenen Montag starb Snyder im Alter von 83 Jahren.

 

Tipp: Der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt. Philadelphia ist genau der passende Sparringspartner für die Capitals um die Anpassung von der Regular Season auf die Playoffs zu schaffen. Die Capitals gewinnen in fünf Spielen.

 

 

 

Florida Panthers vs. New York Islanders – Old Czech gegen Big Apple

 

Eine Serie zwischen den Panthers und den Islanders gab es in der NHL-Geschichte bisher noch nie. In der regulären Saison siegte beide Mannschaften je einmal in 60 Minuten. Florida gewann zudem ein Spiel nach Penaltyschießen.

 

Der tschechische Opa und die jungen Wilden

Jaromir Jagr - © by Media

Jaromir Jagr – © by Media

Als Jaromir Jagr im Frühjahr 2015 nach Florida getauscht wurde, wirkte das wie der erste Teil des Rücktritts vom aktiven Eishockey. Im Rentnerparadies verpasste Jagr prompt die Playoffs und es schien nicht so, als ob der Tscheche eine Zukunft in Fort Lauderdale hätte. Doch ein Jahr später sind die Florida Panthers und der Eishockeyopa mit der Rückennummer 68 eine der Erfolgsgeschichten der National Hockey League. Die Panthers gewannen mit 103 Punkten die Atlantic Division und Jagr wurde mit 44 Jahren der älteste NHL-Spieler, der 25 Tore in einer Saison erzielte (am Ende waren es 27).

 

Doch die Panthers sind weit mehr als nur der Jagr, denn vor allem die jungen Spieler konnten sich in diesem Jahr gut weiterentwickeln. Vincent Trocheck (22 Jahre), Reilly Smith (25J) und Aleksander Barkov (20J) erzielten jeweils 24 oder mehr Tore in dieser Saison. Dazu kommen weitere vier Spieler mit einer zweistelligen Trefferzahl. Florida lebt vor allem von einer guten Trefferquote. 232 Tore sind die achtmeisten der Liga, obwohl die Panthers wenig aufs gegnerische Tor schießen. Nur die Rangers gaben als Playoffteam weniger als die 28,8 Schüsse pro Spiel von Florida ab.

 

Das Torverhältnis von +36 (Platz 4 hinter Washington, Pittsburgh und Dallas) spricht aber auch für die gute Defensive der Panthers. Garant dafür ist ein weiterer Spieler älteren Semesters. Roberto Luongo erlebt im wahrsten Sinne des Wortes seinen zweiten Frühling. 2014 kehrte Luongo, der bereits von 2000-2006 für die Panthers im Tor stand, zurück in den Sunshine State. 35 Siege, ein Gegentorschnitt von 2,35 und eine Fangquote von 92,2 % belegen deutlich, dass sich „Bobby Lou“ in der neuen bzw. alten Heimat wieder richtig eingelebt hat.

 

Vor Luongo agiert eine der am ausgeglichensten besetzten Defensive der Liga. Die besten fünf Verteidiger der Panthers spielen im Schnitt zwischen 22:16 Minuten pro Partie (Brian Campbell) und 19:55 Minuten (Willie Mitchell). Verglichen mit anderen Teams, bei denen die besten Akteure in der Defensive mehr als 25 Minuten pro Begegnung spielen, sind das niedrige Werte. Auf der anderen Seite sprechen diese Zahlen auch dafür, dass die Verteidigung eher durchschnittlich besetzt ist, und es keinen herausragenden Spieler gibt. Das könnte ein Nachteil werden, wenn in den Playoffs Topstürmer wie Crosby oder Ovechkin gestoppt werden müssen.

 

Ein weiterer Schwachpunkt im Team von Trainer Gerard Gallant sind die Special Teams. Trotz der Firepower im Angriff reicht es nur zu 16,9 %  Erfolgsquote und Rang 23 beim Powerplay. Das Penaltykilling ist mit 79,5 % und Platz 24 der Liga ähnlich schlecht.

 

Islanders Home, Sweet new Home

Nachdem  die New York Islanders vor dieser Saison aus dem alterehrwürdigen Nassau Coliseum ins Barclays Center in Brooklyn umzogen, war zu befürchten, dass die neue Arena kein Heimvorteil sein könnte. Doch gerade zuhause haben die Islanders mit einer Bilanz von 25-11-5 überzeugt.

 

Unangefochtener Superstar ist weiterhin John Tavares. Zwar waren die Zahlen des 25-jährigen in dieser Spielzeit mit 33 Toren und 70 Punkten nicht ganz so gut, wie im Vorjahr, dennoch ist der Center für sein Team unverzichtbar. Brock Nelson, Kyle Okposo und Frans Nielsen erzielten ebenfalls mehr als 20 Tore. Wichtig für das körperbetonte Spiele in New York sind aber auch die Akteure in den hinteren Reihen. Flügelstürmer Matt Martin hatte mit 365 die mit Abstand meisten Bodychecks der NHL. Kollege Cal Clutterbuck lag mit 288 immerhin noch auf Rang 4 der Liga. Nach den Los Angeles Kings sind die New York Islanders das Team mit den meisten Checks pro Spiel[2]. Clutterbuck bewies zudem seine Torgefährlichkeit, und traf bei insgesamt 15 Toren in fünf Spielen zum Sieg!

 

Die Abwehr der Islanders ist mit 211 Gegentoren die 13. der NHL. Ein wichtiger Spieler fehlt in der Verteidigung aber in den Playoffs. Travis Harmonic verletzte sich Ende März und wird wohl auch bei einem Weiterkommen in der Endrunde fehlen. Der 25-jährige Kanadier hatte mit fast 24 Minuten pro Partie die meiste Eiszeit im Team von Trainer Jack Capuano.

 

Die Islanders sind das zweitbeste Unterzahlteam in der Eastern Conference mit 84,5 Prozent. Stellvertretend dafür ist Calvin de Haan. Der Kandier setzt immer wieder seinen Körper ein, um Treffer des Gegners zu verhindern, und steht ligaweit auf Platz X bei den geblockten Schüssen.

 

Der Deutsche: Thomas Greiss

Thomas Greiss - © by Media

Thomas Greiss – © by Media

Stamtorwart Jaroslav Halak verletzte sich Anfang März an der Leiste, und plötzlich rückte Thomas Greiss auf die Position der Nummer eins. Zwar gab es das ein oder andere Spiel mit mehr Gegentoren, aber insgesamt machte Greiss seine Sache gut. Von 41 Spielen gewann Greiss 23 bei einem Gegentorschnitt von 2,36 und einer Fangquote von 92,5 %. Ob der Füssener allerdings auch noch in den Playoffs zwischen den Pfosten stehen wird, ist aktuell offen. Halak trainierte bereits wieder in voller Montur, und könnte schon in der ersten Runde wieder seinen angestammten Platz im Tor einfordern. Dennoch: Greiss hat im ersten Jahr seines Zweijahresvertrags im Scheinwerferlicht des Big Apple bereits jetzt überzeugt. Kann er auch in den Playoffs gute Leistungen zeigen, dann könnte der Mann mit der Rückennummer eins in Zukunft nicht nur als Vertretung die erste Wahl im Gehäuse in Brooklyn sein.

 

Tipp: Jagr und Luongo machen den Unterschied. Florida ist zwar kein Titelkandidat, aber für die zweite Runde reicht es dennoch. Florida gewinnt in sechs Spielen.

 

Western Conference

 

St. Louis Blues – Chicago Blackhawks – Der Meisterblues

 

In der Hauptrunde gewannen die Blackhawks zwei Partien nach regulärer Spielzeit. St. Louis siegte zweimal nach Verlängerung und gewann ein drittes Spiel nach Penaltyschießen. Das Duell Blues gegen Blackhawks gab es bereits 2014 in der ersten Runde der Playoffs. Auch damals hatte St. Louis Heimrecht. Trotz zwei Siegen der Gastgeber in den ersten beiden Begegnungen behielt am Ende Chicago die Oberhand. Vier Partien gingen in die Verlängerung, eine davon sogar in die dritte Overtime.

 

Exzellente Nobodys

Die Mannschaft ist der Star. Wohl auf kaum ein der NHL trifft diese Aussage so zu, wie auf die St. Louis Blues. Und das obwohl mit Vladimir Tarasenko ein wirklicher Spitzenstürmer in Missouri auf Torejagd geht. Satte 40 Treffer gelangen dem rechten Flügel dieses Jahr. Nach 37 Toren im Vorjahr hat sich der Russe als einer der besten Torjäger der Liga etabliert. Doch selbst Tarasenko ist außerhalb der Eishockey-Fachwelt wenig bekannt. Auch die anderen Namen im Kader der Blues lassen kaum aufhorchen. Müssen sie aber auch nicht. Spieler wie David Backes, Alexander Stehen, Paul Stastny, Kevin Shattenkirk, Troy Brouwer, Robby Fabbri und Patrik Berglund haben auch ohne viel Publicity alle zweistellig getroffen. In der Defensive ist dazu mit Alex Pietrangelo einer der Dauerläufer der NHL im Einsatz. Satte 26:18 Minuten steht der Verteidiger pro Spiel auf dem Eis, immerhin Platz sechs der Liga. Unterstützt wird Pietrangelo vom erfahrenen Jay Bouwmeester, der mittlerweile fast 1000 Partien in der National Hockey League absolviert hat.

 

Im Tor ist das Team von Ken Hitchcock ebenfalls sehr gut aufgestellt. Jake Allen und Brian Elliott teilten sich die Spiele bisher fast brüderlich auf. Die etwas besseren Zahlen hat Elliott, der mit 93 % Fangquote (Elliott 92 %) und einem Gegentorschnitt von 2,07 (2,35) auf dem ersten und dritten Platz der Liga in diesen statistischen Kategorien liegt. Auch die defensiven Zahlen als Team stimmen. 197 Gegentore sind der vierbeste Wert der NHL, 85,1 Unterzahlspiel gleichbedeutend mit  Rang zwei hinter Anaheim. Trotz Tarasenko ist der Angriff der Blues aber nur Mittelmaß. 219 reichen nur für Platz 15, obwohl das Überzahlspiel mit 21,5 % immerhin das sechsbeste der Liga ist.

 

Seit 2011 ist Hitchcock Trainer in St. Louis. Im ersten Jahr gewann der Kanadier direkt den Jack Adams Award als bester Coach der NHL. Wirkliche Erfolge kann Hitchcock aber nicht vorweisen. Neben der Niederlage gegen Chicago 2014, verloren die Blues 2013 und 2015 gegen Los Angeles bzw. Minnesota ebenfalls in Runde eins. 2011/12 reichte es zumindest für die zweite Runde, bevor gegen die Kings verloren wurde. Es wird Zeit für Ken Hitchcock mit seiner Team auch Erfolge in der Endrunde zu feiern, ansonsten ist die Zeit für ihn in St. Louis abgelaufen.

 

Findet der Champion den Schalter?

Auch 2014/15 beendete Chicago die Vorrunde als Dritter der Central Division. Im Vorjahr hatten die Blackhawks sogar einen Punkt weniger als in dieser Saison. Trotz der schlechteren Ausgangsposition gewann die Mannschaft von Joel Quenneville nach 2010 und 2013 den dritten Stanley Cup in sechs Jahren. Was Chicago zur endgültigen Aufnahme in den Kreis der großen Dynastien der NHL fehlt ist eine Titelverteidigung. Könnte dies im dritten Anlauf gelingen?

 

Die Form für einen erneuten Run auf den Titel hat auf jeden Fall Patrick Kane. Der Stürmer gewann mit 15 Punkten Vorsprung das Rennen um die Art Ross Trophy für den besten Punktesammler der Liga. 46 Tore, 60 Vorlagen und 106 Punkte sind zudem persönliche Bestmarken. Hinter Kane lag mit Artemi Panarin ein Rookie mit viel Erfahrung. Der 24-jährige spielte bereits mehrere Jahre in der russischen KHL und hatte keine Problem sich an die kleinere Eisfläche in Nordamerika zu gewöhnen. 30 Tore und 77 Punkte sind eine echte Duftmarke im ersten Jahr NHL. Neben den beiden genannten Spielern, trafen weitere sechs Akteure zweistellig ins gegnerische Tor. Jonathon Toews und Artem Anisimov erzielten sogar mehr als 20 Tore. 234 Tore reichen für Platz sechs in der Liga. Eine Erfolgsquote von 22,6 % beim Powerplay ist der zweitbeste Wert der Liga hinter den Anaheim Ducks.

 

Auch defensiv sind die Blackhawks im oberen Drittel der Liga zu finden, 207 Gegentore sind genau Platz zehn der NHL. Die Nummer eins Corey Crawford spielte eine solide Saison mit einer Fangquote von 92,4 % und einem Gegentorschnitt von 2,37. Sorgen macht aber das Nervenkostüm des letztjährigen MVPs der Playoffs, Duncan Keith. Der Verteidiger schlug am 29.03. Charlie Coyle  von den Minnesota Wild mit seinem Schläger ins Gesicht, und wurde für den Rest der Vorrunde und ein Playoffspiel gesperrt. Überraschenderweise nicht der erste Vorfall dieser Art in der Karriere von Keith. In den Playoffs 2014/15 spielte Keith mehr als 31 Minuten pro Partie. Fehlt der Kanadier, fehlt der wichtigste Baustein der Verteidigung in Chicago.

 

Eine wichtige Frage ist, ob die Blackhawks den Schalter finden, um auch in diesem Jahr wieder den Titel gewinnen zu können? Noch Anfang Februar war Chicago die Nummer eins in der Western Conference, danach schwächelte der Titelverteidiger etwas. Müssen die Blackhawks den vielen Spielen in den letzten Jahren Tribut zollen? Seit den Red Wings 1997/1998 hat kein Team in zwei aufeinanderfolgen Jahren den Stanley Cup gewonnen.

 

Der Deutsche: Christian Ehrhoff

Mitte Februar sah es noch so aus, als wäre die Karriere von Christian Ehrhoff in der NHL vorbei. Die Los Angeles Kings hatten den Krefelder in ihr Farmteam nach geschickt. Der Verteidiger befand sich auf einem Abstellgleis der National Hockey League.  Jetzt, zu Beginn der Playoffs ist die Chance auf den Gewinn des ersten Stanley Cups für Ehrhoff aber so groß, wie zuletzt 2011 mit den Vancouver Canucks. Der Titelverteidiger aus Chicago hatte Ehrhoff am 26.02. per Trade in die „Windy City“ geholt. Zwar ist Ehrhoff bei den Blackhawks nicht erste Wahl, Gelegenheiten in der Endrunde zu spielen, werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit aber trotzdem ergeben. In Spiel eins fehlt Duncan Keith, und Ehrhoff könnte für den Kanadier ins Team rücken. Und auch in den nächsten Playoffrunden, vorausgesetzt Chicago erreicht diese, wird sich durch Sperren oder Verletzungen die eine oder andere Möglichkeit für Christian Ehrhoff ergeben. Nutzt er diese Chancen, kann Ehrhoff eine ähnliche Cinderella-Story wie Kimmo Timonen 2015 schreiben.

 

Tipp: Gegen den Titelverteidiger und dreimaligen Champion der letzten 6 Jahre tippen? Nein, denn St. Louis ist nicht die Mannschaft, die die Blackhawks vom Thron stößt. Chicago gewinnt knapp in sechs Spielen.

 

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Period 1 Eastern Conference
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[1] Martin Brodeur benötigt 2006/07 benötigte allerdings 78 Spiele.

[2] 28,2, LA mit 30,4

 

(Lars Mahrendorf)

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