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Iserlohn. (MK) Im Iserlohner „Eiswerk“ verrichteten die Iserlohn Roosters gegen den amtierenden Deutschen Meister am Freitagabend Schwerstarbeit, für die sie am Ende mit einem...

Iserlohns Colin Stuart (links) und Constantin Braun kämpfen um die Scheibe – © by Eishockey-Magazin (JB)

Iserlohn. (MK) Im Iserlohner „Eiswerk“ verrichteten die Iserlohn Roosters gegen den amtierenden Deutschen Meister am Freitagabend Schwerstarbeit, für die sie am Ende mit einem 4:3 Sieg nach Verlängerung belohnt wurden. In einer mitreißenden Partie kämpften die abermals stark ersatzgeschwächten Roosters ohne Brooks, Hommel und Giuliano den Meister am Ende mit 4:3 in der Verlängerung nieder. Freud und Leid lagen gerade im letzten Drittel auf beiden Seiten ganz nah beieinander. Jedes Team hätte das Spiel auch in der regulären Spielzeit für sich entscheiden können. Den Eisbären fehlte einfach das Quäntchen Glück im Abschluss und den Roosters mangelte es an einem effektiven Powerplay. Aber der Reihe nach …

 

Roosters legen zwei Treffer vor

Beide Mannschaften boten im Anfangsdrittel von Beginn an ein attraktives Eishockeymatch, in dem sich keines der beiden Teams in der Offensive versteckte. Wolf und Tomassoni hatten in der 4. Minute die ersten Chancen für die Hausherren. Nach 3:50 Minuten konnten die 4001 Fans im Iserlohner „Eiswerk“ erstmals jubeln. Ardelans Pass in die Schnittstelle zu Kapitän Hock verwandelte dieser mt einem trockenen Schuss frei vor Eisbärenkeeper Zepp zum 1:0. Die erste Hinausstellung gegen Eisbär TJ Mulock offenbarte wieder einmal, dass das Iserlohner Powerplay derzeit nicht der Rede wert ist. Das Mason-Team hatte sogar Glück, dass Arniel einen Konter für die Berliner nicht verwerten konnte. In der 9. Minute war der amtierende Meister dann dem Ausgleich besonders nah. Tallackson traf zunächst nur den Pfosten und einen Moment später konnte erneut Tallackson Briéres Zuckerpass nicht verwerten. Nach Hilfestellung durch den Videobeweis kannten die Referees in der 12. Minute das 2:0 der Roosters an. Einen Konter über Peltier wehrten Zepp & Co noch ab, aber den Abpraller verwandelte Nationalmannschaftskapitän Wolf zum 2:0 der Roosters. Berlin blieb trotz des Rückstands cool. Der Meister überstand noch vor der ersten Pause eine Strafe gegen Constantin Braun, konnte sein Powerplay nach Strafe gegen Bell aber selbst nicht nutzen. Somit blieb es beim sicherlich etwas überraschenden 2:0 nach den ersten zwanzig Minuten.

 

Eisbären bleiben cool und gleichen aus

Nach nur 18 Sekunden im zweiten Drittel hatte Fischhaber die große Möglichkeit für die Roosters auf 3:0 zu erhöhen, aber er verzog knapp neben das Berliner Tor. In der 23. Minute zog das Schiedsrichtergespann erneut den Videobeweis zur Hilfe. Die „Stuart-Reihe“ hatte die Nordkurve bereits zum Jubel veranlasst, aber die Zebras konnten keinen Treffer erkennen. Eine Unachtsamkeit der Iserlohner Deckung nutzte Berlins Olver in der 24. Minute mit einem Schuss aus der Drehung zum 2:1 Anschlusstreffer. Strafen gegen Rogers und Wolf bescherten den Eisbären für 1:46 Minuten eine doppelte Überzahl. Das Iserlohner Verteidigungsdrittel glich hierbei einem regelrechten Belagerungszustand. Mehrfach musste Keeper Caron sein ganzes Können aufbringen, um den Ausgleich zu verhindern. Auch Verteidiger Danielsmeier blockte auf der Torlinie mehrere Schüsse der Berliner ab, die durch Busch, Tallackson und „Zaubermaus“ Briére mehrfach haarscharf den Ausgleich verpassten. Wieder vollzählig traf  Tomassoni als nächsten Rooster der Bannstrahl der Schiedsrichter. Berlins „Gestochere“ vor Iserlohns Tor brachte aber (noch) nicht den Ausgleich. Der Videobeweis brachte hierbei ebenfalls keinen Zuspruch der Schiedsrichter. Der eigentlich überfällige Ausgleich der bärenstarken Berliner gelang Christensen in der 35. Minute durch einen unhaltbar abgefälschten Schuss. Bange Minuten hatten die Sauerländer noch einmal während Stuarts Strafe zu überstehen. Besonders Rankel scheiterte mit mehreren Schussversuchen an Caron. Das Remis nach 40 spannenden Minuten war vor allem dem unbändigen Kampfgeist der Roosters anzurechnen.

 

Tomassoni schießt die Roosters in die Overtime

Daniel Briére konnte eine Beihilfe für die Eisbären beisteuern – © by Eishockey-Magazin (JB)

Wer gedacht hatte, dass Iserlohn mit zunehmender Spielzeit dem hohen Tempo Tribut zollen muss, sah sich durchaus bestätigt. Dennoch legten die Sauerländer eine Energieleistung aufs glatte Parkett. Zunächst aber hatten beide Teams ihre Chancen in Führung zu gehen. Wolfs Schuss  (42.) neben das Tor und ein prima Spielzug über York und Wolf in der 46. Minute hätten durchaus die erneute Führung der Hausherren bedeuten können.  Dazwischen lag eine 2-1 Situation der Berliner, die Briére aber nicht an Caron vorbei ins Netzt bringen konnte. Berlin wirkte in dieser Phase bereits einen Tick spritziger und gefährlicher. Die logische Folge war TJ Mulocks  Treffer zum 2:3, als Rogers und Ardelan die Scheibe nicht vor dem eigenen Tor weg bekamen. Im Powerplay (Strafe Tallackson) blieben die Roosters schwach. Als in der 53. Minute Laurin Braun auf die Strafbank musste, sollte ihm einen Moment später eigentlich Sharrow nach einem Check gegen York folgen. Allerdings konnte sich Iserlohns Bell nicht zurückhalten. Er wollte den Sharrow-Check gegen den „tiefen“ Kopf von York rächen und schnappte sich Berlins Hördler.  Seine Reaktion verständlich, aber ein Bärendienst, denn dadurch vermasselte er seinem Team eine doppelte Überzahl. In der 57. Minute traf dann Berlins Talbot die nächste Hinausstellung. Damit aber noch nicht genug. Zusätzlich musste Ty Mulock für Trainer Jackson eine Bankstrafe absitzen. Der hatte wutentbrannt die Bandentür zugeschlagen und offensichtlich einige „freundliche“ Worte in Richtung Schiedsrichter gesprochen. Iserlohn damit in doppelter Überzahl, aber ohne Fortuna im Bunde. Das insgesamt ordentliche Powerplay brachte zwar Chancen für Wolf,  Wörle und Ardelan, aber insgesamt waren die Hausherren zu berechenbar. Wieder vollzählig setzte Talbot einen weiteren brandgefährlichen Berliner Konter über den Kasten. Die Dramatik in der Partie ließ sich aber noch steigern. 67 Sekunden vor Ende musste Iserlohns Ardelan auf die Strafbank. Das Ende aller Iserlohner Hoffnungen? Die Roosters überstanden diese Überzahl nicht nur, sie schafften sogar in Unterzahl den Ausgleich. Keeper Caron hatte seinen Platz auf dem Eis gerade für einen weiteren Feldspieler geräumt, als Tomassoni einen Konter über York zum Ausgleich in die Maschen setzte. Die restlichen 30 Sekunden überstanden die Roosters ebenfalls unbeschadet und so musste der Sieger nach sechzig rasanten Minuten in der Overtime ermittelt werden.

Berlin startete mit 54 Sekunden Powerplay in die Verlängerung, konnte diesen Vorteil aber nicht nutzen. Als dann Laurin Braun auf die Strafbank musste, setzten die Rosters zum Konter an. Wer anders als Denker und Lenker York hätte der Drahtzieher sein können! Seinen genialen Querpass musste Kapitän Hock nur noch zum 4:3 über die Linie drücken. Die kleine Sensation war damit perfekt.

 

Die Generalprobe der Eisbären vor dem Red Bull Salute in der European Trophy bei den Vienna Capitals ging damit daneben. Iserlohns Minitruppe hatte einem übermächtig erscheinenden Gegner mit seinem großen Kämpferherzen am Ende zwei wichtige Zähler abgerungen. In diesem Match hätten sich sicherlich mehrere Spieler beider Teams einen Platz in den Three Stars verdient. So verdienten sich neben den Three Stars auch Danielsmeier, Tomassoni und York aus einer geschlossenen Iserlohner Mannschaft Bestnoten. Aber auch die Berliner Olver, Tallackson, Rankel, Zepp und allen voran NHL Haudegen Briére stachen heraus.

Dass Iserlohns Oldie und Kapitän Robert Hock an diesem Abend zwei Treffer gelangen war sicherlich ein schöner Nebeneffekt für ihn. Der 39 -jährige ist läuferisch sicherlich in die Jahre gekommen. Viel wertvoller ist er aber unabhängig von der Anzahl seiner Scorerpunkte als Leitwolf. Seine Art die jungen Spieler zu führen und mitzureißen verdient höchsten Respekt.

 

Schon am Sonntag müssen die Roosters zum EHC Wolfsburg reisen. Der Tabellenletzte hat mit einem Sieg bei den Augsburger Panthern ein Lebenszeichen von sich gegeben. In der VW Stadt werden die Roosters wieder auf die dann entsperrten Giuliano und Hommel zurückgreifen können.

 

 

 

Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin 4:3 n.V. (2:0/0:2/1:1/1:0)

Tore: 1:0 (03:50) Hock (Ardelan/Rogers), 2:0 (11:33) Wolf, 2:1 (23:24) Olver (Tallackson), 2:2 (34:25) Christensen (Laurin Braun/Katic), 2:3  (45:54) TJ Mulock (Rankel/Briére), 3:3 (59:30) Tomassoni (York/Wolf) 4:5SHG, 4:3 (63:29) Hock (York/Wolf) 4:3PP

Strafen: Iserlohn 26 – Berlin 28

Schiedsrichter:  Markus Krawinkel, Stephane Rochette

Zuschauer: 4001

 

Iserlohn: Caron – Danielsmeier, Kopitz; Tomassoni, Peltier; Rogers, Ardelan; Orendorz – Tepper, Fischhaber, Stuart; Wörle, Hock, Holzman; Wolf, York, Bell; Kahle

Berlin: Zepp – Hördler, Sharow; C. Braun, Talbot; Katic, Haase – L. Braun, Ty Mulock, Schlenker; Rankel, Briére, TJ Mulock; Busch, Olver, Tallackson; Bielke, Christensen, Arniel

 

Three Stars:

+++ Wolf

++ Hock

+ Caron

 

Die Trainerstimmen zum Spiel und ein Kurzinterview mit Matt Tomassoni 

 

Fotostrecke zum Spiel

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