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Iserlohn. (JR) Julian Lautenschlager kommt aus dem Nachwuchs des EV Regensburg. Über den Nachwuchs der Düsseldorfer EG und über die Moskitos Essen in der... Julian Lautenschlager im Interview: „Ich werde in der kommenden Saison nicht mehr bei den Roosters spielen“

Julian Lautenschlager – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn. (JR) Julian Lautenschlager kommt aus dem Nachwuchs des EV Regensburg. Über den Nachwuchs der Düsseldorfer EG und über die Moskitos Essen in der Oberliga gelang ihm der Sprung in die DEL zu den Iserlohn Roosters.

In den letzten drei Spielzeiten spielte er für die Sauerländer. Wir haben ihm ein paar Fragen zu ihm und seiner Zukunft gestellt.

Eishockey-Magazin (EM) / Jörg Reich (JR): Hallo Herr Lautenschlager, vielen Dank, dass wir Ihnen ein paar Fragen stellen dürfen!
Die Saison 2020/2021 ist beendet. Für die Iserlohn Roosters war es durch das Erreichen der Playoffs eine erfolgreiche Saison. Der Club hatte eine offensivstarke Mannschaft zusammengestellt. Wie würden Sie die Saison aus Sicht der Roosters bewerten?
Julian Lautenschlager: Das stimmt, es war unser Ziel die Playoffs zu erreichen und dafür haben wir die ganze Saison hart gearbeitet. Wenn die Playoffs starten, will man noch mehr erreichen und ist heiß auf die Serie. Am Ende sitzt man in der Kabine und ist trotzdem zuerst gefrustet, da vielleicht mehr drin gewesen wäre. Vor allem, nachdem wir im letzten Spiel mit 2:0 geführt haben. Am Ende hat Berlin die Kleinigkeiten richtig und weniger Fehler gemacht, wodurch sie nicht unverdient die Serie für sich entscheiden konnten.

E-M / JR: Es war ihre dritte Saison bei den Iserlohn Roosters. Wie zufrieden waren Sie persönlich mit ihrer eigenen Leistung in der abgelaufenen Saison. Konnten Sie sich wie erhofft weiterentwickeln?
Julian Lautenschlager: Für mich persönlich war es nicht die erfolgreichste Saison, was zum Großteil an der Rolle lag, die ich den meisten Teil der Saison hatte. Im Gegensatz zum Vorjahr lag der Schwerpunkt mehr in der Defensive und in Unterzahl. Natürlich spielt jeder gerne nach vorne und mit der Scheibe, trotzdem zählt am Ende des Tages der Teamerfolg und wenn der stimmt, haben die Spieler ihre einzelnen Rollen erfüllt. Ich denke vor allem im Unterzahl und im Spiel gegen die Scheibe konnte ich mich noch weiterentwickeln. Das Zusammen mit meinen offensiven Fähigkeiten trägt zu einem besseren Gesamtpaket bei.

E-M / JR: Sie hatten in der Saison 2019/2020 deutlich mehr Scorerpunkte erzielt, als in der gerade abgelaufenen. Dies lag wohl auch daran, dass die Roosters diese Saison ein personell stärkeres Team hatten, als in der Saison davor und die Eiszeit für Sie dadurch geringer ausfiel. Oder wie sehen Sie das?
Julian Lautenschlager: Ja wie schon gesagt, hatte ich dieses Jahr eine andere Rolle als letztes. Davor spielte ich mit Grenier und Halmo, was beides sehr gute Eishockeyspieler sind, in den ersten beiden Reihen. Dort wird mehr Fokus auf das Spielen mit der Scheibe und Toreschießen gelegt. Wir haben als Reihe gut harmoniert und konnten voneinander profitieren, was mir geholfen und auch sehr viel Spaß gemacht hat.

Jubel bei Julian Lautenschlager (links) und Alex Grenier – © Sportfoto-Sale (JB)

E-M / JR: Sie haben in der Saison 2019/2020 gezeigt, dass Sie in der DEL auch offensiv Akzente setzen können. Für die Saison 2021/2022 dürfte für Sie sicherlich auch ein Ziel sein, wieder mehr Scorerpunkte zu verbuchen, auch wenn natürlich der Teamerfolg zunächst an erster Stelle steht?
Julian Lautenschlager: Der Teamerfolg steht immer ganz oben. Dafür will man selbst einen großen Beitrag leisten, egal welcher das auch ist, aber ja ich mag es gerne nach vorne zu spielen und mit meiner Reihe möglichst viele Punkte zu erzielen, um der Mannschaft zu helfen. Ich bereite gerne Tore vor und genauso gerne schieße ich welche. Es macht Spaß und trägt zum Erfolg bei.

E-M / JR: Ihr Vertrag ist zum Saisonende ausgelaufen. Bisher haben die Roosters noch keine Vertragsverlängerung mit Ihnen bekanntgegeben. Können Sie uns kurz über den aktuellen Stand informieren? Wie stehen die Chancen, dass Sie bei den Roosters bleiben werden?
Julian Lautenschlager: Es gab nach der Saison noch Gespräche. Trotzdem werde ich in der kommenden Saison nicht mehr bei den Roosters spielen. An der Stelle möchte ich mich gerne bedanken für die Chance vor 3 Jahren in die DEL zu wechseln. Ich habe viel gelernt und viele Teamkollegen gefunden, mit denen ich noch weit nach dem Eishockey in Kontakt bleiben werde.

E-M / JR: Die Regularien in der DEL sehen vor, dass die U 23-Stellen in der Saison 2021/2022 um eine erhöht wird, die Anzahl der Kontingentstellen gleichbleiben und die Stellen für Deutsche Ü 23-Spieler dadurch gekürzt werden. Diese Änderung der Regelung ist für deutsche Ü 23-Spieler sicherlich ein großer Nachteil bezüglich eines Vertrages in der Liga?
Julian Lautenschlager: Das ist richtig. Durch die Erhöhung der U23 Spieler wird es für die Ü23 nicht leichter einen Vertrag zu bekommen. Es wäre wichtig, dass die jungen Spieler eine gewisse Eiszeit bekommen, um sich weiterzuentwickeln. So kann man aus Fehlern lernen, sie abstellen und beim nächsten Mal besser machen.

E-M / JR: Besteht für Sie die Möglichkeit eventuell bei einem anderen Club in der DEL unterzukommen oder müssen Sie sich nun Richtung DEL 2 orientieren?
Julian Lautenschlager: Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. Ich bin täglich mit meinem Agenten in Kontakt und wir wägen ab was für mich sowohl persönlich als auch sportlich der richtige Schritt ist, um mich weiterzubringen.

Julian Lautenschlager im Trikot der Moskitos Essen – © by Sportfoto-Sale (DR)

E-M / JR: In der DEL sind derzeit neun Kontingentspieler auf dem Spielbericht erlaubt. Fast alle Clubs schöpfen dieses Kontingent aus. Selbst in den vierten Reihen spielen oftmals erfahrene Spieler und Kontingentspieler. Ist die Anzahl an erlaubten Kontingentspielern auf dem Spielbericht nicht viel zu hoch? Wie sehen Sie das?
Julian Lautenschlager: Meiner Meinung nach sind das zu viele Importstellen für die Liga, vor allem da bei vielen Clubs zwischen 3 und 5 eingedeutschte Spieler hinzukommen. Das hat zur Folge, dass viele gute Ü23 Deutsche in die DEL2 wechseln müssen, da die wenigen freien Stellen für Ü23 Spieler meist mit erfahrenen Deutschen oder Nationalspielern besetzt werden.

E-M / JR: Bei den Roosters haben diese Saison einige junge Spieler, die in der Saison 2019/2020 auf sich aufmerksam gemacht haben, weniger Eiszeit erhalten. Durch eine Reduzierung der Kontingentstellen würden junge deutsche Spieler in allen Teams mehr Eiszeit erhalten und sich besser kontinuierlich weiterentwickeln können. Sehen Sie das auch so?
Julian Lautenschlager: Auf jeden Fall! Viel Eiszeit, Vertrauen und Verantwortung auf dem Eis sind die Dinge durch die man als junger Spieler lernt und sich am meisten weiterentwickeln kann. Natürlich soll man nichts geschenkt bekommen. Man braucht die richtige Einstellung und Ehrgeiz, um sich die Eiszeit zu erarbeiten.

E-M / JR: Mit der Gründung der Spielervereinigung SVE gibt es inzwischen einen Zusammenschluss der Spieler in Deutschland. Sind Sie auch Mitglied der SVE? Haben Sie die Hoffnung, dass die SVE zusammen mit den Clubs die Bedingungen für deutsche Ü 23-Spieler verbessern kann?
Julian Lautenschlager: Ja ich bin Mitglied der SVE und denke es ist wichtig, dass wir als Spieler auch eine Stimme haben. Inwiefern die SVE die Bedingungen für dir deutschen Ü 23 Spieler jetzt schon verbessern kann, das weiß ich nicht. Ich denke ein wichtiger Schritt wird die Reduzierung der Importstellen sein, um wieder mehr deutsche Spieler in der Liga zu haben.

E-M / JR: Herr Lautenschlager, vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet haben!

(Jörg Reich)

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