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von Fabian Brändle Im Jahre 1990 reüssierte der damalige Präsident von Fribourg-Gottéron, der charismatische Versicherungsinspektor und Verbandsfunktionär Jean Martinet, indem er die beiden sowjetischen... Ein Jahrhunderttransfer: „Slawa“ Bykow und Andrei Khomutov in Fribourg

von Fabian Brändle

Im Jahre 1990 reüssierte der damalige Präsident von Fribourg-Gottéron, der charismatische Versicherungsinspektor und Verbandsfunktionär Jean Martinet, indem er die beiden sowjetischen Superstars Wjatscheslaw „Slawa“ Bykow und Andrei Khomutov in die Zähringerstadt lotste. Die beiden waren die ersten Spieler von Format, die aus der Sowjetunion in die Schweiz wechselten. Über die Transfersumme und den Lohn ist leider nichts bekannt. Die Erwartungen waren sehr hoch, das kongeniale Duo sollte sie bei weitem übertreffen.

„Slawa“ Bykow spielte erst bei Tscheljabinsker Vereinen, ehe ihn Talentspäher nach Moskau zu Viktor Tichonows Armeeclub CSKA brachten. Dort spielte er an der Seite von Khomutov und Kamenski im zweiten Sturm. Die erste Linie des unglaublich starken Moskowiter Ensembles bildeten Makarov, Krutov und Larionov. Mit CSKA gewann Bykow unzählige Meistertitel und diverse internationale Clubtitel, mit der Sowjetunion wurde er viermal Weltmeister und 1988 in Calgary auch Olympiasieger, ein Erfolg, den er 1992 in Albertville mit den GUS-Staaten wiederholen sollte. In der Schweiz brillierte der Center und Playmaker durch seine Spielübersicht, seine Passgenauigkeit, aber auch durch seine harten Handgelenkschüsse. Seine lange Karriere liess er in der Nationalliga B bei Lausanne ausklingen, ehe er ins Trainerfach wechselte und unter anderem mit der russischen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel feiern konnte. Sein Sohn spielt ebenfalls bei Fribourg und trug schon das Leibchen der Schweizer Nationalmannschaft.

Bykows Partner im Sturm war der Aussenstürmer Andrei Khomutov, der in seiner Karriere drei Olympiatitel und sieben Weltmeisterschaften gewann. Der schnelle, brandgefährliche Torschütze vom Dienst spielte bis 1998 in Fribourg, ehe er zunächst in Russland, dann in der Schweiz (Juniorenbereich) ins Trainermetier wechselte. Er verstand sich beinahe blind mit Bykow und konnte dessen genialen Pässe antizipieren. Das Duo Bykow/Khomutow mag fast alle Titel geholt haben, alleine, Schweizer Meister wurden sie nie. Fribourg war zu unausgeglichen besetzt. Den Platz vor der Sonne raubte den Sanestädtern meistens der EHC Kloten, der mit Mikhael Johanson und dem Verteidiger Anders Eldebrink ebenfalls über Topausländer verfügte. „Fribourg hat Bykow und Khomutow, Kloten den Playoff“, lautete ein Witz aus diesen Tagen. Während des so genannten „Lockouts“ der NHL in der Saison 1994/95, als die meisten europäischen Clubs sich mit kanadischen Topspielern verstärkten, hielt Fribourg an seinen beiden Russen fest, mit Erfolg. So erinnert man sich an eine Szene, als Bykow dem Kanadier in Diensten Rapperswil-Jonas, Doug Gilmour, den Puck zwischen den Beinen hindurch spielte.

Das Fribourger Beispiel machte Schule. Spieler aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Russland waren bald begehrte Stars auf helvetischen Eisfeldern, zumindest bis zur Etablierung der KHL, die den Spielern höhere Löhne offerieren konnte als Schweizer Clubs. Der Zürcher SC beispielsweise holte mit dem linken Flügelstürmer Wladimir Krutov einen echten Superstar ins Hallenstadion. Krutov war indessen nicht mehr ganz fit, übergewichtig und hatte auch Mühe, sich an das neue Leben im Westen zu adaptieren. Leider schied der torgefährliche Stürmer schon früh, nur fünf Tage nach seinem 52. Geburtstag, aus dem Leben. Der Zürcher SC versuchte sein Glück auch mit „Bandenhobel“ Sergeji Prijachin, der allein schon wegen seiner Körperlichkeit bei seinen Gegnern Eindruck schindete. Für Lugano stürmte zeitweise der sowjetische „Oldie“ und Starspieler Igor Larionov (ex-CSKA Moskau), der vorher und nachher auch in der NHL eine gute Figur machte und

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