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Nein, zur Ruhe werden die Krefeld Pinguine wohl vorerst nicht kommen. Nach der nachvollziehbaren Trennung von Mihails Svarinskis präsentierten die Pinguine mit Clark Donatelli... „Die Drittelpause“: Krefeld Pinguine eröffnen einen überflüssigen Nebenkriegsschauplatz

Clark Donatelli – © Krefeld Pinguine Media/PR

Nein, zur Ruhe werden die Krefeld Pinguine wohl vorerst nicht kommen.

Nach der nachvollziehbaren Trennung von Mihails Svarinskis präsentierten die Pinguine mit Clark Donatelli am Donnerstag ihren neuen Headcoach.

Sportlich kann der 53- jährige US-Amerikaner unbestritten gute Qualitäten vorweisen. Er wird den Pinguinen in ihrer jetzigen Situation, aber auch bei der Umsetzung ihrer Philosophie auf junge Spieler zu setzen, hilfreich sein. Nachweislich kann er ein Team formen und Talente auf ein höheres Niveau hieven.

Ein Mann, gegen den vor kurzen in den USA noch eine Klage wegen sexuellen Missbrauchs vorlag, ist allerdings alles andere als eine 1A-Lösung für einen Klub, der sich seit Monaten im Krisenmodus befindet. Unabhängig von der Schuld oder Unschuld Donatellis bringt diese Verpflichtung einen Nebenkriegsschauplatz mit sich, den sich die Krefeld Pinguine ganz einfach hätte sparen müssen.

Warum musste es ausgerechnet ein Headcoach sein, der mit diesen Vorwürfen behaftet ist? Der internationale Trainermarkt beinhaltet gerade in dieser Zeit eine Menge hochqualifizierter Kandidaten, die dem Anforderungsprofil der Pinguine gerecht geworden wären. Geschäftsführer Sergey Saveljev blieb schon am Montag die Antwort auf de Frage schuldig, warum es nur ein Trainer sein darf, der noch nicht in Deutschland gearbeitet hat?

Nun hat er mit Clark Donatelli einen Coach verpflichtet, der über keinerlei Europaerfahrung verfügt und dessen Name negativ behaftet ist. Völlig ohne Not wurde Donatelli auch noch mit einem Vertrag bis zum Ende der Saison 21/22 plus Option auf eine weitere Saison ausgestattet. Es muss in diesem Zusammenhang auch durchaus die Frage erlaubt sein, wie gut das Netzwerk von Saveljev in der Eishockeyszene ist?
„Stallgeruch“ scheint in Krefeld seit der Übernahme durch den Schweizer Investor nicht mehr gefragt.

Es wurde angekündigt, dass sich Clark Donatelli in der kommenden Woche bei seiner Vorstellung auch persönlich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußern möchte. Das ist positiv und es bleibt festzuhalten, dass Donatelli bis heute nicht rechtskräftig verurteilt wurde. Sportlich hat er auf jeden Fall eine faire Chance verdient. Man darf gespannt sein, ob die Pinguine dem zu erwartenden Druck der nationalen und internationalen Medien Stand halten können.

(S. Haldermann / MK)

Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten.

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