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Welchen Stellenwert haben Statistiken im Eishockey?

Reichlich Strafen auf dem Videowürfel – © by EH-Mag. (WL)

„Die Tabelle lügt nicht“, heißt es immer so schön. Das ist wohl unstrittig. Mittlerweile aber werden in fast allen Sportarten zu fast allen Spielsituationen, Zweikämpfen usw. Statistiken erfasst.

Generell haben Statistiken im Sport zugenommen. Im Fußball war das besonders für Fans und Zuschauer spürbar, als in den 90er Jahren die TV Rechte zu SAT1 mit „ran“ wechselten. Die Anzahl gewonnener Zweikämpfe, gelaufene Kilometer usw. gehören seither zur Nachbetrachtung eines Spiels. Modernste Technik und Digitalisierung haben diesen Fortschritt beschleunigt.

Im Eishockey haben Statistiken schon immer einen besonderen Stellenwert gehabt. Natürlich entscheiden auch hier noch Siege und gewonnene Punkte über Titel. Dennoch lassen sich anhand von Eishockey Spielstatistiken viele Dinge über Stärken und Schwächen eines Teams ableiten.

Neben umfangreichen Videoanalysen geben Statistiken beispielsweise bei Torhütern über Stärken und Schwächen Aufschluss. Der Gegentorschnitt, die Fangquote, die gehaltenen Schüsse, aber auch die Anzahl der Shutouts – also die Spiele ohne Gegentor – sind für gegnerische Teams, aber nicht zuletzt auch bei Transferaktivitäten so etwas wie das Zeugnis eines Goalies. Und auch bei den Feldspielern geht das Statistische längst über geschossene Tore, Beihilfen und Scorerpunkte hinaus. Sehr aussagekräftig ist beispielsweise die Plus / Minus Statistik. Sie ist die Summe aus Toren und Gegentoren, bei denen der jeweilige Spieler mit auf dem Eis stand. Ein Gegentor ergibt einen Minuspunkt, ein erzieltes Tor einen Pluspunkt. Tore in Überzahl und Tore in Unterzahl werden natürlich auch längst erfasst und runden oft das Bild eines spielstarken und schussgewaltigen Verteidigers ab.

Nicht zuletzt können auch Trainer aus Team- und Spielerstatistiken vieles herleiten und die Spielweise des eigenen Teams entsprechend anpassen. Erzielt das gegnerische Team auf fremdem Eis wenig Tore und hat es einen hohen Gegentorschnitt, dann werden sich viele Coaches dazu verleiten lassen die eigenen Spieler offensiv agieren zu lassen. Umgekehrt wird ein Trainer fast immer der eigenen Defensive besondere Priorität schenken.

Die Eishockeyfans haben die Statistiken natürlich auch längst für sich entdeckt und zu schätzen gelernt. Transfers von Spielern werden gerade jetzt in der Sommerpause auch gerne anhand von Statistiken bewertet. Während einer laufenden Saison gehören aktuelle Spielstatistiken zu einem Match wie das Salz in der Suppe. In der Deutschen Eishockey Liga war zu Beginn der gerade abgelaufenen Saison der Aufschrei besonders groß. Neben dem Wechsel der TV Rechte fand auch ein Wechsel des Statistikanbieters statt. Der über Jahre sicherlich auch ein wenig verwöhnte Fan fand urplötzlich so gar nichts mehr von seinen lieb gewonnenen Statistiken zu den Spielen wieder. Der gewohnte Standard konnte vom neuen Statistikanbieter so nicht geliefert werden. Zahlreiche Protestschreiben der Eishockeyfans landeten in der DEL Zentrale in Neuss. Dort benötigte man einige Zeit, um die fehelenden Informationen nach und nach wieder anzubieten. Mittlerweile ist die Lücke zum alten Statistikanbieter zwar noch immer nicht ganz geschlossen, aber das Zahlenwerk wurde im Laufe der Saison besser. Auch daran sieht man welch hohen Stellenwert Statistiken im Eishockey längst erreicht haben. Ohne Statistiken fiele heute so manche Nachbetrachtung eines Spiels anders aus.

Redaktion