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Calgary. (LM) 2006 und 2015 spielten die Ducks bereits gegen die Flames. In den Conference Semifinals vor zwei Jahren gewann Anaheim... NHL Playoffs 2017 – Anaheim Ducks vs. Calgary Flames –  25 zu null

Calgary. (LM) 2006 und 2015 spielten die Ducks bereits gegen die Flames. In den Conference Semifinals vor zwei Jahren gewann Anaheim deutlich in fünf Spielen. In der Hauptrunde gewannen die Duck vier der fünf Vergleiche bei einem Torverhältnis von 17:14.

 

Zurück in die Vergangenheit

Unter Trainer Randy Carlyle feierten die Ducks 2007 mit dem Gewinn des Stanley Cups den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Der 60jährige löste im Sommer Bruce Boudreau ab, nachdem dieser mit seiner Mannschaft das Kunststück hinbekommen hatte, vier Jahre in Folge ein Spiel sieben auf eigenem Eis zu verlieren. Eine weitere Maßnahme in der Sommerpause war die Festlegung auf eine Nummer eins im Tor. Frederik Andersen wurde nach Toronto abgegeben und John Gibson war ab sofort Stammtorhüter in Anaheim. Gibson bedankte sich für das Vertrauen mit 2,22 Gegentoren im Schnitt und 92,4 % gehaltener Schüsse. Allerdings muss der Amerikaner in den Playoffs erst noch beweisen, ob er dem gestiegenen Druck standhalten kann. In der letzten Saison verlor Gibson die ersten beiden Spiele gegen Nashville und saß danach nur noch als Backup auf der Ersatzbank.

 

Mit nur 197 Gegentoren stellen die Ducks die beste Abwehr in der Western Conference. Cam Fowler, Hampus Lindholm, Sami Vatanen und Kevin Bieksa stellen den Kern der Defensive, die durch die Rookies Ondrej Kase, Joseph Cramarossa und Shae Theodore vervollständigt wird. Auf die jungen Spieler wartet mehr Verantwortung in der ersten Runde, denn Cam Fowler wurde ausgerechnet bei einem Check von Calgarys Mannschaftskapitän Mark Giordano verletzt. Während des letzten Saisonspiels zwischen den beiden Teams kam es deshalb auch zu einigen Schlägereien. Auch das ein Grund dafür, dass die Ducks mit 934 Strafminuten die zweitmeisten der Liga hatten – hinter den Flames mit 956. Viele Strafzeiten sind in dieser Serie also zu erwarten.

 

Umso mehr Bedeutung werden die Special Teams bekommen. Anaheims Powerplay ist mit 18,7 % nur durchschnittlich (Platz 17 der NHL). Dabei sind in den Reihen der Ducks mit Ryan Kesler, Corey Perry, Ryan Getzlaf, Jakob Silfverberg und Antoine Vermette echte Spezialisten in dieser Disziplin im Kader. Auch Rickard Rackell hat sich in dieser Saison als Torjäger etabliert. Mit 33 Toren war der Schwede der beste Torschütze im Orange County. Dazu erzielte er mit zehn Siegtreffern die meisten entscheidenden Tore der gesamten NHL. Im Gegensatz zum Überzahlspiel ist das Penalty Killing von Anaheim sehr gut.

84,7 % aller Unterzahlsituationen konnten die Ducks bereinigen, Platz vier der Liga.

 

Anaheim fühlt sich im heimischen Honda Center besonders wohl. Die Bilanz von 29-8-4 ist die drittbeste auf eigenem Eis nach Washington und Pittsburgh. Besondere Bedeutung hat das Heimreicht gegen Calgary auch, weil die Flames bei den Ducks scheinbar nicht gewinnen können. 25 Spiele in Folge verloren die Gäste aus Kanada in Anaheim, auch in  den Playoffs 2014 siegten die Ducks zuhause immer. Weiterer Vorteil: 54,7 % gewonnen Bullies sind der beste Wert der NHL. Als Heimmannschaft darf Anaheim zuletzt wechseln und kann diesen Vorteil noch besser nutzen.

 

Der Deutsche: Korbinian Holzer

Korbinian Holzer

Korbinian Holzer – © by NHL Media

Holzer stand in 32 Spielen für Anaheim auf dem Eis, erzielte zwei Tore und gab fünf Vorlagen. In besagtem letztem Spiel gegen die Flames zeigte Holzer zudem, dass er auch mit harten Checks und Faustschlägen für Aufmerksamkeit sorgen kann. Aufgrund der Verletzungsprobleme in der Abwehr der Ducks, könnte Holzer zu seinen ersten Einsätzen in den NHL-Playoffs kommen. Das wäre die Belohnung für viele Jahre geduldiges Warten und harte Arbeit zwischen NHL und Farmteams.

 

Die zwei Gesichter der Flames

Vor dem Allstarbreak Ende Januar hatten die Flames nur eine ausgeglichene Bilanz. 24 Siegen standen 24 Niederlagen und 3 „Unentschieden[1]“ gegenüber. Speziell Torhüter Brian Elliott, der im Sommer aus St. Louis nach Alberta geholt wurde, strauchelte durch seine ersten Monate im Gehäuse der Flames. 2,85 Gegentore erzielten die Gegner in den Spielen von Elliott. Doch ab Anfang Januar änderte sich die Situation für den Kanadier und sein neues Team. Calgary holte in den letzten 31 Spielen 21 Siege, und sammelte in diesem Zeitraum sogar einen Punkt mehr als die Anaheim Ducks. Elliott senkte seinen persönlichen Gegentorschnitt auf 2,55 und feierte seine einzigen Shutouts der Saison. Nach den Starschwierigkeiten ist Elliott mittlerweile der klare Stammtorwart der Flames. Der 32jährige zeigte bereits in St. Louis, dass er einer Mannschaft auch in den Playoffs den Rücken frei halten kann, und scheiterte im Vorjahr erst in den Western Conference Finals.

 

Der Weg dorthin ist aber weit und führt die Flames zuerst über den Angstgegner Anaheim. Calgarys letzter Auswärtssieg datiert vom 19. Januar 2004[2]. Ein Sieg in Kalifornien ist aber notwendig um die nächste Runde zu erreichen. Schlüssel zum Erfolg könnte die Ausgeglichenheit der Flames sein. Zwölf unterschiedliche Spieler erzielten je zwölf oder mehr Tore. Center Sean Monahan traf mit 27 Toren am häufigsten, Johnny Gaudreau war mit 61 Punkten der beste Punktesammler. Die Abwehr wird von Dougie Hamilton und Mark Giordano angeführt, die beide auch zweistellig treffen konnten. Mithilfe der beiden Verteidiger an der blauen Linie konnten die Flames 20,2 % ihrer Überzahlchancen nutzen (Platz 11).

Wie erwähnt ist Calgary das Team mit der geringsten Disziplin in der NHL. 956 Strafminuten sind Negativrekord in dieser Saison. Das Unterzahlspiel ist mit 81,6 % ligaweit auf dem zwölften Rang. Vor allem in Anaheim müssen die Flames kühlen Kopf bewahren.

 

Während die Flames im Tor einen Erfahrungsvorteil gegenüber den Ducks haben, ist die Situation hinter der Bande umgekehrt. Glen Gulutzan erreichte an seiner vorherigen Station Dallas nie die Playoffs, und steht vor dem Debut in der Endrunde. Inwieweit er die Schachzüge des Veteranen Carlyle kontern kann, wird mit darüber entscheiden, ob die Flames die Ducks „grillen“ können.

 

Tipp: Spiel eins wird größte Bedeutung haben. Kann Calgary das Thema Auswärtsschwäche in Anaheim direkt zu den Akten legen, dann ist eine Überraschung möglich. Die Ducks verloren aber keines der letzten vierzehn Saisonspiele in der regulären Spielzeit und sind rechtzeitig zu den Playoffs in Bestform. Dazu kommt die Erfahrung von Carlyle. Anaheim in sieben Spielen.

 

[1] Niederlagen nach Verlängerung oder im Penaltyschiessen

[2] In den Playoffs 2006 gewann Calgary Spiel 3 mit 5:2.

Redaktion

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