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Jan Pantkowski - © by Eishockey-Magazin (DR)

Jan Pantkowski – © by Eishockey-Magazin (DR)

Düsseldorf. (MR) In dieser Folge kommen noch einmal Spieler zu Wort. Wir wollten von ihnen wissen, wann und wo sie DNL gespielt haben, wie dort der Alltag aussah, wie es in dieser Zeit mit Schule und Ausbildung geklappt hat, was für sie nach der DNL kam, wie sie realistisch ihre Zukunft einschätzen.

 

Außerdem sollte jeder seine Meinung und Wünsche darüber äußern, was im deutschen Eishockey geändert / verbessert werden könnte oder sollte, damit dieser Sport für den Nachwuchs attraktiver wird. Zum Schluss überlegte jeder, ob er aus heutiger Sicht an irgeneinem Punkt seines Lebens etwas anders machen würde.

Die heutigen Teilnehmer sind:

Jan Pantkowski (*92 in Kassel) – DNL Berlin, Mannheim und Düsseldorf – seit 2014 Landesliga Bayern Nord/Ost (Bad Kissingen) – 1x DNL-Champion

Und im Video: Daniel Fischbuch (*93 in Heilbronn) – DNL Mannheim und Düsseldorf – 1x U18 WM – seit 2013 in der DEL (Düsseldorf) – 1x DNL-Champion

 

Wann und wo habt Ihr DNL gespielt?

Jan: Also ich habe meine erste DNL Saison bei den Eisbären Juniors Berlin gespielt, wo ich auch meine Schüler Bundesliga Saison(s) verbracht habe. Davor habe ich in Kassel das Schlittschuh laufen gelernt, und „entdeckt“ wurde ich von der „Talentschmiede“ der Eisbären beim Probetraining, wofür mein Vater mich angemeldet hat. Es war eine spontane Entscheidung, um einfach mal zu sehen und zu testen, wo ich stehe in der Entwicklung gegenüber den anderen Jungs meines Alters aus den „großen“ Vereinen. Dann wurden meine Eltern von den Eisbären Juniors kontaktiert, und somit haben wir dann gemeinsam entschieden, den Weg mit den Berlinern weiterzugehen. Nach 3 Jahren bei den Berlinern, wo ich eine super Zeit hatte (!), bin ich dann nach Mannheim gewechselt zum Helmut de Raaf, und nach diesem Jahr bin ich dann für 2 weitere DNL Jahre nach Düsseldorf zum Christof Kreutzer.

 

Wie sah dort Euer Alltag aus, wie hat das mit Sport – Schule – Ausbildung geklappt?

Jan: In jedem dieser Vereine waren die Abläufe ähnlich, das heißt, dass ich morgens zum Training gefahren oder gegangen bin, 60-90 min. Eistraining, danach zur Schule bis in den Nachmittag und von der Schule dann wieder zurück in die Eishalle, um die nächsten Trainingseinheiten zu absolvieren, die dann bis in den (späten) Abend teilweise gingen.

Also es lief mit der Schule mal gut und mal nicht so gut wie bei jedem anderen Menschen auch.. Ich brauchte viel Unterstützung durch Nachhilfe (speziell in Mathe) und musste mich irgendwie durcharbeiten, damit ich meine jeweiligen Abschlüsse schaffte. Es war schwierig für mich persönlich, aber letztendlich habe ich es doch dann irgendwie geschafft dank der Hilfe meiner Trainer und Sozialpädagogen, die mir/uns geholfen haben, die Schule vernünftig abzuschließen.

 

Was kam für Euch nach der DNL-Zeit?

Jan: Nach der DNL habe ich mich dann darum bemüht, einen Verein zu finden, wo ich mich weiterentwickeln kann durch Spielzeit, und dementsprechend bewarb ich mich bei den Hannover Indians, da mich das Konzept gereizt hat (2. Liga/Oberliga Hannover Braves). Dort habe ich dann doch noch eine Chance bekommen und somit war der Wechsel dann von der DNL zu den Hannover Indians/Braves fix.

 

Wie siehst Du realistisch Deine Zukunft?

Jan: Meine Ziele liegen (leider) nicht mehr im Eishockey, da ich unter anderem auch durch Verletzungen Schwierigkeiten habe und hatte, eine Saison komplett verletzungsfrei zu Ende zu spielen. Wenn ich einiges anders gemacht hätte, dann… hätte, hätte, Fahrradkette. Somit habe ich die Zukunft im Eishockey nun nach einer super tollen Zeit „auf Eis“ gelegt und widme mich voll und ganz meinem Studium als Wirtschaftsingenieur im Bereich Regenerativer Energie.

 

Was muss im Deutschen Eishockey in Bezug auf den Nachwuchs geändert / verbessert werden?

Jan: Ich denke, dass im deutschen Eishockey der Anschluss für viele Spieler fehlt nach der DNL. Es gibt zu wenig Möglichkeiten für Spieler, die es nicht schaffen direkt in die DEL oder DEL2. Die Oberliga ist für viele die beste (1.) Adresse, doch auch die Oberliga besteht in der Aufteilung der Mannschaften aus einem sehr ungleichmäßigem Niveau. Andererseits fängt es ja auch schon bei den ganz kleinen an, die zu wenig Zeit investieren für ihren Leistungssport. Vereine haben zu wenig finanzielle Mittel, um teilweise sogar Eiszeiten zu bezahlen. Es besteht in Deutschland selten eine Kooperation zwischen Schule und Eishockey, somit kommen wir auf den Aspekt zurück, dass die Kinder zu wenig Zeit ihrem Leistungssport widmen. Es ist schön wie es in Mannheim funktioniert beispielsweise, oder Berlin sowie auch in Düsseldorf, was ich ja erlebt habe, aber von diesen Vereinen, die mit Schulen kooperieren und wo auch der Verein finanziell relativ gut da steht, gibt es einfach zu wenig!

 

Wenn Ihr zurückblickt: würdet Ihr irgendetwas anders machen?

Jan: Was das Eishockey betrifft: Ich hätte meine Chance in Hannover besser nutzen sollen. Würde an meinen körperlichen Vorraussetzungen mehr arbeiten, um Verletzungen zu vermeiden. Das Umfeld sollte dann an letzter Stelle stehen und mich nicht von meinem Ziel abbringen.

Letzten Endes bin ich dennoch froh und überaus glücklich, wie mein Leben seinen Lauf genommen hat, denn ich habe mir neue (berufliche) Ziele gesetzt, will die Zeit auch ehrlich gesagt gar nicht zurückdrehen, denn so wie es jetzt ist, kann es nicht besser sein in meinem Leben. Trotzdem war es eine sehr schöne Zeit, an die ich mich sehr gerne erinnere.

 

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt!

 

Daniel Fischbuch zum Thema

 

Fotostrecke zu Jan Pantkowski und Daniel Fischbuch

 

Redaktion