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Köln. (EM) Seit Tagen bangen die Eishockeyfans in Deutschland um den schon auf den 13. November nach hinten verlegten Saisonstart in der DEL. Liga... Verschiebt die DEL den Saisonstart erneut? – Drei Klubs müssten aufgrund des 7-Tage Inzidenzwertes aktuell Geisterspiele austragen

Photo: GEPA pictures/ Jasmin Walter

Köln. (EM) Seit Tagen bangen die Eishockeyfans in Deutschland um den schon auf den 13. November nach hinten verlegten Saisonstart in der DEL.

Liga schlägt Alarm, weil rund 60 Millionen Euro fehlen

Die Liga hatte vergangene Woche Montag bis zum morgigen Freitag Zusagen der Politik eingefordert, weil den 14 Klubs nach Schätzungen durch fehlende Zuschauereinnahmen rund 60 Millionen Euro fehlen werden. (wir berichteten) Keineswegs sicher ist zudem, ob die Klubs an die bis zu 800.000 Euro Fördermittel pro Klub aus dem 200 Millionen Konjunkturpaket gelangen, weil die EU-Rechtslage hier offenbar im Weg steht.

Die Zeit drängt für die 14 Klubs mehr denn je, weil sie für eine ordentliche Vorbereitung auf eine am 13.11. startende Saison rund sechs Wochen Vorbereitungszeit benötigen. Einige Teams befinden sich zwar schon auf dem Eis, andere aber zögern noch. Mit Beginn der konkreten Vorbereitung würde die Kostenfalle laufen. Flüge für die Importspieler, Wohnungen, Autos, Gehälter usw. würden dann bei bestenfalls sehr geringen Einnahmen zu Buche schlagen. Würde der Start dann erneut verschoben werden, würde sicherlich einigen Klubs die Insolvenz in einigen Monaten drohen.

Tripcke schließt erneute Verschiebung des Saisonstarts nicht aus

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hatte gegenüber der Berliner Zeitung (BZ) nicht ausgeschlossen, dass der Start erneut nach hinten verschoben wird. Eine komplette Saisonabsage will man unbedingt vermeiden, da zumindest teilweise in den europäischen Nachbarländern der Ligenspielbetrieb aufgenommen wurde. Die Nationalmannschaft wäre dann am Ende einer Kette der Leidtragende, weil den Elitecracks die Spielpraxis für die WM im kommenden Frühjahr fehlen würde.

Und so scheint eine, wie von einigen Insidern angedeutet, erneute Verschiebung des Saisonstarts sogar ohne Nennung eines konkreten Datums durchaus möglich. Offizielle Aussagen oder gar Zugeständnisse der Politik gab es bislang zumindest nicht auf den Hilferuf der DEL. Im Hintergrund sollen allerdings dem vernehmen nach Gespräche stattfinden.

7-Tage Inzidenzwert würde Berlin, Köln und München schon jetzt einen Strich durch die Rechnung machen

Aktuell dürften die DEL Klubs bis zu 20% ihrer Zuschauerkapazität in ihrn Arenen belegen. Sollten sich die Infektionszahlen verbessern, dann könnte die Zahl auch nach dem 31. Oktober nach oben festgelegt werden. Realistisch ist das momentan natürlich nicht, denn die Virologen gehen von weiter deutlich ansteigenden Fallzahlen im Herbst und Winter aus.

Allerdings ist die Zulassung von 20% der Zuschauerkapazität auch vom sogenannten 7-Tage Inzidenzwert abhängig. Liegt dieser über 35 pro 100.00 Einwohner pro Stadt/Landkreis, dann finden die Spiele ohne Zuschauer statt. Dieses Szenario fand in der Fußball Bundesliga bereits einige Male Anwendung. Bezogen auf die 14 DEL-Standorte sähen die Werte (Stand 01.10.2020) folgendermaßen aus:

Stadt 7-Tage Inzidenzwert
Berlin 56,8
Köln 36,4
München 36
Düsseldorf 26,3
Mannheim 25,5
Krefeld 20,7
Nürnberg 16,6
Straubing 14,7
Augsburg 13,9
Iserlohn 13,6
Ingolstadt 13,1
Schwenningen 6,1
Bremerhaven 5,3
Wolfsburg 1,6

Bezogen auf die DEL, die regulär am 18.09. gestartet wäre und am Freitag ihren 5. Spieltag absolvieren würde, müssten drei Klubs die Stadiontore geschlossen lassen. In Berlin, Köln und München liegt man derzeit deutlich über dem 7-Tage Inzidenzwert von 35. Und auch in Düsseldorf und Mannheim liegen die Werte relativ hoch. In Schwenningen, Bremerhaven und Wolfsburg liegt man dagegen fast schon „sorgenfrei“ im niedrigen einstelligen Bereich.

Setzt man die prognostizierten Infektionszahlen für den Herbst / Winter voraus, dann müssten sich wohl mehrere Klubs regelmäßig mit sogenannten „Geisterspielen“ anfreunden. Die Alternativen bleiben somit wohl die Absage der Saison 20/21 oder ein finanzieller Rettungsanker durch den Bund. Wohin die Tendenz gehen wird, könnte schon am Freitag deutlicher werden. Eishockey-Deutschland wartet gebannt und voller Sorge auf eine klare Entscheidung.

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