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Neuss. (EM) Die Eishockeyfans schauen (an)gespannt auf den kommenden Donnerstag. Dann will die Deutsche Eishockey Liga per Video-Gesellschafterversammlung darüber entscheiden, ob die Saison 20/21... DEL-Saisonstart: Wie entscheiden sich die Wackelkandidaten Köln, Straubing, Augsburg und Iserlohn?

Gehen in der Iserlohner Eissporthalle doch noch die Lichter für die Saison 20/21 an? – © Sportfoto-Sale (JB)

Neuss. (EM) Die Eishockeyfans schauen (an)gespannt auf den kommenden Donnerstag.

Dann will die Deutsche Eishockey Liga per Video-Gesellschafterversammlung darüber entscheiden, ob die Saison 20/21 doch noch starten soll und wenn ja, in welchem Modus und mit welchen Teams gespielt werden kann.

Insgesamt acht DEL Teams haben im Rahmen des MagentaSport Cup bereits die intensive Vorbereitung auf dem Eis aufgenommen und erste Spiele absolviert. Setzt man voraus, dass diese acht Klubs auch in eine Saison starten würden, dann blieben noch sechs „Wackelkandidaten“ übrig. Die Nürnberg Ice Tigers und der ERC Ingolstadt haben mittlerweile klar kommuniziert, dass sie in eine Saison gehen würden. Bleiben noch die Kölner Haie, Straubing Tigers, Augsburger Panther und Iserlohn Roosters im Lostopf übrig.

Positive Tendenzen, aber der Erhalt der Standorte steht über allem

Die Kölner Haie haben vor einigen Tagen ihre Aktion für die #immerwigger Tickets ins Leben gerufen. Das Ziel rund eine Million Euro zu generieren ist fast erreicht. Auch deshalb, weil man die Aktion medienwirksam mit vielen prominenten Gesichtern beworben hat. Durch die Spenden vieler Dauerkartenbesitzer ist es gelungen kurz vor dem großen Ziel von 100.000 verkauften Tickets zu stehen. Haie-Geschäftsführer Philipp Walter erklärte auf der Homepage der Haie, dass nun die Chance besteht am Spielbetrieb der DEL teilzunehmen und den Standort Köln zu erhalten. Noch fehlt aber das klare „Go“ aus der Domstadt.

Unklar ist auch noch die Entscheidung der Augsburger Panther. Ihren Dauerkarteninhabern haben die Fuggerstädter am Wochenende vier Optionen von der Spende bis zur Rückerstattung des Ticketpreises aufgezeigt, da nicht davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit Spiele vor Zuschauern im alt-ehrwürdigen Curt-Frenzel-Stadion stattfinden werden. Dennoch haben die Augsburger auch eine extrem wichtige Botschaft ihren Anhängern mitteilen können: „Klar ist aber bereits heute, dass die Zukunft des Augsburger Eishockeys unter den aktuellen Gegebenheiten ungeachtet dieser Spielzeit bereits vorerst über das Jahr 2021 hinaus gesichert wurde“, so die Panther auf ihrer Homepage. Offenbar ist es gelungen Gelder aus Werbepartnerschaften in die Planungen für die Saison 21/22 zu übernehmen. Mit Blick auf einen Start in die Saison 20/21 bleiben die Panther -Stand heute – ein Wackelkandidat.

Wie kaum ein anderer DEL-Klub haben die Straubing Tigers in den letzten Wochen öffentlich Einblicke in das Auf- und Ab ihrer Planungen gegeben. Geschäftsführerin Gaby Sennebogen und Manager Jason Dunham standen mehrfach öffentlich Rede und Antwort und erläuterten ihre Verlustrechnungen mit eingeschränkten Zuschauerzahlen, Planungen zum Hygienekonzept und den „Kampf“ um die Mittel aus dem Fördertopf Profisport des Bundes. Die wirtschaftliche Stabilität und vor allem der Erhalt des Eishockeystandortes Straubing über die „Corona-Saison“ hinaus genießt bei den Gäubodenstädtern höchste Priorität. Zwar waren in den letzten Tagen leise optimistische Töne im Hinblick auf eine Teilnahme zu hören, aber konkret gibt es noch keine öffentliche Zusage der Tigers.

Geradezu ruhig war es lange Zeit um die Iserlohn Roosters geworden. Der geschäftsführende Gesellschafter, Wolfgang Brück, erklärte vor einigen Tagen gegenüber der Westfalenpost (DerWesten), dass er gerne eine positive Entscheidung verkünden wolle, aber aktuell noch keine Zusage geben kann. In Iserlohn soll es, ähnlich wie in Straubing, leichte positive Tendenzen geben, aber auch noch ein paar Hürden zu nehmen geben. Mit der Entscheidung der Roosters-Gesellschafter über einen Saisonstart will man, so Brück in der WP, auch nicht bis zum letzten Tag warten. Auch in Iserlohn wurde immer wieder betont, dass der Erhalt des DEL-Standortes höchste Priorität genießt.

Nichts Genaues weiß man also definitiv noch nicht aus den vier Standorten Köln, Straubing, Augsburg und Iserlohn. Sollte sich die DEL für einen Saisonstart entscheiden, dann scheint die Tendenz zumindest dahin zu gehen, dass mit mehr als zehn Klubs gestartet werden könnte.

Veränderungen in den Kadern nicht ausgeschlossen

Mit Interesse wird auch zu beobachten sein, wie sich möglicherweise die Kader einiger Klubs nach einer Zusage noch verändern werden. Anhand der Entscheidungen von Luke Adam und Chad Nehring, deren Verträge bei der Düsseldorfer EG aufgelöst wurden, weil sie den Weg der DEG nicht mitgehen wollten, ist mit weiteren Veränderungen dieser Art zu rechnen.

Die Augen sollten keineswegs vor den steigenden Infektionszahlen verschlossen werden. Sich mehrende Fälle in der DEL2 und den Oberligen zeigen auf, dass es bei zu vielen Spielabsagen durch Quarantänefälle schwierig wird den Spielbetrieb gerecht aufrecht zu erhalten. Sollte man ab einem bestimmten Punkt oder möglicherweise sogar vorab schon vor dem Start festlegen, dass abgesagte Spiele am „grünen Tisch“ zu werten sind, dann ist die Wertigkeit einer Saison mehr als nur in Frage zu stellen. Ein noch abzuklärender Modus sollte also entsprechende „Freiräume“ bieten. Eine Doppelrunde erscheint mit Blick auf die unteren Ligen und das Geschehen in den benachbarten Ländern zumindest gewagt.

Der kommende Donnerstag wird also in vielerlei Hinsicht zum Tag der Wahrheit. Die Fans erwarten allerdings ungeachtet der Infektionszahlen zu Recht endlich Klarheit. Überraschungen und Enttäuschungen sind nicht ausgeschlossen.

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