Berlin. (Polizeimeldung vom 13.04.2026) Personen aus einer vermummten Menschenmenge griffen gestern Nachmittag in Friedrichshain einen Reisebus mit Eishockeyanhängern an.
Nach dem Ende eines Eishockeyspieles in der Uber Arena Berlin fuhr ein Reisebus mit Eishockeyanhängern der Mannschaft Kölner Haie auf der Mühlenstraße entlang. In Höhe der Straße Am Oberbaum stürmten gegen 17 Uhr rund 20 bis 30 vermummte Personen auf die Fahrbahn und begannen mit Fahnenstangen, Fäusten und Glasflaschen auf den Bus einzuschlagen. Außerdem öffneten Personen aus der Menschenmenge die unteren Stauräume des Busses und stahlen daraus Fanartikel, darunter Trommeln und Fahnen.
Darauffolgend gelang es den Personen, die Türen des Busses zu öffnen und in den Bus einzudringen. Dabei wurde ein Fahrgast durch einen Flaschenwurf verletzt.
Hinter dem Bus fahrende, zivil gekleidete Einsatzkräfte der Polizei Berlin gaben sich als Polizeibeamte zu erkennen, woraufhin sich die vermummten Angreifer zu weiteren Fans des Eishockeyvereines Eisbären Berlin vor den sogenannten Fanbogen gegenüber des Tatorts zurückzogen und dort ihre Kleidung wechselten.
Mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte wurden anschließend insgesamt 92 Personen angehalten und überprüft.
Aus der Ansammlung der Fans des EHC Eisbären heraus wurden im Verlauf der polizeilichen Maßnahmen die zuvor aus dem Bus gestohlenen Gegenstände an die Einsatzkräfte übergeben.
Alle überprüften Personen wurden im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Einsatzkräfte leiteten Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs ein. Die Ermittlungen dauern an.
Statement der Eisbären Berlin zu den Vorkommnissen nach Halbfinale 3 gegen die Kölner Haie
Im Nachgang des dritten Halbfinales zwischen den Eisbären Berlin und den Kölner Haien am Sonntag, den 12. April in der Uber Arena kam es leider zu inakzeptablen Vorfällen.
Vermummte Angehörige einer Berliner Ultra-Gruppierung verschafften sich unter Einsatz von Gewalt Zugang zu einem Kölner Fanbus, als dieser an einer roten Ampel hielt. Es folgte ein Angriff auf Insassen des Busses, bei dem eine Person leicht verletzt wurde.
Die sich in unmittelbarer Nähe befindliche Polizei leitete umgehend einen Großeinsatz ein. Die Mühlenstraße wurde in Richtung Alexanderplatz kurzfristig gesperrt. Bereits während dieses Einsatzes standen die Eisbären im engen Austausch mit den Einsatzkräften und wirkten deeskalierend auf die Situation ein. Es folgte eine Identifikationsfeststellung zahlreicher Personen.

Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede sagt: „Wir entschuldigen uns zutiefst bei den Kölner Haien und ihren Fans, sowie bei allen Insass*innen des überfallenen Fanbusses. Wir nehmen die Vorfälle sehr ernst. Die Eisbären Berlin und die übrigen Fangruppierungen distanzieren sich deutlich von diesen Taten. Wir lehnen Gewalt in jeglicher Form ab und verurteilen den Angriff aufs Schärfste. Diese Taten stehen im kompletten Widerspruch zu unseren Werten und unserer DNA und derer unserer Fans. Eishockey ist und bleibt ein Sport für die ganze Familie und solche Taten haben dort nichts, aber auch gar nichts, zu suchen. Ich bitte darum, nicht alle Eisbären-Fans über einen Kamm zu scheren. Wir werden in der Aufarbeitung null Toleranz walten lassen.“
Die Eisbären Berlin bedanken sich bei der Polizei Berlin für die schnelle und unaufgeregte Handhabe. Der Hauptstadtclub wird alle Behörden vollumfänglich bei der Aufklärung unterstützen. Sollten die Täter identifiziert werden, wird es neben der rechtlichen Aufarbeitung auch clubinterne Konsequenzen geben.
Aufgrund der Vorkommnisse wurden die Eisbären Berlin bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass die folgenden Partien der Halbfinalserie gegen die Kölner Haie als Risikospiele eingestuft werden. Damit einhergehend ist ein deutlich erhöhtes Polizeiaufgebot im Umfeld der Spiele.
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