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Wunschlos glücklich in Seattle

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New York. (LM) Mit der Vergabe der 32. Franchise an ein Besitzerkonsortium aus Seattle vervollständigt die NHL nicht nur die Liga. Die Lücke, die seit dem Umzug der Seattle Supersonics im Nordwesten der USA bestand, wird nach 13 Jahren geschlossen.

Hallensport zurück in Seattle

Als die Supersonics nach dem Ende der Saison 2007/08 ihre Koffer gepackt hatten um in Zukunft als Thunder in Oklahoma City zu spielen, war die Stadt Seattle ohne einen Verein in einer der beiden großen Hallensportarten Nordamerikas. Beim letzten Expansionsprozess der National Hockey League vor drei Jahren sah es zuerst danach aus, als sei Seattle einer der Favoriten. Dann kristallisierte sich aber relativ schnell Las Vegas als Nummer eins-Kandidat heraus. Seattle verschwand wieder im Niemandsland der NHL und NBA.

Doch die Investorengruppe, zu der u.a. auch Hollywood-Produzent Jerry Bruckheimer gehört, gab nicht auf. Die Konzepte, die sie in den letzten Monaten den bisherigen Besitzern der NHL präsentiert hatten, wirkten schlüssig und stießen auf großes Interesse. Als die Stadt im August die Genehmigung für den Umbau der alten KeyArena gab, war der Weg für den Expansionsprozess frei. Knapp 700 Millionen Dollar stecken die neuen Besitzer in die zukünftige Seattle Center Arena. Weitere 75 Millionen werden für den Bau eines neuen Trainingsgeländes genutzt. Dazu kommt dann noch die Aufnahmegebühr von 650 Millionen Dollar, die gleichmäßig an die 31 anderen Teams verteilt wird. Insgesamt kostet das Paket für das neue Team in Seattle also fast 1,5 Milliarden Dollar.

Spielbeginn 2021

Den Spielbetrieb nimmt der neue Verein zur Saison 2021/22 auf. Die Bedingungen für die Auswahl der Spieler aus den anderen Kadern werden identisch sein, mit den Regeln, die für den Expansiondraft der Vegas Golden Knights gültig waren. Interessant dabei: Die erste Saison in Seattle könnte auch direkt die letzte sein, denn 2022 endet der aktuelle Tarifvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft.

Wie der neue Verein heißen wird, ist aktuell noch offen. Link Die Besitzergruppe hat dreizehn Websites registriert. Dazu kursieren jede Menge Namen im Internet. Einige wie Pilots oder Aviators nehmen Bezug auf die Flugzeugindustrie im Nordwesten. Andere wie Kraken, Seals oder Rainiers wurden in Anlehnung an das Meer und die Berge in der Nähe von Seattle vorgeschlagen. Es gibt sogar bereits Wettbewerbe für das neue Trikotdesign.

Gerade Zahl in allen Divisions

Durch die Aufnahme der Franchise aus Seattle besteht die NHL – wie die NFL – jetzt aus einer runden Zahl von 32 Teams. Rund deshalb, weil nun in beiden Conferences je 16 Mannschaften eingeteilt sind, und die vier Divisions auch aus jeweils acht Vereinen bestehen. Einzige Auswirkung ist, dass die Arizona Coyotes aus der Pacific in die Central Division umziehen. Angesichts der Entfernung zum Ozean ist diese Umgliederung nur konsequent. Dazu könnte dieser Schritt auch einen Umzug der Coyotes in eine andere Stadt – Houston – erleichtern.

Eishockeytradition im Nordwesten

Obwohl das neue Team in Seattle die erste Mannschaft aus der NHL in der „Emerald City“ sein wird, gibt es eine große Eishockeytradition. Die Seattle Metropolitans sind sogar die erste Mannschaft aus den Vereinigten Staaten, die 1917 die Stanley Cup gewinnen konnte. Zwischen 1944 und 1974 spielten die Seattle Totems (teilweise auch Ironmen, Bombers und Americans) vor allem in der Western Hockey League.

Aktuell gibt es im Umkreis von Seattle zwei Nachwuchsmannschaften, die bei ihren Heimspielen zusammen knapp 9000 Zuschauer im Schnitt haben. Als die Investoren im März 2018 das Interesse an Saisonkarten testeten, dauerte es nur zehn Minuten bis 10.000 Fans ihr Pfand für eine Jahreskarte hinterlegt hatten. Innerhalb eines Tages schrieben sich 25.000 Interessierte ein. Die Metropolregion Seattle – Tacoma – Bellevue ist mit ca. 3,8 Millionen Einwohnern der fünfzehntgrößte Markt in den USA. Zwischen 2010 und 2017 wuchs die Bevölkerung um 12,4 %.

Nächste gute Entscheidung der NHL

Nachdem die Vegas Golden Knights das erste professionelle Team in Las Vegas waren, hat die National Hockey League auch beim Thema Seattle eine gute Entscheidung getroffen. Zwar hat Seattle mit den Mariners (Baseball), den Seahawks (Football) und den Sounders (Fußball) drei gut funktionierende Vereine, aber die spielen entweder nur in den Sommermonaten, oder maximal einmal in der Woche. Gelingt es ein konkurrenzfähiges Team aufzustellen, dann könnten diese Erweiterung erneut ein voller Erfolg sein.

Nördlich von San Jose lag die Eishockeylandschaft an der Westküste der USA bisher brach. Das ändert sich jetzt, und auch die Nähe zu Vancouver könnte mehrere Vorteile haben. Zum einen besteht die Chance direkt eine Rivalität zu den Canucks aufzubauen. Zum anderen könnte der eine oder andere Eishockeyfan aus Kanada angesichts der Ticketpreise den Weg über die Grenze finden. Wobei auch im Nordwesten sehr viel Geld vorhanden ist. Seattle gehört z.B. durch Boing, Microsoft, Starbucks und Amazon zu den reichsten Regionen der Vereinigten Staaten.

Wirtschaftliches Potenzial und großes Faninteresse. Auch der vorläufig letzte Verein der NHL könnte wieder eine große Erfolgsgeschichte schreiben.

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