
Zagreb. (MR) Beim Auftaktspiel hatte Aufsteiger Belgien zwar zeitweise etwas Mühe gegen Island, konnte aber vor allem Dank kongenialem Zusammspiel der Brüder Vinc und Mitch Morgan einen am Ende ungefährdeten 4:1 Sieg „nach hause schaukeln“. Zwei Tore legten die Königlichen im Startabschnitt vor, ehe im mittleren Drittel Team Iceland den Druck erhöhte und zum Anschluß kam. Hier hätte Belgien fast das Spiel aus der Hand gegeben, wenn nicht Mitch Morgan noch in diesem Drittel die passende Antwort gehabt hätte. Island hatte noch weitere Chancen, scheiterte aber oft auch an der eigenen Ungenauigkeit. Einen Start nach Maß legten die Belgier im Schlußabschnitt hin, bereits nach 15 Sekunden zappelte die Scheibe im Netz. Am Ende wurde es ruppiger, doch auch im Powerplay wollte Island kein weiterer Treffer mehr gelingen. Belgien verlegte sich größtenteils auf Ergebnisverwaltung, so blieb es beim 4:1. Als beste Spieler wurden benannt: Emil Alengaard (ISL) und Mitch Morgan (BEL).
Vor dem zweiten Spiel stellte sich heraus, dass die WM ja noch gar nicht wirklich angefangen hatte – die offizielle Eröffnung fand erst jetzt statt. Nach diversen Reden wurde auch der Pick eingeworfen, und Gastgeber Kroatien maß sich mit Team Austalia vor 1.500 Zuschauern. Im Startabschnitt befanden sich beide Teams noch in der Teambuilding-Phase. Das erste Tor erzielte etwas überraschend und sehr früh ein Spieler mit dem Känguruh auf der Brust, wobei die Vorlage aus abseitsverdächtiger Position erfolgt war, aber das wie auch „Icing“ (das Eis ist sowieso langsam, die Scheibe könnte man noch erlaufen) und „Hoher Stock“ wurde recht lasch gehandhabt. Nach guten 10 Spielminuten nahmen die Kroaten das Heft in die Hand und kamen in der 14. Min. zum Ausgleich. Doch die Gastgeber versäumten es, auch in Überzahl den Vorsprung auszubauen. Das klappte zu Beginn des mittleren Drittels – der hier sehr gefeierte Joel Prpic war in der 22. Min. erfolgreich. Von Australien kam selten etwas, meist waren es Distanzschüsse, mit denen sie versuchten, den Kroatischen Goalie zu überwinden. Auch in eigener Unterzahl war Kroatien das aktivere Team und kam eher zu Konterchancen als Australien wirklich gefährlich vor das Tor. Das änderte sich auch im Schlußabschnitt nicht gravierend, wobei sich Team Australia vor allem bei seinem Goalie Anthony Kimlin bedanken konnte, der den Gegner reihenweise zur Verzweiflung trieb (wenn man sich auf Seiten der Gastgeber nicht gerade in der Disziplin Chancenauslassung überbot). Sie warteten in Powerplay-Aufstellung auch immer brav, bis Goalie und Verteidigung wieder in der Position waren… Nach einer Gemeinschaftsrettungstat von Australiens Goalie und Verteidiger Kevin Darcy war es dann im zweiten Anlauf doch soweit, und John Hecimovic konnte mit einem Onetimer das Powerplay zum 3:1 Endstand verwerten. Als beste Spieler wurden benannt: Ivan Brencun (CRO) und Anthony Kimlin (AUS).
Im Abendspiel taten sich die favorisierten Spanier gegen die in der Weltrangliste zwei Ränge unter ihnen stehenden Serben schwer. Zunächst erschienen die Iberer druckvoller, konnten aber das erste Powerplay nicht nutzen, auch das zweite sah nicht wirklich gut aus, aber es sollte zum Führungstreffer reichen (15. Min.). Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Serben stärker, ihr Penaltykilling effektiver, und hinten hatten sie mit Milan Lukovic einen kleinen, aber starken Goalie. Kurz vor der Pause gelang den Serben dann der Ausgleich, ihrerseits auch in Überzahl. Im mittleren Abschnitt ging es viel hin und her, wirkliche Chancen wurden nicht erspielt. Nachdem spät im Abschnitt die Serben die erstmalige Führung erzielt hatten, konnte im direkten Anschluss der Spanier Javier Garcia-Arias nur unfair am Torschuss gehindert werden, den fälligen Penalty verwandelte er souverän zum erneuten Ausgleich. Im Schlussabschnitt setzte Serbien alles daran, hier einen Sieg einzufahren, und nachdem erst in der 47. Spielminute die Führung erzielt wurde, musste Spaniens Goalie knapp drei Minuten später nochmals hinter sich greifen – die Körpersprache der Favoriten zeigte bereits jetzt deutliche Enttäuschung. Es keimte nochmals Hoffnung auf, als Spaniens Boronat den Anschlusstreffer markieren konnte (52.). Doch auch ein weiteres Überzahlspiel oder die späte Herausnahme des Goalies brachte Spanien nicht mehr den Ausgleich, und dieses spannende Spiel endete 4:3 für Serbien. Das Spiel hätte aber mehr als die 150 Zuschauer verdient! Als beste Spieler wurden benannt: Oriol Boronat (ESP) und Milan Lukovic (SRB).
So sieht die erste Platzierung aus:
Belgien (+3 / 3 Punkte) vor Kroatien (+2 / 3) und Serbien (+1 / 3), dahinter auf den Plätzen Spanien (-1 / 0), Australien (-2 / 0) und Island (-3 / 0)
Kurzinterview Lorenzo Maas (Belgien / Krefelder EV)


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