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Wer samstags in einer deutschen Eishockeyhalle sitzt, erlebt Vollgas – laute Musik, volle Ränge, Spieler, die sich nichts schenken. Was die Zuschauer dabei selten im Kopf haben: Was verdient eigentlich der Mann da unten auf dem Eis?
Die Antwort fällt je nach Liga und Position sehr unterschiedlich aus – und ist in vielen Fällen deutlich weniger glamourös als das Bild, das der Sport nach außen hin vermittelt. Hinzu kommt, dass viele Spieler bereits mit Anfang zwanzig in den Profibereich einsteigen, ohne wirklich zu wissen, was sie finanziell erwartet. Kein Agent, kein Steuerberater, kein Plan B – das ist leider öfter Realität als Ausnahme.
Die DEL: Profisport, aber kein Freifahrtschein
Wer es in die Deutsche Eishockey Liga schafft, hat den Sprung ins bezahlte Profilager geschafft – das steht außer Frage. Trotzdem sollte man sich keine falschen Vorstellungen machen. Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 80.000 Euro brutto pro Saison.
Ausländische Spieler mit Erfahrung aus nordamerikanischen oder skandinavischen Profiligen kommen meist zu anderen Konditionen. Diese Profis bringen internationale Klasse mit und kassieren dafür zwischen 200.000 und über 300.000 Euro pro Saison. Das Mindestgehalt in der DEL liegt dagegen bei 25.000 Euro – ein Betrag, mit dem man in Städten wie München oder Frankfurt kaum die Grundkosten deckt, geschweige denn Rücklagen bildet.
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Unterhalb der DEL wird es eng
Die DEL2 klingt fast wie die große Schwester – ist es aber finanziell nicht. Hier streuen die Gehälter zwischen 20.000 und 90.000 Euro pro Saison, wobei der obere Bereich vor allem gut etablierten Leistungsträgern vorbehalten bleibt.
Nach Steuern und den üblichen Abgaben im Rahmen des staatlichen Abgabensystems landet man schnell bei der Hälfte davon – kein schlechtes Einkommen, aber auch keines, mit dem man automatisch sorgenfrei lebt. Viele Spieler in dieser Liga jonglieren parallel Trainingsplan und Berufsleben, weil das Gehalt alleine schlicht nicht ausreicht.
Ein Nebenjob als Trainer, im Büro oder auf dem Bau ist keine Ausnahme, sondern gängige Praxis. Manche stehen morgens um sechs auf der Baustelle und abends um sieben auf dem Eis – und das nicht, weil sie müssen, sondern weil sie ihren Traum noch nicht aufgeben wollen.
In der Oberliga sieht es noch knapper aus. Die Bandbreite liegt bei 12.000 bis 55.000 Euro pro Saison – wobei der obere Wert für die meisten außer Reichweite bleibt. Wer hier spielt, tut das in erster Linie, weil er nicht aufhören kann mit Eishockey. Die monatliche Zahlung deckt manchmal nicht mal die Spritkosten für die Anfahrt zum Training. Dazu kommen Ausgaben für Ausrüstung, Physiotherapie und Ernährung, die viele Spieler komplett aus eigener Tasche bezahlen.
Gehaltsübersicht im Überblick:
Hier die jeweiligen Gehaltsspannen nach Liga im Überblick:
| Liga | Gehaltsspanne (pro Saison) |
| DEL (Top-Spieler) | 200.000 € – 300.000 €+ |
| DEL (Durchschnitt) | ~80.000 € |
| DEL (Mindestgehalt) | 25.000 € |
| DEL2 | 20.000 € – 90.000 € |
| Oberliga | 12.000 € – 55.000 € |
Nebeneinkünfte als Notwendigkeit
Autogrammstunden, lokale Sponsoren, Schulbesuche, Instagram-Kooperationen – wer in der DEL spielt und einen Namen hat, findet Wege, zusätzliches Geld zu verdienen. Darunter fallen Workshops mit Nachwuchsspielern, bezahlte Auftritte bei Vereinsfesten oder kleinere Werbepartnerschaften mit regionalen Unternehmen.
Im unteren Ligabereich sind solche Möglichkeiten seltener, aber nicht ausgeschlossen. Gerade jüngere Spieler unterschätzen oft, wie viel sich durch konsequentes Netzwerken und eine kleine Online-Präsenz langfristig aufbauen lässt – nicht als zweite Karriere, sondern als sinnvolle Ergänzung.
Der internationale Vergleich
In der NHL liegt das Mindestgehalt bei knapp 800.000 US-Dollar pro Saison. Selbst in Schweden oder Finnland, wo Eishockey Nationalsport ist, verdienen Durchschnittsspieler häufig besser als in der DEL. Das liegt an deutlich höheren TV-Geldern, größeren Fanbasen und stärkeren Sponsorenstrukturen.
Die DEL hat in den letzten Jahren aufgeholt – neue Arenen, bessere Vermarktung – aber der Abstand bleibt merklich. Für viele deutsche Spieler bedeutet das: Wer wirklich gut verdienen will, muss ins Ausland. Wer bleibt, tut es oft aus familiären Gründen oder weil der Verein die Heimat ist.
Kurze Karriere, knapper Puffer
Mit Mitte dreißig ist bei den meisten Spielern Schluss. Zehn bis fünfzehn Jahre Zeit, um sich abzusichern – das ist wenig. Wer nicht frühzeitig spart oder sich beruflich weiterentwickelt, steht nach dem Karriereende mit nicht viel in der Hand da.
Rentenansprüche aus einer kurzen Erwerbsbiografie fallen entsprechend mager aus. Einige Vereine bieten inzwischen Karriereberatung und Weiterbildungsprogramme an – ein Schritt in die richtige Richtung, der aber noch längst nicht überall Standard ist.
Fazit
Eishockey in Deutschland zahlt – aber längst nicht für alle. In der DEL gibt es ein paar Ausreißer nach oben, darunter dominiert Mittelmaß oder weniger. Wer als junger Spieler in diesen Sport geht, sollte die Augen offenhalten: für realistische Gehaltserwartungen, für Alternativen neben dem Eis und für einen Plan, der über die aktive Karriere hinausreicht. Was die Spieler trotzdem antreibt, ist das Spiel selbst. Und das ist am Ende vielleicht mehr wert als jede Gehaltsabrechnung.
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