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Kassel. (PM Huskies) Huskies geben niemals auf! Was war das für ein Auftakt in die Playoffs 2021. In einer dramatischen Partie drehten die Kassel... What a Game! Kassel Huskies wandeln einen 0:4 Rückstand binnen achteinhalb Minuten in einen 6:4 Sieg um

Goalie Gerald Kuhn – © Sportfoto-Sale (SD)

Kassel. (PM Huskies) Huskies geben niemals auf! Was war das für ein Auftakt in die Playoffs 2021. In einer dramatischen Partie drehten die Kassel Huskies einen 0:4-Rückstand in einen 6:4-Erfolg gegen die Heilbronner Falken. Das Team von Trainer Tim Kehler sicherte sich damit auch die 1:0 Serienführung.

Dabei sah es für fast 50 Minuten nicht nach einem Kasseler Auftaktsieg aus. Die Huskies zeigten die schlechtesten zwei Drittel der Saison, wirkten behäbig und nervös. Bestes Beispiel dafür war gleich die erste Aktion des Spiels. Nur sieben Sekunden war die Partie alt, da traf Justin Kirsch zum 0:1. Der Deutsch-Kanadier schnappte sich die Scheibe von der Kasseler Hintermannschaft und verlud Jerry Kuhn durch die Beine. Damit aber nicht genug. 10 Minuten später schaltete sich Falken-Verteidiger Jan Pavlu mit in die Offensive ein, wurde am zweiten Pfosten mustergültig bedient und schob zum zweiten Heilbronner Treffer ein. 82 Sekunden vor Drittelende erhöhte Simon Thiel in Überzahl auf 3:0 aus Gäste-Sicht.

Die Huskies waren in diesem ersten Drittel nicht wiederzuerkennen. Nichts war zu sehen von der spielerischen Klasse und der Dominanz der Hauptrunde. Auch im zweiten Drittel setzten sich diese Leistung fort. Wenn die Schlittenhunde einmal vor das gegnerische Tor kamen, fehlten ihnen stets die Genauigkeit und die Kaltschnäuzigkeit. Nachdem Wruck in der 25. Minute sogar auf 0:4 stellte glaubten wohl auch die treusten Huskies-Anhänger nicht mehr an eine Wende.

Aber die Nordhessen zeigten Moral – und wie! Zwar dauerte es bis zur 49. Spielminute, bis die Jungs von Tim Kehler in den Playoffs ankamen, dann aber umso mehr. Eric Valentin eröffnete die Aufholjagd mit einer feinen Einzelaktion. Nur 19 Sekunden später verwertete Oliver Granz einen Rebound zum 2:4. Die Huskies waren wieder da! Wiederum nur 29 Sekunden später klingelte es erneut im Heilbronner Kasten. Marco Müller knallte die Scheibe aus vollem Lauf ins lange Eck. Kurz darauf fiel dann sogar der Ausgleich. Joel Keussen führte die Scheibe fast durch das gesamte Angriffsdrittel, ließ mehrere Falken aussteigen und drückte das Hartgummi schließlich per Bauerntrick über die Linie. Die Huskies glichen die Partie in weniger als drei Minuten aus. Doch damit nicht genug. Nach starker Vorarbeit von Philippe Cornet, der den Puck reaktionsschnell im Drittel halten konnte, tauchte Ryon Moser frei vor dem Gäste Tor auf. Der Deutsch-Kanadier ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und traf zum 5:4 (55.). Man stelle sich nur vor was in diesem Moment in einer vollen Kasseler Eissporthalle los gewesen wäre. Drei Minuten vor dem Ende setzte Lois Spitzner dann den Deckel auf die Partie. Der Husky mit der Rückennummer 18 zog aus dem rechten Halbfeld einfach mal ab. Über Falken-Goalie Tiefensee und den Innenpfosten fand das Hartgummi den Weg über die Torlinie.

Dieses Spiel hat einmal mehr gezeigt was den Eishockeysport ausmacht! Nach 48. Minuten hätte wohl niemand mehr einen Pfifferling auf die Kassel Huskies gesetzt. Doch die Schlittenhunde bewiesen Moral und zeigten in einer unglaublichen Schlussoffensive welch Qualität und Charakter sie in ihrer Mannschaft haben.

Weiter geht die Serie am Samstag. Dann treffen beide Teams zu Spiel zwei ab 17 Uhr in Heilbronn aufeinander.

Die Kassel Huskies gratulieren Michael Christ zum 600. Spiel in blau-weiß

Michael Christ – © Sportfoto-Sale (SD)

600 Spiele für einen Verein sind ein Meilenstein, den nicht viele Akteure erreichen. In der langen Historie des Kasseler Eishockeys haben dies bislang nur Sven Valenti und Manuel Klinge erreicht. Heute Abend erhalten die beiden Zuwachs zu ihrem elitären Club. Denn dann absolviert auch Michael Christ sein 600. Spiel in blau-weiß.

Christ, Ende März 1989 in Kassel geboren, stand das erste Mal mit 5 Jahren in der Kasseler Aue auf Kufen. Ein Jahr später meldeten seine Eltern ihn bei der EJK an – der Beginn einer beachtlichen Karriere. Nach insgesamt neun Jahren im Kasseler Nachwuchs wechselte der quirlige Stürmer in die Talentschmiede der Adler Mannheim. Drei Jahre ging Christ für die Jungadler aufs Eis und spielte parallel auch in der deutschen U17-U19 Nationalmannschaft.

2007 zog es ihn zurück zu seinem Heimatverein. Michi, wie er von Fans und Mitspielern genannt wird, konnte sich unter Trainer Richer vermehrt durchsetzen und avancierte zum Stammspieler. Gleich in seiner ersten Profi-Saison gewann der Kasseläner die Zweitligameisterschaft und stieg mit den Huskies in die DEL auf. Nach zwei weiteren Jahren in blau-weiß folgte im Sommer 2010 mit dem DEL-Aus der Huskies auch der Abschied von Michi aus seiner Heimat. Er heuerte bei den Eispiraten Crimmitschau an, für die Christ zuvor auch als Förderlizenzspieler auflief. Doch nach nur einer Saison in Westsachsen kam der Linksschütze wieder zurück in die Heimat. Nach drei erfolgreichen Jahren in der Oberliga stieg Christ 2014 mit den Huskies in die DEL2 auf.

Für Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs war er zusammen mit den anderen „Kasseler Jungs“ stets ein Grundpfeiler in der Kaderplanung. „Michi ist ein absoluter Führungsspieler und Leader auf dem Eis. Er ist ein Kämpfer, der nie aufgibt und immer alles für seinen Club gibt“, beschreibt ihn Gibbs. „Ich gratuliere ihm zu 600 Spielen für die Huskies. Diese Zahl drückt einmal mehr seine Verbundenheit zum Kasseler Eishockey aus.“

In den vergangenen Jahren übernahm Christ mehr und mehr Verantwortung auf dem Eis und in der Kabine. Seit über sechs Jahren trägt er daher auch das „A“ für den Assistenzkapitän auf der Brust. Diese Eigenschaften schätzt auch sein aktueller Trainer Tim Kehler. „600 Spiele für einen Club sind eine unglaubliche Leistung. Die Kassel Huskies haben in den vergangenen 14 Jahren einige Höhen und Tiefen, verschiedene Liegen, Trainer und Spieler gehabt. Die Konstante dabei ist Michi Christ“, honoriert der Huskies-Trainer Christs Leistungen. „Er ist von einem jungen, kraftvollen Spieler zu einem erfahrenen Leader in unserer Kabine geworden. Michi hat sein Spiel über die Jahre angepasst und ist aktuell einer der besten Checking-Spieler sowie ein exzellenter Unterzahlspieler. Doch das wichtigste ist, dass er ein Vorbild für alle unsere jüngeren Spieler ist, der ihnen zeigt wie man Arbeitet und was es braucht, um ein Champion zu sein. Herzlichen Glückwunsch Michi.”

Christ ist aber nicht nur in der Kabine der Huskies ein gefragter Mann. Denn auch bei den Fans ist Michi sehr beliebt. Sein Trikot mit der Nummer 13, die er in Anlehnung an Mike Millar trägt, ist seit Jahren ein Renner bei den blau-weißen Anhängern. Die hätten „ihren“ Michi sicherlich auch gerne zu seinem 600. Spiel für die Huskies in der Eissporthalle gratuliert. Nur leider ist dies aktuell nicht möglich.

Der Jubilar sagt selbst zu seiner blau-weißen Karriere: „Für mich persönlich ist es natürlich etwas besonders sich als Eigengewächs in diese Liste einzutragen. Und das dazu bei einem Traditionsclub mit unheimlich viel Geschichte. Damit habe ich mich zwar vorher nie mit beschäftigt, freut mich aber unheimlich. Ich war früher Fan und habe selbst den Großen wie Mike Millar zugejubelt. Dann habe ich schon den Weg als Profi-Sportler gesucht, aber nie gedacht, dass ich einen Großteil meiner Karriere in Kassel verbringe. Dazu habe ich drei Meisterschaften feiern dürfen, was nicht viele Spieler erreichen.“

Der vierte Titel könnte für Christ und die Huskies am Ende der Saison warten. Dann könnte Michi Christ auch zum zweiten Mal nach 2008 mit seinen Huskies in die DEL aufsteigen.

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Sollten die Kontingentstellen in der DEL, wie in "Powerplay26" vorgesehen, nun schrittweise bis 2026 auf sechs Stellen reduziert werden?

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