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Vom Sonthofener Nachwuchs ins Nationaltrikot: Tom Koshkin zeigt, wie moderne Talentförderung funktioniert

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Tom Koshkin - © Christian Fölsner
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Sonthofen. (PM ERC) Es sind Geschichten wie diese, die das Herz eines jeden Nachwuchstrainers höher schlagen lassen.

Wenn ein Junge im Oberallgäu seine ersten Schritte auf dem Eis macht, die Grundlagen des Eishockeysports erlernt und Jahre später die Farben Deutschlands auf internationaler Bühne vertritt, erfüllt das die gesamte Region mit Stolz. Die Rede ist von Tom Koshkin. Der talentierte 15-Jährige, der seine Wurzeln beim ERC Sonthofen 1999 hat, ist das jüngste Paradebeispiel für die exzellente Nachwuchsarbeit des Traditionsvereins.

Seine Eishockeylaufbahn begann im Alter von fünf Jahren in der Laufschule des ERC Sonthofen. Mit sieben Jahren startete Koshkin dann richtig im Spielbetrieb des ERC durch und durchlief dort die Altersklassen bis zum Endjahrgang der U13.

Danach folgte der logische nächste Schritt zum EV Füssen, wo sich schnell die ersten großen sportlichen Erfolge einstellten. Mit dem Team erreichte er den beachtlichen Status als drittbeste Mannschaft Bayerns. Koshkins Leistungen blieben nicht unbemerkt: Es folgte die Einladung in die Bayern-Auswahl, mit der er den renommierten Arge Alp Cup in der Schweiz gewann. Auch international setzte er erste Duftmarken und feierte in der Offseason den Turniersieg beim hochkarätig besetzten Europe Select Tournament in Budapest.

Für sein letztes U15-Jahr wechselte das Defensivtalent schließlich zum Nachwuchs-Powerhouse EV Landshut – ein Schritt, der von direktem Erfolg gekrönt war. Gemeinsam mit der Mannschaft feierte er den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Dass Koshkin vor allem in den entscheidenden Momenten zur Höchstform aufläuft, belegen seine Statistiken eindrucksvoll: In der Meistersaison 2024/25 dominierte er von der blauen Linie aus und sammelte in der Hauptrunde in 28 Spielen überragende 31 Scorerpunkte (6 Tore, 25 Assists). In den Playoffs legte er mit einem Tor und drei Vorlagen in fünf Partien nach und bewies absolute Nervenstärke. Parallel dazu war er bereits Stammgast in den nationalen Sichtungscamps und glänzte in der spielfreien Zeit mit einem starken zweiten Platz beim World Talent Tournament. Folgerichtig schnupperte er bereits als jüngerer Jahrgang in die U17-Bundesliga hinein.

In der darauffolgenden Spielzeit 2025/26 etablierte er sich fest in der U17 des EV Landshut. Nach 18 Scorerpunkten in 34 Hauptrundenspielen zeigte er auch hier in der heißen Saisonphase seine Qualitäten und verbuchte in vier Playoff-Spielen zwei weitere Assists, auch wenn das Team in diesem Jahr unglücklich früh aus den Playoffs ausschied. Der Lohn für den unermüdlichen Einsatz folgte prompt auf internationalem Parkett. Koshkin stand in dieser Saison bei allen vier Turnieren der Nationalmannschaft im Kader (in der Schweiz, Finnland, Füssen und Frankreich) und führte das Team bei zwei dieser Turniere sogar als Assistenzkapitän aufs Eis. Insgesamt absolvierte er bereits zehn offizielle Länderspiele für die deutsche U16-Nationalmannschaft, überzeugte defensiv wie als Führungsspieler und verbuchte seinen ersten internationalen Scorerpunkt.

Der nächste Meilenstein steht bereits fest: In der kommenden Saison wird Tom Koshkin für die Jungadler Mannheim auflaufen und blickt voller Vorfreude auf die neuen Herausforderungen.

Vom Talentförderer zum Sprungbrett: Rückenwind für die Vereinsbasis

Der Weg von Tom Koshkin zeigt eindrucksvoll, wie wirksam die Nachwuchsarbeit im regionalen Eishockey ist. Wenn Eigengewächse den Schritt zu Top-Adressen schaffen, ist das nicht nur eine Bestätigung für das geleistete Training, sondern eröffnet auch den Heimatvereinen neue Möglichkeiten und Impulse für die Zukunft.

Für kleinere Vereine wie den ERC Sonthofen ist dieser Trend eine Herausforderung, die jedoch auch großen Stolz mit sich bringt: Gehen die absoluten Leistungsträger, verliert die Mannschaft zwar Substanz, was die Konkurrenzfähigkeit in den höheren bayerischen Ligen erschwert. Doch genau dieser schmerzhafte Verlust ist der Beweis für den Erfolg des Vereins, der sich damit als erstklassiges Sprungbrett für den Eishockey-Nachwuchs etabliert. Zudem öffnet jeder Abschied eines Top-Talents gleichzeitig eine neue Tür an der Basis: Die frei werdenden Schlüsselpositionen und die wichtige Eiszeit bieten die perfekte Chance für andere, jüngere Spieler, in die Bresche zu springen, Verantwortung zu übernehmen und über sich hinauszuwachsen.

Genau hier setzen die aktuellen Richtlinien des Bayerischen Eissport-Verbandes (BEV) und des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) an. Mit dem reformierten System der Ausbildungsentschädigung wird endlich versucht, diesen sportlichen Wandel zumindest finanziell abzufedern und einen fairen Ausgleich zu schaffen. Wechselt ein Nachwuchsspieler den Verein, wird je nach Ziel-Altersklasse eine feste Entschädigung fällig, wie beispielsweise 900 Euro bei der U15 und 1.100 Euro bei der U17. Diese Regelung stellt sicher, dass die Basisvereine, die unter großem ehrenamtlichem Einsatz das Fundament für spätere Nationalspieler legen, spürbar belohnt werden. Das eingenommene Geld kann direkt wieder in die Breite investiert werden, um die Lücken zu schließen und die nächste Generation an Spielern an das nächste Level heranzuführen.

Seitens des ERC Sonthofen betont man, dass die Ausbildungsentschädigung ein echter Meilenstein für Vereine an der Basis sei. Sie zeige, dass die harte Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird, auch wenn der sportliche Verlust des Spielers natürlich im ersten Moment wehtut. Wenn ein Junge wie Tom Koshkin von der Sonthofener Laufschule den Sprung in die Nationalmannschaft und zu den Top-Adressen des deutschen Eishockeys schafft, überwiegt am Ende dennoch die schönste Bestätigung für alle Beteiligten. Der ERC Sonthofen beweist damit einmal mehr, dass er ein echtes Sprungbrett für Karrieren im deutschen Eishockey ist. Während der Verein an der Basis weiter an den Stars von morgen feilt, wird man den weiteren Weg von Tom Koshkin ganz genau und mit einer großen Portion Stolz mitverfolgen.

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