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Berlin. (JR) Vincent Hessler hatdas Eishockeyspielen bei den Eisbären Berlin erlernt. Nachdem ihm bei den Eisbären der Sprung in die Profimannschaft gelungen ist, wechselte... Vincent Hessler kämpft nach schwerer Verletzung für sein Comeback – „Sie werden meinen Namen bestimmt nochmal in Zukunft auf einem Trikot sehen“

Vincent Hessler – © Sportfoto-Sale (DR)

Berlin. (JR) Vincent Hessler hatdas Eishockeyspielen bei den Eisbären Berlin erlernt. Nachdem ihm bei den Eisbären der Sprung in die Profimannschaft gelungen ist, wechselte er zur Saison 2020/2021 nach Nürnberg.

Eine Handverletzung hat dafür gesorgt, dass er in den letzten beiden Spielzeiten jedoch leider nicht zum Einsatz kam. Ohne ein einziges Spiel gespielt zu haben, muss er nun die Nürnberg Ice Tigers wieder verlassen. Wir haben ihm ein paar Fragen zu seiner Verletzung und seiner Zukunft gestellt.

Eishockey-Magazin (EM) / Jörg Reich (JR): Hallo Herr Hessler, vielen Dank, dass wir Ihnen ein paar Fragen stellen dürfen!
In der Saisonvorbereitung zur Saison 2019/2020 erlitten Sie eine schwere Handverletzung, so dass Sie in dieser Spielzeit kein einziges Spiel bestreiten konnten. Daraufhin der Wechsel von den Eisbären Berlin zu den Nürnberg Ice Tigers. Leider konnten Sie auf Grund einer Verletzung auch für die Ice Tigers in der Saison 2020/2021 kein Spiel machen. Wie geht es Ihnen aktuell?
Vincent Hessler: Danke der Nachfrage. Mir geht es gut. Ich befinde mich gerade in Berlin und durchlaufe mein Reha-Programm.

E-M / JR: Welche Verletzung bzw. Verletzungen hatten Sie genau und weshalb ist diese Verletzung so langwierig. Können Sie uns das kurz erklären, wie es zu diesem langwierigen verletzungsbedingten Ausfall kam?
Vincent Hessler: Also ich habe mir damals einen Bruch im Kahnbein zugezogen. Das Problematische dabei ist, die Blutversorgung des Knochens. Ohne genügend Blut, geht eine Heilung nur langsam vonstatten. Dazu kommt auch, dass die Durchbauung der Knochenstruktur nicht immer auf Anhieb perfekt zu deuten ist.

E-M / JR: Können Sie aktuell schon absehen, bis wann die Verletzung auskuriert sein wird und ob Sie zum Start der Saison 2021/2022 wieder vollkommen genesen sind?
Vincent Hessler: Ziel ist es definitiv zum Saisonstart wieder voll einsatzfähig und fit zu sein und daran arbeite ich auch täglich.

E-M / JR: Vor ein paar Tagen wurde von Seiten der Nürnberg Ice Tigers bekanntgegeben, dass Sie zur Saison 2021/2022 wie einige andere Spieler keinen neuen Vertrag mehr bekommen werden. Das ist von Seiten der Ice Tigers sicherlich verständlich, für Sie aber eine wohl schwierige Situation?
Vincent Hessler: Ja, ich kann es nachvollziehen. Ich habe auf Grund der der Verletzung bis auf die paar Vorbereitungsspiele kein Spiel bestritten. Dies und die finanziellen Gegebenheiten, welche die Corona-Krise mit sich bringt, waren die Faktoren, weshalb eine weitere Zusammenarbeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist.

E-M / JR: Sie sind im Jahr 1998 geboren und waren in der Saison 2020/2021 noch U 23-Spieler. Zur Saison 2021/2022 fallen Sie nicht mehr unter diese U 23-Spieler-Regel der DEL. Da Sie letzte Saison verletzungsbedingt kein einziges Spiel bestreiten und sich damit auch nicht für einen neuen Vertrag empfehlen konnten, wird die Suche nach einem neuen Club in der DEL sicherlich nicht so einfach sein? Können Sie uns da ein Update geben, wie der aktuelle Stand bezüglich eines neuen Clubs bei Ihnen ist?
Vincent Hessler: Genaueres kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Aber Sie werden meinen Namen bestimmt nochmal in Zukunft auf einem Trikot sehen. 🙂

Vincent Hessler im Trikot der Eisbären – © ISPFD

E-M / JR: Die DEL-Regularien sehen vor, dass die U 23-Stellen in der Saison 2021/2022 um eine erhöht werden und die Anzahl der Kontingentstellen unverändert bleiben. Für Deutsche Spieler über 23 Jahren wird es dadurch erschwert, einen Vertrag in der DEL zu bekommen. Wie sehen Sie die Änderung dieser Regelung? Für junge Deutsche Spieler knapp über 23 Jahren sicherlich nicht gerade vorteilhaft?
Vincent Hessler: Ja, das stimmt wohl. Die Anzahl der Kontingentspieler ist ja schon länger ein Thema im deutschen Eishockey. Wenn man in den anderen Europäischen Top Ligen schaut, wird man auch sehen, dass dort die Anzahl an Kontingentspielern niedriger ist als in Deutschland.

E-M / JR: Sollten Sie in der DEL für die Saison 2021/2022 keinen Vertrag bekommen, wäre es dann eine Option über die DEL 2 sich wieder für die DEL zu empfehlen? Oder würden Sie das als Rückschritt empfinden?
Vincent Hessler: Ich sehe es definitiv nicht als Rückschritt. Es ist eine gute Möglichkeit sich wieder zurück zu kämpfen. Dafür ist natürlich die nötige Spielpraxis wichtig, welche sich dann auch beim Selbstbewusstsein widerspiegeln kann. Es macht sicherlich mehr Sinn, in der DEL2 Spielpraxis und Eiszeit zu sammeln, als in der DEL auf der Bank zu sitzen.

E-M / JR: Die DEL sieht derzeit eine Selbstbeschränkung an Kontingentspielern von neun plus zwei vor. Fast alle Clubs schöpfen diese erlaubte Anzahl an Kontingentspieler aus. Für junge Spieler ist es enorm schwierig, in der DEL die entsprechende benötigte Eiszeit zu bekommen. Sehen Sie das als junger Spieler auch so oder sehen Sie das eher als Herausforderung an?
Vincent Hessler: Es ist zum einen natürlich eine Herausforderung. Aber was die Eiszeit und Entwicklung für junge Spieler betrifft, hätte man gerade in dieser verrückten Saison einiges besser machen können. Meiner Meinung war diese Saison eine perfekte Möglichkeit, jungen Spielern, welche sich noch in der DEL etablieren wollen, mehr Vertrauen zu schenken. Jeder Verein, wird finanziell um Längen nicht mehr da stehen, wo sie vor der Corona-Krise standen. Man hätte allein aus finanzieller Sicht, aber auch was die Entwicklung betrifft von jungen Deutschen Spielern, mehr auf diese setzen können, anstatt noch kurz vor Beginn oder im Laufe der Saison, weitere Kontingentstellen zu besetzen.

Vincent Hessler als U20 Nationalspieler – © Sportfoto-Sale (DR)

E-M / JR: Die Nachwuchsarbeit hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert und es gibt eine viel größere Anzahl an jungen talentierten Spielern als früher. Eine Reduzierung der Kontingentspieler auf höchstens sechs je Club, dafür ein vermehrter Einbau junger Spieler in die Teams. Würde das für junge Spieler, auch für diejenigen, die gerade wie Sie dieses aus der U 23-Regel herausfallen, nicht viel bessere Möglichkeiten bieten? Ist das auch ein Diskussionsthema unter jungen Deutschen Spielern?
Vincent Hessler: Natürlich würde es bessere Möglichkeiten bieten und ja untereinander redet man auch ab und zu darüber. Wie schon zu Beginn gesagt, die anderen europäischen Top-Ligen machen es ja bereits schon. Es würde meiner Meinung dafür sorgen, das die Anzahl an guten jungen deutschen Spielern in den kommenden Jahren größer wird.

E-M / JR: Mit der Gründung der Spielervereinigung SVE gibt es inzwischen einen Zusammenschluss der Spieler in Deutschland. Sind Sie auch Mitglied der SVE? Haben Sie während Ihrer Verletzung Unterstützung in irgendwelcher Form der SVE erhalten bzw. gab es da Möglichkeiten für Sie zu unterstützen?
Vincent Hessler: Ja, ich bin Mitglied der SVE. Ich habe keine Unterstützung bekommen, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass gerade das Thema Corona und die damit einhergehenden Probleme, wie Gehaltsverzicht etc. viel Zeit in Anspruch nehmen. Und ich bin da auch niemanden böse. 🙂

E-M / JR: Herr Hessler, vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet haben!

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Sollten die Kontingentstellen in der DEL, wie in "Powerplay26" vorgesehen, nun schrittweise bis 2026 auf sechs Stellen reduziert werden?

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