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Passau. (PM EHF) Die Passau Black Hawks haben am heutigen Mittwoch die regionalen Pressevertreter zu einer Pressekonferenz eingeladen. Hintergrund war der Besuch vom MdL... Unterstützung durch die Politik – MdL Pohl und MdL zu Gast bei den Passau Black Hawks

© Sportfoto-Sale (JB)

Passau. (PM EHF) Die Passau Black Hawks haben am heutigen Mittwoch die regionalen Pressevertreter zu einer Pressekonferenz eingeladen. Hintergrund war der Besuch vom MdL Bernhard Pohl, dem haushaltspolitischen Sprecher der Freien Wähler Landtagsfraktion und dem Abgeordneten MdL Manfred Eibl, Freie Wähler.

Pohl und Eibl setzen sich seit geraumer Zeit für das Eishockey in Deutschland ein. So wurde unter anderem ein Dringlichkeitsantrag im Landtag gestellt, mit dem Ziel, auch die Eishockey Oberliga Mannschaften am 200 Millionen Euro Überbrückungshilfe Paket für den professionellen Sport teilhaben zu lassen. „Eishockey hat in Bayern eine lange Tradition. Die Oberliga ist eine sehr wichtige Liga im deutschen Eishockey.“ sagt Bernhard Pohl, welcher selbst 11 Jahre als Präsident des ESV Kaufbeuren tätig war.

Die Vorstände Michael Kapfinger und Andreas Weber, so wie der sportliche Leiter Christian Zessack erläuterten die Sorgen am Standort Passau. „Eine Saison ohne Zuschauer wird es in Passau nicht geben.“ so Vorstand Michael Kapfinger. „Wir sind von den Zuschauern abhängig und brauchen deswegen eine vernünftige Anzahl an Besuchern in der Passauer EisArena. Und am Thema Zuschauer hängt ja noch viel mehr dran. Es geht auch um Sponsoring, Einnahmen aus dem Gastronomie Betrieb und vielem mehr.“

Dazu kommt, dass auch die Umsetzung des Hygienekonzept einen erheblichen Mehraufwand bedeutet. „Wir haben Angebote eingeholt und kommen hier auf Kosten von bis zu 42.000 € für die Saison 2020/21.“ berichten die beiden Black Hawks Vorstände.

Die Passau Black Hawks stellen sich auf verschiedene Szenarien ein. Machen aber eines deutlich: „Wir haben nicht mehr viel Zeit und wir brauchen jetzt Planungssicherheit! Die Politik muss jetzt ganz klar aufzeigen, wie es weitergeht was die Zuschauerzahlen und das Hilfsprogramm angeht. Wir haben uns intern eine Deadline gesetzt: Bis zum 15. September 2020 brauchen wir verwertbare Informationen.“ so Michael Kapfinger. „Dazu kommt, dass auch die Spieler endlich Klarheit brauchen, wie es weitergeht. Das ist für jeden einzelnen schon eine große Belastung.“ erzählt Christian Zessack mit Blick auf die 1. Mannschaft.

Ohne die Aufnahme der Oberligisten in den bundesweiten Hilfsfonds und zusätzlicher Unterstützung aus dem Freistaat Bayern wird eine Eishockey Saison 2020/21 nicht stattfinden können. In Passau hat man in den Planungen für die neue Saison mit dem Zuschauerschnitt der abgelaufenen Bayernliga Saison kalkuliert. Dabei ging man bewusst konservativ vor und hat Derbys wie gegen Deggendorf, Regensburg oder Rosenheim nicht hochgerechnet. „Wenn zum Beispiel nur 500 Zuschauer ins Stadion dürfen, brauchen wir eine Kompensation für die fehlenden Zuschauereinnahmen. Ohne diesen Ausgleich geht es einfach nicht!“ machen die Black Hawks Vorstände deutlich. Dazu müssen neben den entgangenen Einnahmen aus den Ticketverkäufen auch die fehlenden Einnahmen aus dem Gastro-Betrieb und die Mehrkosten für die Umsetzung des Hygienekonzept berücksichtigt werden.

Die Vorstandschaft hat außerdem auf die Probleme im Nachwuchsbereich hingewiesen. „Wir hoffen auf ein tragfähiges Konzept aus der Politik. Sollte dies widererwarten nicht kommen, müssen wir sehen, dass wir den Nachwuchsbetrieb aufrechterhalten. Die Kosten für den Nachwuchs sind mit den Corona-Regeln enorm. Trainieren in Kleingruppen erfordert einen deutlichen Mehraufwand an Trainern und Personal. Die Hygiene muss auch im Nachwuchs zwingen eingehalten werden.“ In Passau sind in der kommenden Saison alle Spielklassen im Nachwuchs besetzt. Weit über 100 Kinder und Jugendliche spielen in unterschiedlichen Jahrgängen für die Passau Black Hawks. „Wir als Verein, aber auch die Politik hat eine soziale Verantwortung für diese Kinder. Jahrelange Aufbauarbeit im Nachwuchs ist akut gefährdet.“ so die mahnenden und eindringlichen Worte der Black Hawks Vorstände.

Die Abgeordneten Pohl und Eibl konnten sich so ein genaues Bild vom Standort Passau machen. „Jeder Verein hat unterschiedliche Sorgen und Probleme. Wir wissen das und besuchen deshalb die Vereine. So können wir den zuständigen Ministern in Bund und Ländern ein genaues Szenario aufzeigen und den Sachverhalt vorantreiben.“ so Manfred Eibl. Bernhard Pohl gibt sich derweil verhalten optimistisch, was die Unterstützungshilfe für die Oberligisten betrifft. „Wir haben dem Innenminister bereits viele Fakten vorgelegt und sind in weiteren Gesprächen. Es erfolgt die Abstimmung zwischen München und Berlin und wir werden natürlich auch die Ergebnisse unserer Besuche bei den Vereinen einfließen lassen.“ Einen genauen Zeitplan konnten die Abgeordneten nicht nennen. Wohl aber, dass es Anfang September die nächsten Gespräche der zuständigen Ministerien geben wird. Zulange dürfen sich die Entscheidungsträger allerdings nicht mehr Zeit lassen. Sonst gehen an mehreren Eishockey Standorten die Lichter aus – zumindest was die Saison 2020/21 betrifft. -czo

Oberliga Süd Kader 2020/21:

Tor: Ritschel, Filimonow, Kapicak

Verteidigung: Geiger, Stettmer, Platonow, Willaschek, Lehner, Pfenninger, Vavrusa

Angriff: Janzen, Deuschl, Schindlbeck, Pisarik, Sramek, Beck, Franz, Vöst, Böhm, Franz, Schwarz

Trainer: Ales Kreuzer

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Steigende Infektionszahlen, regional schwer umsetzbare Hygienekonzepte, Zulassung von Zuschauern fraglich, dazu extrem schwierige Etat- und Kaderplanungen bei vielen Klubs. Sollte man die Eishockeysaison 20/21 jetzt schon komplett absagen?

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