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Köln / Straubing. (EM) Vor rund zweieinhalb Wochen stellte die sogenannte „Task Force Eishockey“ ein umfangreiches Hygiene- und Zuschauerkonzept vor, das die Rahmenbedingungen für... Ungeduld wächst in der DEL, aber es sind nach wie vor noch sehr viele offene Fragen zu klären

Straubings Bank – © Sportfoto-Sale (JB)

Köln / Straubing. (EM) Vor rund zweieinhalb Wochen stellte die sogenannte „Task Force Eishockey“ ein umfangreiches Hygiene- und Zuschauerkonzept vor, das die Rahmenbedingungen für einen Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb beschreibt und sich als Leitfaden für die Eishockeyclubs von den Profiligen über den Nachwuchs bis hin zum Freizeit- und Breitensport versteht.

Dieser Leitfaden soll vor allem den Klubs in den Profiligen mehr Planungssicherheit ermöglichen. Allerdings gilt es das Hygienekonzept mit den jeweiligen Gesundheitsbehörden vor Ort auf die Gegebenheiten vor Ort abzustimmen und anzupassen. Verständlich ist, dass diese Anpassungen in der DEL durchaus unterschiedlich ausfallen können. Schließlich sind die Spielstätten doch sehr unterschiedlich. Von den modernen Multifunktionsarenen, wie in Köln, Mannheim oder Berlin, bis hin zu den kleineren Eisstadien in Straubing, Iserlohn oder Bremerhaven.

Uwe Krupp fordert, dass die Liga tätig wird

Uwe Krupp – © Sportfoto-Sale (JB)

Kölns Trainer und Sportmanager in Personalunion, Uwe Krupp, erhöhte in der letzten Woche ein wenig den Druck auf die Liga. „Langsam werden alle ungeduldig. Man kann jetzt erwarten, dass die Liga tätig wird und uns bestätigt, dass wir spielen und einen Spielplan herausgibt. Wir werden erst den nächsten Schritt machen, wenn wir wissen, dass auch die Liga ihn macht. Vorher können wir nicht über Neu-Verpflichtungen sprechen. Genaue Informationen haben wir nicht, nächste Woche gibt es wieder einen Conference Call. Es zieht sich alles von Woche zu Woche dahin“, so Krupp gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger.

So verständlich die Forderungen des 55- jährigen auch sind, der Teufel steckt leider im Detail.
Damit die Liga den 14 Klubs wirklich „grünes Licht“ erteilen kann, müssten die Klubs allesamt das Okay ihrer örtlichen Gesundheitsbehörden erhalten.

Gaby Sennebogen: „Situation ist unbefriedigend“

Straubings Geschäftsführerin Gaby Sennebogen wurde da am vergangenen Donnerstag im Talk am Pulverturm schon deutlicher, denn in Straubing schiebt momentan das örtliche Gesundheitsamt die Zuständigkeit für die Abnahme des Hygienekonzepts dem Landesministerium zu. Die Tigers müssen bis zu fünf verschiedene Hygienekonzepte und Leitfäden beachten und versuchen auf das Stadion am Pulverturm anzuwenden. Eine Herkulesaufgabe, die fast alle 14 Klubs bewältigen müssen.

Gaby Sennebogen bezeichnete die augenblickliche Situation als unbefriedigend, hofft aber auch darauf, dass sich in den nächsten drei Monaten noch viel zum Positiven bewegen kann.
Für die DEL-Klubs war von Anfang an klar, dass sie ohne Zuschauereinnahmen nicht existieren können. Bei den Tigers machen die Einnahmen aus Ticketing, Verpflegung, Merchandising usw. rund 50% des Etats aus. Im Raum steht laut Gaby Sennebogen eine Zulassung von 10 – 15% der Zuschauerkapazität. Das aber reiche nicht aus. Ziel sei es, so Sennebogen, die Dauerkartenbesitzer zuzulassen, was bei den Tigers aber rund 50% entsprechen würde. Ebenso ist noch immer unklar, wieviel stattliche Zuwendung den Tigers aus dem Fördertopf des Bundes zustehen würde? Eine seriöse finanzielle Planung der Saison ist somit aktuell kaum möglich.

Einlasskontrollen bereiten Kopfzerbrechen

Gaby Sennebogen berichtete außerdem Problemen bei den Einlasskontrollen. So müsse ein Securitymitarbeiter nach jeder Kontrolle, bei der es zu Körperkontakt kam, die Handschuhe wechseln. Es gelte offenbar das Motto Gesundheit vor Sicherheit.

CHL-Terminplan bestimmt über die Anreise der Importspieler

Mit Spannung wartet man in Straubing auch auf eine Entscheidung der Champions Hockey League, ob an den Spielterminen im Oktober festgehalten wird. Die Verschlechterung der Infektionszahlen (wir berichteten) in einigen europäischen Ländern könnte zu einer erneuten Verschiebung nach hinten führen. Die Entscheidung soll in dieser Woche fallen. Davon ist letztendlich auch abhängig, wann die Importspieler nach Straubing kommen werden. Bleibt es beim Start im Oktober, dann werden Williams, Zatkoff, Acolatse & Co Anfang September wieder in der Gäubodenstadt aufschlagen. Die Spieler aus Nordamerika dürfen aufgrund der bestehenden Arbeitsverträge fast problemlos einreisen. Voraussetzung ist eine Corona Testung im Heimatland und nach der Ankunft in Deutschland.
Die Frage, ob eine komplette Absage der Saison 20/21 aus finanzieller Sicht nicht vertretbarer wäre, als die Unsicherheit ohne Zuschauer spielen zu müssen, beantwortete Straubings Geschäftsführerin nicht konkret.

Sie betonte allerdings, dass man keine Absage wolle. Es sei nicht gut, wenn der Eishockeysport 1,5 Jahre aus den Köpfen der Zuschauer verschwinde. Es sei dann schwierig das Feuer wieder zu entfachen.

Impfstoff wäre die Rettung

Natürlich schaut fast die ganze Welt auf die Entwicklung von Impfstoffen. Während mehrere Unternehmen bereits in Phase drei der Testverfahren sind, dämpfte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die Erwartungen. Sie rechnet frühestens im kommenden Sommer 2021 mit einem Impfstoff. Das Mainzer Unternehmen BionTec testet in den nächsten Wochen in Phase drei rund 30.000 Menschen weltweit. Das Unternehmen zeigte sich optimistisch: Sollte Phase drei erfolgreich verlaufen, dann will BionTec noch im Oktober im Eilverfahren die Zulassung beantragen.

Seriös planend, sollte und wird sich das Eishockey darauf aber sicherlich nicht verlassen. Die Umsetzung des Hygienekonzepts scheint allerdings auch noch eine Menge Zeit in Anspruch zu nehmen. Die Geduld aller ist weiter gefragt.

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Würden Sie auch dann die Heimspiele ihres Klubs besuchen, wenn während des gesamten Spiels aus Hygieneschutzgründen Maskenpflicht bestehen würde?

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