Göteborg. (EM) Linus Weissbach gilt als bodenständiger Typ.
Der 28- jährige Flügelstürmer wurde in Göteborg geboren und erlernte dort bei den Frölunda Indians das kleine ABC des Eishockeys. Bis 2016 durchlief er die Jungendteams der Indians und wurde zudem auch fester Bestandteil der schwedischen U16, U17 und U18 Nationalteams.
Mit 18 Jahren wagte er den Sprung nach Nordamerika. Über Tri-City Storm (USHL) und vier Spielzeiten im Team der Uni of Wisconsin (NCAA) gelang ihm der Sprung in die American Hockey League (AHL). Drei Spielzeiten trug er das Trikot der Rochester Americans. Der Traum von der NHL erfüllte sich allerdings nicht.
Rückkehr nach acht Jahren in Nordamerika
Vor zwei Jahren folgte die Rückkehr nach Schweden. Natürlich möchte man fast sagen, zurück zu den Frölunda Indians, seinem Ausbildungs- und Heimatklub. Mit 62 Scorerpunkten in 93 Spielen war er ein Aktivposten im Team der Göteborger.
Doch nun lässt Linus Weissbach aufhorchen. Wie gestern bekannt wurde verlässt er die Indians in Richtung KHL (Kontinental Hockey League). SKA St. Petersburg hat sich die Dienste des Schweden für die kommende Saison gesichert.
Erster Schwede, der nach dem Ukraine-Überfall direkt aus der SHL in die KHL wechselt
Damit wird Weissbach der erste Schwede sein, der seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 direkt von der SHL in die KHL wechselt. Auch die Angriffe der Ukraine auf russische Öl-Terminals in der Region haben ihn offenbar nicht davon abgehalten in die KHL zu wechseln. Seine Nationalmannschaftskarriere kann er laut Statuten damit auch auf Eis legen. Der Shitstorm in den schwedischen sozialen Medien ließ nicht lange auf sich warten. Ebenso aber auch geteilte Meinungen.
Verdammt, es war gut, dass du gegangen bist. Ich mochte dich wirklich und meiner Meinung nach hättest du mindestens einen Einjahresvertrag bei Frölunda verdient. Aber jetzt… Verschwinde und komm nie wieder. (jct.1987)
Hoffentlich sehe ich ihn nie wieder in Frölunda. (slorentzon)
Hockey ist überall auf der Welt Hockey… wo liegt das Problem? (Hedman)
Der SKA St. Petersburg unterhält enge Verbindungen zum russischen Regime und gehört dem staatlichen Energiekonzern Gazprom. Präsident des Vereins ist der Milliardär Gennadi Timtschenko, der seit Langem als enger Verbündeter Wladimir Putins gilt.
Vergangenen Saison drei Schweden in der KHL aktiv
In der vergangenen Saison spielten die Schweden Fredrik Claesson (Dynamo Moskau), Robin Press (Metallurg Magnitogorsk) und der Doppelstaatsbürger (Schweden/Ukraine) Dmytro Timashov für Wladiwostok in der russischen Liga. Während Timashov seinen Vertrag verlängert hat, ist die sportliche Zukunft von Claesson und Press noch offen. Robin Press wird seit einigen Wochen mit den Kölner Haien in Verbindung gebracht.
Seine Karriere in Zahlen
Source: Linus Weissbach @ Elite Prospects
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