Timmendorf. (PM) Ein erfolgreiches Wochenende liegt hinter den Timmendorfer Beach Boys. Sowohl bei den Hannover Indians (5:4) wie auch gegen den Adendorfer EC (6:5) konnte man jeweils nach Penaltyschießen gewinnen. Die Frauenmannschaft der Beach Girls verlor hingegen ihr Heimspiel gegen die Frauen vom Adendorfer EC mit 0:9.
Wenn man Sven Gösch vor dem Wochenende gesagt hätte, dass seine Mannschaft das vergangene Wochenende mit vier Punkten abschließt, hätte es der Trainer wohl dankbar angenommen. Hinterher werden aber nicht wenige sagen, dass die vier Punkte zu wenig waren.
Doch der Reihe nach: am Freitag hatten vor dem Spiel bei den Hannover Indians nur wenige an einen Erfolg der Beach Boys geglaubt. Zu groß waren die Zweifel angesichts der Tatsache, dass Thorben Saggau, Björn Reinke und Matthias Rieck berufsbedingt fehlten.
So war Trainer Sven Gösch gefordert, seine Reihen wieder umzubauen und dazu Jan-Niklas Gebert ins Tor zustellen. Dazu kam Junioren-Goalie Jan Lucas Böhle, der erstmals bei den „Großen“ auf der Bank saß.
Und die Schwarzseher schienen zunächst bestätigt zu werden, denn beim 1:0 der Indianer durch Karan Moalim in der achten Minute sah Gebert nicht gerade glücklich aus.
Aber auch Geberts Gegenüber Jimmy Hertel machte beim Geschoss von André Gerartz in der zehnten Minute keine gute Figur. Da beide Mannschaften Probleme im Spielaufbau hatten, ging es mit einem gerechten 1:1 in die erste Pause.
Jan-Niklas Gebert konnte sich dann mit fortlaufender Spieldauer immer weiter steigern. Zwar ackerten auch seine Vorderleute wie die Büffel, wenn aber doch mal ein Schuss auf sein Tor kam, dann war der junge Goalie präsent und agierte sicher und zuverlässig.
Nach vorne agierten die Beach Boys clever und setzten immer wieder Nadelstiche. So konnten Yannick Mund nach einem Torwartfehler(28. Minute), erneut André Gerartz (34.) und Rob Labute (40.) eine 4:1-Führung zur zweiten Drittelpause heraus schießen. Angesichts der verdienten Führung war das Schweigen des Großteils der 2885 Zuschauer nur verständlich.
Das letzte Drittel war dann aber ein einziger Sturmlauf der Indians, die bis zur 49. Minute durch Philipp Michl und Artur Gass auf 3:4 verkürzen konnten. Beiden Treffern waren individuelle Fehler der Beach Boys voraus gegangen.
Doch die Timmendorfer fingen sich wieder und hätten zwischen der 50. und 55. Minute die Partie bequem entscheiden können. Doch mehrere Konter wurden fahrlässig vergeben, zu allem Überfluss klatschte ein Schuss von Jeff Maronese an die Latte.
So kam es wie es kommen musste: nach einem Stellungsfehler von Vorderbrüggen stand Brendan Sanders frei und glich die Partie in der 57. Minute aus. Bange Schlussminuten galt es zu überstehen, doch Gebert rettete die Beach Boys mit zwei starken Paraden in die Overtime. In dieser fielen keine Tore mehr.
Im abschließenden Penaltyschießen avancierte Gebert mit drei gehaltenen Penaltys zum Helden und da Patrick Saggau seinen Penalty verwandelte, nahmen die Beach Boys den verdienten Zusatzpunkt mit an den Strand.
Andere Vorzeichen dann am gestrigen Sonntag: die Beach Boys gingen als Favoriten in die Partie, dazu standen Matthias Rieck und Thorben Saggau wieder zur Verfügung. Und die Beach Boys wurden zumindest spielerisch ihrer Favoritenstellung wieder gerecht.
Nach 62 Sekunden brachte André Gerartz, der seinem Ziel von 30 Toren immer näher kommt, die Timmendorfer in Führung. Es ging quasi nur in einer Richtung, allerdings wurden zu viele Chancen liegen gelassen. So kam es wie es kommen musste, denn Kankaanranta konnte in der neunten Minute ausgleichen.
Der Sturmlauf der Beach Boys ging aber weiter und so war es Kenneth Schnabel in der 18. Minute vorbehalten, seine Mannschaft wieder in Führung zu schießen. Allerdings verpassten es die Beach Boys erneut nachzulegen, so dass Kim Wikström kurz nach Beginn des zweiten Drittels (22.) der erneute Ausgleichstreffer gelang.
Die Partie war im zweiten Drittel deutlich offener, aber jetzt schlugen die Beach Boys doppelt zu. Binnen 70 Sekunden schossen Marc Vorderbrüggen (26.) und Kenneth Schnabel (27.) den EHCT mit 4:2 in Front. Für Vorderbrüggen war es das erste Tor im Trikot der Beach Boys. Nun dachten alle, dass die Partie endlich den erwarteten Verlauf nimmt, doch da Dennis Korff im AEC-Kasten nun heiß gelaufen war, blieben die Heidschnucken dran. Zumal Matthias Rieck bei den Beach Boys nicht seinen besten Tag erwischt hatte.
Beim 4:3 durch Kim Wikström in der 33. Minute bekam er die Scheibe durch die Beine, wodurch die Scheibe nicht unhaltbar aussah, und das 4:4 durch Böttger (39.) geht klar auf die Kappe des EHCT-Schlussmannes.
Aber –und das sei zu Matze Riecks Ehrenrettung gesagt- die Stürmer vergaben zu viele Chancen. 55 (!) Schüsse feuerten die Beach Boys auf Dennis Korff ab, doch selbst beste Torgelegenheiten wie ein Drei gegen Eins wurden teils kläglich vergeben. So kam es mal wieder wie es kommen musste: mit der einzigen echten Torgelegenheit der Heidschnucken im Schlussabschnitt erzielte Markus Kankaanranta in der 45. Minute das 5:4.
Einen hatten die Beach Boys aber noch im Köcher: Kenneth Schnabel verwertete einen Traumpass von Patrick Saggau und glich die Partie in Minute 49 aus.
Der Rest der Partie hieß EHCT gegen Korff, wobei der AEC-Schlussmann während des laufenden Spiels stets die Oberhand behielt und auch mal Glück hatte, als er einen durchgerutschten Schuss von Herrmann mit dem Gesäß aufhielt.
So musste die Eishockey-Lotterie entscheiden und im Penaltyschießen konnte Matthias Rieck, der neben dem verschuldeten Treffer diverse Unsicherheiten zeigte, seine Fehler wieder gut machen. Drei Penaltys konnte die Nummer eins der Beach Boys halten, lediglich beim zwischenzeitlichen 1:1 durch Markus Kankaanranta war er machtlos.
Bei den Beach Boys bewies Rob Labute, dass er nicht nur ein guter Verteidiger ist, sondern seine überragende Stocktechnik auch in der Offensive nutzen kann. Gleich zweimal konnte er Dennis Korff vernaschen und sicherte den Beach Boys den hochverdienten Zusatzpunkt.
Mit diesen beiden Siegen wahren die Beach Boys die Chance auf den zweiten Tabellenplatz. Da die Konkurrenz aus Rostock patzte, zog der EHCT an den Piranhas vorbei und hat mit nun 49 Punkten zwei Punkte Rückstand (bei einem Spiel weniger) auf die Hannover Indians.
Ein Blick ins Lazarett lohnt sich auch. Jason Horst steht nach seiner Gehirnerschütterung wieder auf dem Eis und er hinterlässt einen guten Eindruck. Sollten sich diese Eindrücke unter der Woche bestätigen und sich der Stürmer weiterhin gut fühlen, dann könnte er am kommenden Wochenende bei den Hannover Scorpions sein Comeback feiern.
Bei Jesper Delfs werden Untersuchungen in der nun kommenden Woche zeigen, wie weit der Heilungsverlauf nach seinem Handbruch voran geschritten ist.
Sorgen bereitet aktuell Marcus Klupp. Der Routinier klagte beim Warm-Up vor dem Adendorf-Spiel über Unwohlsein und Schwindelgefühle, auch hier werden weitere Untersuchungen genauen Aufschluss geben.
Gestern ebenfalls im Einsatz waren die Frauen des EHCT. Die Spielgemeinschaft mit dem HSV verlor ihr Spiel gegen den Spitzenreiter Adendorfer EC klar mit 0:9. Von Spielbeginn an hatten die Beach Girls keine Chance und ließen lange alles vermissen, was man für ein Eishockeyspiel braucht. Auch in der Höhe war der Sieg der Heidschnucken um die fünffache Torschützin Kristin Prüße völlig verdient.


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