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Iserlohn. (MK) Vorletzter Tabellenplatz, neun Punkte Rückstand zu den Playoff-Plätzen und nur noch einen mickrigen Punkt vor dem Tabellenletzten aus Schwenningen. Die Zwischenbilanz der... Trotz deutlicher Verbesserungen: Iserlohn Roosters stecken weiter tief in ihrer Ergebniskrise

Mike Halmo (rechts) setzte zuletzt körperlich Akzente, wie hier gegen Wolfsburgs Garrett Festerling – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn. (MK) Vorletzter Tabellenplatz, neun Punkte Rückstand zu den Playoff-Plätzen und nur noch einen mickrigen Punkt vor dem Tabellenletzten aus Schwenningen. Die Zwischenbilanz der Iserlohn Roosters ist nach 25 absolvierten DEL-Partien alles andere als berauschend.

Wenn die Sauerländer am kommenden Freitag ihr nächstes Heimspiel gegen den amtierenden Vizemeister aus München absolviert haben, dann ist mit 26 absolvierten Partien „Halbzeit“ in der DEL Hauptrunde. Und schon jetzt lässt sich festhalten, dass niemand mit dem aktuellen Stand zufrieden sein kann. Weder mit der Punktausbeute, dem Tabellenstand und auch nicht mit der Art und Weise, wie man vor allem seit der Länderspielpause im November in einigen Spielen geradezu kläglich versagt hat. Rein statistisch lassen sich die Schwächen der Roosters ebenfalls belegen. Mit nur 49 Toren hat man die mit Abstand schwächste Torausbeute. 8,08% Powerplayquote (Letzter Platz) sind ebenfalls ein unterirdischer Wert. Von den letzten acht Spielen gewannen die Sauerländer nur die Partie – nach dem ausgerufenen „Neustart“ – gegen Bremerhaven mit 5:1. In diesen acht Spielen nach der Länderspielpause schossen die Cracks vom Seilersee nur neun Tore, blieben in vier Partien sogar ganz ohne eigenen Treffer. Das belegt eindeutig, dass der Schuh im Torabschluss und im Powerplay gewaltig drückt.

Trotz aller Kritik gibt es aber auch positive Dinge anzumerken. So weisen die Roosters mit ihrem Torwartgespann Peters / Jenike Top-Fangquoten (92% / 91,9%) in der Liga auf. Und auch die Anzahl der Gegentreffer liegt mit 78 Gegentoren bei einem noch ordentlichen Wert. In Unterzahl weisen Raymond & Co eine Quote von 79,46% auf (Platz 10). Trainer Jason O’Leary sagte vor einigen Wochen, dass sein Idealwert aus Powerplay- und Unterzahlquote addiert bei 100% liegen würde. Soweit das, zugegeben, geduldige Zahlenwerk. Große Freude bereitet den Anhängern auch die Entwicklung der jungen deutschen Spieler wie Buschmann, Samanski, Lautenschlager und Fleischer. Ihnen gehört bei einer kontinuierlichen Weiterentwicklung sicherlich die Zukunft.

Auf dem Eis selbst wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit etwas Licht und viel Schatten ab. Vor rund zwei Wochen glaubte man sich nach vielen Gesprächen zwischen allen Beteiligten in unterschiedlichen Konstellationen auf dem richtigen Weg. Der 5:1 Sieg gegen Bremerhaven kam gerade zur rechten Zeit, um die Gemüter rund um den Klub zu beruhigen. Die Freude hielt aber nicht lange, denn in Köln verschlief man wieder einmal den Start ins Spiel. Und als bisheriger negativer Höhepunkt darf das Match am vergangenen Freitag gegen Wolfsburg angesehen werden. Erneut kassierten die blau-weißen einen zu frühen Gegentreffer und blieben auch in Punkto Kampf und Leidenschaft vieles schuldig. Erstmals reagierten auch die treuen Fans nach dem zweiten Drittel mit lauten Pfiffen und „Wir wollen Euch kämpfen sehen“-Rufen. Die unmotiviert wirkenden Darbietungen einiger Spieler stießen dem sachkundigen Publikum sichtlich sauer auf.

Am Sonntag begleiteten die Roosters über 800 Fans zum schweren Auswärtsspiel nach Augsburg. Trainer Jason O´Leary hatte seine Formationen gründlich durchgemischt. Am Ende stand ein knapper 1:0 Sieg für die Panther auf der Anzeigetafel. Das Match in Augsburg war auch ein wenig ein Spiegelbild der aktuellen Leistungsfähigkeit der Iserlohner. Anthony Peters parierte im Tor 28 von 29 Schüssen und verpasste seinen ersten DEL-Shutout nur knapp. Das Defensivverhalten war sicherlich nicht der Grund für die Niederlage in der Fuggerstadt. Vielmehr haperte es erneut im Angriff.
Alex Grenier, der sicherlich zu den technischer versiertesten Spielern im Team zählt, scheiterte zum Beispiel am Pfosten und mit einem Alleingang am Augsburger Keeper Keller. Im Powerplay wurde zumindest versucht den Abschluss zu suchen. Oftmals schossen allerdings die Verteidiger häufiger aufs gegnerische Tor als die Stürmer. Dennoch war das Spiel ein Schritt in die richtige Richtung. Kämpferisch boten die Sauerländer einen großartigen Kampf. Allen voran Mike Halmo, der eine ganze Reihe von harten Checks zu ende fuhr und sich damit reichlich Respekt beim Gegner verschaffte. Aufgrund der mangelnden Chancenverwertung belohnten sich die Roosters in Augsburg nicht. Wieder einmal.

Christian Hommel – © by Eh.-Mag. (JB)

Manager Christian Hommel brachte es am Sonntag nach dem Spiel auf den Punkt: „Es war eines unserer besten Spiele. Wir haben hart und fair gespielt. Es war eine geile Atmosphäre mit geilen Fans aus Iserlohn, die richtig Tam-Tam gemacht haben. Heute hätten sie den Sieg verdient gehabt. Ich glaube, wenn wir unsere Mannschaft so wie heute sehen, dann können wir nicht meckern.“

Und so bleibt das Prinzip Hoffnung, dass am kommenden Freitag an die Grundeinstellung angeknüpft wird und der Knoten nun auch endlich in der Offensive platzt. Spannend wird auch zu beobachten sein, welche(n) Spieler das Trainergespann dann nicht berücksichtigen wird. In Augsburg fehlte Torwart Andreas Jenike wegen Krankheit. Erik Buschmann sollte eine Verschnaufpause bekommen.
Brett Findlay musste als überzähliger Importspieler draußen bleiben. Eine Rolle, die zuletzt Verteidiger Daine Todd häufiger zuteil wurde. Er bot in Augsburg allerdings eine gute Partie und dürfte sich empfohlen haben. Stürmer Marko Friedrich beginnt nach seiner schweren Gehirnerschütterung erst wieder mit leichten Belastungen. Sein Comeback ist noch nicht absehbar. Stürmer Tim Fleischer wird bis voraussichtlich Mitte Januar fehlen, da er mit der deutschen U20 Nationalmannschaft an der WM teilnehmen wird.

Letztendlich kann sich der vorhandene Kader nur selbst am Schopfe aus der Krise ziehen, denn trotz aller Verbesserungen in Augsburg haftet die Ergebniskrise dem O´Leary-Team weiter an. Für die Kritiker ist es mittlerweile nicht nur eine Ergebniskrise, sondern auch eine Qualitätsfrage des mit sehr schmalem Budget zusammengestellten Kaders. Neben allen Zielen mit dem Team haben die Spieler sicherlich auch persönliche Ziele, die sie in dieser Saison noch verwirklichen möchten. Das „Sprungbrett“ Iserlohn soll schließlich zu keinem Karriereknick führen. Bis auf Neffin, Orendorz, Baxmann, Raymond, Weidner, Fleischer und Friedrich laufen alle Verträge aus. Aktuell drängen sich neben den jungen deutschen Spielern nur wenige Cracks für eine Vertragsverlängerung auf.
Viel Zeit bleibt den Coaches nicht mehr, um mit besonderen Trainingsschwerpunkten gezielt an den Schwächen Powerplay und Torabschluss zu arbeiten. Ab Freitag beginnt die stressigste Phase der Hauptrunde mit zehn Spielen in 23 Tagen. Für die Roosters wird es eine richtungsweisende Zeit, in der man sich aus der Ergebniskrise arbeiten und die Kritiker beruhigen kann oder aber auch noch tiefer absinken kann. Letzteres könnte nicht nur mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf und die Zuschauerentwicklung weitreichende Folgen über die Saison hinaus haben.

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