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Düsseldorf. (MR) Die vergangene Saison 2011/12 hat offensichtlich doch sehr unter der ungewissen Zukunft nach dem Metro-Ausstieg gelitten, da es noch sehr lange gedauert...

Düsseldorf. (MR) Die vergangene Saison 2011/12 hat offensichtlich doch sehr unter der ungewissen Zukunft nach dem Metro-Ausstieg gelitten, da es noch sehr lange gedauert hat, bis die Finanzen für die Saison 2012/13 gesichert waren – es konnte bisher kein neuer Großsponsor gefunden werden, der in die Metro-Lücke springen konnte oder wollte. Interne Querelen, Entlassungen auf Führungsebene und weiter gesunkene Zuschauerzahlen boten da wohl nicht genügend Anreiz, um der DEG einen Etat zu gestatten, der sich weiterhin im Bereich der 6 Millionen hält. Das Management wurde zusammengestrichen und die möglichen Ausgaben für das Team ebenfalls, sodass Düsseldorf nun eher in der finanziellen Mitte der Liga anzusiedeln ist – und das auch nur mit privaten und städtischen Bürgschaften für die kommende Saison. Die Düsseldorfer EG steht damit vor einem kompletten Umbruch, und das nicht nur im Namen. Leistungsträger wie Reimer, Kaufmann und James hatten sich frühzeitig um gesicherte Verträge außerhalb der DEG bemüht, mit anderen Spielern, an deren Verbleib der Verein interessiert gewesen wäre (Gordon, Hedlund), konnte man sich nicht einigen.

Daher sind vom Team der Vorsaison mit Goepfert, Bazany, Kreutzer und Hofland gerade einmal vier Akteure übriggeblieben.

Auch der Trainerstab musste ausgewechselt werden – an der Bande stehen nun mit Christian Brittig und Christof Kreutzer zwei Bekannte: Brittig (Jahrgang 66) spielte zwei Spielzeiten an der Brehmstrasse (2003-05) und schloss zwei weitere Jahre als Co-Trainer unter Don Jackson an, Kreutzer (Jg. 67) war nach seiner aktiven Karriere (bis 1997) seit 2008 verantwortlicher Übungsleiter der DNL-Mannschaft.

Im Tor kann die DEG weiter auf den starken Rückhalt der Vorsaison bauen: Bobby Goepfert (USA, 29 Jahre) wird ein weiteres Jahr den Kasten hüten. Ihm zur Seite sollen 3 junge Torleute stehen, die allesamt einige Jahre im Düsseldorfer Nachwuchs durchlaufen haben und mit Förderlizenz für den Oberligisten EV Duisburg ausgestattet sind: Björn Linda (DEG 2003-09, 23 J.), Felix Bick (seit 2009 bei der DEG, 19 J.) sowie Patrick Klein („schon immer DEG“, 18 J.) – wie sich die Rotation mit Duisburg auswirken soll, bleibt abzuwarten. Klein kann auch noch DNL spielen.

Bobby Goepfert soll der große Rückhalt der runderneuerten DEG sein – © by Eishockey-Magazin (DR)

In der Verteidigung blieb mit dem 38-jährigen gebürtigen Slowaken Marian Bazany der zweitälteste Spieler des Vorjahreskaders an Bord. Da Bazany bereits in seine 8. Saison am Rhein geht, weiß man, was man an ihm hat und wo seine Schwächen sind. Er soll die jungen Spieler neben sich führen. Von den Neuzugängen ist einzig Jannik Woidtke (21 J.) ein bekanntes Gesicht, der alle Stationen des DEG-Nachwuchses durchlaufen hat und nach einem Jahr Oberliga (Ratingen und Duisburg) in der vergangenen Saison in die 2. Bundesliga nach Kaufbeuren gewechselt war. In seinen ersten (Schnupper-)Einsätzen in der DEL 2009/10 war er noch für „zu leicht“ befunden worden. Er wird sich zunächst sicher als 7. Verteidiger wiederfinden (oder wie in dem einen oder anderen Testspiel im Sturm aushelfen) und ist derjenige, der sich am meisten heranarbeiten muss. Aus Kaufbeuren kommt sein letztjähriger Teamkollege Bernhard Ebner (22 J.) sowie aus Heilbronn und damit ebenfalls aus der 2. Liga der 29-jährige Thomas Gödtel, der damit in diesem insgesamt sehr jungen Team einer der älteren ist und bereits in den Jahren 2007-09 in Wolfsburg und Augsburg zu DEL-Einsätzen kam. Drei weitere Verteidiger kommen aus Kanada: Alex Henry, 32-jährig mit Gardemaß von 193 cm / 99 kg, der auf 177 NHL- sowie 700 AHL-Einsätze blicken kann, in Milwaukee mit Alex Sulzer zusammen gespielt hat und in der Lock-Out-Saison einige Spiele für Kaufbeuren bestritt. Drew Paris (24) hat ebenfalls Gardemaß (193cm / 92 kg) und blickt auf 29 AHL-Einsätze zurück, wo er zuletzt mit Korbinian Holzer zusammen in Toronto gespielt hat. Seine Haupteinsätze hatte er allerdings in der kanadischen Juniorenliga QMJHL und in der ECHL, wo er durchaus auch als Vorbereiter zum Zuge kam. Marc Zanetti, 21, kommt aus Ottawa (OHL), und ihm eilt der Ruf eines Rauhbeins voraus, da er in den vergangenen Play Offs gleich zwei Matchstrafen und mehrere Spiele Sperre bekam. Er soll wohl der „Bad Guy“ im Team sein.

Im Sturm stehen mit Düsseldorfs Urgestein Daniel Kreutzer (32), der bereits in seine 11. Saison (am Stück) bei der DEG geht, und Diego Hofland (21), für den es auch bereits die vierte Saison im Profibereich bei der DEG ist, nur noch zwei aus der Vorsaison bekannte DEL-Gesichter. Mit den gebürtigen Düsseldorfern Tino Boos (37) und Niki Mondt (34) kehren zwei Spieler an den Rhein zurück, die hier ihr Handwerk erlernt haben. Beide sind mehr die Arbeiter als die Punktesammler. Daneben wurden mit Henry Martens (25) und Marco Habermann (21) zwei Deutsche aus der 2. Liga (Dresden und Kaufbeuren) verpflichtet, wobei Martens sich bereits in den Jahren 2005-10 zum Teil in der DEL versucht hat (Köln, Iserlohn, Nürnberg). Center Michael Catenacci aus Kanada ist ebenfalls 21 Jahre, klein und wendig mit Zug zum Tor – der Kapitän der Kitchener Rangers (OHL) kam in der vergangenen Saison auf 95 Punkte aus 68 Spielen, wobei auf 1 Tor 2 Assist-Punkte kommen. Und es ist wieder ein Norweger im Team! Andreas Martinsen (22) ist norwegischer Nationalspieler und war in den letzten beiden Jahren für Lillehammer für durchschnittlich 1 Punkt pro Spiel gut. Martinsen wird Schnelligkeit und ein guter Schuss attestiert, und für ihn ist physisch geprägtes Hockey kein Fremdwort. Als (fast) letzter Neuzugang im Sturm wurde der 24-jährige Schwede Calle Ridderwall vermeldet, der nach vier Jahren Collegehockey im vergangenen Jahr AHL gespielt hat. Er gilt als guter Skater, der vielleicht neben Goepfert auch in der Kabine für gute Stimmung sorgen kann.

Christian Brittig und die DEG müssen schnell eine Einheit werden – © by Eishockey-Magazin (DR)

Neu ist ebenfalls der 23-jährige US-Amerikaner Colin Long aus der AHL (Portland Pirates), gedraftet von Phoenix und ebenfalls Center; leider hat dieser den medizinischen Test nicht „überstanden“ – um die Gesundheit des Spielers nicht zu gefährden, heißt es in der offiziellen Lesart, kann er zunächst nicht spielen, ehe die Folgen von mehreren Gehirnerschütterungen nicht gänzlich ausgeheilt sind. Long erhielt allerdings das Angebot, hinter der Bande weiter für das Team zu arbeiten, das er annahm. Damit hat die DEG jetzt also 3 Trainer…. Ein Ersatz wurde schnell gefunden in dem 26-jährigen Travis Turnbull (USA) aus der AHL, der immerhin auf 3 Spiele bei den Buffalo Sabres blicken kann. Der ebenfalls 26-jährige Amerikaner Justin Bostrom musste sich zunächst in der Zeit des Sommertrainings und der Testspiele bewähren, ehe er Ende August mit einem Jahresvertrag ausgestattet wurde. Bostrom spielte bereits in Minnesota mit Kaufmann und Gordon zusammen, ehe es ihn in den letzten beiden Jahren nach Norwegen verschlagen hatte, wo er mit DEG-Neuzugang Martinsen zusammen spielte. Wenn Bostrom seinen Torriecher behält, wäre er sicher eine Verstärkung – er war beide Jahre in Lillehammer für mindestens 1 Punkt pro Spiel gut.

Dazu gesellen sich mit Cornelius Krämer, Fabio Pfohl und Eric Stephan drei junge Spieler aus der eigenen DNL-Mannschaft sowie per Förderlizenz die in Duisburg „geparkten“ Manuel Strodel, Alex Preibisch, Daniel Fischbuch, Maik Klingsporn, Stephan Fröhlich und Tobias Schlipper, die vielleicht das eine oder andere Mal DEL-Luft schnuppern dürfen. Im Gegenzug dürfen Hofland und Woidtke auch in Duisburg spielen.

Es ist jetzt an den Trainern, aus diesen vielen jungen Spielern und den zum Teil viel älteren Routiniers schnell eine Einheit zu formen, die dann auch zu einer schlagkräftigen Truppe werden kann. Einen wirklichen Knipser sucht man allerdings vergeblich im Team. Auch und gerade vor diesem Hintergrund wird eine Teilnahme an den Play-Offs sicherlich angestrebt. Allerdings ließen die ersten Testspiele schon erkennen, dass man zumindest vorhat, attraktives und aggressives Hockey zu spielen und die Fans wieder mitzureißen. Wenn dann Goepfert in gleich guter Form wie in der Vorsaison seinen Kasten hütet und nach vorne auch einiges geht, wenn man trotz harter Gangart nicht zu viel Zeit auf der Strafbank verbringt und sich selbst dezimiert, dann ist sicher auch das Mittelfeld – und damit Play Off Teilnahme – möglich, auch ohne irgendwelche Stars in der Mannschaft.

Lesen Sie am Montag den Teamcheck der Panther Ingolstadt und der Füchse Duisburg .

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