Nürnberg. (STM) Es sollte eine weitere Standortbestimmung der Ice Tigers vor der ersten Play-off-Runde werden.
Am Ende bleibt nach der unnötigen 4-6 Heimniederlage vor 7672 Zuschauern gegen Bremerhaven vor allem die Gewissheit, dass es mit so einem Defensivverhalten sehr schwer wird, in der DEL ein Spiel zu gewinnen. Trotz viermaliger Führung der Ice Tigers gingen am Ende die Pinguins verdient als Sieger vom Eis. Die Treffer für die Ice Tigers erzielten Alanov, Graber und Charlie Gerard, dem zwei sehenswerte Tore gelangen.
Letztes Heimspiel für die Nürnberg Ice Tigers. Nachdem dem Team von Mitch O´Keefe der Einzug in die erste Play-off-Runde nur theoretisch zu nehmen war, galt es heute im Heimspiel gegen Bremerhaven ein Zeichen gegen einen potenziellen Gegner ab nächster Woche zu setzen. Die Gäste hatten aber vor den letzten beiden Spielen an diesem Wochenende noch die Chance, sich mit zwei Siegen direkt für das Viertelfinale zu qualifizieren.
Spannung war also angesagt. Personell änderte sich für die Ice Tigers nichts, mit Haiskanen und Murray fehlten weiterhin zwei Leistungsträger, Jake Ustorf und Tine Braun werden in dieser Spielzeit nicht mehr eingreifen können. So änderte O´Keefe seine Aufstellung nicht, den Start im Tor bekam erneut Evan Fitzpatrick.
Das Spiel benötigte einige Minuten, um in Fahrt zu kommen, vor beiden Toren ereignete sich nur wenig, Tyler Spezia gab einen ersten gefährlichen Schuss ab (4.), das war es dann aber auch, ehe ein Pfostenschuss von Kechter die Zuschauer aufrüttelte (15.). Es war die vierte Reihe der Ice Tigers, die erstmals für richtig Gefahr vor dem Tor der Pinguins sorgte. Wenig später war es dann wieder die vierte Reihe, die den ersten Treffer an diesem Abend erzielte. Ausgerechnet Eugen Alanov, der sich die ganze Saison vergeblich mühte, einen Treffer zu erzielen, bezwang Gudlevskis im Nachschuss (15.).
Die Führung der Ice Tigers war nur von kurzer Dauer. Fitzpatrick musste einen Schuss von Hirose in den Slot prallen lassen, Verlic vollendete mühelos aus kurzer Distanz (16.). Dove-McFalls vergab eine letzten Chance (19.), ehe das zweite Drittel fulminant startete. Charlie Gerard schnappte sich im Drittel der Gäste den Puck, ließ zwei Gegenspieler stehen, zog den Puck vor Gudlevskis vorbei und hob ihn gefühlvoll in die Latte (22.). Es war eines der schönsten Tore der Ice Tigers in dieser Saison.

Überhaupt hatten die Ice Tigers heute eine ganz andere Körpersprache als in den ersten Spielen nach der Olympia-Pause. Und auch das Powerplay funktionierte gleich beim ersten Versuch. Sam Dove-McFalls drückte einen Nachschuss zum 3-1 über die Linie (27.). Auch dieses Mal ließ die Antwort der Pinguins nicht lange auf sich warten. Wieder war es ein Abpraller von Fitzpatrick, dieses Mal war es CJ Smith, der richtig stand (27.). Ärgerlich, dass die Schiedsrichter vorher ein Foul an Karrer übersehen hatten.
Auch beim Ausgleich standen die Schiedsrichter im Mittelpunkt. Nach Ansicht der Fernsehbilder übersahen die Linienrichter eine Abseitsstellung der Gäste, ehe Christian Wejse mit Hilfe der Unterkante der Latte zum 3-3 einschoss (32.). Fast wäre Bremerhaven noch in Führung gegangen, aber Fitzpatrick entschärfte einen Alleingang von Colt Conrad (36.).
Auch das letzte Schlussdrittel startete furios, wieder war es Charlie Gerard, dem ein sehenswerter Treffer gelang. Nach einem feinem Pass von Graber nahm Gerard Fahrt auf und hob den Puck gekonnt mit der Rückhand zur 4-3 Führung unter die Latte (42.). Wenn man den Ice Tigers heute etwas vorwerfen konnte, das war es das allzu lässige Defensivverhalten. Wieder war die Freude über die erneute Führung nur von kurzer Dauer, wieder übersahen die Ice Tigers Verlic im Slot. (44.).
Und es kam noch besser für die Gäste, die über die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterherliefen, die aber nie aufsteckten. Wieder machten es ihnen die Ice Tigers zu einfach. Am langen Pfosten hatten die Ice Tigers den aufgerückten Abt übersehen, der Bremerhaven erstmals in Führung schoss (51.), die die Gäste auch bis in die Schlussminuten transportierten.
Zwei Minuten vor dem Ende nahm O´Keefe seinen Torhüter vom Eis, Nino Kinder sorgte für den 4-6 Endstand (59.) in einem Spiel, das die Ice Tigers mit einer besseren Defensivleistung hätten gewinnen können. So steht zumindest vor dem abschließenden Spiel in Frankfurt fest, dass die Ice Tigers von Platz 10 in die erste Play-off-Runde starten, während Bremerhaven am letzten Spieltag immer noch Chancen auf Paltz sechs hat.
Der endgültige Gegner der Ice Tigers steht somit erst am Sonntag fest, Bremerhaven oder die Eisbären Berlin spielen um Platz sechs und sieben. Ohne eine deutlich stabilere Leistung in der defensive Zone werden es kurze Play-offs in Nürnberg.
Alle Tore und Stimmen zum Spiel
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