Frankfurt. (MK) Er ist wieder da. Ziemlich genau neun Monate nach dem Ende seiner fast achtjährigen Tätigkeit bei den Straubing Tigers, ist Tom Pokel (58) wieder Trainer eines Klubs in der Penny DEL.
Tom Pokel Wunschkandidat der Löwen
Nach dem unrühmlichen Ende der Ära Tom Rowe vor acht Tagen waren die Löwen Frankfurt auf der Suche nach einem neuen Headcoach.
Löwen-Sportdirektor Jan Barta (40) erklärt rückblickend: „An dem Sonntag (02.11.; Anm. d. Redaktion) nach dem Spiel gegen Ingolstadt (0:8, Anm. der Redaktion) ging es recht flott. Dann gingen auch direkt die Gespräche mit Tom Pokel los. Die Gespräche mit Tom haben sich bis zum Wochenende gezogen und wir sind froh, dass es mit unserem Wunschkandidaten geklappt hat. Wir hatten auch Alternativen, aber das war dann zum Glück nicht nötig.“
Tom Pokel hat die letzten Wochen und Monate durchaus sinnvoll genutzt. „Ich habe die Liga und Spiele in anderen Ländern verfolgt. Dazu habe ich die Möglichkeit genutzt Eishockey aus einem anderen Winkel zu schauen und es hat mir sehr gutgetan. In dieser Situation weiß man nicht, ob man in Deutschland, Österreich, Schweiz oder Dänemark als nächstes trainiert.“, so der US-Amerikaner.
„Wer in der DEL tätig ist, kennt Tom Pokel natürlich. Er war unser absoluter Wunschkandidat“, erläutert Jan Barta die Berührungspunkte mit dem Coach in der Vergangenheit. Etwas verrückt ist die Tatsache, dass das letzte Spiel von Tom Pokel als Trainer der Straubing Tigers das Auswärtsspiel in Frankfurt war. Danach endete eine wohl für ihn, wie auch für die Tigers extrem fruchtbare Zeit, in der man sich für die Champions Hockey League qualifizieren konnte und zum renommierten Spengler Cup eingeladen wurde.
Pokel sieht sich in der Unterstützerrolle
„Ich kenne das Umfeld ein bisschen und freue mich für so einen starken Verein mit den ganzen Fans tätig zu sein. Ich habe einen guten Empfang bekommen, fühle mich hier schon sehr wohl und freue mich meine Arbeit fortsetzen zu können“, erklärt Tom Pokel.
Am letzten Freitag war der Coach in der Mainmetropole angekommen, konnte direkt eine Wohnung beziehen und es folgten auf verschiedenen Ebenen Besprechungen. Am Sonntag stand die erste Trainingseinheit mit dem neuen Übungsleiter an. „Die Jungs hatten etwas Pause, um frische Luft zu tanken. Sie haben zwei harte Trainingseinheiten abgeliefert. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit bisher“, so der erste Eindruck des neuen Löwen-Dompteurs.
Für Pokel ist es ganz wichtig schnellstmöglich herauszufinden, was das Team braucht. „Braucht die Mannschaft eine härtere Hand oder braucht die Mannschaft mehr Unterstützung? Es ist nie eine einfache Situation und es ist immer anders. Es ist jetzt ein Kennenlernprozess und es ist auch ein Kennenlernen der Tendenzen und den Spielweisen im Team. Alle Spieler haben eine neue Möglichkeit zu zeigen, was sie können. In unserer Situation ist es einfach so, dass es eine Unterstützungsrolle braucht. Ich bin hier, um die Mannschaft so gut wie möglich zu unterstützen. Diese Mannschaft hat gute Dinge in sich und andere Dinge müssen wir fördern und zusammenwachsen lassen. So, dass wir uns einheitlich und harmonisch präsentieren“, erklärt Tom Pokel.
Löwen sollen schneller und aggressiver werden
Wie die Löwen zukünftig auftreten sollen, ist für ihn aber schon sehr klar. „Wir wollen eine etwas aggressivere Spielweise und mehr Druck auf den scheibenführenden Gegner haben. Die Löwen sollen schnell und aggressiv Hockey spielen Unsere Chancen auf einen Sieg wollen wir erhöhen.“ Und weiter: „Wenn ein Gegner uns schlägt, dann mit härterer Arbeit. Wir wollen mehr Schüsse aufs Tor bringen. Eishockey ist spannend. Ichmöchte, dass wir engagiert sind. Es ist natürlich auch Entertainment, ein Event, für das die Fans bezahlen. Man muss ein schnelleres aggressives attraktives Eishockeyspiel anbieten.“
Tom Pokel möchte allen eine faire Chance einräumen sich zu zeigen, niemanden vorverurteilen und auch nicht zu sehr in die Vergangenheit schauen. Alle fangen bei Null an.
Jan Barta zum Thema Nachverpflichtungen

Jan Barta äußerte sich außerdem zu möglichen Ergänzungen des aktuellen Kaders durch Nachverpflichtungen: „Für jeden ist ein Resetknopf da. Jeder hat die Chance sich in die Gunst zu spielen. So müssen wir auch den Kader sehen. Jetzt geht es erst einmal darum zu sehen, in welche Richtung es sich entwickelt. Aktuell haben wir alles, was wir brauchen, können bei Bedarf aber auch nochmal nachlegen. Die Mannschaft muss sich zeigen und beweisen.“
Tom Pokels Premiere mit dem Derby gegen die Adler Mannheim
Die nächste Möglichkeit im Spielbetrieb bietet sich dazu am kommenden Freitag. Die Adler Mannheim kommen zum Derby nach Frankfurt. „Ein Derby macht es natürlich zum Start ganz besonders. Das wird ein guter Test für mich unsere Mannschaft gegen eine Top-Mannschaft zu sehen. Wir haben nicht viel Zeit zur Vorbereitung auf den kommenden Gegner und müssen mit jedem einzelnen Spieler sehr intensiv arbeiten. Wir stellen im Training auch immer wieder um und die Spieler müssen so mehr miteinander kommunizieren. Es geht dabei auch um die Handlungsschnelligkeit und darum aktiv im Spiel sein. Es gibt für mich 25 Leader und nicht 25 Passagiere im Team“, erklärt Pokel seinen Blick auf die Trainingsarbeit in den kommenden Tagen bis zum Derby.
Abschließend erläutert der in Green Bay /Wisconsin beheimatete Coach noch einmal: „Ich wollte zu einem Verein, wo ich einen Fußabdruck hinterlassen kann, und der Mannschaft helfen kann ihr Potenzial abzurufen. Wir sind Ready und ehrgeizig auf den Start.“
Volle Kraft voraus also für die Ära Tom Pokel in Frankfurt
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