
Iserlohn. (MK) Am gestrigen Montag wurde die Verpflichtung von Doug Shedden als neuen Headcoach der Iserlohn Roosters offiziell bestätigt.
Nach der Vertragsauflösung bei seinem bisherigen Klub HC Banska Bystrica (Slowakei) hatte der 62- jährige Kanadier den nicht ganz so einfachen Weg in die Waldstadt zunächst per Auto bis nach Wien, von da aus nach einer Übernachtung per Flugzeug bis Düsseldorf und dann per „Roosters-Shuttle“ mit Betreuer Thorsten „Toto“ Weber nach Iserlohn am späten Samstagnachmittag geschafft.
Erste Einheit sehr intensiv
Nach fünf freien Tagen trafen das Team und ihr neuer Headcoach heute erstmals zusammen. Die erste gemeinsame Trainingseinheit wurde am Morgen absolviert und sie ist nach Angaben einiger Spieler durchaus intensiv gewesen.
Doug Shedden konnte bereits von vielen Roosters-Spielen die Highlight-Zusammenfassungen sehen, um sich ein erstes Bild von seinem neuen Team zu machen. Aufgefallen sei ihm, dass die Mannschaft zu wenig auf das gegnerische Tor schießt und zu oft versuche noch einen Pass mehr zu spielen. In solchen Situationen erwartet Shedden von seinen Cracks mehr Eigensinn und Killerinstinkt.
Aus der gemeinsamen Zeit in Ingolstadt kennt er Torwart Kevin Reich und Emil Quaas bereits sehr gut. Andere Spieler, wie Cornel, Labrie, Gormley, Jentzsch und Jenike sind ihm natürlich aus der Ingolstädter Zeit als gegnerische Spieler bekannt. Wiederum andere muss er logischerweise erst noch kennenlernen. Bei den zuletzt verletzten Labrie und Gormley hofft er auf eine rasche Rückkehr ins Team.
Der frühere 416- fache NHL-Spieler gilt in der Szene als Respektsperson, ist klar strukturiert und versteht es ein Team hinter sich zu vereinen.
Der erste Kontakt zu den Roosters sei vor rund zwei bis drei Wochen entstanden. Die Sauerländer hätten sich bei Jürgen Arnold, seines Zeichens Ingolstädter Aufsichtsratschef und DEL-Aufsichtsratsvorsitzender, erkundigt. Mit ihm habe er in seiner Ingolstädter Zeit eine gute Zusammenarbeit gepflegt. Shedden hatte Arnold im Sommer schon signalisiert gerne wieder in der DEL arbeiten zu wollen. Der wiederum gab die Information an Iserlohns Klubchef Wolfgang Brück weiter. Laut Axel Müffler, neuer interimsmäßiger sportlicher Leiter, habe der Gesellschafterkreis der Roosters sich letztendlich für Doug Shedden ausgesprochen.
DEL hat ein höheres Level als die slowakische Liga
Für ihn, so Doug Shedden, sei die DEL ein höheres Level als die slowakische Liga. „Ich habe meine Zeit in der DEL sehr genossen, die Fans und die Atmosphäre in den Stadien sind unglaublich und die Stadien sind perfekt aufgestellt. Es fühlt sich ein wenig so an, als sei man zurück im Eishockeygeschäft“, so Shedden. Angst vor der schweren Aufgabe hat er indes nicht: „Bei Banska Bystrica, in Zagreb, in Ingolstadt und in Lugano habe ich ebenfalls Mannschaften in sportlich schwierigen Situationen übernommen und zurück in die Spur gebracht“, so Shedden. Bei dem Angebot der Roosters habe er auch nicht lange gezögert.
Nach dem allerersten Eindruck des heutigen Trainings sagte er, dass die Qualität für ihn besser sei als in Banska und insgesamt in Ordnung sei. Das Team skate sehr gut und auch das Pass-Spiel sei gut. Nun müsse man sehen, wie man das beste System findet. Ab dem morgigen Mittwoch beginne die Vorbereitung auf das Spiel am Freitag in Düsseldorf. Das Team befinde sich nun für mindestens dreieinhalb Monate im Playoff-Modus, will der neue Headcoach verdeutlichen, dass es nun noch eine Menge Éndspiele´ gibt und was er fortan von seinen Cracks erwartet. Erstes Zeil müsse es nun sein den letzten Platz zu verlassen, um dann Schritt für Schritt besser zu werden. Ein kleiner Junge könne schließlich auch nicht sofort rennen, sondern mache erst einmal kleine Schritte.
Wichtige Tipps kann Doug Shedden von Pierre Beaulieu erhalten, der nun wieder als Assistenztrainer fungiert.

Axel Müffeler ist nun auch interimsmäßig sportlicher Leiter der Roosters
Unterstützt wird Doug Shedden auch von Axel Müffeler. Der 40- jährige Development-Coach der Roosters übernimmt damit eine weitere Aufgabe bei den Iserlohnern. Seine vornehmliche Aufgabe ist es das Trainerteam und die Mannschaft bestmöglich als interimsmäßiger sportlicher Leiter zu unterstützen. Christian Hommel war vor wenigen Tagen von seinem Amt als Sportchef zurückgetreten. Axel Müffeler übernimmt nun dessen Aufgaben damit die Roosters in diesem Bereich handlungsfähig bleiben und die Planungen weiter vorangetrieben werden können.
Am kommenden Wochenende warten dann auf das Shedden-Team gleich zwei große Herausforderungen. Nächsten Freitag treten die Roosters beim fünf Punkte vor ihnen stehenden Tabellen-Vorletzten in Düsseldorf an. Kommenden Sonntag empfangen die Roosters dann den Drittletzten aus Nürnberg am heimischen Seilersee.
Man darf gespannt sein, wie sich das Team dann nach dem erneuten Trainerwechsel präsentieren wird.


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