
Selb. (PM) Eines steht fest: Es wird ein tierisches Duell im Play-off-Viertelfinale, wenn ab dem kommenden Freitag die Selber „Wölfe“ in der „best-of-five“-Serie auf die Duisburger „Füchse“ treffen. Der 1971 gegründete Verein ist freilich nicht gerade das, was man einen Wunschgegner nennt. Wie schon im Vorjahr – da ging es nach Dortmund – müssen die Selber Spieler und Anhänger am Sonntag eine knapp 600 Kilometer lange Reise in den Ruhrpott antreten. „Das ist eine sportlich äußerst schwierige Aufgabe und auch von der Fahrtstrecke nicht ideal“, hätte sich VER-Vorsitzender Jürgen Golly durchaus einen anderen Kontrahenten als den letztjährigen Oberliga-Vizemeister vorstellen können.
Golly weiß freilich einen nicht unbedeutenden Vorteil auf Selber Seite: das zweimalige Heimrecht. Am Freitag (20 Uhr) und am nächsten Dienstag müssen die „Füchse“ im „Wolfsbau“ antreten. Und in einem eventuell entscheidenden fünften Spiel wieder. „Duisburg hat eine relativ junge Mannschaft, die sich vielleicht von der Kulisse hier in Selb beeindrucken lässt“, wünscht sich Golly eine ähnlich tolle Atmosphäre wie in den Play-off-Spielen gegen Füssen. Und sieht dann durchaus gute Chancen, eine Runde weiter zu kommen. „Ein attraktives Halbfinale mit erneutem Heimrecht ist jedenfalls ein lohnenswertes Ziel.“
Ein Blick auf den Kader des EV Duisburg verursacht bei VER-Trainer Cory Holden ein leichtes Schmunzeln. Fünf Torleute, 14 Verteidiger und stolze 26 Stürmer sind auf der Homepage der „Füchse“ aufgeführt. Viele Spieler haben Verträge mit den DEL-Clubs aus Köln und Düsseldorf oder sind zumindest mit einer Förderlizenz für die Nachbarvereine ausgestattet. „Wer von denen mitkommt, werden wir sehen“, sagt Holden, der sich bis dahin bei einigen Trainerkollegen näher über die Duisburger informieren will. Eines glaubt der VER-Coach schon jetzt zu wissen: „Die spielen sicher mit vier Reihen und werden, ähnlich wie Bad Tölz, viel laufen und arbeiten.“ Keinerlei Bedeutung misste Holden dem 2:1-Testspielsieg seiner Mannschaft im September in Duisburg bei. „Das sind jetzt total andere Voraussetzungen.“
Unter den Fans herrscht jedenfalls große Euphorie vor den bundesweiten Play-offs. Da kann auch der Name Duisburg nicht abschrecken. „Schließlich haben ,Wölfe‘ die ,Füchse‘ schon immer gefressen“, schreibt ein Anhänger in Facebook. Zumal die Selber Fans nicht nur in der heimischen Halle den Ton angeben, sondern auch im Ruhrpott wieder zahlreich vertreten sein werden. Die Fanclubs „Eisteufel“ und „Fanatics Selb 2003“ bieten für Sonntag Busreisen an.
„,Wölfe‘ haben ,Füchse‘ schon immer gefressen.“ – Ein Selber Fan auf Facebook
Die „Füchse“ Duisburg
Der 1971 als Duisburger SC gegründete Verein musste in den Jahren 1987 und 1991 zwei Mal Konkurs anmelden. Als Duisburger EV am 27. November 1991 neu gegründet, gelang nur wenige Jahre später der Aufstieg in die 2. Bundesliga. 2004 stieg der Verein sogar in die Deutshe Eishockey-Liga (DEL) auf, war dort aber bis zur Saison 2008/09 am Ende immer Tabellenletzter. Nach teilweise desolaten Leistungen verkündete schließlich Geschäftsführer Ralf Pape – noch heute der Macher in Duisburg – dass sich die Gesellschaft aus der DEL zurückzieht und zugleich einen Insolvenzantrag stellt. Die Mannschaft der „Füchse“ Duisburg trägt ihre Heimspiele in der Scania-Arena aus. Die im Jahr 1971 erbaute Eissporthalle bietet Platz für 4800 Zuschauer.


