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Neuss. (EM) Die Termine sind festgelegt: Die DEL möchte nach dem Deutschland Cup Mitte November in ihre Saison starten. Am vergangenen Freitag setzte das... Saisonstart im November: DEL-Klubs bleiben optimistisch, aber der Druck wird spürbar größer

Sind kleinere Eissporthalen besser zu belüften, als große Arenen? – © Sportfoto-Sale (JB)

Neuss. (EM) Die Termine sind festgelegt: Die DEL möchte nach dem Deutschland Cup Mitte November in ihre Saison starten. Am vergangenen Freitag setzte das Unterhaus, die DEL2, ihren Saisonstart noch einmal um einen Monat vom 02. Oktober auf den 6. November zurück.

Damit hat die DEL2 zumindest einen Monat Zeit gewonnen. Zeit, in der sich noch einiges zum Positiven, aber auch zum Negativen entwickeln kann. Durch die aktuell ansteigenden Infektionszahlen war diese sicherlich nicht leichte Entscheidung nachvollziehbar.

Sind kleinere Hallen besser zu belüften?

In den letzten Wochen haben viele Klubs versucht das von der Task Force vorgelegte Hygienekonzept mit ihren örtlichen Gesundheitsämtern zu erörtern und auf ihre jeweilige Spielstätte anzuwenden. Schnell war allerdings klar, dass Behörden und Klubvertreter einiges auch im Detail für die Zukunft besprechen können, ihnen aber bei einer Festlegung der zugelassenen Zuschauerzahl die Hände gebunden sind. Diese ist durch die jeweilige Corona-Schutzverordnung der Bundesländer festgelegt. Das bedeutet aktuell zum Beispiel, dass in Nordrhein-Westfalen 300 Zuschauer, in Bayern 200 und in Rheinland-Pfalz 250 Besucher zugelassen sind. „König Fußball“, der mit seinem Hygienekonzept Vorreiter für viele andere europäische Fußball-Ligen war, muss ebenfalls bis zum 31. Oktober gänzlich auf seine Fans verzichten.

Interessant ist auch, dass die Hygieneexperten keineswegs die großen, modernen Arenen in Punkto Belüftung favorisieren. Es scheint ein Trugschluss zu sein, dass dort durch die entsprechende Belüftung / Klimatisierung mehr Zuschauer zugelassen werden könnten als in kleineren Hallen. Vielmehr gehen die Erkenntnisse wohl dahin, dass die älteren und kleineren Hallen eine direktere Belüftung des Innenraums zulassen, weil dort die geöffneten Türen Frischluft direkt in den Innenraum strömen lassen. In vielen Arenen ist das anders, weil die Frischluft dort wegen der Umläufe mit Türen zum Innenraum keinen direkte „Strömung“ ins Innere entwickeln kann.

Straffes Programm in 142 Tagen

Spätestens Anfang Oktober werden die Klubs in der DEL ihren Trainingsbetrieb auf dem Eis aufnehmen müssen, wenn sie für das Mammutprogramm mit 52 Spielen in 142 Tagen gut gerüstet sein wollen. Das bedeutet im Klartext, dass die Klubs bis dahin spätestens Klarheit darüber haben sollten, ob und wenn ja, in welchem Umfang mit Zuschauern gespielt werden kann. Spätestens mit dem Einstieg ins Mannschaftstraining rutschen die Klubs in die Kostenfalle. Gehälter, Flüge, Wohnungen, Autos usw. müssen schließlich bezahlt werden. Deshalb gehen die meisten DEL Klubs auch ganz optimistisch davon aus, dass sie im November vor Zuschauern starten werden. „Wir setzen darauf, dass wir im November mit Zuschauern beginnen können – wenn auch anfangs sicherlich nicht in vollen Hallen“, so Christoph Sandner, Geschäftsführer der Schwenninger Wild Wings, gegenüber dem Schwarzwälder Boten.

Eine komplette Saison ohne Zuschauer ist im Eishockey finanziell undenkbar. Die bis zu 800.000 Euro aus dem Fördertopf des Bundes pro Klub, können helfen die Ausfälle bis zum 31.12.2020 aufzufangen. Ob darüberhinaus, zum Beispiel im Falle einer verkürzten Saison mit einer Teilzulassung von Zuschauern, weitere Hilfen möglich sind ? Bislang gibt es dazu keine Signale aus der Bundespolitik.

Weiterhin keine Planungssicherheit

Das Profieishockey in Deutschland tritt nun also in die vielleicht schwierigste Phase der Planungen ein. Einerseits gilt es die Etats und Mannschafts-Kader ohne echte Planungssicherheit zu finalisieren. Andererseits wird man spätestens ab Mitte September auch nicht drumherum kommen, sich mit dem Worst-Case-Szenario, einer Absage der Spielzeit 20/21, zu befassen. Noch strahlen die Klubs Zuversicht aus im November starten zu können, denn niemand möchte, dass der Eishockeysport für 18 Monate aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet. Und auch die Fans wollen, in unserem ersten Umfragetrend (siehe unten), noch nicht frühzeitig die Saison abschenken.

Es gilt aber mit einem immer kleiner werdenden Zeitfenster bis Mitte November zu beachten, dass die Klubs Planungssicherheit benötigen. Noch schlimmer wäre es sicherlich im November per Brechstange ohne Zuschauer in die Saison zu starten und dann inmitten einer weiteren Infektionswelle den Spielbetrieb wieder einstellen zu müssen. In diesem „Worst-Worst-Case-Szenario“ wäre der wirtschaftliche Schaden für viele Klubs sicherlich sehr existenzbedrohend. Auch in Anbetracht dessen sprechen einige Klubvertreter hinter vorgehaltener Hand immer offener über eine Absage der Saison, wenn weiterhin keine annehmbare Planungssicherheit herrscht.

Der Kampf um den Saisonstart bleibt weiterhin auch ein Rennen gegen die Uhr und ein Kampf an vielen „Fronten“. Die kommenden Wochen werden eine klare Richtung aufzeigen müssen.

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