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Halle. (MB) Erfolgreiche Saison oder verschenkte Saison? An der Saale in Halle weiß man es nicht so recht einzuschätzen. Die Meinungen gehen dabei auseinander. Trotz...

Logo des MEC Saale Bulls HalleHalle. (MB) Erfolgreiche Saison oder verschenkte Saison? An der Saale in Halle weiß man es nicht so recht einzuschätzen. Die Meinungen gehen dabei auseinander. Trotz einer hervorragenden Saison 2011/2012 gingen die Bulls mit einer sehr veränderten Mannschaft und mit drei Saisonzielen in das neue Oberligajahr. Pokalverteidigung und die dritte Meisterschaft in Folge waren die Minimalziele. Bei einem Fanforum vor der Saison wurde dazu das Play-Off Finale und der damit verbundene Aufstieg als drittes Ziel ausgerufen. Der Kader, so die Verantwortlichen, hat das Zeug dazu. Wobei sie dabei auf die große Konkurrenz aus dem Westen hingewiesen hatten.

 

Die Voraussetzungen

Mit dem bekannten Gesamt-Etat von rund 750.000 € gingen die Saale Bulls an den Start. Dabei verlor man mit Sebastian Lehmann, Florian Eichelkraut und Kilian Glück drei absolute Leistungsträger, die das Halbfinale im Vorjahr überhaupt erst mit möglich gemacht hatten. Des Weiteren wurde im Kader aber noch mehr verändert. Kein Goalie blieb und zudem gingen gleich 5 Verteidiger beim Ost-Meister. Lediglich im Angriff konnten Top-Spieler wie Ivan Kolozvary und Troy Bigam gehalten werden. Den Abgängen standen aber auch adäquate Neuzugänge gegenüber. Dustin Haloschan und der noch unbekannte Braeden James Johnson übernahmen gemeinsam, sehr erfolgreich, den Platz im Gehäuse. In der Abwehr waren vor allem große Erwartungen in Rückkehrer Kai Schmitz und die Neuzugänge Daniel Sevo und Robin Sochan gesetzt worden. Im Sturm sollten Christoph Koziol, Robin Slanina und Daniel Lupzig die Lücken schließen. Insgesamt schickten die Saale Bulls im Vergleich zu den anderen Hauptkonkurrenten im Kampf um den Aufstieg einen eher kleinen Kader ins Rennen. Noch vor dem ersten Ligaspiel lockte Christoph Koziol das liebe Geld und ein professionelleres Umfeld, weshalb sein Wechsel nach Frankfurt nicht zu verhindern war. Im Laufe der Saison konnten die Bulls nur wenig nachjustieren. Der Markt war ziemlich leergefegt. Übrig blieben am Ende nur Michal Schön, der 45-jährige Ervin Masek und Matthias Schubert, der von seinem „work-and-travel“-Jahr verfrüht noch vor Auftakt der Zwischenrunde zurück kam.

 

Der Saisonverlauf

Bereits in der Testspielphase sollten die Fans echte „Schmankerl“ bekommen. Gegen Weiden, Selb und die Hannover Scorpions gab es sehenswerte und zum Teil echt überraschende Duelle auf Augenhöhe zu sehen. Setzte man gegen Oberliga-Aufsteiger Weiden noch ausgeglichene Duelle voraus, schürten die Heim-Auftritte gegen Mitaufstiegskonkurrent Selb (klarer Sieg) und den Scorpions (knappe Niederlage) aus der DEL die Gedanken an den Zweitligaufstieg. Die Saale Bulls zeigten sich in einer bestechenden Frühform. Was im Übrigen auch der Vorjahresvizemeister der zweiten Liga, die Starbulls Rosenheim, in einem wahren Pokalfight im DEB-Pokal zu spüren bekamen. Nur mit 2:4 unterlag der Oberligist. Am Ende dieser abwechslungsreichen Vorbereitung stand der Alltag, die Oberliga Ost, auf dem Programm. Schnell setzten sich die Hallenser an die Spitze und eilten von Sieg zu Sieg. Der Siegeszug des Favoriten war beeindruckend, wenngleich nicht alle Spiele herausragend waren oder hohe Kantersiege eingefahren wurden. Einer der Höhepunkte waren sicherlich die beiden Derbysiege daheim gegen die IceFighters Leipzig. Wobei besonders das spielerisch überragende 8:2 in Erinnerung blieb. Doch auch bei den Tiefpunkten heißt der Gegner IceFighters Leipzig. Zwei sehr schmerzliche und ebenso deutliche Derbyniederlagen mussten die Bullen in Leipzig schlucken. Manch Fan sprach in beiden Spielen von mutlosen, kampflosen, emotionslosen Auftritten, was schwer auf das Gemüt schlug. Hervorzuheben ist dabei, dass die wohl einmalige Chance beim Rivalen eine Meisterschaft zu feiern, im zweiten Derby relativ leichtfertig verspielt wurde. Trotz alledem wurden die Saale Bulls hochverdienter und unangefochtener Meister der Oberliga Ost (3. Mal in Folge). Ebenfalls holten die Hallenser in zwei einseitigen Pokalfinalspielen gegen die Black Dragons aus Erfurt sehr sicher zum 4. Mal in Folge den Nord-Ost-Pokal. Die Pflichtziele wurden damit eindeutig und ohne größere Probleme gemeistert.
Nachdem die Minimalziele erreicht worden sind, ging es in die Zwischenrunde. Nun ging es um die Wurst. Die Saison wurde für die Bulls erst so wirklich eingeläutet. Doch nach 4 Duellen war der Aufstiegstraum diesmal frühzeitig geplatzt. Gegen die Löwen Frankfurt holten die Bulls aus 2 Spielen immerhin 1 Punkt und zeigten zwei vor allem kämpferisch tolle Spiele. Die Roten Teufel Bad Nauheim liegen dagegen Halle kaum. Zwei doch recht deutliche Niederlagen standen dort zu Buche, wo der MEC nicht wirklich den Hauch einer Chance hatte. In den zwei letzten Spielen gegen Rostock wurde aus dem „Underdog“ Halle wieder der Favorit. Und wie fast in jedem Saisonspiel vorher wurde Halle dort wieder der Favoritenrolle gerecht und verabschiedete sich immerhin mit 2 Siegen aus der Saison.

Fazit

Die Hallenser holten die Ziele Meisterschaft und Nord-Ost-Pokal überzeugend, auch weil schlichtweg dort es an der nötigen starken bzw. finanzstarken Konkurrenz bisher fehlt. So schön und gut wie diese Erfolge sind, vom Hocker haut es nach mehrmaligen erreichen in Halle niemanden mehr so wirklich.
Das Ziel worauf die Fans so ungeduldig schielen, nämlich den Aufstieg, verpasste man doch im Vergleich zur Vorsaison recht deutlich. Die Gründe sind hausgemacht. Der Westen, insbesondere Kassel und Frankfurt, haben aufgrund ihrer Vergangenheit und ihrem finanzstarken, professionellen Umfeld ganz andere Möglichkeiten. Trotz dessen muss man konstatieren, wenn der Aufstieg wirklich das Ziel war, dass der Kader in der Breite und Qualität nicht ausgereicht hat. Am Ende reicht nicht nur eine konkurrenzfähige Reihe für solch Unternehmen, egal wie sich die anderen sprichwörtlich „den Arsch“ aufreißen.
Das Team (alle Zahlen sind ohne Vorbereitung und den Nord-Ost-Pokal)

Tor

Torhüter James Johnson und Kai Schmit in der Oberliga Zwischenrunde gegen Bad Nauheims Chris Stanley - © by Andreas Chuc

Torhüter James Johnson und Kai Schmit in der Oberliga Zwischenrunde gegen Bad Nauheims Chris Stanley – © by Andreas Chuc

Braeden James Johnson #13 – Er kam, sah und siegte. Als unbekannter neuer Torhüter spielte sich der geborene Kanadier schnell in die Herzen der Fans. Ein Mann vom Eishockey Mutterland, der dazu noch überragende Spiele machen kann und ebenso sicher agierte wie Haloschan. Wie sein Mitstreiter war er für 14 Siege in der OLO mitverantwortlich und bestritt lediglich nur 3:30 Minuten weniger auf dem Eis. Die Zwischenrunde ging an ihn. Besonders die Leistung in Frankfurt mit 50 gehaltenen Schüssen war klasse. Hier sieht es wohl eher nach Trennung aus – er soll wohl auf ein Angebot aus der zweiten Liga warten.

Dustin Haloschan #39 – Spielte eine hervorragende erste Saison im Trikot der Saale Bulls. Sehr konstant und sicher zeigte er sich als Rückhalt seiner Vorderleute. Nicht umsonst war er mit dem Gegentorschnitt von 2,11 der beste Goalie in der Oberliga Ost Vorrunde. Dazu wurde er nach der Saison 2011/2012 zum zweiten Mal hintereinander offiziell gekürt. Die Zwischenrunde verlief dagegen nicht ganz optimal für den gebürtigen Oberhausener. Die Zeichen bei ihm stehen auf Vertragsverlängerung, dazu kommt noch eine Förderlizenz für die Hannover Scorpions.
Verteidigung

Robin Sochan #8 – Schlug als Kontingentler in der Verteidigung vollends ein. Der mittlerweile schon 35-jährige Kanadier überzeugte mit routinierter Abwehrarbeit, seinen Hammerschüssen von der blauen Linie und vor allem mit seiner Vielzahl an Vorlagen für etliche erzielte Tore. In der Zwischenrunde war er zudem bester Scorer des ganzen Teams. Zudem wurde er als bester Verteidiger der Oberliga Ost 2012/2013 gewählt. Ein neuer Vertrag ist lt. Verein bzw. Presse unterschrieben.

Eric Wunderlich #9 – Konnte im Vergleich zum Vorjahr sich wieder durch gute Leistungen in den Vordergrund spielen. Von der dritten Reihe zog ihn Coach Otoupalik in die zweite Reihe vor. Immerhin steigerte er sich insgesamt auf 3 Tore und 11 Assists. Alles andere als eine erneute Saison in Halle würde alle überraschen.

Alexander Rusch #14 – Der 34-jährige gebürtige Kasache mit deutscher Staatsbürgerschaft ist nur noch als Stand-By Spieler für die Bulls parat, wenn in der Verteidigung Not am Mann ist. Dabei kam der hallesche Nachwuchstrainer auf stolze 7 Scorerpunkte in gerade einmal 4 Spielen.

Istvan Pal #20 – Der nächste Verteidiger im Team vom MEC, welcher einspringt, sobald es an Spielern in der Hintermannschaft mangelt. In einem Vorrundenspiel in Niesky gab er gleich erfolgreich eine Torvorlage. In der Zwischenrunde musste der sonstige 1b-Verteidiger für den gesperrten Christian Köllner 2 Spiele einspringen und machte während seiner Einsatzzeiten keinen schlechten Job.

Tim Katzer #23 – Einer der Jungspunde im Team von Otoupalik. Der 20-jährige entschied sich kurz vor seinem Wechsel nach Leipzig doch nach Halle zu gehen. Hier durfte er in der dritten Reihe ran. Gänzlich zu überzeugen wusste er noch nicht. Mit seinen jungen Jahren ist ein Sprung nach vorne nicht ausgeschlossen. In der Vorrunde reichte es in 30 Spielen nur zu 7 Vorlagen, dagegen erzielte er in der Endrunde sein erstes Tor für die Hallenser.

Daniel Sevo  - © by Eishockey-Magazin

Daniel Sevo – © by Eishockey-Magazin

Daniel Sevo #45 – Aus Frankfurt ist er gekommen und musste dementsprechend als Hoffnungsträger abliefern. Dies schaffte er eindrucksvoll. Neben seinem hervorragenden Stellungsspiel fürchteten sich die gegnerischen Torhüter auch vor seinen Bluelinern. Ganze 11 Tore und 24 Assists konnte er verbuchen. Der eigentlich als Wandervogel bekannte Spieler bleibt in Halle. Er gab seine Unterschrift im Vorjahr für zwei Spielzeiten.

Christian Köllner #69 – Er zählte ein bisschen zu den Verlierern in der abgelaufenen Saison. Nur Reihe 3 hieß es für ihn, was wenig Eiszeit bedeutet in Halle. Neben seinem harten Check in Frankfurt gegen Sven Breiter fiel er noch mit 10 Vorlagen auf. Zu einem Torerfolg in Vorrunde und Endrunde reichte es für den „Riesen“ im Team leider nicht.

Kai Schmitz #91 – Nach 2 Jahren auf der Suche im Westen nach einem passenden Verein kam die Rückkehr des Publikumslieblings. Schnell war er zurück in den Herzen der Fans. In der ersten Reihe überzeugte er. Im Vergleich zu früheren Spielzeiten in Halle scorte er mehr und saß verhältnismäßig eher weniger in der Kühlbox. Dass er sich in Halle sehr wohl fühlt, zeigt seine schon vollzogene Vertragsverlängerung.

Sturm

Benjamin Thiede #21 – Der 32-jährige ist aus Halle nicht mehr wegzudenken. Zum zweiten Mal in Folge wurde er zum Kapitän gewählt. Von der dritten Reihe rutschte er durch den vorläufigen Abgang von Matthias Schubert in die zweite Sturmreihe. Neben Alexander Zille und Martin Miklik konnte er sich steigern, jedoch scheinen seine Glanzzeiten vorbei zu sein. Er verlängerte vor rund 1 Woche seinen Vertrag trotz geringer Bezüge.

Martin Miklik #22 – Nach einem Jahr Verletzungspause kam der 40-jährige gebürtige Slowake zurück in den Kader der Bulls. Wie sein Sturmpartner Thiede konnte er am Ende der Vorrunde 28 Scorerpunkte erreichen. Sein letztes Tor im Trikot der Bullen erzielte er beim denkwürdigen Fight in Frankfurt. Die Legende bekam einzig und allein aufgrund seines Alters kein neues Vertragsangebot. Gerüchten zufolge flirtet er heftig mit dem Rivalen Leipzig, wobei der hallesche Nachwuchs ebenfalls sehr an ihm interessiert ist.

Daniel Lupzig #24 – Die Kampfsau im positiven Sinne bei den Bulls. Der aus Straubing stammende Stürmer war mit Abstand der beste in seiner dritten Reihe. Zwischen Genie und Wahnsinn war alles dabei. Der Hitzkopf scheute keinem Fight und ließ sich gerne auch mal zu Auseinandersetzungen mit den Schiedsrichtern ein. Nicht umsonst war er Strafbankkönig des Teams. Nebenbei reichte es aber auch zu 16 Toren und 14 Vorlagen. Eine Vertragsverlängerung scheint lt. den Verantwortlichen fix zu sein.

Arthur Lemmer #29 – Einer der Verlierer der vergangenen Saison. Seit Beginn der Saison schleppte er eine Knöchelverletzung mit sich herum. Dazu kam wenig Eiszeit und vielleicht die falsche Reihe. In 32 Spielen erzielte er gerade einmal 6 Scorerpunkte. Aufgrund dieser enttäuschenden Saison entschied er sich als erster Spieler freiwillig gegen die Saale Bulls und sucht eine neue Herausforderung.

Ivan Kolozvary #31 – Auch in seiner zweiten Saison in Halle war Ivan Kolozvary nicht aus der ersten Reihe wegzudenken. Er ist das Herz der Sturmreihe, gute Übersicht und Abschlussqualitäten zeichnen den ruhigen sympathischen zweiten Kontingentler aus. In der Vorrunde erreichte er beeindruckende 65 Scorerpunkte, dazu erzielte er in der Zwischenrunde die meisten Tore, deren 5. Der feine Techniker könnte diesen Sommer vor dem Absprung stehen, der Vorstand will ihn aber wieder mit aller Macht halten.

Alexander Zille #52 – Ohne seinen kongenialen Nebenmann Schubert wusste der dienstälteste Bulls-Spieler zu überzeugen. Besonders als Vorbereiter für seine Nebenleute Thiede und Miklik fiel er auf. Ganze 29 Assists gingen auf sein Konto. Dazu traf er 7 Mal ins Schwarze und wurde so der beste Scorer außerhalb der ersten Reihe in der Vorrunde. Wie seine gesamte Reihe war er in der Zwischenrunde an seine Grenzen gestoßen, ein Verbleib in Halle gilt allerdings als sehr sicher.

Troy Bigam war desöfteren  Mann des Abends - (C) by Ralf John

Troy Bigam war desöfteren Mann des Abends – (C) by Ralf John

Troy Bigam #57 – Die Abgänge von Eichelkraut und Lehmann kamen dem 37-jährigen Routinier zu Gute. Aus der zweiten Reihe ging es in die Top-Reihe des Ostclubs. Neben Slanina und Kolozvary fühlte er sich pudelwohl und stand den beiden in nichts nach. Ganze 21 Tore und 45 Vorlagen gingen auf sein Konto. Gerne ließ er sich mal zu Diskussionen mit dem Schiedsrichtergespann ein, was 38 Strafminuten auch beweisen. Auch hier gilt die Verlängerung als ungewiss, auch andere Teams strecken die Fühler nach ihm aus.

Ervin Masek #67 – Trotz seiner 45 Jahre wertete der gebürtige Tscheche die dritte Reihe der Hallenser sehr auf. Von seiner Erfahrung profitierten seine Nebenleute und nebenbei zeigte er es den Jungspunden wie es geht. Mit beachtlichen 18 Punkten aus 15 Spielen machte er in der Vorrunde auf sich aufmerksam. Auch in der Zwischenrunde markierte er 4 Treffer und war damit der zweitsicherste Schütze seines Teams. Auf die Erfahrung des ehemaligen Lausitzers wollen die Verantwortlichen nicht mehr setzen. Zur Fanparty erhielt er doch nach vorherigen ersten Gesprächen eine Abfuhr.

Robin Slanina #71 – Es gab schon viele „Rohdiamanten“ beim MEC Halle 04. Doch Robin Slanina war der erste, der wie eine Bombe eingeschlagen hat. Eigentlich für die dritte Reihe an die Saale geholt, profitierte er vom frühen Absprung von Christoph Koziol. Slanina spielte sich mit Spielwitz, enormer Schnelligkeit und absoluter Kaltschnäuzigkeit in die Herzen der Fans. Mit Abstand der Newcomer und bester Spieler der gesamten Oberliga Ost. Insgesamt erzielte er überragende 85 Scorerpunkte (39 Tore/ 46 Assists). Schon während der Saison gab es Lockrufe aus Nauheim für den 22-jährigen. Der Vorstand möchte ihn unbedingt halten, bietet aktuell sogar das doppelte Gehalt und trotzdem steht er aller Voraussicht nach vor dem Absprung!

Matthias Schubert #81 – Verfrüht kam er zurück aus Australien. Da die Bulls keinen weiteren Neuzugang finden konnten im Januar, nahm man kurzerhand ihn schon in der Saison in den Kader zurück. Aus 9 Spielen stehen immerhin 1 Tor und 1 Vorlage da. Alles deutet daraufhin, dass er im kommenden Jahr wieder von Beginn an ein Bulle sein wird.

Max Veltwisch #88 – Ein weiterer Youngster beim MEC. Auch seine Einsatzzeiten waren in der dritten Reihe begrenzt. Er profitierte immer mal von Ausfällen, sodass er gerne mal in der ersten Verteidigungsreihe zum Einsatz kam. Besonders an seiner Torgefahr muss er noch arbeiten. 2 Tore und nur 2 Vorlagen entsprechen auch sicherlich nicht nach seinen Vorstellungen. Ein Verbleib gilt durch sein Studium als sicher.

Michal Schön #89 – Kam als Ersatz für Christoph Koziol. Schnell wurde klar, er verstärkt die Bullen eher nur quantitativ. Während Slanina in Reihe 1 einschlug, musste er sich mit der 3. Reihe zufrieden geben. Mit 3 Toren und 14 Assists kann man ihn eher als durchschnittlichen Stürmer bezeichnen.

Enrico Ehrhardt #94 – Der einzige gebürtige Hallenser jemals im Trikot der Saale Bulls. Im Sommer trainierte er fleißig an der Fitness und der Robustheit. Wirkliche Eiszeit kann man ihm aber kaum konstatieren. Zum Einsatz kam er leider nur sporadisch, wenn die Spiele meist entschieden waren. Zu einem Scorerpunkt reichte es knapp nicht. Der Pfosten vermasselte ihm den ersten Treffer in der ersten Mannschaft. Auch er wird sicherlich bleiben und über den Sommer weiter fleißig sein, damit noch mehr Eiszeit am Ende rausspringt.

Die beiden Torhüter Enrico Pschibert und Maximilian Englbrecht, Förderlizenzspieler von den Hannover Scorpions, waren lizensiert und auch spielberechtigt, absolvierten jedoch nicht eine Minute im Trikot der Saale Bulls.

Coach Jiri Otoupalik von den Saale Bulls - © by Eishockey-Magazin (DR)

Coach Jiri Otoupalik von den Saale Bulls – © by Eishockey-Magazin (DR)

Ausblick

Der Etat der Saale Bulls soll bei rund 750.000 € bleiben. Die Saisonziele sind natürlich Verteidigung von Nord-Ost-Pokal und Meisterschaft. Dabei wird man wohl mit den IceFighters Leipzig einen ebenbürtigen Konkurrenten bekommen. Die Messestädter wollen ihren ohnehin nicht schlechten Kader punktuell verstärken. Auch F.A.S.S. Berlin sollte man nicht gänzlich vergessen und im Pokal eventuell die Hannover Indians, sofern es dort in der Oberliga weitergeht. Das weitere Saisonziel der Hallenser ist wieder der Einzug in die Play-Offs, wo das Ende im Finale erst kommen soll. Im Prinzip also soll der Aufstieg her. Dafür muss definitiv der Kader breiter und qualitativ besser werden, sonst macht man den Fans erneut zu große Hoffnungen. Mit dieser Zielsetzung bauen sich die Verantwortlichen wieder einen großen Druck auf. Eine große Rolle wird natürlich auch dabei spielen, wer nun in der diesjährigen Saison aufsteigt und wie viele, denn es könnte durchaus leichter werden in der kommenden Saison die Endrunde zu überstehen, wenn Kassel und Frankfurt oder Bad Nauheim nicht mehr in der Oberliga wären.

Das Team um Coach Otoupalik, welcher erneut um ein Jahr verlängert hat, soll im kommenden Jahr nicht so groß verändert werden. Dabei hofft man Spieler ala Slanina doch irgendwie halten zu können und punktuell nur nachrüsten zu müssen. Das ist für ehrgeizige Ziele auch nötig, denn der Kader in der abgelaufenen Saison war qualitativ für den Aufstieg nicht ausreichend. Eine starke Sturmreihe war zu wenig für Mannschaften wie Frankfurt und Bad Nauheim. Da halfen am Ende auch nicht die großartigen Torhüter Haloschan und Johnson. Sollten es die Hallenser schaffen den Kader breiter und hochwertiger aufzustellen ist zumindest ein Einzug ins Halbfinale wie vor 2 Jahren nicht unmöglich.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist allerdings die Thematik mit der Eissporthalle bzw. Volksbank Arena. Deren Zustand ist marode. Seit Jahren kämpfen die Vereine um eine energetische Sanierung um somit die Betriebskostenerhöhungen einzusparen. Schon in der abgelaufenen Saison musste der MEC dadurch monatlich lt. Aussagen 10.000 € mehr aufbringen. Die Fans davon 0,50 € pro Spiel. Dazu entstand in den letzten Wochen eine Schlammschlacht zwischen den Parteien innerhalb der Halle. Nun obliegt es der Politik die Sachlage aufzuklären und den Eissport längerfristig zu halten. Auch wenn es wohl derzeit gute Gespräche gibt, die neue Eiszeit ab September ist aktuell noch nicht 100 % sicher. Dies gilt es auch schnell zu klären, denn so eine kurzfristige Rettung wie im vergangenen Jahr kann für den Profiverein von verheerender Bedeutung sein!

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