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Iserlohn. Das Saisonziel  für die Roosters wurde eigentlich schon vor knapp zwei Jahren von Klubchef Wolfgang Brück ausgegeben und lautete ganz einfach häufiger in...

Logo der Iserlohn RoostersIserlohn. Das Saisonziel  für die Roosters wurde eigentlich schon vor knapp zwei Jahren von Klubchef Wolfgang Brück ausgegeben und lautete ganz einfach häufiger in den Playoffs zu sein, als eben nicht unter den Top 10 der DEL zu landen. Die Pre-Playoff-Teilnahme aus der Vorsaison hatte sicherlich Appetit auf „mehr“ gemacht, war man doch auch aufgrund von Verletzungen unglücklich gegen den Westrivalen Düsseldorf ausgeschieden. Auch die im vergangenen Sommer offensichtlich klamme Klubkasse änderte zumindest nach außen hin nichts am Saisonziel. Die Voraussetzungen waren gerade zum Saisonstart aber alles andere als optimal.

 

Die eingeschlagene Verjüngung des Teams war zu Saisonbeginn auch im „neuen“ Kader klar erkennbar. Orendorz, Ortwein, Demuth, Kahle, Tomassoni, und Fischhaber senkten den Altersschnitt erst einmal kräftig nach unten. Mitte September steckte man scheinbar „frisches“ Geld  in den Kader und verpflichtete Brandon Brooks, Colin Stuart und Mark Bell nach. Ortwein, Demuth und später auch Kahle wurden seither kaum noch im DEL Einsatz gesichtet. Für den Trainer machten es die späten Nachverpflichtungen nicht einfacher eine Einheit zu formen. Der Saisonstart verlief insgesamt durchwachsen. Dem Auftaktsieg in Düsseldorf folgten erst einmal drei Niederlagen. Am 12. Spieltag unterlagen die Sauerländer trotz starker Leistung in Berlin mit 7:1. Von da an ging der Trend erst einmal aufwärts. Bis zur Deutschland Cup Pause Anfang November fing man sich und konnte mit vier Siegen in Folge Boden gut machen. Die unnötige 2:3 Niederlage gegen München im letzten Spiel vor der Pause war aber schon ein erster winziger Fingerzeig, dass die Roosters immer mindestens 100 % geben müssen, um konkurrenzfähig zu sein.

Nach der Pause folgte das, was man am Seilersee klassisches November-Tief nennt. Dieses zog sich dann allerdings ungewohnt lange hin. Bis Ende Dezember holte man aus 15 Spielen gerade einmal 14 Punkte. Im Januar ging die Punktausbeute, vielleicht auch aufgrund der zwangsläufigen Umstellung auf drei Reihen, wieder deutlich nach oben. Bis zur Olympiaqualifikationspause im Februar war man noch mitten im Kampf um die Playoff-Plätze. Die lustlose 2:6 Vorstellung im letzten Spiel vor der Pause in Düsseldorf war allerdings höchst ärgerlich und im Nachhinein ein klarer Hinweis auf die folgenden Spiele. Nach der Pause konnten die Roosters nie in den Playoff-Modus umschalten. Das Match in Düsseldorf einbezogen, gingen zehn Partien am Stück verloren. Die Endphase der DEL Vorrunde war auch zugleich der Tiefpunkt in dieser Roosters-Saison. Als Highlights bleiben sicherlich der Sieg in Berlin, das glanzvolle 7:1 gegen Köln oder auch die beiden Siege gegen Mannheim hängen. Diese Spiele verdeutlichen aber auch zugleich, dass die Roosters insbesondere gegen die direkten Konkurrenten, wie etwa Wolfsburg, Hannover, München, Straubing oder Augsburg viel zu wenig holen konnten.

 

Saisonverlauf: Neuer „Jugendstil“ und am Ende überspielte Leistungsträger

Marcel Kahlekam nach den Verpflichtungen von Brooks, Bell und Stuart vornehmlich in Essen zum Einsatz  - © by Eishockey-Magazin (DR)

Marcel Kahlekam nach den Verpflichtungen von Brooks, Bell und Stuart vornehmlich in Essen zum Einsatz – © by Eishockey-Magazin (DR)

Hinter den Roosters liegt ein äußerst schwieriges Jahr. Der vergangene Sommer legte eigentlich schon den Grundstein für den Misserfolg der Saison 12/13. Den Zuschauern wurde das Produkt Eishockey kaum angepriesen. Stattdessen werkelte man im stillen Kämmerlein vor sich hin und machte aus der offensichtlich vorhandenen (finanziellen?) Not eine Tugend. Die Rolle rückwärts im Fall von Lasse Kopitz ist beispielgebend dafür. Mit einem Minikader und drei völlig DEL unerfahrenen Spielern ging man an den Start. Kämpferisch überzeugte das Team in eigener Halle fast immer. Die fehlende Klasse und Cleverness sah man aber spätestens beim mangelhaften Überzahlspiel. Hier passte nie zusammen, was zusammenpassen sollte. Den neuen Jugendstil ließ man nach der Saisonvorbereitung schnell wieder fallen. Ortwein und Demuth agierten nach den Verpflichtungen von Brooks, Stuart und Bell fast ausschließlich beim Kooperationspartner Moskitos Essen. Und auch die Einsätze von Kahle wurden deutlich weniger. Keine Frage, die drei jungen Spieler können körperlich noch so gar nicht in der DEL mithalten. Insbesondere Kahle enttäuschte aber praktisch nie. Warum er in Zeiten höchster Verletzungsnot nicht das Vertrauen bekam ist schwer nachvollziehbar. Überhaupt hatten die Roosters von ihren drei Nachverpflichtungen nicht viel. Brooks fiel verletzungsbedingt monatelang aus. Stuart fand, bis auf wenige Ausreißer, nie seine Rolle im Team und Bell benötigte auch aufgrund von Konditionsrückständen eine zweieinhalbmonatige Anlaufzeit. Von den drei „Neuen“ blieb somit auf die Saison gesehen ein halber Volltreffer übrig. Das machte es für das Trainergespann nicht leichter. Wenn der Kader erst im September komplett ist und dann auch aufgrund schwerer Verletzungen immer wieder dezimiert wird, dann kann man kaum eine Einheit zusammenschweißen. Doug Mason hat unter diesen Umständen zumindest bis Anfang Februar nahezu das Optimum aus den vorhandenen Möglichkeiten herausgeholt. Er und Manager Karsten Mende mussten gerade zum Saisonstart das auslöffeln, was ihnen die Geschäftsführung eingebrockt hatte. Es werden wohl auch die ärgsten Kritiker von Mende nicht behaupten wollen, dass dieser nicht lieber schon im Mai den Kader komplett hätte und am 1. August die Mannschaft aufs Eis schicken würde. Hier hätte sich insbesondere Wolfgang Brück im Spätsommer 2012 auch einmal schützend vor seine sportliche Führung stellen können, ja gar müssen.

Die Kritik für das fade Saisonende sollten sich allerdings die Trainer und insbesondere die vermeintlichen Leistungsträger ankreiden lassen. Warum man hier nicht mehr den erforderlichen Punch entwickeln konnte? Niemand kann es offensichtlich erklären. Eine Erklärung ist vielleicht, dass durch die vielen Spiele mit nur drei Reihen die Leistungsträger zum Ende der Vorrunde völlig überspielt wirkten?!

 

Einzelkritik

Torhüter

Sébastien Caron - © by Eishockey-Magazin (JB)

Sébastien Caron – © by Eishockey-Magazin (JB)

Sébastien Caron: Die unumstrittene Nummer eins im Kasten. Nach dem Ausflug in die NHL zum Ende der letzten Saison aber mit einigen Startschwierigkeiten und zwischendurch auch mit einigen wenigen ungewohnt schwachen Auftritten. Insgesamt aber nach wie vor einer der DEL Topgoalies. Seine Sperre löste eine personelle Kettenreaktion aus.

Tim Siekmann: Bis Mitte Dezember der Schattenmann von Sébastien Caron. Zeigte bei seinen zwei DEL Einsätzen, dass er sich verbessert hat, aber dennoch nie DEL-Niveau erreichen wird. Zog nach Carons Sperre und seiner Nicht-Berücksichtigung enttäuscht seine Konsequenzen und schloss sich später dem Bayernligisten Bayreuth an.

Shawn Hunwick: Kam im Januar an den Seilersee. Ein guter Stellvertreter für Caron, der ihm auch entsprechend Feuer geben konnte. Letztendlich reichte es für den kleinen Goalie aber nur zu sieben Einsätzen.

 

Abwehr

Derek Peltier: Häufig ein Unsicherheitsfaktor. Die Ursache dafür ist schwer zu ergründen. Nach gesundheitlichen Problemen (Bluthochdruck) am Saisonanfang am Ende mit einer Schulterverletzung frühzeitig aus der Saison ausgeschieden. Möglicherweise liegt der Grund für seine Leistungsschwankungen in einer Gehirnerschütterung aus der Vorsaison. Sein Vertrag wurde aufgelöst.

Lasse Kopitz: Erst wollte man ihn nicht mehr, dann doch wieder. Unter den Startvoraussetzungen hat er diese Saison prima gemeistert. In der ersten Saisonhälfte sicherlich auch mit einigen Fehlern. Nach  Danielsmeiers Verletzung übernahm er deutlich mehr Verantwortung. Kämpferisch und vom Willen immer voll da. Am Ende sogar mit Kultstatus bei einigen Fans. Vertrag wurde bereits verlängert.

Dieter Orendorz: Der junge Verteidiger muss im kommenden Sommer sicherlich noch im muskulären Bereich arbeiten. Manchmal noch etwas zu unentschlossen. Insgesamt aber eine grundsolide Saison, so er denn zum Einsatz kam. In der neuen Saison ein Kandidat für die Top 6 in der Abwehr. Hat das Vertrauen gerechtfertigt.

Torjubel bei Mike York, Mark Ardelan und Mark Bell (v.r.n.l.) - © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Torjubel bei Mike York, Mark Ardelan und Mark Bell (v.r.n.l.) – © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Mark Ardelan: Von seinen bisher knapp fünf Saisons am Seilersee seine wohl „bequemste“. Dennoch einer der wenigen Verteidiger im Team mit guten Ideen im Spielaufbau und Zielgenauigkeit von der blauen Linie. Das zeigte er allerdings zu selten. Nach fünf Jahren ist für ihn Schluss.

Matt Tomassoni: Kam als Tryout-Spieler zu den Roosters. Steigerte sich zusehends. Insbesondere kämpferisch fast immer vorbildlich. Spielerisch noch Luft nach oben. Vertragsverlängerung nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Collin Danielsmeier: Bis zu seiner Verletzung im Dezember definitiv der defensivstärkste Verteidiger. Stellte sich bei seinem Comeback frühzeitig in den Dienst der Mannschaft. Mittlerweile auch Identifikationsfigur mit blau-weißem Blut in den Adern.

Jason Lepine: Kam als Ergänzung im Januar zu den Roosters. Konnte der Abwehr kaum mehr Stabilität verleihen. Überflüssig.

Brandon Rogers: Sicherlich eine der Entdeckungen. Verfügt über einen deutschen Pass und genau das macht den defensivstarken Verteidiger für Iserlohn so wertvoll. Seine Vertragsverlängerung ist konsequent und richtig.

 

Sturm:

Simon Fischhaber: Eine positive Überraschung. Entwickelte sich zu einem defensivstarken Center mit großem Kämpferherz. Technisch und taktisch ist aber noch reichlich Luft nach oben.

Michael Wolf: Seine Torausbeute zu bemängeln, wäre ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Dennoch hat er diesbezüglich seit der vergangenen Saison schon etwas nachgelassen. Hatte in der heißen Endphase der Saison Ladehemmung. Dennoch immer ein Vorbild an Kampf und Einsatz. Das „A“ auf der Brust ist mittlerweile eigentlich längst ein „C“.

Thomas Holzmann: Mittlerweile eine feste Größe im Team. Müsste noch mehr scoren. Im letzten Saisondrittel wieder fast auf seinem Topniveau. Vertragsverlängerung noch offen.

Jeff Giuliano: Wie immer als Arbeitsbiene und Laufwunder unverzichtbar. Wird nie Topscorer, aber das muss er auch nicht. Etwas mehr Scoringtouch wäre aber schon schön. Am Ende etwas überspielt.

Tobias Wörle: Straubing ist seine neue sportliche Heimat. Die Tigers dürfen sich auf einen Stürmer freuen, der läuferisch top ist und schnell den Abschluss sucht. Technisch aber durchaus limitiert. In dieser Saison bei den Roosters mit zunehmenden Saisonverlauf immer unauffälliger.

Marcel Kahle: Wenn er denn mal spielte, dann enttäuschte er auch nicht. Muss körperlich noch zulegen. Gelingt ihm das, dann gehört ihm die Zukunft. Ein Talent, das mehr als rennen und kämpfen kann.

Mark Bell: Guter Schuss, gute Technik und prima Übersicht. Allerdings auch für einen 32 –jährigen schon relativ langsam. Kam ohne Sommertraining an den Seilersee. Das sollte in der nächsten Saison nicht noch einmal passieren, um die lange Anlaufzeit zu vermeiden.

Colin Stuart: Sollte das kämpferische Element entscheidend verstärken. Das gelang nur bedingt. Ist wohl nie so richtig in Iserlohn angekommen. Mit einigen Ausreißern wirkte es oft wie Dienst nach Vorschrift.

Marvin Tepper: Kam aus Bietigheim zu den Roosters, um den Sprung zurück in die DEL zu schaffen. Einsatzfreude und Laufbereitschaft stimmten. Zwischenzeitlich fand er sich aber nur auf der Bank wieder. Hat nicht viel falsch gemacht, aber eventuell. weniger richtig als andere? Disziplinlosigkeit hat ihm wohl zum Ende hin das Genick gebrochen. Muss gehen.

Dustin Demuth: Kam kaum zum Einsatz. Spielte vornehmlich in Essen. Muss sicherlich körperlich kräftig zulegen, um den Sprung in den Profibereich zu schaffen. In Iserlohn ist für ihn (vorerst) kein Platz mehr.

Brendan Brooks: Das Verletzungspech blieb ihm auch in dieser Saison treu. Eine schwere Knieverletzung zwang ihn zu einer mehrmonatigen Pause. Einsatzfreude und läuferische Stärke sind unverkennbar sein Markenzeichen. Konnte sich aber aufgrund der langen Pause in der Kürze der Zeit nur schwer in Form spielen. Bekommt ebenfalls keinen neuen Vertrag.

Denker und Lenker der Iserlohner : Mike York.  - © by Eishockey-Magazin (JB)

Denker und Lenker der Iserlohner : Mike York. – © by Eishockey-Magazin (JB)

Mike York: Das Gehirn der Roosters bleibt zwei weitere Jahre am Seilersee. Er setzte die spielerischen Glanzlichter. Nach der schweren Fußverletzung am Ende der letzten Saison ist es wohl Doug Masons Verdienst, dass er an den Seilersee zurückkehren konnte.

Robert Hock: Die Jahre gehen auch am Captain nicht spurlos vorbei. Wird langsamer, ist aber zugleich ein wichtiger Helfer dabei junge Spieler an das DEL Niveau heranzuführen. Stellte sich oft in den Dienst der Mannschaft. 34 Scorerpunkte sprechen noch immer eine klare Sprache dafür, dass er auch mit 40 Jahren noch nicht zum alten Eisen zählt. Er bekommt kein neues Vertragsangebot der Roosters. Die Art und Weise dieses zu kommunizieren war sicherlich „amateurhaft“. Sollte er widererwarten seine Karriere beenden, dann sollte man ernsthaft darüber nachdenken  sein Trikot nach fast 400 DEL Spielen für die Roosters unters Hallendach zu hängen. Das Angebot für ein sicherlich verdientes Abschiedsspiel steht im Raum. In jedem Fall ein Abgang, der nicht nur auf dem Eis Spuren hinterlässt.

 

Ausblick: Gnadenloser Schnitt im Team. Verbesserung des Kaders „nur“ eine Frage des Geldes?

Klubboss Wolfgang Brück möchte nach Ostern die Ergebnisse der Detailanalyse von Manager Karsten Mende und Trainer Doug Mason auch öffentlich kommunizieren. Man darf gespannt sein, welche Schlüsse danach daraus gezogen werden? Kommt es möglicherweise nach dem gnadenlosen Schnitt im Kader auch zu einer personellen Neuausrichtung innerhalb der Geschäftsstelle? Jede Vorwegnahme der Ergebnisse wäre aktuell Spekulation. Man lässt sich wohl aus gutem Grund nicht in die Karten schauen.

Sportlich gilt es aus dem kleinen Etat mehr sportliche Qualität aufs Eis zu bringen. Die Positionen von Mark Ardelan und Derek Peltier sind in der Abwehr neu zu besetzen. Im Sturm müssen durch die Weggänge von Hock, Wörle und eventuell auch Holzmann 71 deutsche Scorerpunkte erst einmal ersetzt werden. Das dürfte die größte personelle Herausforderung dieser Sommerpause sein. Tyson Mulock (Berlin) soll hier ein Kandidat bei den Roosters sein. Interessant dürfte auch sein, ob man erneut auf der Torhüterposition alles einzig und allein auf Sébastien Caron setzen wird? Vielleicht öffnet ja die mögliche Wiedereinführung der Förderlizenzen zwischen DEL und zweiter Liga den Roosters ein Hintertürchen auf dieser Position. Nach der sportlich äußerst mageren Saison ist der gnadenlose Schnitt im Kader richtig und umgänglich.

Co-Trainer Jari Pasanen (links) und Cheftrainer Doug Mason stehen auch in der kommenden Saison bei den Roosters unter Vertrag - © by Eishockey-Magazin (DR)

Co-Trainer Jari Pasanen (links) und Cheftrainer Doug Mason stehen auch in der kommenden Saison bei den Roosters unter Vertrag – © by Eishockey-Magazin (DR)

Wirtschaftlich wurde zuletzt vor und hinter vorgehaltener Hand von einem ähnlichen Etat gesprochen, wie nach den Verpflichtungen von Brooks, Stuart und Bell. Auch wenn Wolfgang Brück öffentlich nicht mehr über Zahlen sprechen möchte, so sind diese Aussagen doch mit Vorsicht zu genießen. Eine eher stagnierende Wirtschaft in Südwestfalen, aber auch Gerüchte um den Rückzug eines Hauptsponsors könnten für einen erneut schwierigen Sommer sorgen. Als kleines „Zucker“ für die Fans wurden die Preise für Stehplatzdauerkarten gesenkt. Offensichtlich erhofft man sich dadurch bestehende Fans weiter fest an den Klub zu binden und neue dazu zu gewinnen. Die „nackte“ Zuschauerzahl ist zwar im Vergleich zur Vorsaison rückläufig. Allerdings war diese auch aufgrund der namhaften NHL-Neuverpflichtungen und der daraus resultierenden Euphorie ein Ausreißer nach oben.

Klar ist, dass die Roosters nicht nur eine Baustelle haben. Die mangelhafte Außendarstellung ist dabei wohl nur die Spitze des Eisbergs. Viele Probleme sind seit Jahren am Seilersee bekannt. Bislang hat man wohl zu häufig wohlwollend darüber hinweggesehen oder geglaubt es ohne Profis lösen zu können. Besonders sauer ist vielen Fans und Sponsoren die Art und Weise des Abschieds von Robert Hock aufgestoßen.  Ähnlich wie vor Jahresfrist bei Bernd Haake hat man hier jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lassen. Schade! So verspielt man unabhängig von den einzelnen Betroffenen viele Sympathien bei den Anhängern.

Letztendlich steht und fällt vieles in der neuen Saison mit der Höhe des Etats. Vielleicht muss genau hier der Hebel angesetzt werden und auch einfach mal der Mut zu neuen Wegen aufgebracht werden. Mit mehr Geld wird man freilich nicht automatisch mehr Erfolg haben, aber zumindest hätte man die Möglichkeit eine rechtzeitige Saisonvorbereitung mit einem möglichst kompletten und tieferen Kader zu starten. Nach dreizehn Jahren DEL Zugehörigkeit mit lediglich zwei Playoff-Teilnahmen sind die Zuschauer am Seilersee sicherlich nicht erfolgsverwöhnt. Die Sehnsucht nach mehr Erfolg ist bei allen verständlich. Vielleicht muss man aber auch zu einer neuen Ehrlichkeit finden und den Fans mehr verdeutlichen, dass andere Klubs auch höhere Etats aufstellen und man selbst einfach aus finanziellen Gründen nur dann in der Lage ist die Playoffs zu erreichen, wenn alles aber auch wirklich alles passt. DEL Eishockey war und ist in Iserlohn noch immer etwas Besonderes. Damit das auch noch möglichst lange so bleibt, muss sich nach der letzten „Stückwerksaison“ aber in vielen Bereichen etwas ändern. Frei nach Herbert Grönemeyer: „Zeit, dass sich was dreht“!

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