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Iserlohn. (MK) Wöchentlich findet in der Eissporthalle am Seilersee das Pressegespräch zwischen der sportlichen Leitung und den Medienvertretern statt. Eigentlich sollten am Donnerstag die... Roosters: „Findlay-Ersatz“ soll möglichst schnell gefunden werden – Nachwuchsgoalie Neffin eine Option am Wochenende

Iserlohn Roosters Team – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn. (MK) Wöchentlich findet in der Eissporthalle am Seilersee das Pressegespräch zwischen der sportlichen Leitung und den Medienvertretern statt. Eigentlich sollten am Donnerstag die kommenden Aufgaben gegen München und in Bremerhaven im Mittelpunkt stehen. Allerdings wurde die Personalie Brett Findlay dann zum Schwerpunktthema.

Christian Hommel: „Brett Findlay ist nicht der Sündenbock“

„In beiderseitigem Einvernehmen“, heißt es oftmals so schön schwammig umschrieben, wenn sich ein Klub und ein Spieler trennen. Und auch die Iserlohn Roosters haben in ihrer offiziellen Pressemitteilung (wir berichteten) diese Formulierung gewählt. Allerdings ist es im Fall von Brett Findlay wohl wirklich eine Trennung im Guten.
„Ich hatte mit Brett natürlich auch schon während der Saison Gespräche. Er war mit sich selbst auch unzufrieden. Er wusste, dass er nach Iserlohn kommt und mehr produzieren soll. Wir dürfen natürlich nicht außer Acht lassen, dass er natürlich immer noch unser Topscorer war. Fakt ist, dass sich einfach für ihn kurzfristig und natürlich auch für uns eine Option aufgetan hat. Es ist eine wirtschaftliche, wie auch eine sportliche Situation, die für beide Seiten einen positiven Nebeneffekt herbeirufen kann. Für den Spieler, wie auch für uns als Organisation. Wir sind auch überhaupt nicht im Bösen auseinander gegangen. Es waren wirklich gute und konstruktive Gespräche. Zwischen dem Spieler und der Organisation, wie aber auch zwischen seinem Agenten und der Organisation. Es ist null böses Blut geflossen. Brett Findlay ist auch nicht der Sündenbock für unsere Misere, die wir momentan haben. Auch er ist einer, der immer mit vollem Einsatz dabei war“, unterstreicht Christian Hommel.

Und auch Trainer Jason O´Leary pflichtet ihm bei: „Es ist schade, dass Brett weg geht. Aber im Endeffekt ist es eine Chance für beide Seiten. Wir müssen jetzt eine Lösung finden, mit der wir vielleicht etwas mehr erreichen können.“

Brett Findlay kam im Sommer nach einer Saison in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) aus Bozen zu den Roosters. In 23 Spielen konnte der 27- jährige Kanadier vier Tore und zehn Beihilfen für sich verbuchen. In Ingolstadt muss der Spielmacher übrigens auch um „seinen Platz“ kämpfen, denn die Panther haben mit ihm insgesamt zehn Importlizenzen vergeben. Lediglich neun Spieler dürfen pro Partie eingesetzt werden. Eine Situation, die Findlay aus Iserlohn kennt. Am vergangenen Sonntag wurde er als überzähliger Importspieler nicht berücksichtigt.

Ersatzmann soll möglichst schnell gefunden werden

Wer nun die Lücke schließen soll ist momentan noch unklar. Manager Christian Hommel sondiert selbstverständlich den Markt und hätte auch gerne schon vor diesem Wochenende eine Lösung gehabt. Momentan führt er noch viele Gespräche und hofft auf schnellen Vollzug, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Da derzeit viele europäische Klubs versuchen ihren Kader nachzubessern, ist der Markt an freien Spielern natürlich „überschaubar“. Einer der momentan zu haben wäre, ist der in Schwenningen freigestellte Torjäger Jamie MacQueen, wenngleich Christian Hommel verständlicherweise keine Namen nennen oder gar kommentieren möchte. Für eine Verbindung zwischen MacQueen und Iserlohn gibt es auch derzeit keine nachhaltigen Quellen.

Jason O´Leary: „München ist wie eine Maschine“

Am Wochenende warten auf die Roosters zwei große Herausforderungen. Am morgigen Freitag gibt der amtierende Vizemeister aus München seine Visitenkarte erstmals am Seilersee ab. Im Hinspiel verloren die Sauerländer Mitte Oktober in er bayerischen Landeshauptstadt mit 5:2. Personell sind die Münchner aktuell stark gebeutelt. Mit Maximilian Kastner, Danny aus den Birken (Beinverletzung), Kevin Reich (Oberkörperverletzung), Derek Roy (Schulter-OP), Frank Mauer (Oberkörperverletzung) und Mads Christensen (Hüftverletzung) sowie Verteidiger Emil Quaas (Oberkörperverletzung) fallen gleich sieben Spieler aus.
Trainer Don Jackson muss überdies auf die fünf U20-Nationalspieler John-Jasonn Peterka, Justin Schütz, Dennis Lobach, Filip Varejcka und Philip Mass verzichten, die derzeit für die laufende Vorbereitung zur bevorstehenden U20-Weltmeisterschaft (26. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020) in Tschechien abgestellt sind. Dagegen sind die beiden Profis Maximilian Daubner und Bobby Sanguinetti wieder in den regulären Trainingsbetrieb eingestiegen.
Zuletzt konnten die Münchner die Ausfälle allerdings gut kompensieren. In Krefeld gewannen die Jackson-Schützlinge vor Wochenfrist mit 5:8 und gegen Meister Mannheim gelang nach einem sensationellen Schlussspurt noch ein Punktgewinn.

Und auch bei den Roosters wird weiterhin Marko Friedrich fehlen. Er laboriert weiterhin an den Folgen einer schweren Gehirnerschütterung. Ein Comeback ist noch nicht absehbar. Außerdem fehlt Tim Fleischer, der sich in Füssen mit der U20 Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet. Im DEB Team von Bundestrainer Tobias Abstreiter spielt er aktuell übrigens in einer Formation mit Yannik Valenti (Adler Mannheim / Heilbronner Falken) und Nino Kinder (Winnipeg Ice).
„Für uns ist es immer schwierig, wenn wir einen guten junger Spieler haben und er weg ist. Aber es ist auch für ihn sehr wichtig. Wir haben vorher darüber gesprochen. Es ist auch wichtig, dass er das deutsche Eishockey unterstützt. Es ist eine große Chance für ihn in seiner Altersklasse auf höchstem Niveau gegen die besten Spieler der Welt zu spielen. Das ist eine Chance, die man ihm nicht wegnehmen kann. Ich bin stolz auf ihn. Er macht auch bei uns einen guten Job und das ist nun für ihn ein Bonus“, freut sich Jason O´Leary für seinen Schützling.

Darüber hinaus geht Trainer Jason O´Leary von drei weiteren Spielern aus, deren Einsatz zumindest noch fraglich ist. Wer es ist, wird offiziell noch nicht verraten, um den Gegner noch etwas im Unklaren zu lassen.

“München ist wie eine Maschine. Ein richtiges Powerhouse in der DEL. Wir müssen unser Spiel spielen, geduldig sein und auch die Eier haben in solche einem Spiel für sechzig Minuten zu kämpfen“, gibt Jason O´Leary die Iserlohner Marschroute aus.

Einsatz von Jonas Neffin im Bereich des Möglichen

Jonas Neffin und Andres Palm (Torwarttrainer) – © Sportfoto-Sale (MK)

Schon am Sonntag beim Auswärtsspiel in Augsburg saß Torhüter Jonas Neffin für den erkrankten Andreas Jenike auf der Bank. Momentan ist noch nicht klar, auf welchen Torhüter das Trainerteam am Freitagabend setzen kann, denn auch hinter Anthony Peters steht noch ein Fragezeichen. „Es sind nur Kleinigkeiten bei Jenike und Peters“, kann Jason O´Leary beruhigen.
Neffin, der eigentlich in dieser Saison beim Süd-Oberligisten Weiden Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln soll, hat in dieser Woche bei den Roosters mittrainiert. Der Eindruck von ihm war unisono für Trainer und Sportchef sehr gut.
Jason O´Leary erklärt: „Wir wollten ihn ein wenig wieder heranbringen. Er ist ein Teil unserer Mannschaft, aber wenn er in Weiden ist, dann ist er ein bisschen weit weg. Wir glauben, dass es für ihn ein guter Zeitpunkt ist, die Chance zu nutzen bei der Mannschaft zu sein. Er muss auch lernen, dass es im Profibereich nicht so einfach ist. Er muss auch mit viel Druck von außen umgehen. Es könnte sein, dass er an diesem Wochenende spielt“.

Bei den Blue Devils Weiden kam Jonas Neffin in dieser Saison nach 22 Spieltagen zu bislang acht Einsätzen. Zuletzt überzeugte er am vergangenen Freitag beim Tabellenvorletzten der Oberliga Süd im Spiel beim Tabellenführer Memmingen. Dort unterlagen die Oberpfälzer mit 3:2 nach Verlängerung. Neffin parierte 56 von 59 Schüssen (Fangquote 94,9%). Insgesamt läuft es beim Tabellenvorletzten in dieser Saison alles andere als rund. Die Erwartungen an das Team von Trainer Ken Latta waren vor der Saison deutlich höher angesiedelt. Noch aber haben die Blue Devils mit zwei Punkten Rückstand zu Platz zehn ihr Schicksal selbst in der Hand.

Am Sonntag Wiedersehen mit Bremerhaven

Erstes Bully ist am Freitag in Iserlohn um 19:30 Uhr. Am Sonntag steht das schwere Auswärtsspiel bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven an. Die Seestädter haben sich zuletzt mit zwei Heimsiegen gegen Nürnberg und Schwenningen wieder etwas Luft im Playoff-Kampf verschaffen können. Vor zwei Wochen gewannen die Roosters am heimischen Seilersee mit 5:1 gegen die Pinguins. Damals stand der junge Keeper Cerveny für den verletzten Pöpperle im Tor. Womit die Parallele zu den Roosters fast hergestellt ist. Allerdings haben die Bremerhavener mit dem Letten Gudlevskis einen neuen Torwart verpflichtet, der bislang vollauf überzeigen konnte. Spielbeginn in Bremerhaven ist am Sonntag um 16:30 Uhr.

Wenig Zeit zum Durchatmen bleibt den Roosters danach. Mit dem Match gegen München wird die stressigste Zeit der Hauptrunde eingeläutet. Am Dienstag steht der Westkracher daheim gegen Köln auf dem Spielplan. Danach gegen die Roosters „on Tour“. Ingolstadt und Wolfsburg heißen die Reiseziele am nächsten Wochenende. Und damit gibt es schon sehr bald ein Wiedersehen mit dem nun Ex-Rooster Brett Findlay. Man sieht sich eben immer mindestens zwei Mal im Leben, wie man immer so schön sagt.

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