Köln
(HHK) „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie unbedingt sein muss“, heißt es in Reiterkreisen. Auf das Spiel des KEC gegen den EHC Red Bulls München übertragen heißt das: die Haie taten gerade mal so viel, wie zum Sieg gegen die harmlosen Gäste notwendig war. Es reichte, in jedem Drittel ein Tor gegen die harmlosen Bayern zu schießen. Die Haie eroberten damit die Tabellenführung zurück, die es am kommenden Wochenende bei den schweren Auswärtsbegegnungen in Berlin und Ingolstadt zu verteidigen gilt.
Die 1:0-Führung der Haie nach dem ersten Drittel darf man getrost als glücklich bezeichnen. Streng genommen war der Torschuss von Brett Breitkreuz die einzige starke Aktion der Kölner Offensive, aber die war wirklich sehenswert. Bei Kölner Unterzahl eroberte Greg Claaßen einen Befreiungsschlag von Andreas Falk, kurvte ungestört um das Münchener Tor kurven legte dem heranstürmenden Breitkreuz auf. Gegen dessen Schuss von der blauen Linie gab es für Jochen Reimer nichts zu halten.
Im Übrigen aber gaben die Gäste den Ton in diesem ersten Drittel an. Das lag auch daran, dass die unkonzentriert wirkenden Haie dreimal in Unterzahl gerieten, zweimal davon durch Spielverzögerung. Die Gäste vermochten es aber nicht, die sich ihnen bietenden Chancen zu nutzen, zumal wenigstens Torhüter Danny aus den Birken in Normalform agierte.

Das zweite Drittel begann mit einem Überzahlspiel der Gäste. Wieder konnte sich Danny aus den Birken auszeichnen, als er zweimal gegen den vor seinem Tor postierten Verteidiger Johan Edjepalm parierte. Dann übernahmen aber die Gastgeber die Kontrolle über das Geschehen auf dem Eis. Vor allem wenn die Reihe um Torjäger Chris Minard auf dem Eis war, wurde es gefährlich vor dem Münchener Tor. Überragend reagierte Jochen Reimer in der 27. Minute gegen Andreas Falk. Zwei Minuten später aber war Reimer machtlos gegen einen glasharten Schuss von Ales Kranjc. Der Puck sprang sofort wieder aus dem Tor, erst nach Studium der Videoaufzeichnung erkannten die Unparteiischen den Treffer zum 2:0 an.
Der Rest des zweiten Drittels verlief ohne nennenswerte Höhepunkte, bis auf eine Szene in der 39. Minute. Zunächst scheiterte John Tripp nach einem schönen Solo an Reimer, dann auch Moritz Müller im Nachschuss.
Ohne Mühe verwalteten die Haie im Schlussdrittel den Vorsprung. Nach einer guten Aktion von Jason Ulmer in der 42. Minute hatten die Gäste endgültig ihr Pulver verschossen. Aber auch von den Haien war in der Offensive wenig zu sehen. Marcel Ohmanns Solo – sein Schuss ging knapp am langen Ecke vorbei – und Breitkreuz‘ vertändelter Vorstoß in der 51. Minute waren die einzigen Höhepunkte, bis Rok Ticar unmittelbar nach einem Bullygewinn das dritte Tor für den KEC erzielte.
Der Rest des Abends gehörte den Fans auf den Stehplätzen, die mit ihren Gesängen auch das lange Zeit reservierte Sitzplatzpublikum zu einer „standing ovation“ mitrissen.
Personalien:

Bei den Haien fehlte der am Knie verletzte Mirko Lüdemann, dafür spielte Kevin Lavallee. Im Sturm erhielt Marcel Ohmann den Vorzug vor Philip Riefers. Der EHC München konnte wieder Brent Aubn einsetzen, der zuletzt aussetzen musste.
Trainerstimmen:
Pat Cortina: Wir haben nicht genug gekämpft und wenn wir nicht kämpfen, haben wir keine Chance. Im ersten Drittel sind wir zwar viel gelaufen, hatten aber keinen Körperkontakt und nur wenig Schüsse. Das war ein Schritt zurück, wir haben gespielt wie an den ersten Spieltagen der Saison.
Uwe Krupp: München hatte zuletzt zweimal gewonnen, wir waren also gewarnt. Im ersten Drittel sind wir nicht in Fahrt gekommen. Wir waren aber gut in Unterzahl und Danny aus den Birken war stark. Durch die überstandenen Unterzahlspiele sind wir in Schwung gekommen.
Großartig war auch heute wieder die Unterstützung der Fans. Sie zeigen uns die Freude an unserer Mannschaft, das gibt der Mannshaft sehr viel. Ein großes Dankeschön an die Fans!
Sonstiges:
Wie üblich zu Beginn eines Wintersemesters hatten die Haie wieder die Studienanfänger zum Spiel eingeladen.
Kölner Haie – EHC Red Bulls München 3:0 (1:0/1:0/1:0/)
Tore: 1:0 (17:41) Breitkreuz /Claaßen, Falk) 4:5 UZ; 2:0 (27:56) Kranjc (Stephens, Tripp) 5:4 PP; 3;0 (50:48) Ticar (Stephens, Tripp)
Strafen: Köln 14– München 4
Torschüsse: Köln 22 – München 28
Schiedsrichter: Jablukov, Piechaczek
Zuschauer: 11.812
Aufstellungen:
Köln: Ziffzer – Tjärnqvist, Homqvist; Kranjc, Müller; Lüdemann, Ankert; Lavallee – Falk, Robinson, Minard; Schütz, Gogulla, Weiß; Stephens, Ticar, Tripp; Ohmann, Breitkreuz, Riefers
München: J. Reimer – Edjepalm, Sturm; Sloan, Petermann; Ekblom, Kavanagh; Cespiva – Adams, Kompon, Aubin; Dibelka, Ulmer, Buchwieser; Paui, Wichert, Morris; Maurer, Hinterstocker; Kathan
Three Stars:
*** Aus den Birken
** Tripp
* Claaßen


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