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Nürnberg (STM) Mit einem 3-2 Sieg nach Penaltyschießen gegen die Augsburger Panther konnten die Nürnberg Ice Tigers das letzte Heimspiel der DEL-Vorrunde für sich... Patrick Reimer sorgt für den Nürnberger Zusatzpunkt

Beim Penaltyschiessen bleibt Nürnbergs Goalie Niklas Treutle auch gegen Blaz Gregorc Sieger – © ISPFD

Nürnberg (STM) Mit einem 3-2 Sieg nach Penaltyschießen gegen die Augsburger Panther konnten die Nürnberg Ice Tigers das letzte Heimspiel der DEL-Vorrunde für sich entscheiden.

Nach 65 spannenden Minuten war es Patrick Reimer, der für den Nürnberger Sieg sorgte. Die beiden Treffer für die Ice Tigers in regulärer Spielzeit erzielten Chris Brown und erneut Patrick Reimer.

Tom Rowe hat in Nürnberg in kurzer Zeit viel bewegt, er hat dem Standort neue Hoffnung gegeben, hat Systeme umgestellt und verbessert, hat Spieler entwickelt und hat einen Abstiegskandidaten souverän in die Play-offs geführt. Zudem hat er schon jetzt Nürnberger Eishockeygeschichte geschrieben, in dem er mit Jessica Campbell die erste weibliche Co-Trainerin installierte. Eine Woche war die junge Kanadierin in Nürnberg und hat vor allem am Powerplay und am Spiel in der offensiven Zone gearbeitet. Heute durfte sie ihren Chef auf der Pressekonferenz vertreten.

Es war ein merkwürdiger Sommer in Nürnberg, der Franke, ja nicht gerade als Berufsoptimist bekannt, der Fan der Ice Tigers schon gleich gar. So machte man sich beim Nürnberger Anhang darauf gefasst, dass das Abstiegsgespenst sich bis tief in die Saison am Kurt-Leucht-Weg würde blicken lassen. Stefan Ustorf hatte ein enges Budget, Leistungsträger wie Luke Adam wanderten zur vermeintlich zahlungskräftigeren Konkurrenz ab.

Die Gefühlslage wurde nicht besser, schon gar nicht, als Ustorf die letzten drei Ausländerpositionen besetzte. Ein Verteidiger aus Halifax, der bislang sechs Spiele als Profi in der Slowakei vorweisen konnte, ein Stürmer, ebenfalls aus Halifax, und ebenfalls bisher mit überschaubarem Erfolg in der AHL und ein weiterer Stürmer mit tollen Statistiken am College in Minnesota, der danach aber sein Hauptbetätigungsfeld in der bestenfalls zweitklassigen ECHL hatte.

Acht Monate später ist Nick Welsh Dreh- und Angelpunkt in der Defensive der Ice Tigers, Gregor MacLeod einer der technisch und läuferisch besten Stürmer der DEL und Tyler Sheehy ein oftmals unauffälliger Stürmer, aber mit 23 Toren einer der treffsicherste Stürmer der Liga. Seinen Königstransfer aber landete Ustorf, als er nach den wenigen Spielen und einer krachenden Niederlage in Schwenningen im Spätsommer das Missverständnis mit Frank Fischöder beendete und mit Tom Rowe einen Trainer verpflichtete, der aus den Ice Tigers ein überaus erfolgreiches DEL-Team formte, das sich heute das Heimrecht in der ersten Play-off-Runde sicherte.

Nürnbergs Trainer Tom Rowe und seine extra aus Übersee für drei Spiele eingeflogene Co-Trainerin Jessica Campbell – © ISPFD


Was dieses Team im Stande ist zu leisten, zeigten die Ice Tigers in den ersten zwanzig Minuten gegen bis dahin überforderte Augsburger Panther. Es dauerte gerade einmal etwas mehr als zehn Minuten, da nahm Serge Pelletier seine Auszeit. Seine Spieler mussten sich bis dahin vorgekommen sein wie im Schleudergang einer Waschmaschine. Die Ice Tigers kamen mit einem enormen Tempo und überschäumender Spielfreude aus der Kabine, gingen durch Brown (5.) und Kapitän Patrick Reimer (11.) schnell mit 2-0 und Führung und vergaben in der Folgezeit abermals zu viele hochkarätige Chancen.

Erfreulich war aus Augsburger Sicht nach dem ersten Drittel nur die Tatsache, dass man nur zwei Gegentreffer hinnehmen musste und den Sturmlauf der Ice Tigers sonst schadlos überstanden hatte. So langsam kamen die Panther besser in die Partie, auch weil das Spiel und das Tempo der Ice Tigers nicht mehr die Qualität aus dem ersten Abschnitt erreichte. Saponari verpasste im Powerplay den Ausgleich (24.), wenig später war dann Adam Payerl, der zum 1-1 erfolgreich war. Treutle konnte den ersten Schuss noch entschärfen, aber Payerl konnte den Nachschuss über die Linie drücken (27.).

Bei den Ice Tigers fehlte in dieser Phase der Zug zum Tor, viele Dinge wollten sie in der offensiven Zone spielerisch lösen. Anstatt den direkten den Abschluss zu suchen wurde immer wieder der letzte Pass zum vermeintlich besser postierten Mitspieler gesucht. Auch zwei Überzahlmöglichkeiten blieben ungenutzt. So wurde es für das Tor von Olivier Roy erst wieder so richtig gefährlich, als ein Schuss von Brown die Querlatte streifte (41.).

Augsburg hingegen zeigte, wie einfach und effektiv man das Spiel gestalten kann. Matt Puempel kam an den Puck, zog zum Tor und überraschte Treutle mit einem Schuss in die kurze Ecke (51.). Mit dem 2-2 brachte der Torjäger der Panther seine Mannschaft endgültig wieder zurück in ein Spiel, das bereits nach dem ersten zwanzig Minuten zu Gunsten der Ice Tigers hätte entschieden sein müssen. Fast wäre den Gästen noch der späte Siegtreffer gelungen, aber Payerl scheiterte an Treutle (58.).

Nürnberg feiert seinen Goalie 31-Niklas Treutle – © ISPFD


So teilten sich beiden Teams die Punkte nach regulärer Spielzeit, ehe nach einer torlosen Verlängerung die Entscheidung im Penaltyschießen musste. Dort war es Kapitän Patrick Reimer vorbehalten, mit dem einzigen Treffern für den Sieg der Ice Tigers zu sorgen. Am Sonntag geht es für die Ice Tigers nach Schwenningen, ehe am Dienstag die Play-offs starten. Auf ihren Gegner müssen die Ice Tigers noch bis Sonntag warten.

Jessica Campbell hingegen machte sich nach der Pressekonferenz direkt auf den Weg zum Flughafen, für sie geht es wieder zurück in die USA, eine weitere Zusammenarbeit, wahrscheinlich im Sommer, ist nicht ausgeschlossen. Zumindest aber werden die Ice Tigers zukünftig in Chicago einen riesigen Fan haben, der dem Team in den Play-offs die Daumen drücken wird.

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