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New York. (LM) Über die Sinnhaftigkeit von Eishockeyarenen im Süden der USA wird schon lange mehr diskutiert. Mittlerweile finden die Partien aber sogar regelmäßig...

Logo National Hockey League (NHL)New York. (LM) Über die Sinnhaftigkeit von Eishockeyarenen im Süden der USA wird schon lange mehr diskutiert.

Mittlerweile finden die Partien aber sogar regelmäßig ohne Überdachung unter dem kalifornischen Himmel statt. Gestern war es wieder soweit. In der Stadium Series der NHL standen sich im Levi Stadium in Santa Clara die Los Angeles Kings und die San Jose Sharks gegenüber. Mehr als 70.000 Zuschauer sahen dabei einen 2:1-Erfolg der Kings. Marion Gaborik traf zum wichtigen Sieg für den Titelverteidiger, der die Kings weiter im Rennen um die Playoffplätze in der Western Conference hält.

Schlechtes Eis – zerfahrene Partie
Das spielerische Niveau der Partie litt zwischendurch immer wieder unter der schlechten Eisqualität. Auch als Fernsehzuschauer war deutlich zu erkennen, dass die Eisfläche nicht dem üblichen Standard in der Liga entsprach. Was also soll eine Open-Air-Begegnung in einem Bundesstaat, der eher für seine Wüsten, als für seine zugefrorenen Seen bekannt ist?

Natürlich erhoffte sich die Liga durch diese Partie wieder hohe Einnahmen und einen Prestigegewinn. Eishockey ist in Kalifornien aber nicht mehr nur die exotische Randsportart, die sie noch vor der Ankunft von Wayne Gretzky in Los Angeles war. Drei Eishockeyteams und die Stanleycup-Siege der Anaheim Ducks und der Kings haben den Sport in Kalifornien deutlich populärer gemacht. Immer mehr Nachwuchsspieler finden den Weg in die NHL.

Hochklassiges Eishockey wäre für einen Werbeeffekt demnach deutlich sinnvoller, als die Bilder von einem ausverkauften Footballstadion mit Eisfläche. Wo in Bundesstaaten wie Michigan oder Massachusetts der Bezug zum „Pond-Hockey“ noch erkennbar ist, fehlt diese Verbindung im Sunshine-State vollkommen. Trainiert wird von den Junioren in Eishallen, und nicht auf den wenigen verbliebenen Seen an der Westküste.

Uhrzeit & Termin unglücklich
Ein weiteres Problem ist die Uhrzeit zu der die Spiele stattfinden. Um der warmen Sonne Kaliforniens auszuweichen, starten die Spiele erst zur Abendzeit an der Westküste. Für die großen TV-Märkte im Nordosten der USA ist diese Anspielzeit bereits etwas zu spät. Außerdem stellte die NHL das Spiel am gestrigen Abend nicht als Besonderheit im Spielplan heraus, sondern es fanden zehn weitere Partien an diesem Tag in der Liga statt. Im Prinzip gesteht die Liga damit von vorne herein ein, dass die Besonderheit wie beim Winter Classic in diesem Fall gar nicht gegeben ist.

Gewöhnungsbedürftig ist weiterhin ebenfalls das Drumherum, das von der NHL um die Spiele veranstaltet wird. Über Mode und Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, so dass die weißen Hosen der L.A. Kings dem Auge des Betrachters gefallen, oder eben nicht. Was allerdings der Pool mit den Plastikfinnen neben dem Spielfeld sollte, erschließt sich nicht wirklich. Das Aussehen erinnerte mehr an das Babybecken im Schwimmbad um die Ecke, als an die weißen Haie vor der Küste im Pazifik. Im vergangenen Jahr, als die Kings die Ducks im Stadion der Dodgers in L.A. empfingen, wurden mehrere Beachvolleyball-Felder neben dem Eis aufgebaut. Zumindest das blieb den Eishockeyfans in San Jose erspart.

In Boston schneite es bei einem der Winter Classics vor und während der Partie. Eher unwahrscheinlich, dass der Wettergott der NHL in Anaheim oder San Jose diesen Gefallen bereitet, und damit an die Wintertage auf dem Teich erinnert.

2016 Stadium Series wieder in kälteren Regionen
Bis 2016 wird es kein Outdoor-Spiel mehr in der National Hockey League geben. Das Winter Classic zwischen den Montreal Canadians und den Boston Bruins an Neujahr ist dann ein echter Knaller und eine Begegnung mit viel Tradition und Rivalität. Die Stadium Series geht im Februar nächstes Jahr weiter. Mit den Spielen in Minnesota und in Denver in den Rocky Mountains hat sich die Liga auch zwei sehr gute Standorte für die Fortführung dieser Serie ausgesucht. Wobei der Begegnung Detroit Red Wings gegen die Colorado Avalanche manchen Fan wohl eher das Alumni Game im Vorfeld interessieren dürfte.

Viel wichtiger ist allerdings, dass es im nächsten Jahr keine Begegnung unter freiem Himmel im warmen Kalifornien geben wird. Dieser Status darf auch gerne über 2016 hinaus bestehen bleiben.


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