Berlin. (EM / PM Capitals) Die BSC Preussen Berlin Capitals hatten darüber informiert, dass die Anmeldungen der U15, U17 und U20 für den Ligabetrieb des Niedersächsischen Eissportverbandes bislang nicht berücksichtigt wurden. (wir berichteten)
Kinder und Jugendliche aus den Teams der Capitals hängen dementsprechend in der Luft und die Fragen nach dem ob und wann sie ihrem Sport unter Wettkampfbedingungen wieder nachgehen können treibt sie umher.
In einem offenen Brief wendet sich nun stellvertretend ein 13- jähriger Spieler an die Öffentlichkeit. Wir geben diesen Brief nachfolgend 1:1 wieder.
An die Medien und Journalistinnen und Journalisten
Ich bin 13 Jahre alt und spiele Eishockey bei den BSC Preussen Berlin Capitals.
Meinen Namen möchte ich lieber nicht nennen. Es geht in diesem Brief nämlich nicht nur um mich. Es geht um meine Mannschaft und um viele andere Kinder und Jugendliche, die einfach nur ihren Sport ausüben möchten.
Eigentlich sollten wir uns gerade auf die neue Saison freuen. Wir sollten darüber sprechen, wie wir uns im Training verbessern können, gegen welche Mannschaften wir spielen und welche Ziele wir gemeinsam erreichen wollen. Stattdessen fragen wir uns jeden Tag, ob wir überhaupt spielen dürfen.
Das macht uns traurig.
Wir trainieren mehrmals in der Woche zusammen. Wir lachen miteinander, wir kämpfen füreinander und wir helfen uns gegenseitig. Manche von uns kennen sich schon seit vielen Jahren. Wir sind nicht nur Mitspieler – wir sind Freunde und für viele von uns wie eine zweite Familie.
Wir haben uns alle darauf gefreut, für die BSC Preussen Berlin Capitals spielen zu dürfen. Das ist ein Verein mit einer großen Geschichte. Spieler wie Georg Holzmann haben hier gespielt und später sogar ihren Platz in der deutschen Eishockey Hall of Fame gefunden. Das macht uns stolz und motiviert uns. Wir möchten einfach Teil dieses Vereins sein und unsere eigenen Erinnerungen schaffen.
Doch im Moment haben wir das Gefühl, dass uns diese Chance genommen wird.
Wir Kinder können nichts dafür, wenn Erwachsene sich streiten. Wir verstehen nicht alle Regeln, Verbände oder Gerichtsentscheidungen. Aber wir verstehen, dass wir aufs Eis gehören. Wir wollen trainieren, Spiele spielen, gemeinsam Siege feiern, aus Niederlagen lernen und als Mannschaft wachsen.
Wenn wir nicht am Ligabetrieb teilnehmen dürfen, verlieren wir nicht nur Spiele. Wir verlieren eine Zeit, die nie wiederkommt. Niemand kann uns eine Saison zurückgeben. Niemand kann uns die gemeinsamen Erlebnisse mit unserer Mannschaft später ersetzen.
Ich wünsche mir, dass die Erwachsenen einmal daran denken, wie sich das für uns anfühlt. Hinter jeder Entscheidung stehen Kinder und Jugendliche, die ihren Sport lieben und einfach nur die gleichen Chancen haben möchten wie alle anderen.
Ich schreibe diesen Brief stellvertretend für viele meiner Mannschaftskameraden. Wir wünschen uns keine Sonderbehandlung. Wir wünschen uns nur Fairness. Die Möglichkeit, gemeinsam aufs Eis zu gehen und das zu tun, was wir am meisten lieben.
Ich hoffe, dass Sie unsere Geschichte erzählen. Vielleicht hilft das dabei, dass die Menschen sehen, worum es wirklich geht. Nicht um Streit zwischen Funktionären oder Verbänden, sondern um Kinder, Freundschaften, Träume und eine Mannschaft, die einfach Eishockey spielen möchte.
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, diesen Brief zu lesen.
Ein 13-jähriger Spieler der BSC Preussen Berlin Capitals – stellvertretend für viele Mannschaftskameraden.
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