Nürnberg. (STM) Es war ein packendendes Duell zwischen den Nürnberg Ice Tigers und dem EHC Red Bull München.
18 Sekunden waren noch zu spielen, da brachte Evan Barratt mit seinem 5-4 Siegtreffer die Arena zum Beben. Mit 4-1 hatten die Ice Tigers bereits im Mitteldrittel geführt, ehe die Gäste im Schlussdrittel nach dem Ausgleich dem Siegtreffer näher waren. Die weiteren Nürnberger Tore erzielten Dove-McFalls, Maier und Brett Murray mit einem Doppelpack.
Es war ein Ausrufezeichen, das die Ice Tigers am Freitag in Mannheim setzten. Zum zweiten Mal konnte das Team von Mitch O`Keefe in dieser Saison in Mannheim gewinnen, wieder war es am Ende ein 4-2 Auswärtssieg. Gestützt auf einen starken Evan Fitzpatrick besannen sich die Ice Tigers auf grundlegende Dinge, liefen viel Schlittschuh, hielten das Spiel einfach und waren verbissen in den Zweikämpfen. Es waren drei Punkte, mit denen man an der Noris nicht unbedingt rechnen konnte.
Heute wollten die Ice Tigers im Heimspiel gegen den EHC Red Bull München nachlagen. Helfen sollte dabei wieder Evan Fitzpatrick, der nach seiner starken Vorstellung im Tor blieb. Verzichten mussten die Nürnberger hingegen auf Jake Ustorf, der kurzfristig passen musste. Für ihn kehrte Justus Böttner in den Kader zurück.
Die Ice Tigers erwischten einen Start nach Maß. Nicht jeder Zuschauer hatte seinen Platz eingenommen, das jubelten die Nürnberger zum ersten Mal. Ganze neun Sekunden waren gespielt, da traf Sam Dove-McFalls zur frühen Führung. Headrick hatte den Puck tief gebracht, Barratt war als erster am Puck und Dove-McFalls stand goldrichtig. Überhaupt gehörten die ersten zehn Minuten den Gastgebern, Tyler Spezia scheiterte an Niederberger (3.). Besser machte es wenig später Brett Murray, der genau dort stand, wo ein Torjäger stehen muss. Barratt hatte abgezogen, Murray drückte den Abpraller von Niederberger mühelos über die Linie (4.).
Es dauerte ein paar Minuten, aber dann kam Red Bull München in Fahrt. Mit langen Pässen durch die neutrale Zone taten sie den Ice Tigers immer wieder weh. Hirose (9.) gab einen ersten Warnschuss ab, dann war Hager Haiskanen enteilt, der sich nur regelwidrig zu helfen wusste. Die Schiedsrichter entschieden auf Penalty, Fitzpatrick verhinderte im direkten Duell mit Hager den Anschlusstreffer (11.).
Der fiel dann wenig später doch, zu groß wurde der Druck der Gäste in dieser Phase. Hirose passte wunderbar in den Slot, Ehliz verkürzte auf 2-1 (13.). Murphy hatte den Ausgleich auf dem Schläger (15.), ehe die Ice Tigers ihr erstes und einziges Powerplay an diesem Nachmittag nutzen konnten. Wieder hatte Evan Barratt seinen Schläger im Spiel, seinen Pass vollendete erneut Murray zum 3-1 (18.).
Auch nach Wiederbeginn hatten die Ice Tigers den besseren Start. Cole Maier fasste sich ein Herz, setzte zu einem Solo an und traf am Ende glücklich zum 4-1 (22.). Vom Schlittschuh von Wagner prallte der Puck anhaltbar an Niederberger vorbei. In den nächsten Minuten hätten die Ice Tigers die Partie vorzeitig zu ihren Gunsten entscheiden können. Zunächst traf der aufgerückte Haiskanen nur den Pfosten (24.), kurz darauf scheiterte Jakob Weber völlig frei an Niederberger (25.).

– © ISPFD
So kam es, wie es kommen musste. München erhöhte den Druck sichtbar, und die Ice Tigers nahmen ein paar Strafen zu viel. Beide Überzahlmöglichkeiten nutzten die Gäste, zweimal in Person von Adam Brooks. Beim 4-2 traf er mit einem verdeckten Schuss aus dem Handgelenk von der blauen Linie (27.), im zweiten Powerplay mit einem schönen Direktschuss zum 4-3 (38.). So wurde es nach der klaren 4-1 Führung der Ice Tigers wieder ein offenen Spiel im Schlussdrittel.
München drängte auf den Ausgleich, Yasin Ehliz scheiterte aussichtsreich an Fitzpatrick, auf der anderen Seite verhinderte Niederberger gegen Murray den fünften Treffer für die Ice Tigers (45.). Die Ice Tigers kämpften aufopferungsvoll gegen den drohenden Ausgleich, irgendwann aber war dann die Gegenwehr gebrochen. Ganz allein hatten sie Fabio Wagner im Slot vergessen, der überlegt zum 4-4 einschoss (53.). In der Folgezeit mussten die Fans der Ice Tigers bange Minuten überstehen, der Druck der Gäste wurde spürbar höher, die Verteidigung der Ice Tigers hatte alle Hände voll zu tun. Mit viel Glück und einem erneut starken Fitzpatrick hielten die Nürnberger das 4-4 bis in die Schlussminute und schlugen dann ein letztes Mal entscheidend zu. Nach einem Puckgewinn in der Münchener Zone war es am Ende Evan Barratt, der mit seinem Treffer die Arena zum Beben brachte. 18 Sekunden standen zu diesem Zeitpunkt noch auf der Spieluhr.
Die Gäste nahmen eine Auszeit und Niederberger vom Eis und hatten drei Sekunden noch ein Bully im Nürnberger Drittel, aber mit der letzten Energie sicherten sich die Ice Tigers ein nicht zu erwartendes sechs Punkte Wochenende und können am Freitag im Heimspiel gegen Augsburg nachlegen.
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