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New York. (LM) Vierzehn Mannschaften sind in den NHL-Playoffs baden gegangen, nur damit am Ende die Pinguine gegen die Haie spielen. Das Stanley Cup... NHL Playoffs 2016 – Stanley Cup Finale

nhl488New York. (LM) Vierzehn Mannschaften sind in den NHL-Playoffs baden gegangen, nur damit am Ende die Pinguine gegen die Haie spielen.

Das Stanley Cup Finale um die traditionsreichste Trophäe der Sportgeschichte wird zwischen Pittsburgh und San Jose ausgetragen. Die große Vorschau auf eine überraschende Paarung zweier Mannschaften, die sich, trotz der Distanz zwischen Ost- und Westküste, sehr ähnlich sind.

Pittsburgh Penguins – San Jose Sharks – Das Jubiläumsfinale

Eine Finalserie zwischen den Pittsburgh Penguins und den San Jose Sharks gab es in 99 Jahren NHL noch nie. Die Sharks erreichten erstmals in 25 Jahren Vereinsgeschichte das Finale der NHL. Die Penguins gewannen dagegen vor genau einem viertel Jahrhundert ihre erste Meisterschaft. Beide Teams benötigten 18 Spiele um das Endspiel zu erreichen, beide gewannen jeweils sieben Heimspiele und fünf Begegnungen auf fremden Eis in den ersten drei Runden.
In der regulären Saison gewannen die Auswärtsmannschaften beide Partien, die Sharks 3:1 im November und die Penguins 5:1 im Dezember.

Pittsburgh Penguins – Endlich wieder im Endspiel.

2008 und 2009 erreichten die Pittsburgh Penguins das Stanley Cup Finale. Es waren die zweite und dritte Saison der Ära Crosby/Malkin in der „Steel City“, und vieles deutete daraufhin, dass die beiden Center ihre Mannschaft regelmäßig in die letzte Playoffrunde führen könnten. Doch seitdem vergingen sechs lange Jahre, und nicht Pittsburgh, sondern Los Angeles und Chicago entwickelten sich zu den dominanten Teams der Liga. Das Warten für die Fans der Pinguine hat jedoch ein Ende. Das liegt vor allem daran, dass die Penguins in dieser Saison nicht mehr so abhängig von ihren beiden Starspielern sind, wie noch in vergangenen Spielzeiten.

Topscorer ist weiterhin Phil Kessel. Der Flügelstürmer erzielte gegen Tampa vier Tore und steht vor der Finalserie bei 18 Punkten. Die Reihe Kessel, Nick Bonino und Carl Hagelin erzielten sechs Tore und neun Vorlagen im Conference Finale. Dazu traf Verteidiger Chris Kunitz dreifach, Patric Hornqvist ist mittlerweile bei sieben Toren in den Playoffs und Bryan Rust war mit zwei Toren der Held im entscheidenden siebten Spiel gegen die Lightning.

Trotzdem wäre ein Erreichen des Finales ohne Malkin und Crosby schwer möglich gewesen. Nachdem die beiden gegen die Capitals schwächelten, waren die Leistungen und auch die Punkteausbeute gegen Tampa Bay wieder wesentlich besser. Evgeni Malkin gab fünf Vorlagen und erzielte ein Tor. Sidney Crosby konnte zwar nur fünf Punkte sammeln, aber dafür waren seine drei Tore umso wertvoller. Jeder der Treffer war das Siegtor im entsprechenden Spiel, so dass Crosby bei drei der vier Erfolge gegen die Lightning das entscheidende Tor erzielte.

Nicht nur individuell, auch als Team waren die Penguins in der Offensive besser als Tampa. 269 zu 178 lautete das Schussverhältnis in den sieben Begegnungen des Eastern Conference Finals. Es drängt sich die Frage auf, warum Pittsburgh überhaupt über die volle Distanz gehen musste? Einer der Gründe ist die Torwartposition. Matt Murray wirkte in Spiel vier unsicher und wurde nach vier Gegentoren und zwei Dritteln gegen Marc-André Fleury ausgewechselt. In Spiel fünf stand dann Fleury im Tor, überzeugte aber ebenfalls nicht, und so war Murray in den letzten beiden Partien wieder die Nummer eins. Die Statistiken von Murray verschlechterten sich in der dritten Runde weiter auf nur noch 90,4 % Fangquote und 2,48 Tore pro Spiel. Gerade gegen die Sturmreihen und das Powerplay der Sharks wird aber die Leistung der Torleute von Pittsburgh große Bedeutung haben.

Ein weiteres Problem der Pinguine war das Überzahlspiel. Nur 16,67 % Erfolgsquote im Finale des Ostens hatte die Mannschaft von Trainer Mike Sullivan. Trotz teilweise vier Stürmern auf dem Eis, war die Effizienz der Powerplayformationen nicht gut. Die Sharks ließen gegen die Blues knapp drei Überzahlspiele pro Partie zu, die müssen die Penguins nutzen. Auf der Gegenseite darf Pittsburgh nicht allzu viele eigene Strafzeiten kassieren. Gegen Tampa Bay leisteten sich die Pinguine weniger als zwei kleine Strafen pro Spiel. Von den 13 Unterzahlspielen wurden elf erfolgreich verteidigt. Das entspricht einer Quote von 84,6 % im Penalty Killing.

Wirkliche Defizite und Probleme in diesem Team zu finden ist schwer. Pittsburgh ist tief besetzt, spielt schnell, steht defensiv sicher und hat wichtige Führungsspieler, die bereits den Stanley Cup und andere große Titel gewonnen haben. Mit Ausnahme der Torwartposition ist diese Ausgabe der Penguins vielleicht sogar die beste in der bisherigen Vereinsgeschichte.

Der Deutsche: Tom Kühnhackl

Tom Kühnhackl  - © by Media

Tom Kühnhackl – © by Media

Nein, das Eastern Conference Finale war nicht die beste Runde von Tom Kühnhackl in diesen Playoffs. Erstmals blieb der Landshuter ohne Tor und ohne Punkt. Zudem bekam Kühnhackl mit zunehmender Dauer der Serie gegen die Bolts immer weniger Eiszeit. In Spiel eins bis vier waren es noch die 12 Minuten, in den letzten drei Begegnungen spielte der 24-jährige nur noch unter 10 Minuten pro Partie.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen kann es sein, dass Kühnhackl in seiner ersten Saison aktuell an einem Punkt angelangt ist, an dem die Belastung langsam längere Ruhepausen einfordert. Kühnhackl ist Rookie und wurde erst Mitte der Saison in die NHL berufen. Viele Spieler bekommen nach 2/3 der ersten Spielzeit Probleme. Kühnhackl hat jetzt 60 Spiele absolviert und befindet sich genau an diesem Punkt.

Zum anderen vertrauen die Trainer in den entscheidenden Begegnungen doch lieber erfahrenen Spielern, da diese oft weniger Fehler machen. Dennoch wird Tom Kühnhackl gegen die Sharks wieder seine Chance bekommen. Kann er mit seinen Kollegen im Unterzahlspiel die Offensive von San Jose in Schach halten, dann steht sein Name vielleicht demnächst als dritter Deutscher neben Uwe Krupp und Dennis Seidenberg auf dem Stanley Cup.

Abschließend zeigt folgende Szene, dass sich Kühnhackl trotz des Drucks in den Playoffs seine Lockerheit bewahrt hat: Mitten im Spiel fängt der Stürmer einen Puck aus der Luft und begeistert damit seine Trainer und die amerikanischen Kommentatoren.

San Jose Sharks – Die Versager fast am Ziel
1997 wurden Joe Thornton und Patrick Marleau an Nummer eins und zwei des NHL Draft verpflichtet. Seitdem standen die beiden in 2778 NHL-Spielen auf dem Eis und erzielten zusammen 2376 Punkte. Sie waren mehrfache Allstars und gewannen Goldmedaillen mit dem Team Kanada. Dennoch hängt beiden noch immer das Label „Versager“ an. Nie in 17 Jahren National Hockey League erreichten die beiden das Finale – bis zu dieser Saison. Thornton ist auch weiterhin die Zuverlässigkeit in Person. 82 Punkten in 82 Spielen in der regulären Saison folgten bis jetzt 18 Punkte in 18 Playoffspielen. Dazu ist Thornton auch defensiv so gut, wie vielleicht nie zuvor. Er arbeitet viel mit nach hinten und erobert Pucks oder stört zumindest den gegnerischen Spielaufbau entscheidend. Marleau ist nicht mehr ganz so gefährlich wie zu den besten Zeiten seiner Karriere. Aber auch er hat verstanden worauf es in den entscheidende Begegnungen ankommt. In Spiel sechs gegen die Blues eroberte er manchen Puck und zeigte bei jedem seiner Wechsel vollen Einsatz. Die zwei Vorlagen zeigen zudem, dass auch Patrick Marleau temporär im Angriff immer noch Akzente setzen kann.

Neben den beiden Altstars verfügen die Sharks aber über eine Vielzahl an schnellen, agilen und torhungrigen Spielern. Die Offensive ist mit 3,5 Toren pro Spiel die beste aller Playoffteams. Logan Couture führt die Liga im Scoring folgerichtig mit 24 Punkten an. Verfolger Nummer eins ist der eigene Mannschaftskapitän Joe Pavelski mit 22 Zählern. Pavelski wiederum ist mit 13 Toren der erfolgreichste Torschütze. Vier der Tore von Pavelski waren Siegtreffer in einem Spiel, auch das Bestwert der NHL-Playoffs. Als würde die Wucht der Stürmer nicht ausreichen, folgt auf dem dritten Platz der Scoringliste Verteidiger Brent Burns. Bei seinen mehr als 25 Minuten Eiszeit gegen die besten Stürmer der gegnerischen Teams, findet Burns immer noch genügend Zeit sich in die Offensive einzuschalten. Seine Pässe und Schüsse im Überzahlspiel sind zudem die Basis für die 27 % Erfolgsquote im Powerplay bisher in den Playoffs.

Anders als in den ersten beiden Runden sank die Powerplayquote im Western Conference Finale aber erstmals unter 20 %. Gegen die Blues trafen die Sharks nur in zwei der vier Spiele in Überzahl. Auch das eigene Unterzahlspiel war eher durchwachsen. 76,4 % Penalty Killing könnten gegen die Penguins zu wenig für den Gewinn des Titels sein. Ein weiteres Problem sind die Bullies. Nur 46.8% der Anspiele konnten die Sharks für sich entscheiden. Für eine Mannschaft die sehr vom eigenen Puckbesitz lebt, ist das ein schlechter Wert. Die Penguins und die Sharks sind darauf spezialisiert schnell nach vorne zu spielen. Gewinnt San Jose aber die Bullies nicht, dann muss der Puck erst durch Defensivarbeit oder Forechecking erobert werden. Gegen die Gegner im Westen gelang das bisher gut, aber die Penguins sind fast ein Spiegelbild der Sharks. Pittsburgh gibt dem Gegner wenige Chancen auf Puckeroberung rund um das eigene Tor, weil die Pinguine selber direkt die eigenen flinken und technisch versierten Stürmer einsetzen.

Dennoch sind auch die Sharks eine Mannschaft die nur schwer zu kontrollieren ist. Treffen die genannten Superstars nicht, dann springen Spieler wie Joel Ward, Tomas Hertl, Joonas Donnskoi oder Chris Tierney ein. Zusätzlich hat sich Torhüter Martin Jones bisher keine größeren Aussetzer geleistet. Zwar wurde Jones in Spiel vier ausgewechselt, aber das lag nicht direkt daran, dass der 26-jährige Schuld an einem der Gegentore war. Die Fangquote von 92 % war weiterhin gut, und der Gegentorschnitt von 2,02 war sogar der beste in einer der drei Serien in diesen Playoffs. Trotz seiner Unerfahrenheit ist Jones dem Druck bisher gewachsen.

Zwar gewann auch Trainer Peter DeBoer noch nie den Stanley Cup, aber der 47-jährige trainierte bereits ein Team, das ein Finale in der NHL erreichte. DeBoer verfügt über die Erfahrungen aus der Niederlage 2012 mit den New Jersey Devils gegen die Los Angeles Kings. Er weiß was ihn uns eine Mannschaft erwartet. Die Spieler der Sharks loben in Interviews die Ruhe und das Vertrauen, welches DeBoer seinen Akteuren vermittelt. Vielleicht ist genau diese „Laid-Back-Attitude“ der Schlüssel für den ersten Stanley Cup in der Vereinsgeschichte.

Tipp: Das Schöne an den NHL-Playoffs ist die Ungewissheit. Viele der Mannschaften sind so ausgeglichen, dass ein Tipp vor einer Serie eher einem Münzwurf gleicht, als einer seriösen Prognose. Auch die Finalserie zwischen den Sharks und den Penguins ist da keine Ausnahme. Wie bereits erwähnt sind sich die beiden Mannschaften fast schon beängstigend ähnlich in ihrem Spielstil. Beide haben einen Torwart der noch nie zuvor die Nummer eins in einem NHL-Team war. Die zwei großen Stars mussten in ihrer Karriere mehrfach Rückschläge einstecken.
Der große Unterschied ist der Gewinn des Stanley Cup durch die Penguins 2009. Damit spricht der Faktor Erfahrung eher für Pittsburgh, als für San Jose. Doch haben die Sharks vielleicht genau aus diesem Grunde den größeren „Hunger“ auf den Titel? Vielfach gibt im Spitzensport am Ende nicht mehr nur die individuelle Leistungsfähigkeit und das Talent den Ausschlag für den Sieg eines Teams, sondern auch die Motivation und die Bereitschaft Grenzen für den Erfolg zu überwinden. San Jose war über lange Jahre einer der Favoriten auf den Titel und hat immer wieder versagt. Thornton und Marleau sind beide 36 Jahre alt. Sie haben 17 Jahre auf diese Chance gewartet, und werden ihren jüngeren Mannschaftskollegen klar machen, dass das Erreichen einer Finalserie keine Selbstverständlichkeit ist. 2016 ist die bisher erste, und für viele Sharks vermutlich auch letzte Chance auf den Stanley Cup. Diese Gewissheit gibt am Ende den Ausschlag für die Kalifornier. San Jose in sechs Spielen.

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