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New York. (LM) Die ersten zwei Playoffwochen hatten es in sich. Bis zu vier Spiele pro Abend, kein Sweep und immerhin zwei Serien über... NHL Playoffs 2016 – Runde zwei – Teil zwei

nhl488New York. (LM) Die ersten zwei Playoffwochen hatten es in sich. Bis zu vier Spiele pro Abend, kein Sweep und immerhin zwei Serien über die volle Anzahl an sieben Spielen. Die Paarungen für die zweite Runde der NHL-Playoffs stehen fest. Bereits jetzt ist klar: Nach dem Aus der Chicago Blackhwaks wird es einen neuen Stanley Cup-Champion geben. Wir schauen voraus auf die Halbfinalserien in den beiden Conferences. Teil zwei von Runde zwei.

Eastern Conference

Washington Capitals vs. Pittsburgh Penguins – Traumfinale in Runde zwei

Das Duell Washington gegen Pittsburgh gab es zuletzt 2009, ebenfalls in der zweiten Runde. In der Hochzeit des Hypes um „Ovie vs. Crosby“ siegten die Penguins in sieben Spielen nach 0:2-Rückstand zu Beginn der Serie. Pittsburgh erreichte danach im zweiten Jahr in Folge das Finale und gewann erstmals seit den Tagen von Mario Lemieux den Stanley Cup. In der regulären Saison 2015/16 siegten beide Teams je zweimal nach 60 Minuten. Das fünfte Aufeinandertreffen Anfang April gewann Pittsburgh nach Verlängerung.

 

Welches Gesicht zeigen die Capitals?

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Die Capitals zeigten in der ersten Runde gegen die Flyers zwei Gesichter. In den ersten drei Spielen funktionierte fast alles. 12:2 Tore, 8/17 eigene Überzahlspiele erfolgreich abgeschlossen und in der Verteidigung alle 13 Unterzahlsituationen ohne Gegentor überstanden. Vieles deutete daraufhin, dass die Capitals nicht nur die erste 3:0-Führung in einer Serie erreichen könnten, sondern direkt folgend auch den ersten Sweep.

 

Doch es folgten drei Spiele in denen Washington magere zwei Treffer erzielte. Seitdem Micheal Neuvirth im Tor von Philadelphia stand, schienen die Stürmer der Capitals das Toreschießen verlernt zu haben. Das Powerplay blieb in den Partien vier bis sechs ohne eigenes Tor. Trotz 105:62 Schüssen verlor die Mannschaft von Barry Trotz Spiel vier und fünf, und siegte in Spiel sechs auch nur hauchdünn mit 1:0.

 

Doch vielleicht zeigen gerade diese drei schlechten Spiele, wie weit sich diese Ausgabe der Capitals von den Mannschaften früherer Jahre unterscheidet. Das Team verfiel nicht in Panik, sondern blieb weiterhin diszipliniert Zwar trafen die Flyers häufiger als in den ersten Spielen, aber trotzdem behielten die Caps ihre defensive Ordnung bei. Das Siegtor war eine Mischung aus dem Willen und Können der Superstars Alex Ovechkin, Nicklas Backstrom und Marcus Johansson. Insgesamt ließ Washington ein Überzahltor von Philadelphia zu. Die Fangquote von Braden Holtby ist mit 96,8 % aktuell die zweitbeste in den Playoffs hinter Michael Neuvirth, aber für den haben die Ferien bekanntlich bereits begonnen.

 

Die Flyers haben den Capitals einen gehörigen Schrecken eingejagt, aber das ist kein Nachteil. Gegen Pittsburgh muss Washington direkt fokussiert und konzentriert agieren, ansonsten ist der Heimvorteil schnell verspielt. Wichtig wäre auch, wenn einige der Spieler aus den hinteren Reihen offensiv Akzente setzen könnten. Evgeny Kuznetzov sammelte in der regulären Saison starke 77 Punkte, aber in Runde eins reichte es nur für ein Tor. Justin Williams, 2014 immerhin MVP der Playoffs bei seinem zweiten Stanley Cup-Sieg mit den Los Angeles Kings, hat noch keinen einzigen Treffer in der Endrunde erzielt. Ungemein wertvoll für die Capitals könnte auch Brooks Orpik sein, wenn er denn spielen kann. Der Verteidiger trug in den ersten elf Jahren seiner Karriere das Trikot der Penguins und kennt einige Spieler aus dieser Zeit noch sehr genau.

 

Der Deutsche: Philipp Grubauer

Philipp Grubauer - © by EH-Mag.

Philipp Grubauer – © by EH-Mag.

Grubauer saß in allen sechs Partien die komplette Spieldauer auf der Bank. Angesichts der Leistungen seiner Nummer eins wird sich das auch nur ändern, wenn die Penguins in einem der Spiel innerhalb kürzester Zeit Tor um Tor erzielen, oder Holtby sich verletzt.

 

Pittsburgh Penguins – Rückkehrer zum richtigen Zeitpunkt

Die Penguins gehörten seit dem Gewinn des Stanley Cup 2009 regelmäßig zum direkten oder erweiterten Kreis der Titelfavoriten. Doch genauso regelmäßig enttäuschte Pittsburgh in der Endrunde, und schied früh in den Playoffs aus. In dieser Saison scheint die Mannschaft um Superstar Sidney Crosby aber erstmals seit der Meistersaison wirklich wieder das Potenzial für den ganz großen Wurf zu besitzen. Spätestens seit dem deutlichen 4:1 in der Serie gegen die New York Rangers muss im Titelrennen mit den Penguins gerechnet werden.

 

Crosby spielte eine ganz starke Serie und war mit acht Punkten Topscorer seines Teams. Evgeni Malkin kehrte früher als erwartet zurück und steuerte ebenfalls starke sieben Punkte in vier Spielen bei. Doch es waren nicht nur die beiden Center die für ein deutliches Torverhältnis von 21:10 gegen New York sorgten. Insgesamt elf verschiedene Pinguine trugen sich in nur fünf Spielen in die Torschützenliste ein. Beispielhaft für die komplette Leistung des gesamten Teams waren die Treffer von Conor Sheary. Bryan Rust und Matt Murray in der letzten Partie des Viertelfinals.

 

Sehr gut drauf sind auch die Special Teams der Mannschaft von Trainer Mike Sullivan. In 21 Versuchen erzielte Pittsburgh acht Tore – 3 davon Phil Kessel – das entspricht einer Quote von über 38 %! Das Unterzahlspiel war auch erfolgreich und nur zweimal bei 19 Situationen trafen die Rangers gegen das Penalty Killing der Penguins.

 

Auch der Torwartwechsel nach Spiel zwei hat dem Team nicht geschadet, im Gegenteil. Jeff Zatkoff spielte in den ersten beiden Partien nicht schlecht, aber Matt Murray war in den Spielen drei bis fünf überragend. Der Rookie weist nach seinen ersten Playoffspielen einen Gegentorschnitt von 1,33 bei einer Fangquote von 95,5 % auf. Die etatmäßige Nummer eins Marc-André Fleury wird aktuell nicht vermisst.

 

Zuverlässige Größe in der Abwehr ist in den bisherigen Playoffpartien erneut Kris Letang. Der Verteidiger stand im Schnitt 27:17 Minuten auf dem Eis, und sammelte dazu noch fünf Punkte in fünf Spielen. Da die Serie zwischen Washington und Philadelphia überraschenderweise länger andauerte, bekamen Letang und die Penguins die unerwartete Chance sich sogar ein wenig auszuruhen.

 

Der Deutsche: Tom Kühnhackl

Tom Kühnhackl  - © by Media

Tom Kühnhackl – © by Media

Die Erfolgsgeschichte wird fortgesetzt. Tom Kühnhackl feierte in seinen ersten Playoffs in der National Hockey League einen Einstand nach Maß. In Spiel eins traf Kühnhackl in Unterzahl zum zwischenzeitlichen 3:1. Der erste Treffer des Landshuters war damit gleichbedeutend mit dem Siegtor zum Auftakterfolg in der Serie. Auch in den weiteren Spielen gegen New York überzeugte Kühnhackl. Der 24-jährige stand 12:49 Minuten pro Begegnung auf dem Eis – vor allem in Unterzahl – und gab zusätzlich zu seinem Tor noch zwei Vorlagen in fünf Partien. Gegen das Powerplay der Capitals wird Kühnhackl noch mehr Gelegenheiten bekommen, seinen Wert für Pittsburgh unter Beweis zu stellen.

 

Tipp: „Too close to call“ sagen die Amerikaner in einem solchen Fall. Wie soll man auch eine Serie tippen, in der das mit Abstand beste Team der Vorrunde auf das mit Abstand beste Team der letzten zwei Monate in der Eastern Conference trifft. Im Interesse der Eishockeyfans geht diese Serie hoffentlich über sieben spannende und hochklassige Partien. Für mich gibt am Ende die Torwartposition den Ausschlage für die Capitals. Obwohl Pittsburgh in Runde eins „King Henrik“ Lundqvist ausgeschaltet hat, ist hier der Unterschied zwischen den Teams am größten. Braden Holtby befindet sich gerade mitten in seinen besten Jahren, Matt Murray und Jeff Zatkoff sind noch sehr unerfahren. Und selbst wenn Marc-André Fleury in den nächsten Tagen zurückkehren sollte, sprechen auch dessen Playoffleistungen eher für das gegnerische Team. Washington sieben Spielen.

 

Western Conference

 

San Jose Sharks vs. Nashville Predators – Playoffversager gegen No-Names

Die für mich überraschendste Paarung der zweiten Runde. Statt dem erwarteten Nachbarschaftsduell zwischen Anaheim und Los Angeles, stehen sich zwei Teams gegenüber, von denen nur eines (die Sharks 2004/10/11) je die Conference Finals erreichen konnte. Die Serie zwischen den beiden Teams hat aber eine Historie. San Jose und Nashville trafen sich 2006 und 2007 jeweils in der ersten Runde der Playoffs. In beiden Jahren hatten die Predators Heimrecht, und in beiden Jahren siegten die Sharks in der Serie deutlich mit 4:1. In der Hauptrunde dieser Saison gewann Nashville zweimal in normaler Spielzeit, und die Sharks Anfang April nach Penaltyschießen.

 

San Jose Sharks – Revanche gegen LA und jetzt ohne Druck

„Bitte nicht schon wieder“, so dachten in der Drittelpause nach dem zweiten Spielabschnitt von Spiel fünf sicher einige Spieler der San Jose Sharks. Nach einem 3:0-Auftaktdrittel hatte Los Angeles in den zweiten 20 Minuten ausgeglichen. Liefen die Sharks Gefahr, nach dem epochalen Kollaps von 2014 erneut eine sicher geglaubte Serie gegen die Kings zu verspielen? Die Antwort gab die Mannschaft im letzten Drittel. San Jose ließ nie einen Zweifel daran, wer dieses Spiel gewinnen würde und siegte letztlich doch deutlich mit 6:3.

 

Überragend im entscheidenden Spiel und in der Serie war Verteidiger Brent Burns. Starke acht Punkte in fünf Spielen sammelte der Defensivspieler. Dazu stand Burns wieder fast 24 Minuten auf dem Eis. Der Mann mit dem eindrucksvollen Vollbart macht weiter Werbung für seine erste Norris Trophy. Ansonsten waren alle bekannten Namen der Sharks in den Boxscores des Viertelfinals zu finden. Joe Pavelski erzielte fünf Tore, Logan Couture gab fünf Vorlagen, Joel Ward vier, Patrick Marleau sammelte vier Punkte. Alleine die „nur“ drei Zähler für Joe Thornton sind ein wenig ungewöhnlich. Doch Thornton war auch ohne viele Punkte einer der Aktivposten, sobald er das Eis betrat.

 

Das Überzahlspiel der Sharks mit 23,8 % ist gut, das Unterzahlspiel mit 78,6 % dagegen mittelmäßig. Auch die Zahlen von Torhüter Martin Jones mit 2,18 Gegentoren pro Partie und 91,2 % gehaltener Schüsse sind nicht überragend. Aber Statistiken zählen nicht mehr für San Jose. Der Kern dieses Teams hat schon zu viele bittere Niederlagen in den Playoffs erlebt, obwohl die Hauptrunde von den Werten her sehr erfolgreich war. Dementsprechend war es nur wichtig die Serie gegen die Kings (schnell) zu gewinnen. Die Mannschaft von Peter DeBoer verpasste letzte Saison noch die Endrunde, und gehört auch in dieser Spielzeit nicht zu den Favoriten. Vielleicht ist dieser fehlende Druck und die geringere Erwartungshaltung rund um das SAP Center einer der Faktoren dafür, dass die Sharks, im Gegensatz zu früheren Jahren, befreit aufspielen können.

 

Nashville Predators –

Einfach war der Sieg der Predators gegen die Anaheim Ducks nicht. Nach zwei Siegen in Orange County verspielte Nashville das Heimrecht direkt wieder, und sah nach Spiel fünf bereits wie der Verlierer der Serie aus. Doch mit einem sehr guten Pekka Rinne gelangen in den letzten beiden Partien knappe Siege. Rinne zeigte eine solide, aber keineswegs überragende Auftaktserie. 91,5 % Fangquote und ein Gegentorschnitt von 2,45 sind im Vergleich zu anderen Torhütern nicht herausragend. Doch Rinne war eben in den entscheidenden Situationen zur Stelle. In den beiden ersten Begegnungen und in Spiel sieben lag die Fangquote zusammengerechnet bei fast 95 %.

 

Doch trotz der Leistungen von Rinne gilt für die Predators die Aussage „Die Mannschaft ist der Star“ zu 100 %. Die bisherigen Topscorer des Teams waren Shae Weber und Collin Wilson mit je nur fünf Punkten. Dafür trafen aber vier Spieler zweimal ins Tor der Ducks, und weitere sechs erzielten zumindest ein Tor. 15 der 19 Spieler die in der ersten Runde für Nashville als Feldspieler im Einsatz waren, haben mindestens einen Punkt gesammelt. Das Kollektiv erledigt die Aufgaben für das Team aus Tennessee. Kapitän Shae Weber stand zwar wieder starke 26:36 Minuten pro Spiel auf dem Eis, aber diese Leistung wurde von Mannschaftskollege Roman Josi mit 27:16 Minuten sogar noch überboten.

 

Das Fehlen eines echten Knipsers im Angriff merken die Predators wohl am deutlichsten im Powerplay. Fast lächerliche 3,8 % sind ein unfassbar schlechter Wert für ein NHL-Team. In punkto Überzahl muss sich dringend etwas bei den „Preds“ verbessern. Das Penaltykilling war mit 84,1 % solide. Den Predators gelang es vor allem sehr gut, die Topspieler der Ducks offensiv nicht zum Zug kommen zu lassen. Beispielsweise blieb Corey Perry nach 34 Vorrundentreffer in sieben Playoffspielen ohne Tor.

 

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Nashville ist Trainer Peter Laviolette. Der Amerikaner gewann 2006 mit den Carolina Hurricanes den Stanley Cup, erreichte mit Philadelphia 2010 das Finale, und verfügt über sehr viel Erfahrung in engen Serien. Die Bilanz von Laviolette in einem Spiel sieben verbesserte sich nach dem Sieg gegen die Anaheim Ducks auf fünf Siege und nur eine Niederlage.

 

Tipp: Eigentlich dürfte ich gar nicht mehr tippen, weil ich beiden Teams nicht einmal den Sieg in der ersten Runde zugetraut hatte. Für die Sharks spricht die Erfahrung im Team, auch wenn die Mannschaft noch nie im Finale stand, sind doch viele Akteure lange in der Liga aktiv. Zudem hat San Jose auf dem Papier die qualitativ etwas besseren Topspieler. Für Nashville spricht der Faktor mannschaftliche Geschlossenheit und die Form von Rinne in den wichtigen Partien. San Jose gewinnt in sieben Spielen.

 

 

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Period 3 Eastern Conference

 

 

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