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New York. (LM) Die ersten zwei Playoffwochen hatten es in sich. Bis zu vier Spiele pro Abend, kein Sweep und immerhin zwei Serien über... NHL Playoffs 2016 – Runde Zwei – Teil Eins

nhl488New York. (LM) Die ersten zwei Playoffwochen hatten es in sich. Bis zu vier Spiele pro Abend, kein Sweep und immerhin zwei Serien über die volle Anzahl an sieben Spielen. Die ersten Paarungen für die zweite Runde der NHL-Playoffs stehen fest. Bereits jetzt ist klar: Nach dem Aus der Chicago Blackhawks wird es einen neuen Stanley Cup-Champion geben. Wir schauen voraus auf die Halbfinalserien in den beiden Conferences. Teil eins von Runde zwei.

Eastern Conference

Tampa Bay Lightning vs. New York Islanders – Wem reicht eine gute Reihe?

Eine Serie zwischen den Lightning und den Islanders gab es erste einmal in der Geschichte der National Hockey League. Auf dem Weg zum ersten und einzigen Stanley Cup der Vereinsgeschichte setzte sich Tampa Bay 2004 deutlich mit 4:1 in der ersten Runde durch. In der diesjährigen Hauptrunde gewannen die Islanders zwei von drei Begegnungen. Kein Spiel musste in die Verlängerung, und im Durchschnitt fielen pro Partie 7,6 Tore.

 

Tampa Bay Lightning – Auf Kurs ohne Kapitän

Durch den schnellen Sieg in Runde eins gegen die Red Wings konnten sich die Tampa Bay Lightning vor dem Aufeinandertreffen mit den Islanders etwas erholen. In Spiel fünf gegen Detroit war u.a. Tyler Johnson so krank, dass er sich mehrfach während des Spiels übergeben musste. Eine Virusinfektion beeinflusste mehrere Spieler und so war es wichtig für die Mannschaft von Jon Cooper sich ein paar Tage Ruhe zu verschaffen. Trotz dieser Ruhepause wird Tampa auch in der zweiten Playoffrunde auf Kapitän Steven Stamkos verzichten müssen. Der Kanadier befindet sich weiterhin in Behandlung wegen eines Blutgerinnsels.

 

Steve Stamkos - © by Media

Steve Stamkos – © by Media

Obwohl Tampa sich gegen Detroit durchsetzen konnte, fehlte Stamkos dem Team. Zehn der zwölf Treffer in der ersten Runde wurden von nur drei Spielern, genauer gesagt nur einer Reihe, erzielt – Nikita Kucherov (5), Alex Killorn (3) und Johnson (2). Kann New York diese Reihe aus dem Spiel nehmen, dann müssen andere Akteure der Lightning auch das Tor treffen.

 

Vielleicht könnte ausgerechnet Jonathan Drouin einer dieser Spieler sein. Neben den Vertragsverhandlungen um Steven Stamkos sorgten die Schlagzeilen rund um den 21-jährigen Drouin immer wieder für Unruhe im Westen Floridas. Drouin, 2013 an dritter Stelle des Draft verpflichtet, verlangte über seinen Agenten einen Trade, weil er in seinen Augen bei den Lightning nicht genug Spielzeit bekam. Stattdessen schickte das Team ihn ins Farmteam  Syracuse Crunch in die AHL. Zunächst weigerte sich Drouin dort zu spielen, wurde vom Verein suspendiert, und spielte schließlich doch. Mittlerweile ist Drouin wieder in Tampa, und wenn es je eine Gelegenheit gab, sich mehr Eiszeit zu verdienen, dann jetzt. Mit vier Vorlagen in Runde eins deutete Drouin an, dass er die Topreihe von Tampa entlasten könnte.

 

Über ein wenig Entlastung würde sich sicher auch Torwart Ben Bishop freuen, aber auch so erledigte der Amerikaner seine Aufgabe im Tor hervorragend. Starke 95 % der Schüsse von Detroit konnte Bishop parieren, und in fünf Spielen kassierte er nur 1,61 Treffer pro Partie. Bishop gibt seiner Mannschaft in jeder Begegnung die Chance zu gewinnen, auch wenn das Team nicht viele eigene Treffer erzielen kann.

 

Ein Weg um mehr Tore zu erzielen ist das Powerplay. 17,4 % sind kein guter Wert. Auch hier ist für Tampa noch Luft nach oben. Im Gegensatz zum Überzahlspiel funktionierte das Penalty Killing gegen Detroit sehr gut. Den Red Wings gelang bei 25 Gelegenheiten gegen Tampas Unterzahlspiel nur ein Treffer – 96 % Erfolgsquote für die Lightning. Seit 2009 erreichte kein Team in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das Finale der NHL. Die Verteidigung und das Torwartspiel von Tampa sind schon in Finalform, die Stürmer der Lightning müssen sich noch für das etwas steigern.

 

New York Islanders – Die neuen Könige der Stadt

Einen besseren Start nach dem Umzug in die neue Arena in Brooklyn hätten sich die New York Islanders kaum vorstellen können. Erstmals nach 23 Jahren hat die Franchise die zweite Runde der Playoffs in der NHL erreicht. Die Serie gegen die Florida Panthers war aber ein hartes Stück Arbeit. Drei der vier Siege errang New York erst nach Verlängerung. Die Spiele fünf und sechs konnten sogar erst nach doppelter Overtime gewonnen werden. Vor allem in der letzten Partie bewiesen die Islanders Nervenstärke. Statt kurz vor Schluss das entscheidende 0:2 ins leere Tor zu kassieren, verteidigte New York mit vollem Einsatz, und im Gegenzug erzielte John Tavares den Ausgleich. Der Kapitän war es auch, der Roberto Luongo nach 90:41 Minuten Spielzeit zum Game- und Serieswinner überwand. Tavares spielte eine sehr gute erste Runde und erzielte insgesamt fünf Tore und neun Punkte. Der 25-jährige ist in seiner siebten Saison nicht nur nominell der Kapitän des Teams, sondern auch in Punkte Einsatz und Leistung der absolute Führungsspieler in Brooklyn.

 

Aber ähnlich wie der Gegner in der zweiten Runde, waren auch die Islanders sehr abhängig von einer Reihe. Neben Tavares erzielte nur Linemate Frans Nielsen mehr als ein Tor (3). Neun unterschiedliche Torschützen gegen die Panthers zeugen aber davon, dass im Kader von New York viele Spieler treffen können. Das Powerplay der Islanders war in Runde eins gut, und bei 21 Versuchen traf die Mannschaft von Trainer Jack Capuano immerhin fünfmal ins Tor 23,8 %). In Unterzahl kassierte New York zwei Tore in 15 Penalty Killing-Situationen, schlechter sollte diese Quote nicht werden.

 

Ein Problem in den nächsten Runden der Playoffs könnte die fehlende Erfahrung der Islanders sein. Wie bereits erwähnt, gewann der Kern des Teams erstmals in der NHL eine Serie in der Endrunde. Für viele Spieler im Kader sind die kommenden Wochen Neuland. Die Verteidiger Nick Leddy, der 2010 und 2013 mit den Blackhawks den Stanley Cup gewann, und Johnny Boychuck der 2011 mit den Bruins triumphiert, und 2013 gegen Chicago im Finale verlor, müssen die jungen Spieler anführen. Das letzte Conference Finale erreichten die Islanders 1984. Damals unterlag das dominierende Team der frühen 80er in seiner letzten großen Saison im Finale gegen die Oilers.

 

Der Deutsche: Thomas Greiss

Thomas Greiss - © by Media

Thomas Greiss – © by Media

Dass die Islanders die Serie gegen Florida für sich entscheiden konnten, lag vor allem an Thomas Greiss. Der Füssener war in mehr als einer Partie der entscheidende Rückhalt. Beim  5:4-Auftakterfolg stoppte er Jaromir Jagr Sekunden vor Schluss mit einer tollen Parade. Dazu bewies er sehr gute Nerven und leistete sich in keinem der fünf Verlängerungsabschnitte einen Fehler. Auf die Frage, ob er denn besonderen Druck in der Verlängerung spüren würde, antwortete Greiss sehr entspannt. “Nicht wirklich”, sagte der Deutsch. „Einige Jungs spornt das mehr an, aber ich gehe nur raus und spiele mein Spiel, mehr nicht.“ So ermöglichte es Greiss seinen Teamkollegen irgendwann den Siegtreffer zu erzielen und sich feiern zu lassen. Denn genau das ist auch der Charakter von Thomas Greiss. Trotz des Gegentorschnitts von nur 1,79 und einer Fangquote von 94,4 % bleibt der 30-jährige ruhig und bescheiden.

 

Tipp: Statistisch gesehen müssten die Lightning einen Vorteil in der Defensive haben, die Islanders dafür im Angriff. Wichtiger könnte aber letztlich der Faktor Erfahrung sein. Tampa fehlten letzte Saison nur zwei Siege zur Meisterschaft. Dazu sind im Kader wesentlich mehr Spieler mit großer Playofferfahrung als in New York. Thomas Greiss kann (noch) nicht zwei Serien in Folge gewinnen. Tampa Bay in sechs Spielen.

Western Conference

Dallas Stars vs. St. Louis Blues – Ein echter Hitchcock

Lang ist es her, dass diese beiden traditionsreichen Franchises in den Playoffs aufeinandergetroffen sind. 2001 siegten die St. Louis Blues in der zweiten Runde glatt mit 4:0. Vier der fünf Hauptrundenspiele gewannen die Blues. Allerdings benötigten sie dafür zweimal eine Verlängerung und in einer Begegnung sogar ein Penaltyschießen. Dallas siegte nur einem Spiel nach regulärer Spielzeit. Diese zwei Punkte reichten aber als Vorsprung vor St. Louis um die Central Division zu gewinnen und sich das Heimrecht zu sichern.

 

Dallas Stars – Zwei Spiele souverän, danach im Chaos überlebt

Alles sah nach einem schnellen Erfolg der Stars gegen die Wild in der ersten Runde der Playoffs aus. Dallas gewann beide Auftaktspiele zuhause, kassierte dabei nur ein Gegentor, und führte in Spiel drei nach nur 4:10 Minuten durch zwei Tore von Patrick Sharp mit 2:0.

Doch in der restlichen Spielzeit dieser Begegnung und den weiteren Partien agierten die Stars alles andere als souverän, und hätten fast noch in ein entscheidendes Spiel sieben gehen müssen.

 

Das Problem der Mannschaft von Lindy Ruff ist weiterhin die Defensive und das Torwartspiel. Kari Lehtonen fing sich in der dritten Begegnung bei nur 24 Schüssen der Wild vier Gegentore. Wie schon in der regulären Saison, handelte Ruff sofort. Antti Niemi stand ab Spiel vier im Tor. Das funktionierte ein Spiel. Die fünfte Partie gewannen die Wild. Und in der sechsten Begegnung – Lehtonen stand wieder im Tor. machte Minnesota aus einem zwischenzeitlichen 0:4 ein 3:4 und 4:5. Nur mit viel Glück überstanden die Stars ein chaotisches letztes Drittel. Die kombinierte Fangquote der Torleute von Dallas liegt bei 89,1 %. Alle Teams mit einem schlechteren Wert haben sich bereits in den Sommerurlaub verabschiedet.

 

Warum gelang es Dallas überhaupt die zweite Runde zu erreichen? Das lag mal wieder am  überragenden Angriff. 21 Tore sind Bestwert in den Playoffs[1]. Jamie Benn und Jason Spezza trafen je viermal und gaben noch sechs bzw. fünf Vorlagen. Der bereits erwähnte Sharp, Patrick Eaves und Alex Goligoski erzielten ebenfalls mehr als ein Tor. Bemerkenswert ist die Leistung der Offensive vor allem deshalb, weil mit Tyler Seguin ein 33-Tore Stürmer ausgefallen ist. Das Comeback in Spiel zwei kam nach dem Achillessehnenanriss offensichtlich zu früh, und Seguin spielte in keiner weiteren Partie der ersten Runde.

 

Tyler Seguin - © by Media

Tyler Seguin – © by Media


Trotz der 21 Tore war das Powerplay der Stars nicht außergewöhnlich gut, sondern mit 21,1 % eher solide. Gefährlich ist dagegen die Erfolgsquote beim Unterzahlspiel. In jeder vierten Situation bei der ein Spieler von Dallas auf der Strafbank saß, klingelte es im Tor eines der finnischen Tormänner. Nur 75 % Penalty Killing sind ein schlechter Wert.

 

 

St. Louis Blues – Die Dynastie gestoppt

Als die Dallas Stars 2001 gegen St. Louis verloren, saß Ken Hitchcock noch auf der Bank des Teams aus Texas. Knapp ein halbes Jahr später wurde Hitchcock in Dallas entlassen. Das gleiche Schicksal drohte dem Coach auch St. Louis. Doch die Blues ließen den Champion aus Chicago nach 3:1 zwar noch einmal in die Serie zurückkommen, aber in Spiel sieben besiegte das Team nicht nur den Angstgegner, sondern sicherte Hitchcock auch vorläufig seinen Job.

 

Speziell das entscheidende siebte Spiel gegen die Blackhawks zeigte, dass St. Louis vielleicht die entscheidenden Lehren aus den Vorjahren gezogen hat. Nachdem Chicago aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht hatte, konnten die Blues ihrerseits antworten und das entscheidende 3:2 erzielen. Torschütze war mit Troy Brouwer ein Spieler, der 2010 mit Chicago einen Stanley Cup gewinnen konnte. Brouwer kam vor der Saison aus Washington nach Missouri, und bringt viel Erfahrung in den jungen Kader.

 

Obwohl die Blues auch junge oder noch kaum dekorierte Spieler haben, die sehr gute Leistungen zeigen. Zuerst ist natürlich Vladimir Tarasenko zu nennen. Der russische Flügelstürmer machte vier Tore gegen Chicago und war in seiner Karriere in bisher 20 Playoffspielen 14 Mal erfolgreich. Topscorer im Viertelfinale war Reihenkollege Jaden Schwartz mit drei Toren und sieben Punkten. Doch eine Stärke von St. Louis ist die Ausgeglichenheit. Zwölf Spieler trafen, und zweitbester Scorer war mit sechs Punkten Verteidiger Alex Pietrangelo.

 

Ein weitere wichtiger Faktor für das Entthronen des Titelverteidigers war Brian Elliott. Der Torhüter hatte in früheren Playoffjahren noch teils durchwachsene Leistungen gezeigt, knüpfte aber bisher in der Endrunde an die hervorragende reguläre Saison an. Eine Fangquote von 92,9 % und ein Gegentorschnitt von 2,4 sind gegen eine Mannschaft wie Chicago nicht zu unterschätzen. Aber Achtung: Auch die Blues haben Probleme in Unterzahl, und waren nur in 68,4 % mit ihrem Penalty Killing erfolgreich.

 

Tipp: Wer selbst gegen die schwachen Minnesota Wild Probleme bekommt, der wird gegen stärke Teams erst recht zittern müssen. Die Kombination aus wackeliger Defensive und mittelmäßigen Torhütern ist für Dallas zu viel, um gegen St. Louis bestehen zu können. Die Blues sind dagegen endlich an Chicago vorbei, und der zweite Angstgegner aus Los Angeles ist auch bereits ausgeschieden. St. Louis in sechs Spielen.

 

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Period 1 Eastern Conference

 

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[1] Gleichauf mit Pittsburgh, allerdings benötigen die Penguins nur fünf Spiele.

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