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Martin Brodeur erklärt seinen Rücktritt

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Martin Brodeur - © by Media
Martin Brodeur – © by Media
New York. (LM) Martin Brodeur, der Torwart mit den meisten Siegen in der Geschichte der National Hockey League, wird heute in einer Pressekonferenz seinen Rücktritt erklären.
Der 42-jährige hat viele Rekorde aufgestellt. Aber war er wirklich der beste Torwart aller Zeiten, oder profitierte er vom Spielstil während seiner aktiven Zeit?

Beeindruckende Statistiken
691 Siege in 1166 Spielen und 124 Shutouts in der regulären Saison, 48 Siege in der Saison 2006-2007, 24 Shutouts in den Playoffs, 8 Spielzeiten mit mehr als 40 Siegen, 5 Williams M. Jennings Trophy , 4 Vezina Trophies , 3 Stanley Cup-Siege, 2 Goldmedaillen und sogar ein Tor in den Playoffs – Die nackten Zahlen zu Martin Brodeurs Karriere sind beeindruckend.

Der in Montréal geborene Torwart hat in mehr als zwei Jahrzehnten NHL die Rekordbücher für die Torwartposition in weiten Bereichen geprägt. Vor allem in der regulären Saison war er die personifizierte Konstanz. Als fester Bestandteil der New Jersey Devils stand Brodeur zwischen 1994 und 2008 in fast 89 % aller Spiele in der regulären Saison im Tor. Ob er dabei allerdings wirklich herausragende Leistungen vollbrachte, oder nur von der defensiven Spielweise in dieser Ära profitierte, wird sich wohl nie endgültig feststellen lassen.

Mit den Devils gewann Brodeur 1995, 2000 und 2003 den Cup. Dazu kommt eine olympische Goldmedaille 2002 mit der Auswahl Kanadas . Die prägenden Figuren des Torwartspiels waren in dieser Zeit jedoch andere. Patrick Roy und Dominik Hasek überragten vor allem in den Playoffs immer wieder. Brodeur war erfolgreich, aber irgendwie auch langweilig. Während die anderen Torhüter spektakulär und manchmal auch hitzköpfig agierten, war Brodeur eher der sachliche Verwalter im Hintergrund, selten herausragend, aber immer verlässlich.

Profiteur einer defensiven Ära
Der Kanadier hatte in seinen besten Jahren immer eine Mannschaft vor sich, deren Hauptaugenmerk ganz klar auf der Defensive lag. Mit der „Neutral-Zone-Trap “ brachten die Devils Ende der 90er und Anfang des neuen Jahrtausends die gegnerischen Mannschaften reihenweise zur Verzweiflung. Brodeur war immer gut, aber fast nie überragend. Selbst als er 2003 mit sieben Spielen ohne Gegentor einen neuen Rekord in den Playoffs aufstellte, gab es keine individuelle Auszeichnung für Brodeur. Als wertvollster Spieler wurde Jean-Sebastian Giguere ausgezeichnet, obwohl der das Finale gegen Brodeur und die Devils verloren hatte.

Martin Brodeur war ein Produkt des Systems in dem er spielte. Die „Dead Puck“-Ära, die schließlich zu zwei Lockouts und zahlreichen Regeländerungen führte, war die perfekte Zeit für ihn. Trotzdem waren es nicht nur seine Vorderleute, die für die mehr als 600 Siege verantwortlich waren.

2010 vielleicht das beste Jahr seiner Karriere
Dass eine Mannschaft mit Brodeur im Tor auch in einer offensiveren Ära sehr erfolgreich sein kann, bewiesen die Devils 2010. Im siebzehnten Jahr in der NHL führte Brodeur sein Team noch einmal bis ins Finale. Und das, obwohl sogar eine Regel eingeführt wurde, die speziell auf Brodeur zugeschnitten war. Da der Torwart der Devils die tiefgespielten Pucks der gegnerischen Mannschaften bevorzugt direkt in den Ecken hinterm seinem Tor abfing, erklärte die Liga 2005 diesen Teil des Spielfeld zur verbotenen Zone für die Torhüter.

Trotz der Finalteilnahme 2010 gab es in den letzten Jahren vermehrt Stimmen, die Brodeur vorwarfen seine Karriere nicht rechtzeitig beendet zu haben. Neben den zahlreichen positiven Rekorden hält Brodeur auch die unrühmlichen Bestmarken für die meisten Niederlagen und die meisten Gegentore eines Torhüters in der NHL.

Vom Aushilfstorwart ins Management

Am Ende stand Martin Brodeur sogar noch für ein anderes Team außer den Devils zwischen den Pfosten. Sieben Spiele half Brodeur bei den St. Blues aus. Als Stammtorwart Brian Elliot Ende Dezember wieder fit war, zeichnete sich aber ab, dass Brodeur keine Zukunft in der Mannschaft hat. Martin Brodeur wird laut Aussagen von General Manager Doug Armstrong eine Stelle im Management der Blues antreten.

Auch ein Rückweg nach New Jersey zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht ausgeschlossen. “Marty und ich haben uns unterhalten. Er kann bei uns einen Job bekommen, wann immer er es möchte,” sagte Lou Lamoriello der Manager der Devils gegenüber ESPN.com.

Und so verlässt heute ein Torwart die Liga, der vielleicht nicht so polarisierte und elektrisierte wie manch einer seiner Kollegen, sondern seinen Job über einen unglaublich langen Zeitraum einfach zuverlässg und solide erledigte.


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