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Dorfen. (Helmut Findelsberger) Personell arg gehandicapt musste sich der ESC Dorfen gestern Abend in der Grafinger „Scheune“ 4:5 (3:0, 1:3, 0:2) geschlagen geben. Selbst... Lynnden Pastachak verhinderte eine Überraschungscoup der Eispiraten

Tomas Vrba – © Torsten Fengler

Dorfen. (Helmut Findelsberger) Personell arg gehandicapt musste sich der ESC Dorfen gestern Abend in der Grafinger „Scheune“ 4:5 (3:0, 1:3, 0:2) geschlagen geben. Selbst eine 4:0-Führung reichte den Eispiraten gegen den EHC „Pastachak“ Klostersee nicht.  

Noch mehr Tiefschläge, als die Eispiraten in personeller Hinsicht bis zur Abfahrt nach Grafing einstecken mussten, gehen kaum. 14 Feldspieler und nur Luca Endres als Torhüter bildeten den Kader. An der Bande stand mit Tobias Brenninger der Trainer der 1b-Mannschaft. Er war der Ersatz für den Ersatz! Der letzte Sonntag für den erkrankten Cheftrainer Franz Steer eingesprungene U20-Trainer Jan Smolko musste auch erkrankt passen.

Klostersee, nach dreiwöchiger Corona bedingter Pause seit vergangenem Wochenende wieder im Spielbetrieb, war nahezu komplett mit immer noch neun ehemaligen Oberligaspielern. Unter solchen Voraussetzungen konnten die Eispiraten nur überraschen und am besten den Favoriten überrumpeln.

Mit einem Doppelschlag schossen Benedikt Dietrich und Maximilian Steiner eine 2:0-Führung heraus. Der nächste Doppelschlag waren zwei Strafzeiten gegen Dietrich und Gasper Susanj, wurde aber schadlos weggesteckt. Die erste Überzahl münzte dafür Florian Fischer zum 3:0 um, worauf bei Klostersee Philipp Hähl im Tor Dominik Gräubig ablöste.

Auf sage und schreibe 4:0 erhöhte David Hrazdira nach 7 Minuten des zweiten Spielabschnitts. Klostersse war noch lange nicht geschlagen und Ligatopscorer Lynnden Pastachak setzte mit dem Überzahltreffer zum 1:4 das Signal zur Aufholjagd. Zusammen mit Dorfens Lönnig zwischendurch auf der Strafbank ging auch der nächste Überzahltreffer wieder auf sein Konto. Verhängnisvoll aus Dorfener Sicht die Schlussphase dieses zweiten Spielabschnitts. Nach wüster Keilerei gab’s gegen Matthias Baumhackl vom EHC und Dorfens Philipp Schuhmann „5 plus Spieldauer“ und für Dietrich zum Fünfer eine Matchstrafe.

50 Sekunden vor der Pause machte Pastachak seinen Hattrick voll und 51 Sekunden nach Wiederbeginn war alles auf Gleichstand, mal nicht durch den Kanadier, sondern durch Florian Gaschke und von Dietrichs Strafzeit waren noch zweieinhalb Minuten auf der Uhr. Die wurden überstanden. Gut drei Minuten vor Schluss war es passiert und Torschütze zum 5:4 war natürlich Pastachak.

Statistik:

Tore/Vorl.: 0:1 (4.) Dietrich (Hrazdira), 0:2 (5.) Steiner (Hrazdira, Susanj), 0:3 (17.) Fischer (Vrba, Susanj / 5-4), 0:4 (28.) Hrazdira (Vrba), 1:4 (31.) Pastachak (N. Quinlain / 5-4), 2:4 (38.) Pastachak (N. Quinlain / 5-4), 3:4 (40.) Pastachak (Gaschke, N. Quinlain / 5-4), 4:4 (42.) Gaschke (Kaefer, N. Quinlain/ 5-4), 5:4 (57.) Pastachak (Gaschke);

HSR: Rupert Stenzel;

Strafminuten: EHC 6 + 5 + 20 / ESC 14 + 5 + 20 + 5 + 20;

Zuschauer: 263

 

Der Dorfener Ersatz-Ersatzcoach und die Fastsensation (Nachlese)

Erneut musste bei den Dorfener Eispiraten mit Tobias Brenninger ein Ersatztrainer in die Bresche springen. Viel hat nicht gefehlt, um beim haushohen Favoriten in Klostersee/Grafing einen Zähler oder vielleicht sogar mehr mitzunehmen.

Unterm Strich stand aber trotz einer 4:0-Führung eine 4:5-Niederlage. Drei Covid-Infizierte gibt es beim ESC, „wobei einer völlig ohne Symptome ist und nur durch Testen rausgefischt werden konnte“, erzählte Sportchef Manfred Detterbeck. „Wir haben immerhin beim Topteam der Liga gespielt und diesen Gegner an den Rand einer Niederlage gebracht. Darauf könnt ihr stolz sein“: Das hat Tobi Brenninger der Mannschaft nach Spielende mit auf den Weg gegeben – „jedoch aus einem Gefühlsmix aus Stolz und Traurigkeit“, wie er selbst sagt. Für einen möglichen Einsatz war er schon am Donnerstag vorgewarnt worden, denn Jan Smolko, Steer-Ersatz vom vergangenen Sonntag, war selbst nicht einsatzfähig. Nach einem Telefonat am Freitagvormittag war auch klar, dass der an Grippe erkrankte Cheftrainer Franz Steer noch nicht an der Bande stehen konnte. Detterbeck musste dann nur noch das Okay bekommen, denn Brenninger ist noch ohne Trainerschein. Der Aushilfscoach berichtete, „dass er auch in den Drittelpausen mit Franz telefonisch in Kontakt war“.

Der hatte das Spiel auf Sprade-TV verfolgt und damit einen besseren Blick auf die wohl entscheidende Szene des Spiels. Zu der Matchstrafe gegen Benedikt Dietrich (wir berichteten) konnten sowohl Brenninger als auch Detterbeck nicht viel sagen, da von ihrer Position aus der Sichtwinkel zu ungünstig gewesen sei. „Ein harter Check, mehr nicht“, urteilte Franz Steer am Bildschirm. Aus Detterbecks Sicht hatte der Schiedsrichter den Arm erst gehoben, als die Rauferei im Gange war. Dann gab es neben den beiden Spieldauerstrafen für je eine Seite diese verhängnisvolle Matchstrafe beim Stand von 2:4. Klostersee nutzte diese zu zwei Treffern kurz vor und nach der Pause. Brenninger: „Mir hat der Schiri erklärt, dass er es so gesehen hat, und das muss ich akzeptieren.“

Brenninger und Detterbeck hatten aber schon den Eindruck, dass zwei nicht gegebene Treffer der Gastgeber, als Dorfen noch 4:0 führte, auf manche Entscheidung nachwirkten. Einmal war ein Torraumabseits dem Treffer vorausgegangen, beim zweiten Mal war vorher schon abgepfiffen worden. „Da hatten wir doppeltes Glück, denn Sekunden vorher wäre auch ein Penalty für Klostersee möglich gewesen“, bestätigte Brenninger fairerweise.

Dafür gab EHC-Coach Dominik Quinlain in der Pressekonferenz auch zu, „dass die von Baumhackl angezettelte kleine Schlägerei nicht schlecht war, denn so etwas pusht ein Team auch“. Dorfens Puckjägern sprach er ein großes Kompliment aus, „die waren sehr gut eingestellt“. Seinen vierfachen Torschützen Pastachak adelte er besonders: „Ich habe schon mit vielen Ausländern gespielt und auch einige trainiert, aber noch nie hatte einer so eine Einstellung wie Lynnden.“

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