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Iserlohn. (MK) Am Ende waren es dann immerhin zwei Punkte auf der Habenseite der Iserlohn Roosters. Gegen einen unangenehmen Aufsteiger aus Frankfurt setzten sich... Löwen klauen einen Punkt kurz vor Schluss, aber „Doppelpacker“ Daugavins lässt die Roosters am Ende über zwei Punkte jubeln

Kaspars Daugavins jubelt – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn. (MK) Am Ende waren es dann immerhin zwei Punkte auf der Habenseite der Iserlohn Roosters. Gegen einen unangenehmen Aufsteiger aus Frankfurt setzten sich die krisengeschüttelten Sauerländer mit 3:2 nach Verlängerung durch.

Keine zwei Tage nach der 5:4 Niederlage in Augsburg und der Beurlaubung von Cheftrainer Kurt Kleinendorst am Samstag stand für die Iserlohn Roosters das Heimspiel gegen Aufsteiger Löwen Frankfurt auf dem Programm. Unter der Leitung von Interimstrainer Pierre Beaulieu kam es zu einigen Umstellungen in den Formationen. Proske, Labrie und Ugbekile fehlten weiterhin krankheitsbedingt. Im Tor setzte Beaulieu auf Weitzmann. Die Top-Reihe mit Daugavins, Foucault und Bailey blieb unverändert, während in den anderen Formationen einiges ordentlich durchgemischt wurde.

Viel Kampf und ein für die Roosters ärgerlicher später Ausgleich

Im vor allem vom Kampf geprägten Anfangsdrittel ergaben sich nur wenige klare Torchancen. Bergmann (12.) war bei einer 2-1 Situation der Roosters etwas zu eigensinnig und schloss selbst ab, obwohl Brown mitgelaufen war. Auf der Gegenseite vergab Ranford einen Konter frei vor Weitzmann.

Eine Strafe gegen Frankfurts Bokk kurz nach Anpfiff des zweiten Drittels verstrich bis auf eine Roosters-Schusschance von Busch fast wirkungslos. Daugavins (24.) verzog für die aufkommenden Sauerländer über das Tor. Dem Letten gelang dann aber in der 27. Minute der umjubelte Führungstreffer. Nachdem Foucault von hinter dem Tor kommend die Scheibe durch den Torraum quer aufgelegt hatte, war der finale Torschuss zum 1:0 für Daugavins fast mühelos. Sezemskys gefährlichen Schlagschuss (31.) für die Löwen parierte Weitzmann im Iserlohner Tor. Eine knappe Minute später jubelten erneut die Gastgeber. Bergmann wirbelte kräftig durch die Abwehr der Löwen, legte auf Ankert an der blauen Linie ab und dessen Pass vors Tor verwertete Cornel zum 2:0 für die Hausherren. Iserlohn erarbeitete sich mit dem Schwung des zweiten Treffers weitere Chancen durch Streu und Broda (37.). Die nächste Strafe gegen Iserlohns Kapitän Ankert konnte Löwen-Topscorer Bokk noch nicht nutzen. Sturmkollege Schwartz nutzte aber einen Moment später die Gunst eines Iserlohner Wechsels und verkürzte mit einem platzierten Schuss ins linke Eck zum 2:1 Anschlusstreffer. Pause!

„Wir brauchen die Punkte unbedingt und müssen weiter Druck machen“, so Iserlohns Kaspars Daugavins in der Pause bei MagentaSport.

Iserlohn erarbeitet sich zu Beginn des letzten Drittels mehrere gute Chancen, scheiterte aber an Hildebrand im Löwen-Kasten. Bailey (44.) verpasste den dritten Treffer als er einen Alleingang vergab. Szenenapplaus in der 45. Minute für Weitzmann, der spektakulär gegen Rowney und Bokk in Kombination klärte. In der Folgezeit sahen die 3566 Zuschauer ein Match auf Augenhöhe zwischen den etwas aktiveren Roosters und den geduldig lauernden Löwen. Foucault (53./55.) verpasste mit zwei hochkarätigen Chancen die Vorentscheidung im Spiel. Sezemskys Strafe bescherte den Gastgebern ein weiteres Powerplay. Aber wieder hielten die Löwen Stand. Eine einstudierte Kombination von Bokk eingeleitet über Ranford, der quer zu Rowney ablegte führte zum 2:2 Ausgleich. Rowney hatte mit viel Ruhe und Übersicht Keeper Weitzmann 101 Sekunden vor der Schluss-Sirene ausgespielt.

Die Entscheidung musste somit in der Overtime her. Hier benötigten die Roosters 35 Sekunden für die Entscheidung. Daugavins netzte aus der zentralen Position ins linke Eck zum 3:2 Siegtreffer ein.

Somit bleiben zwei Zähler am Seilersee und ein hart erkämpfter Punkt geht mit in den Frankfurter Bus.

Am Dienstag empfängt Iserlohn Bietigheim, Löwen reisen nach Ingolstadt

Bereits am Dienstag erwarten die Roosters die Bietigheim Steelers zum nächsten Heimspiel am Seilersee. Durch den 4:1 Erfolg der Steelers daheim gegen Straubing können die Roosters mit einem Sieg den Abstand zum vorletzten Platz verkürzen, die Rote Laterne aber (noch) nicht abgeben. Die Löwen treten am Dienstag in Ingolstadt an.

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Trainerwechsel eine gemeinsame und einvernehmliche Entscheidung

„Wir können vor der aktuellen Situation nicht die Augen verschließen und sind mit der Entwicklung unserer Mannschaft nicht zufrieden, weshalb wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben“, so Sportchef Christian Hommel zur Beurlaubung von Headcoach Kurt Kleinendorst am Samstag.

Nach der 5:4 Niederlage in Augsburg und der desaströsen Bilanz von nur zwei Siegen aus neun Spielen kam das Aus für den sympathischen US-Amerikaner, der die Roosters erst im Januar als Nachfolger von Brad Tapper übernommen hatte. Iserlohn führte damit den branchenüblichen Reflex in einer handfesten sportlichen Krise aus.

Die Trennung soll laut Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ) einvernehmlich erfolgt sein. Möglicherweise wird Kleinendorst die Sauerländer zu einem späteren Zeitpunkt als Scout in Nordamerika unterstützen. Vorschnell abreisen will der 61- jährige aus der Waldstadt noch nicht.

Klubchef Wolfgang Brück erklärte vor dem Match gegen Frankfurt gegenüber MagentaSport noch einmal, wie die Entscheidung zustande kann. „Wir haben von Anfang an einen sehr offenen und menschlichen Umgang gepflegt. Kurt Kleinendorst hat uns letzte Saison, wir sind ja zwei Mal schwer von Corona gebeutelt worden, übernommen und hat uns aus der Situation rausgeführt. Wir waren in der Hoffnung, dass es dieses Jahr besser wird. Er selbst hat gesehen, dass Dinge nicht so laufen, wie er es eigentlich erwartet hat. Es ist auch so gewesen, dass er sich mit der sportlichen Leitung auf Neuzugänge abgestimmt hat. Er hat dann die Verantwortung übernommen. Wir suchen natürlich immer das Gespräch untereinander. Man kommuniziert jede Woche, wie man etwas positiv wie negativ betrachtet. Dann ist auch von ihm sehr offen angesprochen worden, was Lösungsansätze sein können. Ich ziehe meinen Hut davor, dass wir offen und ehrlich unsere Meinung gesagt und gemeinsam dann den Schlussstrich gezogen haben.“

Co-Trainer Pierre Beaulieu (39), der auch 2020 in Krefeld als Interimscoach einsprang und in der vergangenen Saison als Headcoach bei den Augsburger Panthern startete, übernimmt vorerst das Ruder hinter der Bande. „Ich bin hier, um mit den Jungs zu arbeiten. Es geht nicht um Titel. Wir wollen schauen, was wir machen können, um als Mannschaft stärker zu sein. Wenn eine neuer Headcoach da ist, dann ist das auch okay für mich und dann unterstütze ich den neuen Headcoach“, so Beaulieu auf Nachfrage zu seinen Ambitionen eventuell auch längerfristig den Posten des Cheftrainers zu bekleiden.

Die Findungsphase bezüglich eines neuen Cheftrainers soll allerdings bereits – ohne Zeitdruck – begonnen haben. Schnell bringt die Gerüchteküche um den Seilersee einige Namen hervor. Im „wild“ gerüchteten und unbestätigten Kandidatenkreis der „üblichen Verdächtigen“ tauchen auch schnell die Namen Sean Simpson (zuletzt ungarischer Olympiacoach), Peter Draisaitl (zuletzt Bratislava Capitals), Niklas Sundblad (zuletzt Schwenningen) und Doug Shedden (zuletzt viereinhalb Jahre in Ingolstadt) auf. An der Ernsthaftigkeit dieser Gerüchte darf zumindest wenige Stunden nach der Demission von Kurt Kleinendorst leise gezweifelt werden. Der traditionell immer gerne reflexartig gehandelte Greg Poss (57), der die Sauerländer schon zwischen 1997 und 2003 betreute, wurde nach Informationen unseres Magazins in den letzten Jahren schon einige Male intern diskutiert und soll nun einmal mehr ein Kandidat sein. Zuletzt arbeitete Poss, der auch schon Bundestrainer war, zwischen 2016 und 2019 beim EC Red Bull Salzburg in Österreich. Namen werden berechtigterweise von offizieller Stelle nicht kommentiert.

Alle würden nach den eher jungen und dynamischen Trainern Jason O´Leary und Bard Tapper eher in die Kategorie der erfahrenen Trainer, wie es auch Kurt Kleinendorst ist, passen.
Grundsätzlich können die Roosters auf dem Posten des Cheftrainers seit fünf Jahren wenig Kontinuität nachweisen. „Alle Jahre wieder“ den Trainer zu wechseln erschwert das Handeln auf vielen Ebenen. Und so darf bei der Veröffentlichung des zukünftigen Cheftrainers auch kritisch hinterfragt werden, welche längerfristige Perspektive er für die Organisation mitbringt.

Die DEL-Cheftrainer der Iserlohn Roosters

Greg Poss seit 1997 (2. Liga Nord) bis 2003
Doug Mason 2003 – 2006
Geoff Ward 2006 – 2007
Rick Adduono 2007 – 2008
Steve Stirling 2008 – 2009
Uli Liebsch 2009 – 2010
Doug Mason 2010 – 2013
Jari Pasanen 2013 – 2017
Rob Daum 2017 – 2018
Jamie Bartman 2018 – 2019
Jason O´Leary 2019 – 2021
Brad Tapper 2021 – 2022
Kurt Kleinendorst 2022
Pierre Beaulieu … seit 15.10.2022

Schwierige Suche nach weiteren Verstärkungen

Noch immer sind die Sauerländer auf der Suche nach Ergänzungen für ihren Kader. Zwei Kontingentstellen sollen dem Vernehmen nach noch besetzt werden. Passend wäre, wenn der neue Headcoach hier seine Meinung einbringen könnte. Zudem droht Ende Dezember der Verlust von Leihspieler Lean Bergmann, der dann vereinbarungsgemäß nach Mannheim zurückkehren soll. In der Kadertiefe sind die Roosters sicherlich nicht schlecht aufgestellt. Es mangelt aktuell aber vor allem an „Unterschiedsspielern“ von denen auch Bergmann einer ist. Die Lasten sind aktuell auf zu wenigen Schultern verteilt. Interims-Headcoach Pierre Beaulieu erklärte auf der Pressekonferenz auf IKZ-Nachfrage: „Wir wollen ein bisschen tiefer sein im Kader. Wenn ein Spieler bereit ist und er der Spieler ist, den wir brauchen, dann können wir ihn natürlich holen. Aber das ist der Bereich von Christian Hommel und nicht mein Bereich. Ich arbeite mit den Jungs jetzt in dieser Situation.“
Für den auch in der Kritik stehenden Sportchef Christian Hommel mangelt es in diesen tagen also keineswegs an Arbeit.

Fotostrecke zum Spiel Roosters – Löwen

Iserlohn Roosters - Loewen Frankfurt
Iserlohn Roosters - Loewen Frankfurt - © Sportfoto-Sale (JB)
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