Kopenhagen. (FG) Die Zukunft der Liiga in Finnland ist geklärt. Auf der ordentlichen Hauptversammlung der finnischen Jääkiekon SM-liiga Oy, der Betreibergesellschaft der Liga, konnten sich die Vereine auf eine neue Struktur, den Auf- und Abstieg sowie weitere Regeln einigen.
Auf einer Pressekonferenz kurz vor Mitternacht am 27. November 2025 verkündeten der Geschäftsführer der SM-Liga, Mikko Pulkkinen, und der Vorsitzende Jyrki Seppä die geplanten Änderungen.
So sieht die Reform aus
Ab der Saison 2027-28 wird es ein zweistufiges Ligensystem geben. In der obersten Liga werden 14 Mannschaften und in der zweiten Liga 10 Teams antreten. Zwischen beiden Ligen wird es Auf- und Abstieg geben. Mit dem neuen System ist ein direkter Aufstieg ohne Umwege über zwei Playoff-Phasen wie im aktuellen Format möglich. Dennoch muss ein möglicher Aufsteiger die Lizenzbedingungen für die erste Liga erfüllen. Sollte dies nicht der Fall sein, wird es keinen Aufsteiger geben. Eine Situation, die Eishockeykennern und -fans seit der Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs bereits in der deutschen DEL bekannt ist. Beide neuen Ligen werden von der Jääkiekon SM-liiga Oy verwaltet.
Eine Forderung vieler Vereine war, die Anzahl der Teams in der Liga zu verringern. Deswegen kann es als Überraschung verbucht werden, dass es nach der vorübergehenden Aufblähung 14 Erstligisten geben wird, gab es doch von vielen Seiten den Wunsch die erste Liga auf 12 Teams zu reduzieren. Dieser Umstand wurde von vielen Fans und Experten mit Verwunderung aufgenommen. Immerhin wollen sich die Vereine laut dem Sender MTV in zwei oder drei Jahren erneut zusammensetzen, um die Ergebnisse der Umstellung zu begutachten und gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.
Für die großen und umsatzstarken Vereine war die Aufteilung der Einnahmen aus den Playoffs im Vorfeld ein wichtiger Punkt. Das ging in den Monaten zuvor so weit, dass eine Gruppe um TPS Turku, Tappara Tampere, IFK Helsinki und andere damit drohten, aus der Liga auszusteigen und eine eigene Lia zu gründen. Auf der Hauptversammlung wurde nun der Beschluss gefasst, die bisherige Regelung aufzuheben. Ab der Saison 2026-27 behält jeder Verein seine eigenen Ticketeinnahmen; eine Umverteilung wie zuvor wird es nicht mehr geben. Die Liga wird jedoch eine Kostenpauschale erheben, um die entstandenen Kosten in den Playoffs für die Vereine zu decken.
Auch das Verwaltungsmodell wird angepasst. Die Entscheidungsgewalt wird dabei von den jeweiligen Gesellschaftern auf den Vorstand und den Geschäftsführer der Liga übertragen. Zudem werden die Geschäftsführer der Vereine in Zukunft nicht mehr dem Führungsgremium der Liga angehören. Das bisherige Gremium wird laut Pressemitteilung aufgelöst. Die Vereine können ihr Entscheidungsrecht künftig in den Gesellschafter- und Hauptversammlungen ausüben.
Im Zuge der Reformen werden außerdem der Besitz der Liga und die Teilnahme an der Liga voneinander getrennt. Während bisher Vereine Anteile an der Gesellschaft besitzen mussten, wird es ab der Saison 2027-28 ein Hybridmodell geben. Vereine können weiterhin Anteile an der Gesellschaft erwerben oder eine kostenpflichtige Lizenz kaufen, um in der ersten Liga zu spielen.
Die Liga hat vorbehaltlich außerdem mitgeteilt, dass alle Änderungen an der Ligastruktur vom finnischen Eishockeyverband genehmigt werden müssen. Die Hauptversammlung hat den Vorstand der Liga ermächtigt, die Vertragsbedingungen mit dem Eishockeyverband auszuhandeln.
Übergangsphase 2026-27
In der nächsten Saison wird die Liiga noch einmal auf maximal 18 Mannschaften aufgebläht, also zwei mehr als in der aktuellen Saison. Aufsteigen sollen der amtierende Meister der zweitklassigen Mestis aus der vorherigen Saison sowie der zukünftige Meister der aktuellen Saison. Sollte es erneut der Meister der Vorsaison sein, kann das andere Finalteam eine Lizenz beantragen. Mit dieser Regelung haben die Vereine einen Weg gefunden, um den Jokerit aus Helsinki den Aufstieg in die Liiga zu ermöglichen. Die Joker sind der aktuelle Meister der zweiten Liga, müssen aber dennoch wie bisher eine Lizenz für den Aufstieg beantragen.
Das Übergangsjahr führt auch dazu, dass es für jedes Team 64 bis 68 Spiele sein werden.
Zur Saison 2027-28 wird die Anzahl der Teams auf 14 reduziert. Die Vereine auf den Plätzen 17 und 18 steigen automatisch in die untere Liga ab. Die Plätze 13 bis 16 spielen um die beiden verbleibenden Plätze in der ersten Liga. Die zwölf besten Teams der Hauptrunde ziehen in die Playoffs ein.
Jokerit kommt zurück in die Liiga
Für Jokerit hat das lange Warten ein Ende. Zum ersten Mal seit 2014 wird das Team aus Helsinki wieder in der höchsten finnischen Spielklasse antreten. Der Erhalt einer Lizenz scheint aktuell reine Formsache zu sein. Die Joker spielten von 2014 bis 2022 in der russischen KHL und waren Teil einer Expansion der Liga außerhalb Russlands. Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine zog sich der Verein aus der KHL zurück, setzte ein Jahr aus und trat dann 2023 in der zweiten finnischen Liga an. Bereits damals versuchte der Verein direkt in die Liiga aufgenommen zu werden, scheiterte jedoch.
(Florian Gerlach)
Quellen:
Liiga https://liiga.fi/fi/uutiset/liigan-tiedote-251128
Suomikiekko https://www.suomikiekko.com/2025/11/liigan-uusi-sarjamalli-selvilla-jokerit-tekee-paluun/
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