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Mannheim (GK). Es war Play-Off Eishockey mit Hochspannung und Dramatik pur, wie man es sich wünscht, aber eben nicht mit dem Ende, das sich...

Mannheim (GK). Es war Play-Off Eishockey mit Hochspannung und Dramatik pur, wie man es sich wünscht, aber eben Logo der Adler Mannheimnicht mit dem Ende, das sich Fans wie Cracks der Adler erwartet hatten. Dabei lief alles bis zur 53. Minute mehr oder weniger nach Plan. Die Adler führten mit 2:0 Toren und sahen wie der sichere Sieger im ersten Play-Off-Viertelfinalspiel der Serie „Best-of-seven“ aus. Dann jedoch kam die Schlüsselszene des Matches. Denn hintereinander wanderten Frank Mauer (53:12 Min) und Doug Janik (53:28 Min) auf die Strafbank und Grizzly-Coach Pavel Gross setzte alles auf eine Karte. Er ließ mit sechs Feldspielern das Adler-Tor berennen. Und gerade als Mannheim wieder zu viert auf dem Eis war, traf Norman Milley zum 1:2 Anschlusstreffer. Nun hatten die Grizzlys endgültig Oberwasser und sorgten zunächst in der regulären Spielzeit (57:46 Min) für den 2:2 Ausgleich durch Robert Bina und in der Verlängerung besiegelte schließlich Greg Moore mit dem 3:2 Siegtreffer in der 71. Minute das Adler-Schicksal.

Doch der Sieg der VW-Städter ist kein Zufall und ist auch nicht unverdient, sondern er ist der Lohn für den nimmermüden Einsatz und Kampfswillen, den das Team von Coach Pavel Gross an den Tag gelegt hat.

Die Adler hingegen konnte über weite Strecken nicht überzeugen. Während Wolfsburg über 71 Minuten hellwach war, hatte man bei den Mannheimern den Eindruck, sie sind noch nicht in den Play-Offs angekommen. Sicher ist Wolfsburg besser im Rhythmus, da man gerade aus den Pre-Play-Offs kommt und mit dem Weiterkommen gegen Nürnberg auf einer Erfolgswelle schwimmt, aber insgesamt zeigte Mannheim für einen Meisterschaftsanwärter zu wenig. Dabei traten bei den Badenern wieder die selben Fehler auf, die schon während der Punktrunde ins Auge stachen. So nimmt das Team zu viele und dazu noch unnötige Strafzeiten. Das eigene Überzahlspiel hingegen klappt mehr oder weniger überhaupt nicht. Bis man die Grundaufstellung erreicht hat, sind oft die zwei Minuten schon um. Dazu kommt gelegentlicher Leichtsinn in der Abwehr und am schlimmsten, im Angriff stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis. Die Mannheimer brauchen einfach zu viele Torchancen, um zu Treffern zu gelangen.

Der Kardinalfehler der Adler war jedoch, dass sie im dritten Drittel viel zu passiv agierten und den Wolfsburgern quasi das Feld überließen. Für die eigene Offensive tat man kaum noch etwas und versuchte das Ergebnis zu verwalten und über die Zeit zu bringen. Was funktionierte, bis eben zur 53. Minute. Es stellt sich die Frage, warum es den Adlern häufig so sehr an Cleverness, Kaltschnäuzigkeit und bedingungsloser Leidenschaft fehlt? Will man die Serie noch drehen, muss am Freitag ein anderes Adlerteam auf dem Eis stehen, nämlich eines mit Kämpferherz und dem absolutem Siegswillen, ansonsten könnte die Saison in Mannheim früh zu Ende sein.

Hut ab hingegen vor Wolfsburg, das erst am letzten Spieltag in die Pre-Play-Off-Plätze rutschte, dort den Favoriten Nürnberg ausschaltet und jetzt Mannheim ins Wanken gebracht hat.

 

Zur Chronologie:

Hitzige Auseinandersetzung zwischen Yannic Seidenberg und Benedikt Schopper - © by Rhein-Neckar-Photo.de

Hitzige Auseinandersetzung zwischen Yannic Seidenberg und Benedikt Schopper – © by Rhein-Neckar-Photo.de

Die Wolfsburger erwischten den besseren Start und zeigten gleich ihre Offensivqualitäten mit viel Zug zum Mannheimer Tor. Die Adler brauchten etwas um in Tritt zu kommen. Verteidiger-Hüne Shawn Belle hatte dann in der 5. Minute die erste ganz dicke Chance für die Adler. In der 7. Minute scheiterte Frank Mauer knapp. Der Angriffsschwung der Kurpfälzer wurde jedoch in der 8. Minute beendet, als der Mannheimer Jame Sifers eine zwei Strafminuten erhielt. Die Kurpfälzer überstanden diese Drangphase der Grizzlys unbeschadet. Aber auch im Anschluss an die numerische Überlegenheit blieben die Wolfsburger die offensivere und bessere Mannschaft. Die Adler schafften es beim Angriffswirbel der Grizzlys zu selten, eigene, koordinierte Attacken zu starten.

Die Grizzlys agierten allerdings mit einer extrem aggressiven Spielweise, die oft an der Grenze des Unerlaubten war oder eben schon darüber hinaus ging. Die Konsequenz waren fünf Hinausstellungen gegen die VW-Städter zu Ende des Drittels. So konnte ab der 17. Minute Mannheim mit einem Mann mehr auf dem Eis agieren, da ein Grizzlys auf dem Sünderbänkchen brummte. Als in der 18. Minute dann der Wolfsburger Sean Blanchard ebenfalls raus musste, waren die Blau-Weiß-Roten sogar mit 5:3 Feldspielern auf dem Eis. Mit zwei Mann mehr klappte es für die Adler zwar nicht, aber bei 5:4 Akteuren hämmerte schließlich Frank Mauer den Puck zur 1:0 Führung in die Maschen des Grizzlys-Gehäuses. Dies war auch der Pausenstand.

Das zweite Drittel begann gleich mit einem Kracher, denn Craig MacDonald traf den Pfosten des Wolfsburger Tores. Knapp zwei Minuten später war es dann soweit und Matthais Plachta traf zum 2:0 für die Adler. Die Wolfsburger waren aber nicht geschockt, sondern rackerten und kämpften weiter und zeigten besonders in der Offensive eine starke Leistung. Die Mannheimer hingegen brachten sich mit zwei Strafzeiten in der 25. und 31. Minute selbst aus dem Rhythmus. Trotz starkem Überzahlspiels wollte den Grizzlys aber kein Treffer gelingen. In der Endphase des Abschnitts waren die Badener  wieder die tonangebende Mannschaft. Es blieb aber bis zur Pausensirene beim 2:0 für Mannheim.

Die Niedersachsen kamen mit viel Bis aus der Kabine und wollten es noch einmal wissen. Mit ihren pfeilschnellen Angreifern sorgten sie für viel Gefahr vor Adler-Torwart Dennis Endras. Mannheim blieb hingegen seiner taktischen Marschroute treu und agierte aus einer verstärkten Abwehr heraus. Wobei die Adler dabei sehr passiv agierten und wenig für eigenen Angriff taten. Man wollte mehr das Ergebnis verwalten als weitere Tore erzielen.

Da Wolfsburger nun vehement auf den Ausgleich drängte, taten sich andererseits aber für die Cracks aus der Quadratestadt Kontergelegenheiten auf. Bei einem dieser Gegenangriffe in der 52. Minute hatte Florian Kettemer, von Yanick Lehoux klug eingefädelt, die dicke Chance zum 3:0, doch hielt Grizzly-Goalie Dschunussow glänzend.

Riesenjubel bei den Gästen nach Spielende - © by Rhein-Nackar-Photo.de

Riesenjubel bei den Gästen nach Spielende – © by Rhein-Nackar-Photo.de

Und dann kam jene schicksalhafte 54. Spielminute und es gab zwei Hinausstellungen gegen Mannheim. Wie zu Textbeginn schon erwähnt, setzte  Wolfsburgs Trainer Pavel Gross nun alles auf eine Karte und nahm seinen Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Und er wurde für diese gewagte, taktische Manöver belohnt, denn in der 56. Minute erzielte Normen Milley den 1:2 Anschlusstreffer. Nun war wieder alles offen. Doch bevor die Grizzlys zum Sturmlauf ansetzen konnten erhielten sie zurecht eine Zwei-Minutenstrafe wegen Spielverzögerung und mussten diese Phase überstehen, was sie auch erfolgreich taten.

In den letzten zweieinhalb Minuten wurde dann wieder mit fünf gegen fünf Feldspieler agiert. Und schon beim ersten Grizzly-Angriff markierte Robert Bina in der 58. Minute den 2:2 Ausgleich. Die letzte Minute der regulären Spielzeit war wieder Mannheim in Überzahl, doch gelang ihnen kein Tor. So ging es in die Verlängerung.

In der Verlängerung hatte dann Adler-Stürmer Arendt in der 63. Minute eine ganz dicke Chance zum Siegtreffer, doch vergab er. Das Spiel wog nun hin und her und jedes Team hatte Tormöglichkeiten, ohne dass der Puck über die Linie wollte. Das Schicksal der Adler wurde dann in der 71. Minute besiegelt, als Frank Mauer auf der Strafbank musste und Greg Moore zum 3:2 traf.

 

Mannheimer Adler –  Wolfsburg Grizzlys 2:3 (1:0/1:0/0:2/0:1) n.V.

Tore:  1:0 (18:54) Mauer (Sifers/Plachta) – PP1; 2:0 (23:32) Mauer (Lehoux/Reul) – EQ; 2:1 (55:14) Milley (Dzieduszycki/ Brocklehurst) – PP1; 2:2 (57:46) Bina Furchner – EQ; 2:3 (70:55) Moore (Furchner) – PP1

Strafen: Mannheim 18 Min – Wolfsburg 18 Min + 10 Min Diszip Schopper

Schiedsrichter:  Brüggemann / Schukies

Zuschauer: 11.033

Torschüsse: Mannheim 43 – Wolfsburg 33

 

Aufstellungen:

Mannheim: Endras (Brückmann) – Sifers, Belle, Kettemer, Janik, Wagner, Reul, Goc  – Mitchell, Ullmann, Magowan, Seidenberg, Glumac, MacDonald, Mauer, Lehoux, Plachta, Arendt, Kink

Wolfsburg: Dschunussow (Vogl) – Wurm, Bina, Brocklehurst, Kohl, Schopper, Blanchard, Walter – Furchner, Hospelt, Polaczek, Milley, Haskins, Dzieduszycki, Mercier, Nelson, Moore, Mayer, Pohl, Grygiel

 

Three Stars:

*** Milley (Grizzly)

** Reul (Adler)

* Hospelt (Hospelt)

 

Fotostrecke zum Spiel

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