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„Die Drittelpause“: Lady Sharks Kempten sind Bayernliga-Meisterinnen – Umstrittene BEV-Regelung stellt die Herkunft über das sportliche Ergebnis und sorgt für reichlich Unmut

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Lady Sharks - © Thomas Hasselbach
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Lady Sharks – © Thomas Hasselbach

München. (MK) Vor zehn Tagen ging die Meisterrunde in der Frauen Bayernliga zu Ende.

Die Lady Sharks des ESC Kempten sicherten sich die Meisterschaft mit fünf Punkten Vorsprung auf die Damen des EC Bad Tölz. Das letzte Spiel der Lady Sharks gegen Tabellenschlusslicht Geretsried wurde mit 7:3 gewonnen, hatte aber zu diesem Zeitpunkt nur noch statistischen Wert. Kempten war der Titel nicht mehr zu nehmen und Geretsried konnte den letzten Platz nicht mehr verlassen,

Die Bayernliga wurde vor der Saison als zweithöchste deutsche Liga der Frauen in Süddeutschland neu installiert. Und die Damen des ESC Kempten sind somit die Ersten, die diesen Titel gewinnen konnten.

Entsprechend groß war der Jubel unter den Spielerinnen und den Zuschauern, als ESC-Kapitänin Lina Kullmann den stattlichen Siegerpokal am vorletzten Sonntagabend unter Goldregen in die Höhe reckte. Von nun an gab es kein Halten mehr, die große Feier begann. Mit wunderschönen Medaillen aus Zwieseler Kristall und Gold um den Hals drehte die Mannschaft eine Ehrenrunde nach der anderen durch die Arena. Kerstin Hahn vom BEV hatte das Team zuvor offiziell ausgezeichnet.

Am Vorabend besiegten die Zweitplatzierten Tölzer die auf Rang drei platzierten Mannheimer Damen in deren Heimspielstätte mit 2:0 Auch dieses Ergebnis hatte keinen Einfluss mehr auf die Abschlusstabelle.

Im Nachgang folgte allerdings ein Sturm der Entrüstung bei den Mannheimer Spielerinnen, die ihrem Unmut auch in den sozialen Netzwerken freien Lauf ließen. Was aber hatte die Damen so auf die Palme gebracht? Die Aktiven fühlten sich um den Lohn einer langen Saison betrogen, weil nicht sie, sondern der Viertplatzierte Kaufbeuren für den dritten Platz geehrt wurde. Die Info gelangte laut Mannheimer Spielerinnen erst zum Saisonfinale über „Kaufbeurer Umwege“ zu den Spielerinnen der EKU Mannheim, die sich verständlicherweise unfair behandelt fühlen. In der Bayernliga Hauptrunde noch auf Platz fünf, hatten sie sich in der Meisterrunde den dritten Rang mit sieben Punkten Vorsprung auf Kaufbeuren erspielt. Letztendlich eine Platzierung ohne Wert. Teams, die nicht dem Bayerischen Verband angehören, werden nicht geehrt. In dieser Saison nahm neben Mannheim auch Crimmitschau als Nichtmitglied im BEV in der Bayernliga teil.

Kann es wirklich sein, dass die Mitgliedschaft in einem Landesverband über der sportlichen Wertigkeit steht? Eishockey-Magazin hat beim BEV nachgehakt und durch Eishockey Obmann Frank Butz die folgende Stellungnahme erhalten:

»Der Bayerische Eissport-Verband e.V. und der Eissport-Verband Baden-Württemberg e.V., haben sich für die Saison 2024/2025 auf einen gemeinsamen Ligaspielbetrieb verständigt. Weitere Vereine, die nicht im Verbandsgebiet des Bayerischen Eissport-Verband e.V. ansässig sind, können in Abstimmung und Zustimmung mit dem jeweiligen nationalen Landeseissport-/Eishockey-Verband aufgenommen werden. Die Durchführung des Spielbetriebs erfolgt nach den Durchführungsbestimmungen sowie Satzungen und Ordnungen des BEV. Die Zusammenführung des Spielbetriebs erfolgte mit dem Ziel, das Frauen-Eishockey zu stärken und den verbliebenen vier Frauenmannschaften aus Baden-Württemberg eine geregelte und sinnvolle Wettkampfstruktur zu bieten.
Unabhängig von der bestehenden Aufstiegsregelung in die Frauen-Bundesliga (DFEL) wird eine Bayerische Meisterschaft ausgespielt. Der Titel des Bayerischen Meisters sowie die Plätze zwei und drei werden ausschließlich an bayerische Vereine vergeben, die Mitglied im Bayerischen Eissport-Verband e.V. und im Bayerischen Landessport-Verband sind.
Die Regelung zur Bayerischen Meisterschaft wurde in Ziffer 2.1.4, Anlage C, der Durchführungsbestimmungen im Herbst letzten Jahres nicht ganz eindeutig formuliert. Nachfragen von teilnehmenden Vereinen zum Verständnis für diesem Punkt sind allerdings keine eingegangen, oder uns bekannt. Von verantwortungsbewussten Vereinsvertretern erwarten wir, dass sie die geltenden Regelungen zur Kenntnis nehmen und bei Unklarheiten Rückfragen stellen.
Am 17. März wurden die vier zu diesem Zeitpunkt relevanten Vereine von der zuständigen Spielgruppenleiterin schriftlich über den Ablauf der Ehrungen informiert. Andere Vereine erhielten diese Information weder schriftlich noch mündlich, da dies nicht erforderlich war.
« (Zitat Ende)


Mit diesem Vorgehen ist die sportliche Wertigkeit mit Füßen getreten worden. Der Frust und die Enttäuschung der Mannheimer Spielerinnen ist verständlich. Gleichzeitig möchte ja auch eigentlich niemand für eine Leistung, in dem Fall den dritten Platz, geehrt werden, die nicht erbracht wurde. Der Eishockeysport, egal in welcher Liga und Altersklasse, ist Leidenschaft, Teamgeist und vor allem auch Fairplay. Fairplay nicht zuletzt auch mit Blick auf die Vorbildfunktion für den Nachwuchs. Wenn die Herkunft mehr zählt als die erbrachte sportliche Leistung, dann wird die Leistung und die Wertigkeit des Sports herabgesetzt. Dem Drittplatzierten Mannheim wird der Respekt nicht entgegengebracht. Traurig, aber wahr.

Somit bleibt nur zu hoffen, dass in Zukunft dieses sportschädliche Verhalten überdacht und korrigiert wird. Tore und Punkte müssen einfach mehr zählen als die Herkunft. Absprachen müssen von Beginn an klar für alle – auch öffentlich – kommuniziert werden. Nach dem Ende der Bayernliga Meisterrunde 2025 bleiben die Mannheimer Spielerinnen, vor allem aber der Eishockeysport als Verlierer zurück. Der Frauen-Eishockeysport wurde mit dieser nicht nachvollziehbaren Regelung jedenfalls nicht gestärkt.

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Über „Die Drittelpause“: In der sogenannten „Drittelpause“ greifen verschiedene Autoren aktuelle Themen auf und beziehen hier klar persönlich Stellung. Hierbei wird Nebensächliches zur Hauptsache gemacht und umgekehrt. Es wird gerne überspitzt, frech und vielleicht auch manchmal einfach nur „anders“ argumentiert und kommentiert. Mal laut, mal leise, mal mit einem Augenzwinkern und mal mit dem Dampfhammer oder in Satireform. „Die Drittelpause“ ist nicht zwingend neutral und ausgeglichen, sie ist die oft persönliche Meinung des Autors / der Autorin und soll Anlass zur Diskussion bieten.


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