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Iserlohn. (MK) Gut gelaunt und geradezu voller Tatendrang, so stellte sich Iserlohns neuer Headcoach Kurt Kleinendorst den Iserlohner Medienvertretern am Sonntagmittag vor. Seit Freitag... Kurt Kleinendorst bereitet den Restart der Iserlohn Roosters vor

Kurt Kleinendorst in seinem alten und neuen „Wohnzimmer“ während des U20 Spiels der Young Roosters gegen Bad Tölz – © Sportfoto-Sale (MK)

Iserlohn. (MK) Gut gelaunt und geradezu voller Tatendrang, so stellte sich Iserlohns neuer Headcoach Kurt Kleinendorst den Iserlohner Medienvertretern am Sonntagmittag vor.

Seit Freitag ist der 61- jährige US-Amerikaner wieder in der Waldstadt, wo er bereits als Spieler in den Playoffs 1987 beim ECD Iserlohn in der Bundesliga ein kurzes Gastspiel gab. In seinem einzigen Playoff-Spiel für den ECD in Düsseldorf erzielte er immerhin ein Tor.

Ärzte haben das letzte Wort bei der Rückkehr aufs Eis

Fast 35 Jahre später hat er eine Aufgabe vor sich, die wohl so in Deutschland noch kein Trainer einer Eishockey-Profimannschaft zu bewältigen hatte. Nach dem letzten Punktspiel der Roosters in München am 30. Dezember brach die Omikron-Variante bei den Roosters aus. 28 Personen aus Team und direktem Umfeld waren infiziert. In diesen Tagen kehren viele der Spieler aus der Quarantäne zurück und beginnen mit dem „Return to Play Protokoll“, um gesundheitliche Folgen möglichst auszuschließen. Erst danach ist für die Aktiven eine Rückkehr in den geregelten Trainingsbetrieb möglich. Kurt Kleinendorst befindet sich dazu im Austausch mit den „Medizinmännern“ der Roosters.

Denkbar ist, Stand heute, dass die Roosters dann am kommenden Sonntag (23. Januar) nach 24 Tagen Zwangspause wieder in den Spielbetrieb eingreifen können. Es wäre dann wie ein „Kaltstart“ ohne viel Trainings-Vorbereitung auf dem Eis. Ob es dazu kommt, ist aber noch alles andere als sicher. Erster Gast am Seilersee wären dann die Augsburger Panther.

Kurt Kleinendorst betont, dass er selbst und sein Team Covid absolut respektieren und niemand ohne das Okay der medizinischen Abteilung auf das Eis zurückkehren wird. Auch dann nicht, wenn ein Spieler es so wünscht. Das letzte Wort haben die Mediziner. Am morgigen Montag wird er ein erstes Meeting mit den Spielern abhalten, die aus der Quarantäne entlassen sind. Parallel tauscht er sich mit seinem Trainerteam um Jamie Bartman, Johan Akerman und Cam MacDonald aus. Möglicherweise wird es hier in der Aufgabenverteilung noch die eine oder andere kleine Anpassung geben. Zunächst aber geht es erst einmal darum sich weiter zu beschnuppern und abzustimmen. Kleinendorst vergleicht das erste Meeting ein wenig mit dem allerersten Schultag, wo auch alles neu und unbekannt ist und man dann von Tag zu Tag besser hineinfindet.

Zum nun zweiten Mal übernimmt der 61- jährige einen Trainerjob in der DEL während der Saison. 2015 in Ingolstadt heuerte er als Nachfolger des glücklosen Many Viveiros an. Nun in Iserlohn ist die Situation ungleich schwieriger, weil er ein Team mitten in einer sportlichen und zugleich einer gesundheitlichen Krise übernimmt. Dazwischen lag in der Saison 19/20 ein Engagement bei den Nürnberg Ice Tigers. Dort wäre er auch gerne geblieben, musste den Franken aber aus privaten Gründen für die Fortsetzung des Engagements absagen. Der Tod des Bruders sorgte für eine schwierige Zeit in der Familie. Und auch in den vergangenen Monaten mangelte es nicht unbedingt an Angeboten. Aber auch hier hatte die familiäre Situation Priorität. Der Vater von Kurt Kleinendorst war verstorben und zudem wollte der vierfache Vater seine Tochter unterstützen, die vor wenigen Wochen ein Enkelkind zur Welt brachte. Eine gerade auch in diesen für alle schweren Zeiten völlig nachvollziehbare Entscheidung. Kurt Kleinendorst betont, wie wichtig ihm diese (Familien)Zeit gewesen ist. Nun aber sei der richtige Zeitpunkt wieder eine Aufgabe im Hockey mit 100 Prozent Engagement zu übernehmen. Er möchte trotz der schweren Zeit eine Art Aufbruchstimmung bei seinen Cracks erzeugen.

Oft zu passiv und Defensivverhalten verbesserungswürdig

Die Roosters hat er bereits mit reichlich Videostudium begutachtet. Er attestiert Manager Christian Hommel einen guten Job bei der Kaderzusammenstellung. Und auch über seinen Vorgänger Brad Tapper ist er voll des Lobes. Dieser habe eine gute Arbeit geleistet, aber auch mit vielen Verletzten und eben den Folgen der zwei Corona-Welle im Team zu kämpfen gehabt. Er, so Kleinendorst, wollte nicht den Job des Kollegen haben. Viel lieber wäre es ihm gewesen, wenn Tapper noch im Amt wäre. Nun aber sei die Entscheidung so getroffen worden und er hofft mit all seiner Erfahrung nun die Situation meistern zu können. Völlig umkrempeln wird er das System nicht. Aufgefallen ist ihm beim Videostudium aber schon, dass das Defensivverhalten verbessert werden muss und das Team oft zu passiv gewesen sei. Für ihn ist es nun wichtig, dass man Covid respektiert, aber der Fokus wieder völlig auf die tägliche Arbeit Eishockey gerichtet wird.

Mit Kris Foucault, Casey Bailey und Eugen „Gino“ Alanov hat er bereits zusammengearbeitet. An die gemeinsame Arbeit mit Alanov in Nürnberg erinnert er sich gerne und zeichnet daran zugleich ein Bild. „Gino“ habe dort mit viel Energie und Struktur gespielt. In Nürnberg absolvierte der Deutsch-Russe unter Kleinendorst seine bisher punktbeste DEL-Saison.

Sein Vertrag bei den Roosters ist zunächst bis zum Saisonende befristet. Das, so Kleinendorst, sei von beiden Seiten so gewünscht gewesen und völlig in Ordnung. Und es spreche nichts dagegen bei Erfolg länger zu bleiben.

Erinnerungen an eine verrückte Zeit

Und eine Anekdote aus seiner kurzen Zeit beim ECD Iserlohn 1987 hat er auch noch in guter Erinnerung. Zunächst musste er zwei Wochen auf das zugesagte Auto warten, um dann das Fahrzeug der damaligen Lebensgefährtin von „Boss“ Heinz Weifenbach, Maxi Adam, zu nutzen. Und zum Abschluss seiner kurzen Zeit und nach dem Playoff-Aus in Düsseldorf sollten die Spieler in der alten Geschäftsstelle im „Keller“ der Eissporthalle ihr Geld in bar erhalten. Als dritter Importspieler (zwei durften damals nur spielen; Martti Jarkko, Jaro Pouzar Anm. d. Redaktion) kam Kleinendorst als einer der Letzten in den „Keller“ um zu erfahren, dass kein Geld mehr übrig ist.

Trotz dieser lehrreichen Zeit hat Kurt Kleinendorst die Rückkehr in die Waldstadt nicht gescheut. Dort wartet nun reichlich Arbeit mit vielen Spielen in kürzester Zeit auf ihn. Mehr Restart, als derzeit bei den Roosters geht nicht.

DEL setzt weitere Termine fest

Die DEL hat mittlerweile weitere Spieltermine der Roosters veröffentlicht. Demzufolge sähe das stramme Programm wie folgt aus:
• So, 23.01.22, 14.00 Uhr Iserlohn Roosters – Augsburger Panther
• Di, 25.01.22, 18.30 Uhr Augsburger Panther – Iserlohn Roosters
• Fr, 28.01.22, 19.30 Uhr Iserlohn Roosters – Straubing Tigers
• Sa, 29.01.22, 19.00 Uhr Iserlohn Roosters – Straubing Tigers
• Fr, 11.02.22, 19.30 Uhr Grizzlys Wolfsburg – Iserlohn Roosters
• So, 13.02.22, 16.30 Uhr Iserlohn Roosters – Augsburger Panther
• Mi, 16.02.22, 19.30 Uhr Fischtown Pinguins – Iserlohn Roosters
• Fr, 18.02.22, 19.30 Uhr Iserlohn Roosters – Nürnberg Ice Tigers
• So, 20.02.22, 16.30 Uhr Kölner Haie – Iserlohn Roosters
• Di, 22.02.22, 19.30 Uhr Schwenninger Wild Wings – Iserlohn Roosters
• Fr, 25.02.22, 19.30 Uhr Adler Mannheim – Iserlohn Roosters
• So, 27.02.22, 16.30 Uhr Iserlohn Roosters – Grizzlys Wolfsburg
• Di, 01.03.22, 19.30 Uhr Kölner Haie – Iserlohn Roosters
• Fr, 04.03.22, 19.30 Uhr Düsseldorfer EG – Iserlohn Roosters
• So, 06.03.22, 14.00 Uhr Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin
• Di, 08.03.22, 19.30 Uhr Nürnberg Ice Tigers – Iserlohn Roosters
• Fr, 11.03.22, 19.30 Uhr Iserlohn Roosters – Bietigheim Steelers
• So, 13.03.22, 14.00 Uhr ERC Ingolstadt – Iserlohn Roosters
• Di, 15.03.22, 19.30 Uhr Krefeld Pinguine – Iserlohn Roosters
• Fr, 18.03.22, 19.30 Uhr Iserlohn Roosters – Wild Wings Schwenningen
• So, 20.03.22, 19.00 Uhr Fischtown Pinguins – Iserlohn Roosters
• Mi, 23.03.22, 19.30 Uhr Iserlohn Roosters – Adler Mannheim
• Fr, 25.03.22, 19.30 Uhr Iserlohn Roosters – Krefeld Pinguine
• So, 27.03.22, 19.30 Uhr Red Bull München – Iserlohn Roosters

Alle Angaben Stand 16.01.22 und ohne Gewähr

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