Iserlohn. (MK) Das richtungsweisende Kellerduell zwischen dem Vorletzten Iserlohn Roosters und dem Schlusslicht Dresdner Eislöwen entwickelte sich zu einem echten Drama. Am Ende siegten die Roosters trotz eines 0:3 Rückstandes nach dem ersten Drittel doch noch knapp mit 5:4.
Neuzugang Max Eisenmenger direkt in Reihe eins der Roosters
Iserlohns Headcoach Stefan Nyman hatte die Qual der Wahl. Waren am letzten Sonntag noch eine Reihe von Spielern mit Magen-Darm ausgefallen, so konnte er gegen die Eislöwen wieder praktisch aus dem Vollen schöpfen. Und das Lineup bot auch gleich eine kleine Überraschung: Neuzugang Max Eisenmenger startete in der nominellen Reihe eins neben Cornel und Fischbuch. Dafür rutschte Taro Jentzsch in Reihe vier. Borzecki, Alberg, Erkamps, Saffran und Huss standen nicht im Kader. Geiger und Farkas sammeln weiter in Duisburg Spielpraxis.
Katastrophaler Start der Roosters
Die Gäste aus Sachsen nutzten die erste Hinausstellung im Spiel gegen Iserlohns Niehus (6.) nach neun Sekunden Überzahlspiel zum 0:1 durch Routinier Parkes. In der 13. Minute nahm Johansson eine Einladung zum Spaziergang durch das Iserlohner Drittel dankend zum 0:2 an. IEC-Headcoach Nyman nahm daraufhin seine Auszeit. Nur 58 Sekunden später verwertete Ortega ein Zuspiel vor dem Kasten von Jenike zum 0:3. Das nennt man dann wohl eine „kalte Dusche“. In der sonst lautstarken Kulisse hätte man danach eine Stecknadel fallen hören können. Ugbekiles Strafe (15.) konnten die Eislöwen nicht nutzen. Dresdens erste Strafe gegen Parkes (19.) ging mit 68 Sekunden Reststrafzeit mit rüber in den Mittelabschnitt.
Deutliche Steigerung der Hausherren, aber zunächst trifft nur Boland
Die restliche Strafzeit blieb ohne Folgen für die Gäste. Das muntere Strafen einbuchen ging weiter. Iserlohns Salsten nahm die nächste Strafe in Anspruch (22.), die aber von den Eislöwen auch nicht genutzt werden konnte. Johanssons Strafe gegen die Gäste nutze Boland mit einer Direktabnahme aus der halbrechten Position zum 1:3 Anschlusstreffer (30.). Gorcik kassierte 33 Sekunden später die nächste Hinausstellung gegen die Eislöwen, aber Camara und Eisenmenger scheiterten an Olkinuora im Dresdner Tor. Die Eislöwen ließen direkt die nächste Strafe gegen Bouma folgen, aber Iserlohns Powerplay blieb viel zu kompliziert vorgetragen und damit ohne weiteren Torerfolg. Das nächste Gastgeschenk in Form einer Strafe gegen Karlsson (34.) blieb erneut ungenutzt. Es war die dritte Hinausstellung binnen vier Minuten. Mit der 3:1 Führung für Dresden ging es in die zweite Pause.
Verrückte Schlussphase
Der letzte Abschnitt hatte es dann wahrlich in sich. Jentzsch (43.) scheiterte am langen Pfosten lauernd an Olkinuora. Iserlohn erhöhte langsam, aber stetig gegen immer passiver werdende Eislöwen den Druck. Ugbekiles Schlagschuss (48.) lenkte Boland zum 2:3 ins Tor ab. Die Roosters damit wieder dran und auch die Kulisse erwachte aus ihrem Albtraum. Johansson (51.) scheiterte mit einem strukturiert vorgetragenen Konter der Eislöwen an IEC Torsteher Jenike. Besser machte es in der 54. Minute Iserlohns Törnqvist, der aus dem Bullykreis abzog und ins rechte Eck zum 3:3 traf. Salsten hatte Olkinuora fast millimetergenau die Sicht genommen, wie auch der Videobeweis belegte. Nur 73 Sekunden später folgte die nächste kalte Dusche für Iserlohn: Einen katastrophalen Pass von Cornel vor das eigene Tor schnappte sich Ortega, der auch Jenike zum 3:4 bezwingen konnte. Was für ein Wechselbad der Gefühle an diesem Abend. Weiter ging die wilde Fahrt 117 Sekunden später als Fischbuch auf Zuspiel von Lassen zum 4:4 einnetzte. Die Halle stand Kopf. Und noch mehr als Thomas 97 Sekunden später nach Camaras energischer Vorarbeit zum 5:4 die erstmalige Iserlohner Führung auf die Anzeigetafel brachte. Wahnsinn!! Dresden zog die branchenüblichen Register, wirkte aber auch kräftemäßig „platt“. Torwart Olkinuora ging raus für den sechsten Feldspieler, aber es half den Eislöwen nicht mehr. Iserlohn brachte den megawichtigen Dreier über die Zeit.
Vor allem die Punkte zählen in einem solchen Spiel, wie das Spiel insbesondere im ersten Drittel lief wird vermutlich schon morgen niemanden mehr in Iserlohn sonderlich interessieren. So sehr Moral und Charakter des Teams erfreuen, so sehr bleiben aber auch einmal mehr einige Fragen zum ersten Drittel übrig.
Roosters nun zehn Punkte vor Dresden
In der Tabelle haben die Roosters nun aktuell zehn Punkte Vorsprung auf die Eislöwen. Zum Zwölften Frankfurt haben die Roosters wieder mit einem Punkt Rückstand Tuchfühlung aufgenommen.
Am Sonntag geht es für beide Teams weiter: Iserlohn muss nach Ingolstadt, Dresden empfängt die schwächelnden Wolfsburger.
Alle Tore und Stimmen zum Spiel
Iserlohn Roosters – Dresdner Eislöwen 5:4 (0:3/1:0/4:3)
Tore: 0:1 (05:57) Parkes (Ortega/Chartier) 5-4PP, 0:2 (12:01) Johansson (Ortega), 0:3 (12:59) Ortega (Johansson/LeBlanc), 1:3 (29:14) Boland (Jentzsch/Napravnik) 5-4PP, 2:3 (47:31) Boland (Ugbekile/Wood), 3:3 (53:27) Törnqvist (Napravnik/Salsten), 3:4 (54:40) Ortega, 4:4 (56:17) Fischbuch (Lassen/Norell), 5:4 (57:54) Thomas (
Strafen: 6 – 10
Schüsse aufs Tor: 31 – 20
Schiedsrichter: Ansons, Hebert (Tschirner, Schwenk)
Zuschauer: 4.830
Iserlohn: Jenike – Ugbekile, Wood; Norell, Niehus; Lassen, Jobke; Elten – Eisenmenger, Cornel, Fischbuch; Camara, Boland, Thomas; Napravnik, Salsten, Törnqvist; Radionovs, Neumann, Jentzsch
Dresden: Olkinuora – Johansson, McCrea; Hammond, Braun; Riedl, Karlsson; Krüger – Parkes, LeBlanc, Ortega; Fox, Chartier, Turnbull; Bouma, Korte, Yogan; Gorcik, Andres, Sykora
Iserlohn Roosters – Dresdner Eislöwen (12.12.2025)
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